Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1929-01-25 · 4 (25.1.1929) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
4 (25.1.1929)
Date
1929-01-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2629891-2630294-2630298--3210-2635175
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1.«hw4 Wn1>tt»4 f»ovoleft4 rftdft pos* * tefegrtfd* ן Bratislava äs. 41872*01-20־ Zeitungen von Vorleser versend«{*' Journal expödie par Teditesr« kl ORGAK) FÜR OIE IRTEBESSER ÖE8 OBIHODOXEK JUOERTUWS. ftidaktion 0. A0mm.1craUon.Wien, (!^Leopolds• taue 16, 1. Stiege, i. Stock. - Tel. R 45-4-94. Tschechoslowakei! Bratislava, Postfach 140. Sncheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss; Mittwoch Mittag. Abonnementspreisei Ganzjährig! Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst Gr. 40, das übrige Aalland 8 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse‘, Wie!■ für Oesterreich: Posispaikasstnkonto Nr. D•13614; Deutschland1 Poatsctieckkon'o Beilin Nr. 12261m; lugoslawien: Post pk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen 1 Postspk.-Am׳ Warschau Nr. 1P0409; Ungarns r׳ostspk.־Amf Hudapest Nr.5017Ü;•Schweiz: Post> scheckk. Zürich VIII. 4117; tür dit Tschechosl wakels ״Jüdlsche Presse“. Biatisava, Pos'&pk.-AmtPtag Konto Nr. *3 80־ Nr. 4 Wien-Bratislava 25. Jänner ב״ד וינה־פיעסבויג י״ד שבט תיפ״ע 15- Jahrg. Drohende Zersplitterung der Sabatthschutzbewegung. New York. (J. T. A.) Zwischen der Gesellschait für elektrische Unternehmungen und den Mitgliedern der Union der Elektrizitätsarbeiter ist ein Abkommen über Einführung der Fünftage-Arbeltswoche in diesem Industriezweig abgeschlossen worden; der Vertrag tritt am I. Februar in Kraft. Besprechungen über Ein- Führung der Fünf tage-Arbeitswoche vom Beginn 1930 werden gegenwärtig zwischen dem Rat der BaugeseHschaften und der Gewerkschaft der Baugewerbeanstalten geführt. Für die Einführung der Fünftage-Arbeftswoche in der New Yorker Bekleidungsindustrie, in der 35.000 Personen, in der Hauptsache Juden, beschädigt sind, wurde .im Juni 1928 ein Beschluß gefaßt. Die Fünf tage-Ar bei tswoche macht in Amerika bemerkenswerte Fortschritte. Sie ist zunächst ein soziales Problem, das zurzeit nur in ■den!höchsten!- wickelten Industriestaaten aktuell ist, da sie sowohl eine en(: bezahlte Arbeiterschaft wie eine höchst leistungsfähige Industrie voraussetzt. Diese Voraussetzungen, die in den meisten oder fast in allen europäischen Staaten noch nicht gegeben sind, dürfen uns gesetzestreuc Juden dennoch nicht von dem Vorsatz aibbringen, dem Problem der Füiiftage-Arbeitswoche unsere gespaniite Aufmerksamkeit zuzuwenden. "■־■•Dem ungelösten Sabbatproblem, das?owohl auf dem sabbathaltenden Arbeitgeber wie noch in größerem Maße auf dem Arbeitnehmer mit bleierner Schwere lastet, wird leider in gesetzestreuen Kreisen viel zu wenig Beachtung entgegengebracht. 111 Wien,׳ dieser großen jüdischen Metropole, wo alljährlich leider nur allzu viele . bisher Sabbat haltende Männer und Frauen den Sabbat dem Moloch Broterwerb opfern müssen, in Wien wurde vor Jahrzehnten ein ,,Sci10mere-Sd1abhos“-Verein gegründet,, der allmählich zur vollkommenen Bedeutungslosigkeit herabgesunken ist. In Wien, das seit zehn Jahren die Zontra 1 e der Agud'a- Welt Organisation beherbergt, konnte für das Sabbatproblem auch während ■dieser Periode nichts Nennenswertes geleistet werden. Endlich wurde hier die Sorge um den Sabbat dein Arbeitseifer der rührigen J11 g e n d g r u p p c der Aguda überantwortet, aber bei aller Hochachtung vor dem guten Willen ■und Arbeitseifer einiger jungen Agudisten muß schon jetzt gesagt werden, daß eine radikale' Lösung dieses überaus komplizierten wirtschaftlichen und religiösen Problems von dieser auch ansonsten überaus in Anspruch genommenen Jugendgruppe nicht erfolgen kann. So ist die Situation in Wien und nicht wesentlich anders ist ■die Geschichte der Sabbatschutzbewegung in anderen Städten. Diese Entwicklung ist tief zu bedauern. Denn gerade hier wäre neben der nicht zu unterschätzenden Teilarbeit eine großzügige Konzeption, vor allem der Z u s a m m e n s c h 1 u ß aller Sabbathaltenden nötig. Uober den Kreis der Sabbathütenden hinaus müßten ferner all jene jüdischen und nichtjüdischen Persönlichkeiten mobilisiert werden, bei denen noch Verständnis für die ethisch-religiöse und soziale Bedeutung des biblischen Sabbats vorauszusetzen ist. ■ Die . nach Wirtschaftlichkeit, Einfachheit und Bequemlichkeit strebenden Kreise der englischen und amerikanisch'en׳ Kaufmannschaft betreiben seit einiger Zeit mit planmäßiger Energie eine K a 1 e 11 d e r e f 0 r m, die unter Umständen das Sabbatbewußtsein ’ der Menschen trüben und verschütten könnte. Da fanden sich die religiösen Führer aller Richtungen in Europa und Amerika zusarnmen, um vor dem Völkerbund und den Staatsregierungen zu protestieren. Bei aller Hochschätzung der Bedeutung dieser Protestbewegungen dünkt es uns, daß dieser Zusummenischluß nötiger gewesen wäre, um das Sabbatbewußtsein der schwer bedrückten Arbeit suchenden Mensehen nicht etwa vor einer hypothetischen Kalendcrreform zu schützen, sondern vor jener tristen Wirklichkeit des gelteiiden Kalenders, die an jedem Ersten des Monats Zahlungen, an jedem Wochenende Wirtschaftsgeld .und. Tag für Tag Brot und Wieder Brot für die Frau und Kinder mit nicht zu unterdrückender Gewalt verlangt. Warum hören unsere Führer nicht diesen Schrei ln seiner entsetzlichen Wirklichkeit? Warum fehlen hier ־ in Wien und in den anderen großen Jüdischen Zentren noch immer die primitivsten Voraussetzungen zu einer radikalen Regelung der Stellenvermittlung, des sozialen Schutzes der sabbatsuchenden Angestellten und aller anderen Fragen, die mit der wirtschaftlichen Seite des Sabbats in Zusammenhang stehen?; ׳ In der religiösen Wüste Amerikas taucht nun immer konkreter .die Fünftage-Arbeitswoche auf, gewissermaßen symbolisieren, daß dort das Heilmittel wächst, wo die tiefste Wunde dem Sabbat geschlagen ,wird.. Sicherlich ist die Fiirti-TagC-Woche zurzeit nur in : A'rn.e r i k a und in R u ß 1 a 11 d aktuell. In Amerika hält man schon lange keinen Sabbat mehr, in Rußland beginnt erst das Sabbatbewußtsein aus dem Denken der jungen Generation zu schwinden. In diesen beiden Ländern wird die Fünf-Tage- Arbeitswoche zuerst ihre heilsame Wirkung, in der sa'bbatentfremdeten Welt fühlen lassen. Wirtschaftliche Ersehe!- uiuigen bleiben aber heutzutage nicht mehr isoliert. Was für Amerika und Rußland gilt, muß früher oder später auch in England und' hn1 europäischen Kontinent nacligeähnut" werden. Die Fünf-Tagc-Arbeitswoche wird auch für.uns in Mitteleuropa eine ungeahnte Erleichterung für die sabbathaltenden Juden bedeuten. Die ״Jüdische Presse“ Hat ungefähr vor einem halben Jahre (Nr. 25 vom 29. VI. 1928) in der Fiinf-Tage-Arbeitswoche die Mögliclikeit begrüßt unseren Sabbat, den Sabbat der Schönfung, den Sabbat der zehn Gebote, den Sabbat des jüdiseben Volkes, den Sabbat, der zuerst die Sklavenketten gebrochen hat, neu zu Ehren zu bringen und ihn für die künftige Generatori zu retten. Nun meldet die Jüdische■. Telegraphenagcniur im Zusammenhang mit der an der Spitze des Artikels angegebenen Nachricht folgendes: J ״Die amerikanische orthodoxe Jüdenheit kämpft seit Jahren für die allgemeine Einführung der Fünf- Tagc-Arbeitswoche, die den Juden die Haltung des Sabbat erleichtern soll. Der in Berlin begründete Weltverband der Schomre Schabbos hat den Kampf für die Einführung der Fünf-Tage-Arbeitswoche in der ganzen Welt in sein Programm aufgenommen.“ שרמז Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack 60 kg angefangen franko Hau3, ebenso in Fuhren und Waggons X JULIUS HABER Kohlen- und Koksgroftnandlimg Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Wien, II., Taborstraßo 9 Fernsprecher Nr, 41-0-22 כשי (תחח׳ השגחת הרב ח ישעי פורסט שיסשיהל) Erzeug! umer Aufsicht Sr. Ehrwuruen Herrn Oberrabbiner Jcsala Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! Wir vermissen •in der Gruppe der sich für Erhaltung des Sabbat mühenden' Organisationen den Namen der Agu das Jisroel. Es ist uns unbekannt, in welchem Verhältnis ״die amerikanische orthodoxe Jüdenheit“, die für den Sabbat sich bemüht, zu Agudas Jisroel steht. Audi konnten wir keine Klarheit gewinnen, ob der neulich i n Berlin gegründete Weltverband für Schomre Schabbos eine Tochtcrinstitution der Aguda ist, wie Keren Hatliora und Palästinazenträle, oder ob man bei dieser Neugrütidung eine bewußte Neut ra׳l i si c r u o g mit Zurückdräugung ei ne r spezifisch a g u d i s t i s c 11 e 11 Ideologie vor sicli hat. Sicherlich, auch im letzteren Falle müßte jeder gesetzestreue Jude, ob A-gudist oder nicht, jeden Versuch, die Arbeit für Schomre Schabbos zu intensivieren, •freudig begrüßen. Es ist aber Aufgabe eines pflichtbewußten jiidisclicn fhiblizisten, rechtzeitig •au!f ׳ F׳cbkt־.':la׳u|mcrk»a:m'‘. zu machen, die sich später bitter rächen‘könnten. Wenn die Betiliner Gründung die Angelegenheit des Sabbatsdiutzes als eine ganz selbständige, von allen anderen agudistisahen Belangen unabhängig zu behandelnde internationale Anelegenheit betrachtt, sn. ist sie. zu diesem .Ergebnis stoberlioh nicht durch Theoretische Erwägungen allein gelangt, sondem auch durch die Vernachlässigung, die das Sabbatproblem unter den an deren.agudis tischen Arbeiten und Aufgaben not geer u 11 gen erfahren hat. Nun haben wir in der Art-ikc-1 se.rie, mit der der Vtrsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses i11׳ Wien, Robb. Dr. Piuchas Ko!hu, die Propaganda für die zweite Kenessio eingeieitet Hat, mit Freude gelesen, daß unter den Problemen dieser zweiten Kenessio auch die Sabbatfrage eine breite Rolle ־ einnehmen wird. Also hat die Leitung “der Agudas Jisroel, die in der Sache der Kalenderreforin sich große Verdienste erworben hat, auch für die Zukunft große Pläne, um den Sabbatschutz wirksamer zu gestalten. * Wenn nun der neugegründetc Berliner Weltverband für Schomre Schabbos, bei dessen erstem öffentlichen Zusammentritt auch namhafte A s ü d i s t e n wie Dr. Mayer Hildesheimer und Dr. Emil Hirsch für denselben eihtraten, seine eigenen Wege geht, so wird am Ende statt eines Miteinander im besten Falle ein N e b e 11 e i n a n d e r, wenn nicht ein Gegenei n ä 11 d e r auch bfei dieser heiligsten Frage des thoratreuen Judentums entstehen. Die orthodoxe Jüdenheit kann sieb aber den Luxus der Zersplitterung besonders auf diesem Gebiete, wo weder prinzipielle Differenzen noch die Frage der Methode und der Taktik vorhanden sind, keinesfalls erlauben. De:r Sabbat muß all jene, die für die Seele und.für die materielle Existenz des jüdischen Volkes kämpfen, zu einer ein- 01 e i 11 d c h e n, b r ü.d e r I i c h a r b eiternden Gr u p p e zju samme n scibw e I ß ■e n. p. (gegenüber dem Hotel Bristol — Tel. U-41-3-62) — —- . — ■׳——י — — *wv ■ *• Modernste und individuelle Ausführung, II, Tadellosen, zsiustergÜlUgga III. Nur erste Qualität in Material u. Arbeit zu »lässigen Preisen Verlangen Sie die Kneten oee Zueenduna unserem neu erschienenen Iska.eioges. : Die Firma Olhmar Schiff legt, allergrößten Wert darauf, jede. Kunde unter alten Umständen zufriedenzustellen. * , Setz e n- S i e s i c h da^er. bevor Se eine Perücke kaufen. in Ihrem ureigensten Interesse ־mit der Firma O hmar Ichlif in Verbindung!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.