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Jüdische Presse · 1929-02-01 · 5 (1.2.1929) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
5 (1.2.1929)
Date
1929-02-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Novlnovt v?piatn6 povolen6 riadlt post a telegrafov v Bratislave Cfs. 4I572-BI-20. Zeitungen vom Verleger versendet. Journal exptdie par l'editear. JÜDISCHE PRESSE *adaktlon n. Administration! Wien, 11.,Leopoldsjiiie 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. R 45-4-94. riehechoilowakeii Bratislava, Postfach 140. Sncbelnt Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abonnementspreise 1 Ganzjährig 1 För Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse", ayien für Oesterreich! Postsparkasfeenkonto Nr. D-93614; Deutschland! Postschöckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien! Postäpk.-Amt > Zagreb Nr. 40217; Polen! Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Pöfetspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz! Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei! ״Jfidische Presse", Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Nr. 5 Wien-Bratislava, 1. Februar 1929 ,ב״ה דנודפרעסבורג כ״א שבט תיפ״ט 15. Jahi>i|a Israel and die Umwelt. ■Nachdem wir die Kunde von der Loslösung unserer Ahnen von A-egypten vernommen halben, nachdem wir Zewge gewesen sind des Kampffes m5t Amalek, bringt uns der Wochenafbschnitt die Nachricht über die Ankunft Jisraus, das!Bild des dritten Beruhiuingspuriktes zwischen dem Vo׳fke Israeli und der UmweiH. Wohl seiten im gesehichtLichen Leben sehen wir ein solches Gleichgewicht »wischen Geben und Nehmen, wiie es hier der Fall war. Der Fremde lernt bei Israel die Erkenntnis G-ttes und seines Waltens. Israeli empfing von seinem Gaste die An- Weisung zur kunstgc'fiiigten. Organisation. Nichts ist mehr geeignet, um Klarheit und Reinlichkeit in das Gegenseitigkedtsverhiiltnls zwischen Israel und den anderen Völkern so zu beleuchten, wie es sein soll, als diese Episode. Es ist wahrlich kein Zti-faH, wenn, wie schon unsere alten Weisen ,bemerken, der Wochenaibschniit'v welcher die Wiedergabe des!höchsten Momentes der Menschheitsgeschichte, also der Oflfentbarung am Sinai, enthält, den Namen eines fre.mbiirtigen Mannes verewigt, weil er eben neben der innigsten Verbindung zwischen der Ewigkeit und'sterblichen Menschen auch d!ie Linie zeichnet, welche das Verhältnis der Menschen untereinander zu einem glückhaften gestaltet. ", Jahrtausende sind seitdem vergangen. Die Beriihmngspuhkte zwischen Israel und der Umwelt haben sich ins Unendliche vermehrt,, aber das Gleichgewicht zwischen Geben-und Nehmen hat sich sehr oft- ■bedenklich verschoben. Nicht immer.wcHte die Umwelt von Israel die Erkenntnis G-ttes und seines Wot.ens annehmen, und wenn sie dieselbe doch empfangen hatte, so bemühte sie sich: und bemüht sie sich, diese Tatsache zu leugnen und m ■ verzerren. Auf der anderen Seite .bemüht sich. Israel, von der Umwelt mehr in sein Leben zu verweben, als es dem Sinne seines Weges durch die Welf gut war. ,Man geht nicht fehl, wenn man dieses eben gezeichnete Mi und Nieder als ■den Inhalt der jüdischen Geschichte beizeichnet.; fln unserer Zeit,־ da sich der Haß der Umwelt oft ins Unefträglidie steigert, müßten ernste Ratgeber ßiigentlieh immer wieder bei Jisrau sich Rät holen, wie diesem Uebel zu begegnen ist. Je mehr die Welt die G-ttesferne sucht und selbst di׳e Religionen, die sich einst aus dem Schoße der jüdischen MutterreJigian gelöst (haben, ihres Einflusses auf eine materialisierte Welt verlustig gehen, desto mehr müßte Israel bemüht sein* durch beispiellose Hingabe und Treue, durch Kundgabe eines un ersch'ütt erliehen Vertrau-ens auf die; Vorsehung wieder einmal die enterbte Welf die Erkenntnis G-ttes und seines Waltens zu lehrent Deshalb müßte man selbst 11m den׳ Preis eines beispiellosen Martyriums darauf verzichten, von der U.mweit irgend etwas sich zu eigen zu machen, das sich diesem. Ziel entgegenstellt, wähl aber all dasjenige annehmen, was dieses Ziel fördert. Daizu׳ gehört in erster Reihe das feste Gefüge einer Organisation und •ihrer Begleiterscheinungen. Nur ganz genialen Geistern gelingt es zuweilen, auch außerhalb jeder Organisation stehend, ihr Wollen und ihr Streben zäum Ideal der Gesamtheit zu machen; aber dabei darif nicht vergessen werden, daß selbst diese ganz singulären Erscheinungen sich in dem Gebilde der sogenannten Jüngerschaften eine Art Organisation geschaffen haben; ist es doch gerade nach der modernen Auffassung das Kennzeichen des wahren Genies, daß es sdchf'jünger erzeugt Sonst aber steht es außerhalb jeden "Zweifels, daß jeder Gedanke Not leidet, der sich nicht fiir seine Vertretung und Durchdringung’ eine Organisation schafft. Es war also eine zwingende Notwendigkeit, daß auch die Orthodoxie zur Wiedererringung ihrer verlorenen Stellung, innerhalb der Jude ruh eit bei der Umwelt in die Schule ging und sich eine Organisation zu schaffen versacht hat, nicht zuletzt der Umwelt selbst wegen, denn nur so kann man helfen, unseren Lebensinhalt und unsere ideale, unsere Notwendigkeiten und Forderungen wirksam darzu legen. ־ Spaltung im jüdischen (J. T. A.) Die Sitzung vorn 23. v. M. des Klubs der jüdisehen Deputierten und Senatoren nahm einen kritisehen Verlauf, da in derselben die Beschlüsse der Exe: kutive der Zionistischen Organisation Ostgaliziens zur Aus- V/ir|amg gelangten, die die. Politik von Dr. Leon Reich billigten und die galizischen Mitglieder des Parlamentsklubs dahin instruierten, daß sie aus dem Klub auszutreten haben, falls das Pienum des Klubs der Forderung nach Bildung eines Präsidiums aus drei gleichberechtigten Mitgliedern nicht nachkommen sollte. Zu Beginn der Sitzung hielt der jetzige Präsident des Klubs, Abg. J. Grün bäum, eine große Rede, in der er die gesamten politischen Diskussionen der ietzten Sitzungen im Klub zusammenfaßte und nachzuweisen versuchte, daß die von den galizischen Deputierten zum Ausdruck gebrachte Anschauung, daß die jetzige Klubleitiing schon darum ,zurücktreten müsse, weii die Regierong mit ihr nicht verhancfelir wolle, sehr schädlich für das jüdische Interesse und auch vom nationalen Standpunkt unzulässig sei. Keine außerhalb des Klubs stehende Macht dürfe auf die Zusammensetzung der Leitung der jüdischen parlamentarischen Vertreterschaft von Einfluß sein. Uebrjgens ist es eine Tatsache, daß die Regierung, solange die ' Konstitutionsänderung unerledigt ist, nichts Konkretes für die: Juden tun wolle, sie habe weder Zeit, noch Geduld für die jüdische Frage; ihre Forderung nach seiner (Grünbaums) Beseitigung von der Leitung des Klubs ist eine leere Ausrede. Auch mit Doktor Reich wird die Regierung!nicht reden wollen. (Dr. Rei ch: Mit uns redet die Regierung und wird reden.) Grünbaum schloß mit der. Feststellung, daß die Gesamtlage der Judenschaft in Polen unsagbar schlecht und daß die ganze Judenschaft unzufrieden sei; Dr. Reich schädige die jüdischen Interessen, wenn er dies nicht genug betont oder gar leugnen will. Dr. Reich stellte fest, daß die ostgalizischen. Deputierten Herrn Grünbaum nicht darum bekämpfen, .weil ihn die Regierung nicht mag, sondern weil Grünbaum für jede positive Arbeit ungeeignet sei. In namentlicher Abstimmung wurde der Vorschlag Dr. Reichs, ein dreigliedriges paritätisches Präsidium zu wählen, mit acht gegen sechs Stimmen abgelehnt, mit dem gleichen Stimmenverhältnis wurde Grünbaum als Vorsitzender des Klubs bestätigt und ihm zwei Vizevorsitzende beigegeben. ..1ויוו1וווווו11וווז,1ו1ו1־זוץווווזר^ Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack — SO kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons K JULIUS HABER Kohlen- und Koksgroßhandlung Nordbahnrutschen Wien, II., TaborstrpBe 9 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Fernsprecher Nr. 41-0-22 ID-ie Mitteilung von der Ankunft Jisraus wird gekrönt mit dem BiMc eines Friedensmaihles. Wenn im Wechselseifigen Geben und Nehmen die Eikemitms G-t-tes sich Bahn gelbrochen hat und die Linie der Beziehungen zwischen Mensch und Mensch einen 'harmonischen Verlauf nimmt, dann ist wieder die Zeit .gekommen fiir ein großes Frieklensmabl der gesamten Menschheit; P. K. , Nach Verkündung des Wahlresultates verlas Doktor Reich eine Deklaration der ostgalizischen Deputierten» in der ungefähr ausgeführt wird: Die Lage der Juden in Polen ist eine außerordentlich schwere, Hunderte yon Exl«, stenzen fallen täglich als Opfer des Steuersystems ujiiif־ eines Wirtschaftsprozesses, der zum materiellen Ruin der jüdischen Bevölkerung führt. Die Schärfe dieser Krise! könnte gemildert werden 1. durch eine konsequente, ihrer Ziele und Mittel sich bewußte Politik, 2. durch Unter•* Haltung eines Kontaktes mit allen politischen Faktoreui 3. durch Konsolidierung aller Kräfte lm Klub zu Ron« zentrierter politischer Aktion. Die Klublejtung hat bisher nichts getan, was dieser Richtung entsprechen könnte. Mit den Regierungsfaktoren und ,Sejmgruppen wird keiner״ lei Kontäict unterhalten, der Klub ist vollständig isoliert. Unser Vorschlag, drei gleichberechtigte, die verschiedenen Richtungen vertretende Präsidenten zu wählen, zeigte eihei Ausweg aus dieser Isolation. Da wir nun die Vjerant« wortung für die. weitere Politik der jetzigen Klubmehrheit nicht mittragen können, werden wir uns jeder Ar• beit im R a h m e n ä e s K1 ü bs so länge, enthalten, als siieh die Verhältnisse nicht än• d e r n. Nach Verlesung dieser Deklaration verließ Doktoif Reich und seine Gruppe die Sitzung. VON TAGE Friede in der Wiener Kultusgemeinde. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, nehmen' die Verhandlungen zwischen den einzelnen Parteien des Kultusvorstanjd.e? «inen günstigen. Verlauf. Bekanntlich haben die;Wählen am 2. Dezenibär des vergangenen Jahres keine kiare Entscheidung gebrächt. Die Hälfte der Man״ date fiel der Union zu, die andere Hälfte verteilt sich unter vier Parteien, von denen die Zionisten 11, die ״Werk• tätigen“ 5, die Misrachisten und Unpolitischen je eilt; Mandat erhielten. Da vor der Konstituierung des Vorstan-r des keine Verhandlungen zwischen den Parteien erfolgte^, wurde das gesamte Präsidium wie Vertreterkollegium von den Mitgliedern der Union besetzt. Gegen diese Konstitu» ierung Haben die anderen״ Parteien die schärfste Oppo• sition angekündigt, und es war zu befürchten, daß €$, zu keiner gedeihlichen Arbeit in der Kultusstube kom• men kann. Nun scheinen doch Einsicht und Mäßigung!• den Sieg davongetragen haben. Während diese Zeile» in Druck. gehen, beraten die einzelnen Klubs über die Vereinbarungen ihrer Führer. Auf Grund dieser Verein« barungen soll die gedeihliche Arbeit im Interesse de* Kultusgemeinde für eine geraume Zeit gewährleistet sein. Die Ortsgruppe der Ägudas Jisroel in Wien. Große Ereignisse werfen ihre Schatten bekanntlich voraus. Ein solch großes Ereignis. dieses Jahres wird die zweite Kenessio werden, die auch diesmal in Wien stattfinden soll. Dieses großen Ereignisses bedurfte nun' auch die' Ortsgruppe der Agudas Jisroel in Wien, um nach langen Jahren ein bescheidenes Lebenszeichen von! ,Was bietet die führende Othxnar• Schiff, Wien, I., in Damenperücken? I. Modernste und individuelle Ausführung Bi. Tadellosen, mustergültigen Sitz @53. Nur erste Qualität En Material und Arbeit zu mäßigen Preisen Weltfirma Kärntnerring© ***״י*- dem H°,a' 1 Bristol — Tel. U-41-3-62) Die Firma Othntar Schiff legt allergrößten Wert darauf, jede Kunde unter allen Umständen zufriedenzustellen. * Setzen Sie sich daher, bevor S׳e eine Perücke kaufen ln Ihrem ureigensten Interesse mit der Firma Othmar Schiff in Verbindung!

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