Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 50 (28.12.1928)
- Date
- 1928-12-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PÄES5L Nr. 50 Seite 316 Sorgfältigste Llefarung in plombierten Sicken von 1 Sack » 50 kg *«gefangen franko Heut» ebanto in fuhren und Waggone JULIUS HABER Kohl•»« und KokagroQftfindiung Nordbahnrutsohen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Wien, II., TaboretreB• 9 FtMspreel1«r Nr. 4t-0-tS Angestellten vor der OedDfentdlclVkeft nimmt einen weiten Raum im Arbeitsbereiche der St. V. Z. ein und können wir mit Stolz auf die erzielten Erfoflge hinweisen. Gestatten Sie uns, daß wir Ihnen dieses an einigen Beispielen ,zeigen. a) In vielen Fällen haben wir ln der Regel durch Vermittlung der zuständigen Rabbiner ,bei Firmen, die bisher kein indisches Personal elnstellten oder die an den Vorabenden von Sabbaten und Jomim Tauwim erst in vorgerückter Stunde ihre Büros schlossen, mit Erfolg interveniert. b) In z׳wei. Konferenzen, die wir ׳mit dem Reichsarbeitsmlnister hatten, traten wir für die Minderung der Sonutagsruhegesetzgebung ein. c) Auf unsere Eingabe hin hat das Reichsarbeitsministerium unter dem 30. März 1928 diie Arbeitsämter angewiesen, den gesetzestreuen Arbeitslosen gegenüber trotz fehlender höchstrichterlicher Auslegung der in Frage kominenden Gesetzesbestimmungen bei Ablehnung einer von־ dem Artbeitsamte nachgewiesenen Stelle aus religiösen Gründen — Sabbatarbeit — in puncto der Weiterzahlung der Arbeitslosenunterstützung weitestgehendes Entgegen-, . kommen zu zeigen. (Schritte zur Herbeiführung einer höchstrichterlichen Entscheidung sind von uns aus bereits unternommen.) .d) Auf unsere Veranlassung hin hat der Präsident der Reichsanstalt Ifür .Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen- Versicherung vor drei Wochen verfügt, daß ׳gesetizestreue Arbeitslose an Sabbaten von der Meldepflicht befreit werden u׳nd dennoch für diesen Tag Arbeitslosenunterstützung erhalten״ .״•.■ , : In den jüdischen Zeitungen treten wir fortilaufend für die Sabbathaltenden ein, und haben auch diese Zeitungen von sich aus zu wiederholten Maien über unsere Arbeit berichtet. ad 4. Die St. V. Z. hat u. a. dafür gesorgt, daß a) diie Relcbsversicherungsanstalt' für .Angestellte, Berlin, genehmigte, daß gesetzestreue Angestellte, denen das Versicherungsamt einen Zuschuß für den Erholungs- Urlaub zuhifi’i'gte. diesen Urlaub In . rituellen — nicht der Aufsicht der R, A. unterstehenden — Anstalten verbringen und ferner b) daß zahlreiche Hotels den kaufmännischen Auge-■ stellten Vorzugspreise gewähren; c) die St. V. Z. hat den gesetzestreuen Arbeitslosen, denen die Arbeitslosenunterstützung’ entzogen wurde, weil sie sich weigerten, an Samstagen zirarbeiten, diese weiterbezahlt. ' . Der Amtsantritt Chancellors. Der neue britische Oberkommissar für Palästina, Sir John Robert C׳h a n c e 110 r, ist am 6. d. in Jerusalem zum Antritt seines• neuen Amtes eingetroffen und wurde von den Vertretern aller Schichten der Bevölkerung Palästinas begrüßt. Am Jaffa-Tor fand ein offizieller Empfang statt. Die Regierung, der Bürgermeister, die hohe Geistlichkeit, die Notabein, das Konsularkorps, Schulkinder. Pfadfinder mit. Bannern, Polizei und Priester aller Konfessionen in Amtstracht• waren zur Stelle. Tausende von Zuschauern hatten sich eingefunden. Die mit Fahnen und Wimpeln aller Nationen geschmückten Häuser boten ein farbenprächtiges Bild. Auf die arabische .Begrüßungsansprache des Bürgermeisters antwortete Chancellor englisch. Nach einem. Gebet in der anglikanischen Kathedrale legte Chancellor im Regierungsgebäude den dreifachen Amtseid als Oberä> gf111ip1־nww111n1nB11PL1n111>1nuw1׳n1|0ugEWW^BniWW^1״mN*M1^w1n11n1jMff11^v1A—1׳^»Bw14mmqp Die Berufe der buchenländischen Juden im Jahre 1774. . Nach Archivalien bearbeitet von Dr. Chalm Tennenhaus. Anmerkung: Vor kurzer Zeit erschien eine Arbeit des berühmten. jüdischen Gelehrten Prof. B a1׳ a b a n ü be r di e Be- ׳rufeder polnischen Juden im Jahre 1772. Es soll nun im nachstehenden Artikel der Versuch gemacht werden, die Berufe der Bukowinaer Juden im Jahre 1774 und in den darauffolgenden 5 0 J a hr e •n f e s t z u s t e 11 e n. ״Schon mit dem erobernden römischen Soldaten zogen jüdische Händler in D a c i e n ein“ sagt Mommsen in seiner ״Römischen Geschichte“, Bd. III. Unter dem damaligen Dazien verstand man die Halbinsel Krim, Beßarabieii bis zum Dnjepr und das Gebiet vom Dnjestr bis fenseits des rechten Ufers der Donau (also auch das heutige B u ch e n 1 a nd) etc, (siehe Lettopiseti Moldovei). Bis zum 15. Jahrhundert fließen die geschichtlichen Quellen für die moldauischen Juden recht spärlich. Erst aus dem 15. Jahrhundert besitzen wir nach J o r g a mehrere Dokumente, aus denen hervorgeht, daß der Handel mit galizischen und russisch-polnischen Juden unter den moldauisehen Juden sehr verbreitet war. In den einzelnen Städten finden sich auch viele jüdische Gewerbetreibende. In dem zu besprechenden Teil der Moldau sind viele jüdische Bauern. Pächter von kleinen und großen Dörfern zu finden. Daß die Juden der türkischen Moldau eine besondere Rolle im Handel spielten, hat seinen Grund darin, daß die Moldauer, wie sich C a n t e m ir in seiner ״Beschreibung der Moldau" richtig ausdrückt, ״von Geburt aus dem H a n d e ls s ta nde a b h o Id waren“. Der Bojar und der ungebildet« Adel ergab sich dem Trünke und lebte in Saus und Braus in Jassy (der Hauptstadt der türkischen Moldau). Er kam nur in die Bukowina, um den Pacht- Schilling zu holen. Der Handel galt ihm als eine minder« Beschäftigung und so verblieb derselbe den Juden und kommissar, Oberkommandierender und Treuhänder Palästinas ab. In seiner Dankrede entwickelte der Oberkommissar sein Arbeitsprogramm. Ich betrachte es, erklärte er, als meine heilige Pflicht, die palästinensische Administration gemäß den Bestimmungen des Mandates im Interesse und unter Anteilnahme aller Teile der Bevölkerung zu leiten. Nach einer Periode wirtschaftlicher Depression in Palästina, die das Mitgefühl aller Freunde dieses Landes weckte, kann man nun auf eine verheißungsvolle Gestaltung in Zukunft hoffen. Sir John Robert Chancellor erklärte weiter, er werde .*eine Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der natürlichen Quellen imd Schätze des Landes konzentrieren, die Regicrung werde die Privatunternehmungen fördern und dem wirtschaftlichen Aufschwung durch besondere Aktionen zu dienen versuchen. Sie wird Maßnahmen, die auf die Zunähme der Bevölkerung des Landes hinzielen, unterstützen, wodurch dem Wohlstand der alten Einwohner gedient sein wird. Zum Schluß appellierte Sir John Robert Chancellor an den palästinensischen Patriotismus der gesamten Bevölkerung und sagte, er glaube an die große Zukunft des Landes. Einigung zwischen Aguda und Waad Leumi. Aus Jerusalem geht uns folgender wichtige Berieht zu: Die Verhandlungen, die zwischen dem Waad Leumi und der Agudas Jisroel seit längerer Zeit wegen Her- Stellung einheitlicher Arbeit in Sachen der Kothel-maarowi schwebten, hatten bereits zu einem gewissen Ergebnis geführt. In einer mündlichen Beratung, an der drei Vertreter des Agudas Jisroel teilnahmen, einigte man sich über folgende Punkte: 1. Es sollen ständig gemeinsame Beratungen durch «einen Ausschuß von 11 Mitgliedern stattfinden, von denen 7 dem Waad Leumi und 4 der Agudas Jisroel angehören. Die Sitzungen finden abwechselnd in den Bureaus der Waad Leumi und der Agudas Jisroel statt. 2. In religiösen Fragen kann nicht nach Majorität entschieden werden. 3. Bei sonstigen Fragen ist die Mehrheit nur dann entscheidend, wenn mindestens ein Mitglied der Gegenseite mit der Mehrheit stimmt. . 4. Die Regierung ist zu ersuchen, den so gebildeten gemischten Ausschuß als einzigen Vertreter der luden betreffend Nothel-maarowi anzusehen. Nicht einig Ist man sich bisher über die Kompetenzen des Ausschusses. Während die Aguda verlangt, daß auch die politischen Fragen betreffend Kothel-maarowi im die Kompetenz des Ausschusses fallen sollen, hat sich der Waad. Leumi hiezu!bisher nicht verstanden. Er muß erst eine Entscheidung seines Plenums herlbeifiihren. Man ersieht hieraus, daß einerseits die Aguda in Palästina bereits so erstarkt ist, daß sie von allen Seiten als . verthandilungsfähiges Gremium anerkannt wird, daß aber andererseits die stets erklärte,. Bereitschaft, auchmit dem erbittertsten Gegner gemeinsam zu operieren, sobald es sich um. wirklich gemeinsame Interessen handelt, ini gegebenen Augenblick zu hoffentlich segensreicher Tat sich umgestaltet. Das polnische Außenministerium entschuldigt sich. Intervention des Abgeordneten KIrschbrautu כשר SEIFE Marke: ALEFBETH mit הכשר des orth Rabbinatsassessors, Koäice, erzeugt ״miO“ FRIEDMAN N & CO, HBBB1 Seifen- und Kerzenfabrik, KO St CE mbmihhmhm Abgeordneten einen währen Sturm der Entrüstung entfacht. Abgeordneter Kirschbraun, der als Mitglied des Regierungsklubs diesen Regierungsakt doppelt peinlich empfinden mußte, begab sich sofort nach dem Bekannt wer den dieses Vorfalles zum Vizeminister des auswärtigen Amtes, Doktor Wlssotzki, und protestierte aufs energischeste gegen diese Vorgangsweise. Der Vlzemiiuister entschuldigte sich ihm gegenüber dahin, daß hier eine Fahrlässigkeit von untergeordneten Beamten vorliege, die ihre Informationen von einem ״Fachmann“ in jüdischen Dingen einholten und das Bulletin ohne nieritorische Prüfung von verantwortlichen Faktoren ins Ausland versandten. Abgeordneter Kirschbraun erwiderte hierauf, daß er diese Entschuldigung nur dann zur Kenntnis nehmen könne, wenn d׳er Minister in offizieller Weise die ihm erstattete Erklärung a׳bgä׳be und überdies die schufdtragende Beamten bestrafe. Hierauf ließ der Vizeminister ein offizielles Communiauö verlaut-!baren, in welchem er das ׳beanständete Eulletin öffentlich!zurückzieht und den schuld tragenden Beamten einen Verweis erteilt mit dem Verbot, künftighin von dem ״Fachmann" in jüdischen Dingen Informationen entgegenzunehmen. # Im Zusammenhang mit der Verbreitung des berüchtigten antisemitischen Bulletins im Auslande durch das Presseamt des polnischen Außerministeriums wurde der bisherige Referent für jüdische Presse seines Amtes enthoben. An seine Stelle wurde der bekannte jüdische Journalist Jechiel Mästbaum, ein früherer Pilsudski- Legionär, ernannt. S| NACHRICHTEN 10 Zur Beachtung I Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זמן הרלהת הנר עמיצ״ש nach den מנהג לתיקי nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Ver* ffigung gestellt. "התאחדות ירא*ם" ווינה ״ ןHltachdut Vereinigung Thoragesetze treuer Juden In Wien II., Heinestiaße 30 T. 15. ב״ה פ׳ ויחי זמן הדלקה הנר עש״ק שעה 3 עם 55 מיניט זמן שקיעת החמה עש״ס שעה 4 עם 08 מינוט זמן הדלקה הנר מיצש״ק שער, 5 עם 07 מינים Der Vorstand der Adas Jisroel bringt zur allgemeinen Kenntnis, daß vom 1. Jänner 1929 ab die Belieferung mit Koscher-Milch ausschließlich durch die Firma S. & G. PI s k, Bridttenauer Molkerei, geschehen wird. Die Molkerei, aus welcher die genannte Firma die Koscher-Milch bezieht, steht unter der ständigen Aufsicht eines vom Rabbinate der Adas Jisroel bestellten Masch« giach. Die Aufsicht bezieht sich ausschließlich auf die Milch, die in Kannen oder Flaschen, die mit der Verschlußmarke der Adas Jisroel versehen sind, geliefert wird. Die Firma Pisk übernimmt auch den Vertrieb der von der Adas Jisroel beaufsichtigten Koscher-Butter. Die Koscher-Butter Ist an der Verpackung kenntlich gemacht. Das polnische Außenministerium hat vor einiger Zelt bei ihren auswärtigen Vertretungen ein Nach rieh t'entoajiiet'ln verbreiten ׳lassen, ■welches von Antisemitismus geradezu strotzt. Es kommen dort Wendungen vor, die •dem polnisehen Judentum auf unerhörte Welse!ins •Gesicht schlagen. Das Bptkanntwerden •dieser amtlichen Auslassung hat in der jüdischen Presse!in •Palen wie auch unter den jüdischen Warnung! Ueber mehrfache Anfragen wird zur Vermeidung von Irrtümern und Täuschungen aufmerksam gemacht^ daß die Verkaufsstelle Eisen & Comp., VII., Neubaugässe. Nr. 75, der Aufsicht des Rabbinates der Adas Jisroel nicht untersteht und daß dasselbe keinerlei Bürgschaft für das Kaschruth daselbst übernimmt. Vorstand a. A. I. Armeniern. Soviel über die Zeit, in welcher das Buchenland unter türkischer Herrschaft stand. Im Jahre 1774 wurde dieseT moldauische Landstrich von österreichischen Truppen besetzt. Um den Anteil der Juden am dem damaligen Wirtschaftsleben verstehen zu können, sei liier der Zustand des Landes im allgemeinen geschildert: General Spleny fand — wie es ln seinem ausführ- Hohen Bericht vom Jahre 1774 heißt — 4 Städte. 2 Marktflecken und 2S4 Dörfer vor. Die Häuser in den Städten waren aus Lehm gebaut. Die; Bevölkerung bestand aus mehreren Klassen: dem großen Adel (Bojar); dem kleinen Adel (Schlyachta), Armeniern, Juden, Griechen. Bauern und Popen. ׳Die Hauptbeschäftigung der Bauern war die Viehzucht. Die Steuern waren mannigfacher Art. Die Verwaltung und Rechtssprechung lagen in Händen der Starosten, Namesiuk und Dwirnik. auch Vatamamis (Kleinriohter). Vom Sanitätswesen wissen wir, daß es keinen Chirurgen, keinen Arzt, •keine Apotheke, keine geprüfte Hebamme und keine Lazarette gab. In den Städten gab es keine Spur von Vorsichtsmaßregeln gegen Feuersbrunst. Schule und Bildung standen auf einem tiefen Niveau. Es gab zwei ,Klosterschulen, die von sehr wenigen Kindern besucht wurden. Selbst die Lehrer (Popen) konnten weder ״gut lesen noch schön schreiben“. Von eitlem ethischen Leben war keine Spur zu finden. Der Diebstahl war beim Bauern etwas Selbstverständliches. Im Handelsleben gab e,s keine ordentlichen Maße und Gewichte. So war der Zustand der Bukowina, als Habsburg von diesem Lande Besitz ergriff. 1. Der Anteil am Handel (Industrie). Wie groß war der Anteil der Juden an dem wirtsohaftlichen Leben des Buchenlandes? Eine Antwort auf diese Frage gibt uns Polek in seiner ״Statistik der Juden in der Euk“. Es gab damals auf 17.047 Familien kaum 526 jüdische Familien. Sie bewohnten außer den 4 Städten noch die beiden Marktflecken und 8 Dörfer. Der nördliche Teil der Bukowina war, durch die Nähe Galiziens bedingt, dichter besiedelt als der südliche. Die Jüdische Bevölkerung in den Städten machte durchschnittlich fast 40 Prozent derselben aus. Handel und Gewerbe lagen fast gänzlich in den Händen d e r J u d e n und Armen le r. Die •Hauptausfuhrgegenstände waren: Hornvieh (nach Breslau), Pferde, Schafe, Ziegen (nach Custa), Borstenvieh, rohe Häute, Felle, Wolle (nach Lemberg, Moskau). Butter, Käse, Wachs und Honig (nach Custa und Italien). Aus der Ukraäna importierten sie Branntwein in einer täglichen Quantität von vielen tausenden Litern. Aus Italien brachten sie Stoffe und Shawis und aus Steiermark Sensen. Nach Zieglauers ״Geschichtliche Bilder aus der Bukowina waren die Juden fast die einzigen Gewerbetreibenden im •Lande. So gab es viele Schneider, Schuster, Goldarbeiter, Uhrmacher, Klempner, Maler, Kürschner, Kupferschmiede und Hufschmiede. Viele Juden waren auch Pächter von ganzen Dörfern und Malhi'müihlen. In den Doriern sollen sich auch viele jüdische Ackerbauer befunden haben. Da die ״Edelleute“ keine Steuern zahlten, so mußte die ganze Steuerlast auf die übrigen Stände, insbesondere auf den Kaufmannsstand hinaufgewälzt werden. Die Rechtsprechung der Juden sowie ihr geistiges Leben wurde schon eingehend In den Nummern 25. 37, 48 etc. der ״Jüdischen Presse“ ׳geschildert. Das Verhältnis zwischen dem moldauisehen Bauern uud dem Juden war ein gutes. Sehr richtig bemerkt Spleny ״. . . und obschon die Popen von dem Unterschied deren Religionen fast keinen Begriff haben, so sind sie doch in ihr dergestalt fanatisch, daß sie alle übrigen Christen (die Moldauer sind giiechisch-orientalischer Konfession) besonders a׳ber die Katholiken kaum für etwas besseres als für Juden und Heiden gelten lasse n“. Die Entwicklung der Judengemeinden wurde aber in den ersten 50 Jahren nach der österreichischen Okkupation durch die besonderen Judengesetze gehemmt. Die beiden Ausweisungen sowie die fortwährenden Au s n ah ms g e s e t ze ließen nicht zti, daß sich ein ordentlicher Kaufmanns-.und Gewerbestand herausbilden konnte. Die ersten Pottaschesiedereien wurden im Jahre 17 79 von Juden errichtet. Nach der Konskription von 1783 durften sie nicht als Kaufleute auf dem Lande wohnen, vom Schankwesen wurden sie gänzlich ausgeschlossen und kleine Händler, Pächter kleiner Mühlen etc. mußten auswandern, ln diesem Jahre gab es 109 Großkauf- 1 e u t e, 10 3 Ge w e r b e t r e i b e n d e, 10 R e 1 i g 10 n s- ]׳ehrer, 15 Getneindevorstehef «nd 392,