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Jüdische Presse · 1929-01-18 · 3 (18.1.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
3 (18.1.1929)
Date
1929-01-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Seite 3 Nr, \3 JÜDISCHE PRESSE gmi2Qrzssci GRAMOPHONFREUNDE^ 4’ IST DER SCHLAGER VON 1929■ Qhmmädedhaus* WIENJV.IV/EDME/) HAUPTSTR.79 TEL. C/<■3-2-52 .4UCH TEILZAHLUNG! B # B \ Tschechoslowakei j faBfl1f1M1111M1111u»11au1D1ai111B11»11Ra11n1»1111111111BnaB11H1n1111S Rabbinische Huldigungsdeputation der slowaklsehen Orthodoxie beim Präsidenten Masaryk. Wir liefern 10 neue Platten mit S 10.— Anzahlung und S 2 — Wochenrate ohne Preiserhöhung - Wien. Samstag, den 23, Tcbcth verschied hier plötzlieh im Alter von 52 Jahren Frau David ßaß. Der tragische Fall hat in allen Kreisen der Wiener Judenschaft tiefe Trauer ausgelöst. denn man schätzte und liebte diese Fra«, die von frommer, schlichter Lebensart, in■ redlichem Pflichternst ■ihrem Manne und ihrer zahlreichen Kinderschar (ebte. Bei der Bestattung, die Montag, den 25. Tebeth staatfand.• •würdigten Rabb. M. Fl.cisciitnaiin (Schiffschul) und Herr S. Hirsch die große Frömmigkeit •und Tugenden ^dieser früh Verstorbenen Esches Chaiil. חנצב״ה Jakob Haiperu Gremialrat. Der in allen Kreisen der Wiener Juden heit hochgeschätzte Eigentümer •und Herausgeber des B. T. B. (Branchen-Telephon-Buch) für Wien ׳und die Bundesländer, •ist zum Gremialrat ernannt worden. Herr Jakob Ha Ipern nimmt sowohl!in der Agudas J'isroel wie an allen Arbeiten der Orthodoxie regen Anteil, woselbst seine Auszeichnung mit hoher ■Befriedigung vernommen wurde. Die Firmu Eisen & Co., VII., Neubaugasse .15, bringt Feinwurstand Selchwaren in den Handel, die ausschließlich aus dem Betriebe stammen, der der Auf- Sicht des ehrwürdigen Rabbinats der Adas Jisroel untersteht. Jedes Stück trägt daher eine deutliche Marke der Adas Jisroel. In der rumänischen Thronrede wird gegen den Numerus clausus Stellung genommen. (J. T. A.) Zum ersten Mule geschieht es in Rumänien, daß in einer Thronrede zum Numerus clausus direkt Stellung ge- Dömmen'wird. Die Thronrede, mit der die erste Session des neuen Parlaments eröffnet wurde, führte hiezu aus: •Die Bedeutung Rumäniens im Corps der zivilisierten Staaten verpflichtet uns, das kulturelle Niveau aller Stände und sozialen Klassen zu heben. Das gesamte IJnterrichtswesen muß ausgebaut, die Universitäten .müssen so ausgestattet werden, daß sie ihrem Zweck, das wissenschaftliche Forschungswesen zu umfassen, entsprechen. Das Rechtsgefühl des rumänischen Volkes erfordert es, daß an den Hochschulen alle n a t i oaalen and konfessionellen Minder 11 eiten »ich im Rahmen der Verfassung der vollsten Gleichheit und des gerechten Wohlwollens erfreuen. Dienstag, den 15. Jänner empfing Präsident M asaryk eine aus den Herren Oberrabbinef Schreiber (Bratislava), Präses des orth. Rabbinerkomitees, Oberrabbiner Weber (Piestany), Präses der orth. Lartdeskanztei, und Oberrabiner Katz (Nitra), Mitglied des orth. Rabbinerkomitees, bestehende Deputation. Nach dem üblichen Segenspruch, der auf den Präsidenten einen sichtlichen •Eindruck machte, riehlete zunächst Oberrabbiner Schreiber eine schwungvolle Ansprache au den Präsidenten. Er brachte die Anhänglichkeit und ■die vorbehaltlose Treue der von der Deputation vertretenen Orthodoxie, zum Ausdruck und versicherte, daß dieselbe ihre Pflichten gegen den Staat stets opferbereit erfüllen werde, wie sie auch erst vor kurzem das zehnjährige Jubiläum der Republik mit allen Staatsbürgern gemeinsam aufrichtigen Herzens feierte. Präsident Masaryk dankte ergriffen für die Huldigung und versicherte, daß er immer in demselben Geiste wirken werde. Nachdem die Rabbiner ׳über Aufforderung •des Präsidenten Platz genommen hatten, entwickelte sich eine anregende Unterhaltung zwischen dem Präsidenten und den Mitgliedern der Deputation. Oberrabbiner Weber wies auf die schwierigen Repräsentationspflichten hin, die auf ■dem greisen Präsidenten während der Jubiläumsfeierlichkeiten lasteten, weswegen die Deputation erst heute vor ■ihm erscheine und verdolmetschte die patriotischen Gefühle, die anläßlich des Staatsjubiläums im Rahmen •von g-ttesdienstlichen Veranstaltungen und •in der Erriehtur.g von gemeinnützigen Stiftungen in allen Gemeiaden des Landes wirksam zum Ausdruck kamen. Präsident Masaryk dankte wiederholt für die geäußerte staatstreue Gesinnung und unterhielt sich mit. der Deputation über verschiedene aktuelte Angelegenheiten. Oberrabbiner Schreiber gegenüber erwähnte er, daß er die Stadt Preßburg seit seiner frühesten Jugend kenne und sie oft besuche. Eine Anspielung Oberrabbiner Webers auf die Dankschuld der Juden ihm gegenüber wehrte er bescheiden ab und ließ nur die Einwendung des Obertabbiners Katz, daß die himmlische Vorsehung sich s. Zt. seiner als Werkzeug einer gerechten Sache bedient habe, gelten. Mit einem wannen Händedruck endete der für das orthodoxe Judentum in der tschechoslowakischen Republik denkwürdige Empfang beim Präsidenten Masaryk. Eine Kundgebung für den ״Kolel Schomre Hachomoth“. Von gewisser Seite werden seit einiger Zeit •hinterlistige anonyme Angriffe gegen •die Leiter des fcschechoslowakischen Kolel im Heiligen Lande und ׳gegen die Kuratoren ( נשיאים) des Koldl, an deren Spitze Se. Ehrw. Herr Qberrabbdner!Schreiber in Preßlburg steht, gerichtet. Oer Zweck dieser Angriffe ist offenbar, den Kodel in Mißkredit au bringen und das Interesse der Spender tf׳ür die Ampen des •Heiligen Landes izu schwächen. Um dieser schändlichen Wühlarbeit ein Ende!zu be- •reiten, veröffentlicht Se. Ehrw. Herr Oberraibbimer Brach von Kosice 'gemeinsam mit den ■Mitgliedern seines Rab- •binates eine Kundgebung, ׳die wir •im •nachfolgenden zum Abdruck bringen: Aufruf! (Uebertragung aus dem Hebräischen.) Seit einiger Zeit werden von unverantwortlichen Leuten, die unter den verschiedensten pseudonymen Titeln, wie ״Olej Hungaria“, ״Dunaj“ oder ״Sinaj“. auftreten, nichtswürdige Flugblätter, Rundschreiben usw. ln Tausenden von Exemplaren verbreitet, in welchen die Verwaltung unseres Kolel Schomre Hachomoth auf die unerhörteste Weise beschimpft, beleidigt;, verdächtigt und verleumdet wird. Die Absicht dieser namenlosen Schmähschriften Ist klar. Sie wollen den Bestand des uns allen heiligen und ,über jeden Zweifel erhabenen Kolel und seine materiellen Grundlagen, die sich auf die Rabbi Meir Baal Hanes-Sammlung stützen, untergraben und auf solche Weise die kümmerliche Existenz von tausenden Witwen, Walsen usw., die Im י Heiligen Lande leben, aufs schwerste schädigen. Dabei zerren sie die ehrwürdigen Namen der hochgeachteten ' rabbinischen Kuratoren des Kolel in den Schmutz Ihrer ungerechtfertigten verleumderischen Angriffe, Dadurch veranlaßt, wurden 1m vorigen Jahre hochachtbare Vertrauensmänner nach Erez-Jisroel entsandt. um eine genaue Untersuchung aller Einzelheiten anzustellen. Die Untersuchung hat unzweideutig festgestellt, daß alle diese Verleumdungen jeder tatsächliehen Grundlage entbehren und aus der Luft gegriffen sind. Jetzt Ist auch von dem hochwürdiigen Oberrabbiner Rabbi J. Ch. Sonnenfeld שלימיא eine Kundgebung erschienen, in der es heißt: ״Ich mache unsere Brüder darauf aufmerksam, daß sie die Worte der streitsüchtigen Leute keineswegs beachten sollen. Sie entspringen der Sünde der Verleumdung gegen die Angehörigen unseres Kolel. der auch jetzt noch infolge der Bemühungen seiner Kuratoren, die WMW Wir beehren uns den p. t Kultusgemeinden und Mazzosbäckereien die Mitteilung zu machen, daß Pessachnullermehl unter Aufsicht das orthodoxen Rabbinerkomitees in diesem Jahre wieder ausschließlich in unserer Kunstmühle erzeugt wird und laden die p. t. Interessenten ein, ihren Bedarf schleunigst bei uns einzudecken. Bemusterte Offerte sind von der KunsimOi der Dizeoer Ohonomie, liier- und S^ilöslts-itieijese'lsclalt Dioszeg, Zupa Bratislava, einzuholen. P! m s m ES 0 0 0 0 0 0 0 0 eb 0 0!Nun, meine ■Lieben•! Auch ■ mein Großvater s. ■1. war em solcher Sendbote G־ttes. Wie verstand er ■es, dem Volke das leuchtende Idealbild van ״oben“, das Bild der "Tugend und Religiosität vorzuführn! Wie verstand er die liebevolle ׳Kirnst, die darin bestellt, die in den •Himmel empor ragende ■einsame Höhe, diie er infolge seines riesigen Wesens erklommen, zu verlassen und sich der Ausdrucksweise־ und dem Bedürfnis des Volkes anzu'passen! Wie verstand er es, dem Volke sein eigenes Bild דייל׳נא של מטה vorzuhalten. um es nachher ■mit seinen flammenden Worten emporzuführen zu den דיוקנא של מעלה zudem Bilde, welches die •hL Thora uns eutwirii von der •Lebensweise eines wahrhaftigen Johudf. Und was er dem Volke lehrte, das betätigte er auch ׳in seinem eigenen Leben. im Midrasch wird gesagt: נחקבצי כל ישראל אצל משה ואימרים רבינו אמור לגו מה היא מרת כביד של מעאזי אמר לו מן החח-ייניס אתם יודעים מה היא מרח כבוד ״ למעלהGanz Israel versammelte sich um משה und sprach zu ihm: Unser LeIrrer! schildere doch uns die Stufe der Herrlichkeit von Oben, משהaber antwortete: ״Von den unteren Wesen könnt Rir auf die •Herrlichkeit von Oben teige rn.“ ׳Diesen Ausspruch erklärte mein Großvater s, I. in «einen Damessek in -folgendem Sinne. Das Geschöpf kann doch bloß dasjenige besitzen, was der Schöpfer ihm verleüht. Demgemäß weist all dasjenige, was das Geschöpf besitzt, auf den Schöpfer selber hin. Israel verlangte nun von Gott 0&>םשה er ihnen eine Dar st ei Jung von den h-eiligen Eigenschaften Gottes gebe. Hierauf aber entgegnete ihnen משה daß sie sich wohl einmal das Leben der Frommen da unten auf Erden vergegenwärtigen mögen, was für Strahlenwelten• der Güte and Liebe, Milde und Barmherzigkeit'•denselben־־ entströmen. Wer aber hat die heiligen Keime dieser LiChtsaät den Frommen ins Gemüt gesenkt? Fürwahr Gott! Nun. in welchem erhöhten Maße muß der göttliche Schöpf# selber <&ese heiligen Eigenschaften besitzen. האנוש סאלקי יצרה Stammt doch der •ganze Gerechtigkeitssinn und die Liebe ־ und Güte, deren ein Met1schenher2 fähig ist, von G-tt allein. Und so wa!r auch der ganze Lebenslauf und die ganze Lebensweise meines Großvaters s. I. ein. ehrgebietender Hinweis auf Gott, den Quell der Güte und Liebe,...der hehrsten Reinheit und Heiligkeit, der טהרה und קדושה מן הי־חחיניםאתם יודעים מה היא וכי au dieses aber. ist. nunmehr der Gruft anheimgefallen. Verstummt ist der Mund, dessen glühende Worte die andächtie lauschenden Zuhörer zii der reinen• Gipfelhöhe des ״ דיוקנא של מעלהIdeales dort Oben“ emportragen wollten. Die Hand, die solche herrliehe Werke schrieb, ist erstarrt. Ach! das große, feurige Herz, das so warm für alle seine Mitmenschen fühlte, schlägt nicht mehr. Der große Geist, der rastlos tätig war, weilet nicht mehr au׳f Erden. . משה מת ומוטל ככנפי שכינה Du־ mein hingeschiedener Großvater und Lehrer, du unser משה unser großer Meister, du bist wohl geborgen unter den schützenden Fittichen der göttlichen Herrlichkeit. Du weiles-t und waltest בארצות הח־ים in den Gedanken der ewigen Seligkeit. Dich haben bereits die himmlichen Chöre mit dem Sphärengesang begrüßt. טה״ש אומרים צדקת ה, עשה ומשפטיו עם ישראל ... Dieser neue Ankömmling ahmte die Eigenschaften Gottes nach, in Gerechtigkeit und Wahrheit, in Liebe und Güte, wirkte er auf Erden. Dich begrüßte bereits der Jubel deiner verklärten Eltern, deiner großen Prüder, deiner großen Lehrer, die alle deiner harrten, daß auch du großer. Mann! einziehest אל הארץ אשר אראך in das dir gewiesene Land der Ewigkeit, um mit ihnen vereint den himmlischen Vater in aller Ewigkeit zu preisen. צדיקים ילכו טחיל אל'היל י ■ Nach alter Gepflogenheit sollte man am Schlüsse .etoer Ktegerede ׳טילי״דנחסתא Trostworte spenden. Es bleibt uns der Trost, daß die Meisterwerke des großen Toten s.!. auch an die Nachfahren gerichtet sind, daß על כסאו לא וו11&5ישב זר Amtssitz voni einem in.allen!Beziehungen würdigen Sohn als Amtsnachfolger eingenommen, der das -heilige Erbe" seiner großen Ahnen in entsprechendster Weise verwalten ■und gewiß neue Blätter dem Ruhmeskranz seiner Ahnen zufügen wird*); daß würdige Kinder und Kindeskinder das Lebenswerk des großen Mannes fortsetzen werden, das Lebens werk.' dem das dreiteilige Losungswort: תירה, עבורה ונטולת חסרים als Leitstern voranschwebte. Vor allem aber bleibt uns der Trost, der ln den glänzend geschriebenen Worten liegt, die in einem Hesped meines Großvaters über einen seiner großen Brüder vorkommen: 0״! wie •erhaben ist es, sich auf Geisterflügeln empörzuschwingen zu jener Burg, wo die Seele seit Ur- Zeiten weilte, um dort Früchte der Erleuchtung zu pflücken von dem Lichtbaume des Wissens und der Vernunft. Dann werden die Augen vor Freude strahlen, daß sie schauen können das Licht des ewigen Lebens. Denn 0! wie leuchtet und strahlet es in jenen Höh’n über dem Gewölke. O, wie labend Äst es, die vom der mühsamen Pilgerfahrt auf Erden ermattete Seele zu erquicken mit all dem Köstlichen, das Gott Seinen ׳Frommen aufbewahrt. Denn was hat denn der Mensch von seinem Erdenleben und dauerte es auch Tausende von Jahren?! •Kann er doch, so lange er auf Erden weilet und waltet, Gott nicht schauen im Lande des Erdenlebens. Dunkel umgibt Ihn, welches ihm Gott verhüllet Stirbt er aber, dann fällt der Vorhang, und die Seele trennt sich vom Körper, steigt empor zu ihrer Urquelle, um zu genießen den Strahtenglanz der göttlichen Schechinah!“ (Jalkut Elieser, Ewel Jakauw.) Der Vielbeklagte erreichte nunmehr das. wonach sein Herz sich gesehnt, wonach seine Seele lechzte. Uns aber ,diene das Leben des großen Lehrers in Israel zur Lehre und Beispiel, damit unser Lebenslauf dem seinigen gleiche, und auch .uns ein großes Sehnen erfasse nach dem Lichtbaume göttlicher Erleuchtung dort oben im Reiche der Unsterblichkeit.ללקיט אירית טעץ הדעת ובינה! *) Es ist dies der hochgeehrte R. Josef Sofer, Verfassendes Salkut Szofer u. a. W.—Leider folgte der-sclb■ schon vor Jahren seinem Vater זצ״ל

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