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Jüdische Presse · 1928-12-28 · 50 (28.12.1928) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
50 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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■יימירי ז;; Nr. 50 JÖDISÖIE PRESSE י י Seife $i9 יז■׳ י .■■״■■ Adolf Leitner-Stiftung In Mattersburg. Aus Mattersburg wird uns berichtet: Ara Sonntag עשרה בטבח abends hat hier eine Feier, verbunden mit einer סעודת מצ1ה stattgefunden, die einen überaus würdigen und eindrucksvollen Verlauf nahm. Der Anlaß zu dieser Feier war ein חינוך הבית die Einweihung eines Internates für Bachurini der Mattersburger ישיבה dQS die Kinder des ח אברהם אליעזר Leitncr ע׳׳,*ן zum Andenken an ihren Vater in der Weise hergestellt haben, daß sie ein schönes, stockhohes Patrizierhaus ankauften, vollständig adaptierten und mit einem Fassungsraum für 20 Baehurim neu einrichteten. Würdiger und vollkommener läßt sich kaum die מציה von כביד אב erfüllen als es hier ge- ■schchcn ist, indem die Kinder die Worte unserer Weisen am Schlüsse von פיס׳ ברכות beinahe buchstäblich, sicherlich aber sinngemäß in Erfüllung brachtcn. המאית חלמיד חכם בתיך ביתי עאברב Gastfreundschaft üben an תלמידי חכמים in der Weise, daß diese Gast- Freundschaft nicht drückend empfunden wird, sondern בחוד ביתו dem ת״ח ein eigenes Heim gründen, wo er sich tatsächlich בתיך ביחו zu Hause fühlen kann. Eingeleitet wurde die Feier von unserem ehrwürdigen Herrn Oberrnbbiner הד.״נ מרה שמיאל עהרענפעלד ניי mit einem סיים auf מסי גי ט ין worauf die סעידה מצוה folgte, die sowohl an geistigen als auch leiblichen Genüssen den anspruchsvollsten und verwöhntesten An- Forderungen entsprochen hat. Herr Moritz L e i t n e r dankte in seinem Namen sowie im Namen seiner Geschwister den Anwesenden für ihr Erscheinen und begrüßte sie aufs herzlichste, namentlich die ehrwürdigen Herren Rabbiner Ehrenfeld, Mattersburg. W e i ß, Topoleany, Taussig, Mattersburg. Er begrüßte ferner namentlich den Vertreter der Adas Jisroel, Wien. Herrn Dr. Isidor Reiniger und den Vertreter der Wiener Jugendgruppe, Herrn Siegmund Stern. Sodann eröffnete unser ehrwürdiger Herr Oberrnbbiner den Reigen der Festreden mit einer großangelegten, von Herzen kommenden und zum Herzen dringenden Rede. An der Hand besonders passender Talmud- und Midraschsteilen, die Se. Ehvwiirden geistreich erklärte, hob er die Bedeutung und die hohe Ethik hervor, die darin liegt, in solcher Weise das Andenken des Vaters zu ehren und für immerwährende Zeiten festzuhalten. Täglich, stündlich, Tag und Nacht wird die חורה die in diesem Hause von den fleißigen בחירים fast ununterbrochen gelernt, wird בעלמא דקשיט in der jenseitigen Welt der reinen Wahrheit, vor dem 3סא הכביד als Fürsprecherin für den Verewigten einstehen. Seine Ehrwürden dankte tiefempfunden den edlen Spendern für ihre Tat, durch welche der Unterbau geschaffen wurde, über den das בית הנדול wie nach den Worten unserer Weisen in מס׳ מנילה das בית המירש genannt wird, sich frei, losgelöst von den Sorgen der Wohnungsnot ausbreiten und zur prachtvollen Herrlichkeit entfalten wird. Die Worte Seiner Ehrwürden fanden in den Herzen aller den nachhaltigsten Widerhall. Hierauf ergriff Herr ,Oberrabbiner Weiß, Topolcany, das Wort, um in gewohnter tiefsinniger Art mit großartig erklärten מדרש“ stellen, als Schwager des Verewigten, seinen Neffen und Nichten den Dank namens der Familie auszusprechen. Herr Rabbiner Taussig sprach in einem wohldurchdachten alle תלמידי חכמים entzückendes חריפות und anschließend daran herrliche דברי אנדה und דברי מוסר Herr Dr. Reiniger überbrachte die Grüße des Vorstandes der Adas jisroel, Wien. Er führte unter anderem aus, daß die Pflege der ישיבות allerorts auch für die Großstadt Wien dringend geboten ist, indem die Jugend Wiens in die ישיבית die er sinnreich mit Höllenluftkurorten verglich, geschickt wird, um neues frisch pulsierendes jüdisches Geistesleben in die Großstadt zu verpflanzen. Hohen Genuß bereitete auch allen Anwesenden Herr Siegmund Stern mit seinen sprühenden Geistesblitzen. Er verstand es meisterhaft einer schon stark breiige* tretenen *^־steile חסר שעושים עם המתים הוא חסר של א כת neue Seiten abzugewinnen und wahrhaft geistreich zu erklären. Angenehm und wohltuend wurden die Worte des jungen Sohnes des Herrn Moritz Leitner, eines Zöglings der Tyrnaucr ישיבה empfunden. Infolge vorge* rückter Zeit, um den letzten Zug nach Wien nicht zu versäumen, mußte die Feier unterbrochen werden und sö manchem blieb seine vorbereitete Rede im Halse stecken, Was uns aber geboten wurde, machte auf alle Teilnehmer den tiefsten und nachhaltigsten Eindruck und läßt erhoffen, daß dieses seltene Beispiel Nachahmer finden wird. VorsfandssHzung der Adas Jisroel, Wien. Am 20. Dezember 192S fand eine Vorstandssitzung der Agudas Jisroel (Schiffschul) statt. In derselben wurden die laufenden Angelegenheiten erledigt. Ferner wurde der Jeschibah in Deutschkreuz ein einmaliger Hilfsbeitrag von 100 Schilling, der Mädchengruppe der Agudas Jisroel ein einmaliger Hilfsbeitrag von 50 Schilling una der Aschkcnasisehen Gemeinde in Jerusalem ein einmaliger Hilfsbeitrag für deren Unterrichtsanstalten aus Anlaß des 80. Geburt«־ tages des Rabbiners Chaitn Sonnenfeld ג״ו im Betrage von 10 Pfund Sterling bewilligt. Ueber Ansuchen der Familie Leittier wurde in das Kuratorium der Adolf Leitner-Stiftung (Wohnhaus für 20 Schüler der Mattersburger Jeschibah) ein Vertreter, und zwar Herr Dr. Reirunger, ernannt. Derselbe soll auch die Adas Jisroel bei dem Chinuch vertreten. Hisachdus Jereim. Der Vorstand der Organisation ״Hisachdus Jereim“ hielt am 24. Dezember eine Vollsitzung des Vorstandes 'ab, die fast vom Gesamtvorstande besucht war. Den Vorsitz führte der Präsident Herr Rabb. Abraham Heschcl. Nach Erstattung des Tätigkeitsberichtes in der jüngsten Periode seitens, des Schriftführers Herrn Abraharn S ch a p'l r a und des Vizepräsidenten, des Herrn M. Hor n- | s.t e i n, wurde dem Präsidium D a;ti.k und Vertrauens-•! votum einstimmig ausgesprochen. Ueberdies wurde Herrn M. Hornstein die ,besondere Anerkennung des Vorstandes für seine aufopferungsvolle und erfolgreiche Arbeit im Interesse der Organisation ׳״Hisachdys Jereim“ insbesondere auch ,in bezug der jüngst stattgefundenen Kulhiswahlen zur Kenntnis ■gebracht. 40jiihriges Jubiläum des Bethausvereines ״Actidus Isroel“. Der Festg-ttesdienst anläßlich des 40jährigen Jubiläums des Bethausvereines ״Achdus Isroel“, Rembrandt- Straße 32. findet Samstag, den 29. Dezember um 9 Uhr vormittags statt. Erklärung, womit 'bekami!gegeben wird, daß die bis jetzt von mir beaufsichtigte Erzeugung von Karlsbader Zwieback, Oibilaten und Keks des Herrn S. Kaufmann,!Baden, ab 1. Jänner 1929 nicht mehr unter meiner Aufsicht steht. Rabb. Aron L. Ara k, Wien. v Israelitische Kultusgemeinde Baden. Die israelitische Kultusgemeinde .Baden gibt hie mit Nachricht vom plötzlichen Ableben Ihres hochgeschätzten langjährigen Vorstandsmitgliedes Herrn Markus Sch war tz זצ״ל ' welcher'nach .kurzem Leiden Montag, den 17. Dezember טבת H um 10 Uihr abends sanft verschieden ist. Die ׳Beerdigung hat am Dienstag, den 18. Dezember um 4 Uihr nachmittags unter großer Beteiligung der jüj disohen Bevölkerung Badens und zahlreicher Trauergäste aus j Wien stattgefunden. Auf Antrag des Rabbinates wurde der ארו in das Be!11 Hamidrasch getragen, wo Se. Ehrw. Oberrabbiner Reich einen ergreifenden הספד nach dem Verstorbenen hielt. Am Friedhof hielt Rabbiner Salomon Friedmann einen warmen Nachruf, in dem er die Persönlichkeit des Verewigten, würdigte. Der Hingeschiedene erfreute sieh allgemeiner Hochachtung und Wertschätzung, zeichnete sich durch hohe Geistes- und Charaktereigenschaften aus, war ein berühmter תלמיד חכם und eine Zierde unserer Gemeinde. Ein für die Leiden seiner Mätbriider warmfühlendes Herz hat zu schlagen! aufgehört. להא* שופרא דבלי בעפרא קא בכינא. Wir liefern 10 neue Platten mit S 10.— Anzahlung and S 2— Wochenrate ohne Preiserhöhung Verhör. Vergangenen Samstag vor מנחה fand im Bethaus ״Marpe Lanefesch״ das Verhören der ישיבה קטנה statt. Herr Albert Breuer wurde beehrt, die Prüfung vorzunehmen. Unter den Zöglingen wurde der Sohn des Herrn *M. Nagel besonders belobt. Bei den Mitgliedern des Bethauscs, welche zahlreich erschienen sind, hat das schöne Resultat einen guten Eindruck gemacht. Die Kenessio-Gcdaulo naht! Die in der Agudns-Jisroel organisierte Jugend aller Lander hat auf ihrer Konferenz in Berlin im ElluI beschlossen, einen Fonds von 100.000 Mark aufzubringen, um die Kenessio-Gedaulo zu ermöglichen, um die Durchführung ihrer Beschlüsse sic he rzust eilen. Der Geschäftsführende Ausschuß der Agudas-Jisroel hat diesem Beschluß der Jugend zugestimint und in Gemeinschaft mit der Arbeitsgemeinschaft der agudistischen Jugendverbändc aller Länder ein Büro des Kenessio,־ Gedaulo-Fonds in Frankfurt am Main geschaffen, das mit seiner Werbearbeit begonnen hat. Es ist Pflicht jedes Agudisten, Sein Möglichstes zu tun, damit der Fonds in wenigen Wochen aufgebracht wird! Das Büro des Kenessio-Gedaulo-Fonds hat ein Preisausschreiben erlassen, an dem sich alle Agudisten beteiligen können. Zuschriften an die Redaktion. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien weist die Beschuldigungen gegen das Kaschruth der Sonnentagesheimstätte zurück. Z. 9041 ex 1928. Wien, 21. Dezember 1928. An die geehrte Redaktion der ״Jüdischen Presse״, Wien, II., Leopoldsgasse 26׳. In Nummer 48 Ihres gesch. Blattes vom 14. Dezember d. J. ist als Zuschrift an die Redaktion und unter der Ueberschrift >־Die Ritualität in den Anstalten der Kultusgemeinde״ eine Veröffentlichung enthalten, welche krasse Unrichtigkeiten in bezug auf das Kaschruth der Kinderverpflegung in der. dem Kitiderainbulatorium der Israelitischen Kultusgemeinde Wien angeschlossenen ״Sonnentagesheimstätte״ enthält. Das Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde sieht sich veranlaßt, festzustellen׳, daß die KücnenwLrtschaft in dieser vom israelitischen Humanitätsvercin ״Eintracht״ B’nai Brith unter Beitragsleistung der Kultusgemeinde erhaltenen Institution in ritueller Weise vor sich geht, dajl das dort verwendete Fleisch aus einer unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates' der Israelitischen Kultusgemeinde stehenden Fleischbank bezogen und daß gesondertes Geschirr für Fleisch- sowie für Milchspeisen in Verwendung steht. Nach den Erhebungen des Präsidiums hat sich bisher noch nie der Fall ereignet, daß von Kindeseltern bei der Anstaksleitung! in bezug auf das Kaschruth irgendwelche Beschwerden erhoben wurden. Ganz unrichtig ist es, daß sich ״fromme Eltern״ nur schweren Herzens und nur bei in Lebensgefahr schwebenden Kindern entschließen, dieselben ins ״Sonnentagesheini׳‘ zu schicken,“ — schon deshalb, weil solche Kinder nach dem Zweck der Einrichtung der Institution dortselbst nicht aufgenommen werden können. Im Interesse der so überaus segensreich wirkenden Institution erachten wir es für geboten, daß derartigen!, jeder Grundlage entbehrenden Ausstreuungen entsprechend Der Vizepräsident: Dr. Jakob Ornstein. (!murrim n^aiwiiffliMTiwi'iiiTiiMmiirnw entgegengetreten werde. Bauern. In jeder Stadt befand sich ein sogenanntes ״koscheres Gast- und Binkehrhaus“. Im Jahre 1785 ,sank d i e Z a!h 1 der Ackerbauern auf 137, die der Gewerbetreibenden auf 101 herab. Mit dem Erscheinen der Josephinischen Judenordnung änderte sich auch das Verhältnis der Juden zum Staate. Alle Berufe standen ihnen nun offen. Die Konskriptionen in den nachfolgenden Jahren (1788—1807) ergaben nachstehende Zahlen der Berufe der Juden: Juden, die sich Juden, die ln mit Handarbeit den jüdischen Juden als Handelu. Jahr oder Lohndienst beschäftigten Gemeinden bedien stet waren Gewerbetreibende 1788 . . . 280 26 51 1789 . . . 279 26 51 1790 . . . 446 26 50 1791 ־ ... 446 26 50 1792 ... 452 . 49 53 1793 ״ ... 452 49 53 1794 ... 452 49 53 1795— 448 . 1801־ 49 47 1S02- 304 . 1806־ 40 39 1807 ... 301 10a 32 Durch die fortwährenden Ausweisungen sehen wir die Zahl der jüdischen Arbeiter, Händler und Gewerbetreibenden stetig sinken, hingegen die Zahl ׳der im Gemeindedlenst stehenden höhergehen. Die Ursache mag wähl darin zu suchen sein, daß sich viele Familienväter als Rabbiner und Religionsweiser in den Dienst der jüdischen Gemeinde steilten, um den Ausweisungsbefehlen zu entgehen. Der Handel in der Bukowina blühte in den Jahren 1789—1804, in der Zeit, in welcher den Juden sämtliche Nahrungszweige oiienstanden. : In den Jahren 1804—1812 ging der Handel wieder zurück, da die Juden wieder mir auf drei Nahrungszweige ,beschränkt wurden. Es war ihnen in den 90er ״Jahren (nach dem Erscheinen des Judenpatentes) der Handel mit jeder Gattung Ware freigestellt. Ausgenommen war der Handel mit Pulver. Monturstücken und Kirchengeräten. Wir finden die Juden aber nur als Kleinhändler tätig. Von Bergwerksarbeiten waren sie auch fernerhin ausgeschlossen. Di« Zahl der Pottasche- Siedereien ׳betrag im Jahre 1 799 schon 100. Alle waren in ׳Händen von Jude■n. Eng verbunden mit diesem Wirtschaftszweig waren Holzhandel und Glaserzeugung. Die Zahl der Juden, weiche das Manufakturgewerbc trieben, war verhältnismäßig klein. Viel gewann das Remontengeschäft durch die jüdischen Pferdehändler und Hcereslieferanten. Viele herrschaftliche sowie Staatsguter befanden sich in Händen der Juden. In dem letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts waren sie auch Besitzer fast aller Mahlmühlen und Teichwirtschaften der Bukowina. Im Sohankwesen waren die Juden nach 1800 wenig vertreten. Ihre Zahl war ■bis Ende des 18. Jahrhunderts sehr groß. So schrieb der Kreishanptmann von Czernowitz im Jahre 1794 an die einzelnen Kreisämter, daß ״. . . die Zahl der ohristliehen und jüdischen Schenker so groß sei. ■daß ■man die Einwohner der Bukowina in zwei Klassen ein teilen muß: in Säufer und in Schenker“. Diejenigen Einkehrhäuser (jüd.) aber, die christliche Brauereiineisler hielten, durften das Schankrecht ausü'ben. Auoh in den Dörfern durften sie ab 1804 Scbankhiiuser besitzen, wenn sie nicht vorbestraft waren, eine deutsche Schule besucht und •die jüdische Tracht abgelegt hatten. Im Jahre 1821 gab es folgende jüdische Händler: 24 Großkaufleute mit verschiedenen Waren, 5 Großkau'fieute mit Wein, 1 Großkaufmann mit Tuch. 10 Fleischlieferanten, 76 Produktenhättdler, 35 Viehhändler. 18׳ Holz-, 2 Wachs- und Honig- und 5 Glashändler, 62 Krämer, 138 Standhalter, 1 Kerzen-, 8 Leinwand-, 5 Pech- und Wagenschmier- sowie 15 Milchhändler, 1 Teppichhändler — der einzige Jude in der Bukowina und ■in Galizien — 4 Kommissionäre, 15 Makler und 11 Schaffer. Im Ja.hre 1826 gab es unter 62 protokollierten Firmen 44 jüdische Firmen. 2, Der Anteil am Gewerbe. Ah Handwerkern herrschte schon bei der Besitzergreifurig ein großer Mangel. Um Professionisten ins Land zu bringen, wurde ihnen eine fünfjährige Steuerfreiheit gewährt. Die jüdischen Handwerker scheinen sehr tüchtig gewesen zu sein. So hatte die Anfertigung des Czernowitzer Stadtsiegels und der Hausnummertafeln ein jüdischer Gewerbe treibender übernommen, was bei der Judenfeindlibhkeit des Czernowitzer Kreisamtes nicht yorgekommen , wäre, wenn gute christliche Handwerker sich gefunden hätten. 'Unter den Glasarbeitern, Branntweinbrennern, Malzbrennern und Biererzeugern waren die jüdischen Professionisten die besten Arbeiter. Im Jahre 1824 gab es: 8 Schuster, 5 Seifensieder, 2 Uhrmacher, 1 Zimmermann•, 3 Barbiere, 3 Totengräber, 11 Fuhrleute, 56 Schneider, 9 Malzerzeuger, 10 Kupferschmiede, 1 Klempner. 8 Kür schner, 1 Kammacher, 1 Goldschmied, 6 Glaser, 57 Fleisch- •Hauer, 1 Buchbinder, 1 Posamentierer, 15 Bäcker und 122 Branntweinbrenner. 3, Der Anteil am Ackerbau. Jm Jahre 1787 wurde den einzelnen Gemeinden be* fohlen, auf eigene Kosten eine Anzahl Familien auf dem Lande als Bauern anzusiedeln. Jeder Familie sollten 50 Joch Grund gegeben werden. Jüdische Kolonien wurden aber aus ״s taa t s wi r t s c'ha f t H ch en Gründen nicht gegründet. In 100 Dörfern befanden sich Ende 1807 mehr als 600 jüdische Ackerba uer. Im Jahre 1804 suchte R oh r e r die Österreichische Regierung zur Anlegung von besonderen Judendörfern zu veranlassen. Die Zahl der jüdischen Bauern aber , sank herab. Im Jahre 1825 gab es kaum 100 jüdische Bauernfamilien. Zieht man ■in Erwägung, daß zur Zeit der Besitzergreifung (1774) von Handel, Industrie, Gewerbe und Ackerbau nur schwache Keime waren, so kann man nicht umhin, die verhältnismäßige Raschheit der Entwicklung anzuerkennen, zu der die jtklieshe Bevölkerung der Bukowiua viel beigetragen hat. Die Anzahl der buehenländisehen Juden war numerisch klein und verhältnismäßig arm in bezug auf ihre Glaubensgenossen, anderer Provinzen. Als Markt für den Absatz der Industrieerzeugnisse und Manufakturen der westlichen Provinzen reserviert, war die Bukowina auch Intellektuell für diesen Zweck absichtlich verwahrlost. Die jüdischen und Christ- 31 c h e n K a u f 1 e u t e, b a!r jeder primitiven Volksbildung,' waren auch jedem Verständnis und Jeder richtigen Auffassung der Anforderungen der Neuzeit unzulänglich. Dadurch hatten das städtische Gewerbe, der Handel ■und der Ackerbau in der Bukowina nicht jene Höhe erklommen wie in den westlichen Provinzen. (C. A. R01n«1 storfer und H. Weglitzky in ihrer vergl. graph, Statistik in ihrer Anwendung auf das Herzogtum Bukowina.) ״ ״ _i I,

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