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Jüdische Presse · 1929-01-18 · 3 (18.1.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
3 (18.1.1929)
Date
1929-01-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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taov£ v?piat1!6 povolenö riadit post telegraloT ▼ Bratislave dis. 41572-111*20. Zeitungen vom Verlecer versendet Journal expddie par fedltear. ORGAN FÜR OSE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. JÜDISCHE PRE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS, •«iafctton 0. Aümlßrauattun &ten, il. Leopolds- «se 36, 1. Stiege, i. Stock. - Tel. R 4594־4־. ichecfaoslowakci*. Bratislava, Postfach 140. scheint Jeden Freitag — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abormementspreise 1 Ganzjährig; Für Oesterreich S 114 Tschectioslowakd tschecb, K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland $ Dollar. Zahlungen auf Korto ״J ■dische Presse“, Wie! für Oesterreich : Postspmknsscnkonto Nr. D•' 361 f: Deutschland: Postscheckkon!o Beilin Nr. 12<61<; lugoslawien: Post pk. Amt Zagieb Nr. -10217; Polen : Postspk.-Am׳ Warschau Ni. IHM0Ü; Ungarn: .-׳osispk.-Ami 1 udapest N60170.׳; Schweizt PostscheckK. Ziirtcn VIII 4117; Ui! die Tschechost wakei: ״Jüdisene Presse“, Biatisnv.1, Poso-pk.-Affit Prag Konto Nr..86 3ל r. 3 Wien-Bratislava, 18. Jänner 1929 נ*ד דגה־פו עסבויינ ז׳ שבט תיפ״ט 15. Jahrg« :In Fest der Wiener glaubenstreuen Judenheif. Feierliche Einweihung des ersten Beth Jakob-Heimes in Wien. Es war eine seltene Feier, welche die Wiener nbenstreue Judenheit am vergangenen Sonntag gehen durfte. Selten deshalb, weil es uns nicht vergönnt ist, nebst den Schlachtrufen der Politiker eh positive Schöpf 11 ngen erstehen zu 1dn;׳selten,'denn die Wiener glaubenstreue Judenit fiat schon seit langem keine Eroberungen, eziell auf dem Gebiete der jüdischen Erziehung ichen können. Nun ist an der Grenze des /.weiten und zwanrsten Bezirkes ein Heim erstanden, bescheiden in inen Anfängen, aber vielversprechend für 1e gedeihliche Zukunft, die wir alle dieser neuen ätte echtre jüdischer Mädchenerziehung wünschen :e Wiener Orthodoxie besitzt wohl noch andere währte und hervorragende Anstalten für Mädchen- Ziehung, so die Mädchen-Volksschule des Talü d - T h 0 r a - S c 11׳ u I v e r e i n e s im 2. Bezirk, e Religionsscluile der J e s s 0 d e H athora der das Jisroel. Doch sind es zwei Momente, e. bei ■dem neuen Heim der Beth Jakob-Schule bem'ders hervorgehoben werden müssen. Da׳s Heim hrt den Namen Beth-Jakob und weist auf die *aße, heute schon fast alle europäischen Länder um- Lssende Bewegung hin, ",die, von Keren Hah 0 r a patronisiert, unter dem Namen Beth akob für die Erziehung des jüdischen Mädchens n religiösen Geiste sorgt. Die Beth Jakob-Organisaon hat in Polen bereits 130 Schulen geschaffen nd baut in Krakau eine zentrale Lehrerine n b i 1 d •u n g s a n s t a 1t, unterhält in L i t a 11 e n emeinsam mit der Schulorganisation ״Jawneh“ eine leihe jüdischer Schulen, darunter zwei M ä dliengymnasien und eine Lehrerinneni 1 d u n g s a n s t a 11 und hat seit einigen Monaten lieh in Bratislava einen F 0 r t b i 1 d u n g su r s 11 s für Mädchen ins Leben gerufen. In den meisten europäischen Staaten und auch 1 Uebersee konstituieren sich Beth Jakob-Frauen- :omitees, die, vom Gefühl der Solidarität durch- Iriingen, . in vorbildlicher Weise die materiellen /Uttel zur Erhaltung dieses grandiosen Schulnetzes tufzubringen helfen. In Wie n, den! Sitz der Allgeneinen Zentrale des Keren Hatliora, ist endlich mm mch das erste eigene Heim des Beth Jakob entstanlen, entstanden in jenem Kreise, der in seiner Lejensanschanung hauptsächlich von seinem Heimatande Polen beeinflußt wird. Der gewaltige Aufstieg ler Beth Jakob-Bewegung in Polen wirkte sich all- :nählich auch unter jenen im Westen ansässigen Ostiuden aus, die mit wachsender Sorge beobachten mußten, wie ihre Töchter dem. Milieu und dem Geiste des elterlichen Hauses allmählich sich entfremden. Verspricht . uns der internationale Charakter der Beth Jakob-Bewegung die Dauer und die günstige zukünftige Entwicklung des neuen Heimes, so verbürgt uns derostjüdischcCharakter dieser neuen Schöpfung den großen inneren W e r t derselben. Die große Sehnsucht nach einer Heimat, die in der Seele all unserer ostjüdischen Brüder und Schwestern, besonders aber im Herzen der Jugend lebt, soll in diesem neuen Heim für Mädchen Bcfriedigung finden. Das neue Beth Jakob-Heim wird zum überwiegenden Teile von Mädchen aus ostjüdischen Kreisen frequentiert, wenn es auch selbstverständlich allen jüdischen Mädchen ohne Unterschied der Provenienz, offeristeht. Haben ja auch alle Kreise der Wiener Judenheit zur Schaffung dieses Heimes beigetragen. Die israelitische Kiiltusgemeinde Wien, die Israelitische Allianz, die B’nei B’rith-Loge haben der Beth Jakob-Zentrale hei dieser Gelegenheit ihre Mitliilfe geliehen. Da leider die Wiener glaubenstreue Judenheit trotz ihrer Hilflosigkeit und" Schwäche sich noch immer den unverzeihlichen Luxus erlaubt, sich nach Landsmannschaften zu organisieren und in verschiedenen kleinen Gruppen :ihre Kräfte zu vergeuden, wollen w i r in dem neu erstandenen Beth Jakob- Heim nicht ,nur eine Stätte wertvoller, jüdischreligiöser Erziehung erblicken, sondern auch ein Zeichen der Verbundenheit und der Solidarität all jener in Wien, denen die ■Einziehung, die religiöse Erziehung der künftigen weiblichen Generation nahe-, geht. Mögen in diesem neuen Heim., wie an den alten bewährten Institutionen der Wiener glaubenstreuen Judenheit für Mädchenerziehung, die Mütter inunseren Reihen heranwaclisen, die ein ״Beth Jakob“ schaffen. Die feierliche Einweihung des neuen; Beth-Jakob-Heimes in Wien. Ein neues Erziehungsheim in Wien. Eine angenehme Ueberraschung.. In den letzten Jahren konnten wir leider nur von Abbau, Einschränkung, Auflassung, Einstellung hören. Daß es der glanbenstreuen Judenhejt in Wien gelungen ist, neuen Boden für ihre Bestrebungen zu gewinnen und ein neues Heini zur Verwirklichung ihrer Erziehungsaufgaben! zu gründen, ist ein Erfolg, der mit goldenen Lettern vermerkt zu werden verdient. Obere Donaustraße 12, Ecke Brigittenauerlände, dort wo der zweite und zwanzigste Gemeindebezirk am Donauufer sich treffen, in gesunder zentraler Lage, befindet sich das neue Beth-Jakob-Heim, wie . geschaffen, den Mädchen, denen es gewidmet ist, nicht nur eine nützliche, Sondern auch eine angenehme Stätte der geistigen Arbeit und der körperlichen Erholung zu bieten. Lange vor der festgesetzten Stunde der feierlichen Eröffnung hat!s ich Ihr Berichterstatter im neuen Heim eingefunden. Die Komiteemitglieder legten noch die letzte Hand an die Ausschmückung des Heimes. Unter den. Damen!31 ah man ,Frau Oberrabbiner Fürst, Frau Ernestine Bon di, Frau Bella Schlesinger, Frau Ruth Klein, Frau Felice Bogner, Frau Mina Ochs u. a. m., welchen die Schar der jungen Dozentinnen und Schulerinnen in freudiger Erregung und Arbeitslust zur Seite שומן כשי (תחת השגחת הרב ח ישעי פורסט. שיפשוהל,׳ Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbincr Je s a i a Fürst (Adas Jisroel) Ue.berall erhältlich! standen. Unter den Ehrengästen bemerkte man: Dr. Jakob Orns tein und Sekretär" Alfred Meißner als Vertreter der Kultusgemeinde, Dr. Armand K a m i 11 k a (Israelitisehe Allianz), Rabb. Moritz F lesch (Stumperschul), Rabb. Neuwirth (Schulverein Jcssode Hathora), Rabb. Dr. Pollak (Schulvereiu Talmud-Thora) u. a. m. Herr Wolf Pappen heim cröffnete den Festakt» begrüßte die anwesenden Gäste und warf einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Beth-Jakob-Bewegung. Herr Rabbiner Gerson Hager begrüßte im Namen der Judenschaft des XX. Bezirkes die Gründung des neuen Heimes, das die Aufgabe hat, die jüdischen Mädchen jüdisch, treu der Tradition ihrer Familie, zu erziehen. Hierauf folgte eine Rede des Herrn Rabbiner Moses Blech, der in begeisternden Worten über die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Belehrung der künftigen Mütter unseres Volkes hin wies. Der Direktor der Keren-Hathora- Zentrale, Herr Dr. Leo D e u t s c h 1 ä n d e r, setzte sich in geistvollen Ausführungen mit den pädagogischen Aufgaben der Beth-Jakob-Schulcn auseinander. Der Vize- Präsident der Kultusgemeinde, Dr. Jakob Orn stein, versicherte unter lebhafter Akklamation der Anwesenden, daß er nicht nur als Vertreter der Israel. Kultusgemeinde* sondern auch persönlich mit lebhafter Sympathie das Gedeihen dieses Werkes, das einer Erziehung B’ruach Ha* thora gewidmet ist, verfolge. . Rabbiner Dr. Koh‘n versuchte Im Rahmen der großen Konzeption der Aguda den Ewigkeitswert dieses feierlichen Augenblickes darzustellen. Zum Schluß überreichte der rührige Vorsitzende des Wiener Beth-Jakob-Komitees, Herr Salomon Türkh dessen aufopfernder, unermüdlicher Tätigkeit der Ausbau der Schule zu danken ist, Herrn Wolf Pappenheim eine künstlerisch ausgeführte Adresse. Die Adresse bekündet, daß der Beschluß zur Gründung und Erweiterung des Beth-Jakob-Heimes aus Anlaß des 80. Geburt^־ tages dieses jugendfrischen Vorkämpfers der Orthodoxie gefaßt wurde. Herr Pappenheim dankte in bewegten Worten für die ihm zugedachte Ehrung. Mit diesem Akt, der symbolisch auf die innige Verbundenheit der Jugend mit dem Alter hinweisen soll, schloß das stimmungsvolle Fest. ___ I. Alle jüdischen religiösen Richtungen Amerikas gegen eine den Sabbat verdrängende Kalenderreform. i(J. T. A.) Im Namen ■des Synagogenrates ■der Syii'agegenverbände Amerikas erklärte Rabbi David ' d e Sola Pool vor ׳der 1Kalenderkcm1mi׳s׳sion des Komitees für auswärtige Angelegenheiten der amerikanischen Regierung in Washington, daß alle religiösen Richtungen des ׳amerikanischen Judentums, Orthodoxie, Reformer ■und?konservative, vereint gegen jede Kalenderreiform!kämpfen werden, die die!Haltung ■des Salbbat irgendwie erschweren könnte. Auch der a׳m gleichen Tage angehörte Vertreter der B a p t i s t e n gemeinden Amerikas sprach sich im Namen seiner Gemeinden mit größter Entschiedenheit gegen eine Kaiendcrreform aus, die den Salhbat verdrängen könnte. Pakt zwischen Liberalen und Zionisten im Berliner Gemeinde vor stand? Anläßlich der Wahl des Zionisten Direktor Georg Kareski zum!ersten Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde erörtert die Berliner ״Jiidisch-Jiberale Zeitung“ die Kulissengeheimnisse dieser Wahl. Dem nicht uninteressanten Artikel entnehmen wir folgende Sätze: ״Wenn die Gefahren, die die Wahl eines Zionisten zum Gemeidevorsitzenden mit sich bringt, nicht voll zur Auswirkung gelangen werden, so dürfte das 311 erster Linie ■einem Abkommen ,zu danken!sein, das vor kurzem ■die ■Liberalen der Berliner Gemeinde ■mit der Jüdischen Volkspartei getroffen haben. Er erscheint uns zweckmäßig, daß die Liberale Fraktion in voller OeffentJic'h- .'keit möglichst durch wortgetreue Publikation :dieses Abkommen klarlegt, was sie• mit ihm erstrebte, was sie erreicht hat und zu welchen ־Zugeständnissen sie sich 1bereit finden mußte. Wir glauben, zutreffend unterrichtet■ zu sein, wenn׳ wir sagen, daß als wesentlichstes festgesetzt' worden ist, daß die Legislaturperiode der jetzigen Repräsentantenversammlnng bereits im nächsten Jahre, also 1930, abläuft und daß dann durch eine' völlig ■neue Wahl die Möglichkeit gegeben-werden wird, die Wes bietet die führende Weltfirma Othmar Schiff, Wien, I., Härhtherring6 gSS«™."6?£41.3ו*> in Oamenperücken? 1• Modernste und individuelle Ausführung, XI, Tadellosen, mustergültigen Sitz, UI. Xtfur erste Qualität in Material u. Arbeit zu mässigen Preisen Die Firma Othmar Schiff legt allergrößten Wert darauf, jede Kunde unter allen Umständen zufriedenzustelien. * Setzen Sie sich da^er. bevor S e eine Perücke kaufen ln Ihrem ureigensten Interesse mit,der: Firma Ottmar Schi!f in Verbindung?

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