Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 49 (21.12.1928)
- Date
- 1928-12-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 312 JÜDISCHE PRESSE Nr. 49 ifflllM | Sorgflltigste Lieferung in plombierten Sicken von 1 Sack =50 ־ kg angefangen franko Haas, ebenso in Fuhren und Waggons K JULIUS HABER Kohlen« und Koksgroßhandlung Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Wien, II., TaborstraBe 9 Femipraeher Nr. 41 -0-22 ■und darben; Wen■» nun einzelne Cbcifs sagen — wir glauben es nicht —, daß die sabbathaltenden jungen Kräfte nicht so tiiohtiig seien, so erwächst der gesamten Orthodoxie die Aufgabe, iti großen Zentren Handelslehranstalten zu errichten, die den »jungen Leuten eine gleichwertige Ausbildung ermöglichen. Eine solche Lehranstalt muß nicht nach ■plhilanthropisehern System errichtet!werden, sie muß sich selbst erhalten und sie würde es auch. 'Damit ׳wäre zunächst einmal die oben skizzierte!Behauptung von •Firmeninhabern zu widerlegen. d3s wird ja zurzeit ferner eine (Zentralisierung der Stellenvermittlung in die Woge geleitet. Das genügt nicht. Die Kenessio Gedaulo muß,!wie 1bereits oben erwähnt, das SdiidaritätsgeSühl der Firmenirthaber erwecken, sie muß aber gleichzeitig auch es verstehen, den!Angestellten Ikilarzulegen, daß, von wenigen Ausnahmen abgesehen, der Natur der ׳Sache nach auch ihre Chefs eine gewisse ׳wirtschaftliche Schwäche ■haben. Es müßte, um einmal einen großzügigen Plan darzugegen, eine weltumspannende!Gewerkschaft der Salbbat- (halter geschaffen werden, ■die, ׳vielleicht einmal ibeispiellgebend für die ganze Welt, Arbeitgeber und!Arbeitnehmer umfaßt und einen Interessenausgleich anstrebt. Es!kann fiiigüioh orthodoxen (Kreisen nicht allzuschwer sein, sich auch das!Verhältnis zwischen Arbeitnehmern und (Arbeit- ׳gebern! nach den Prinzipien ■der Thora auszudenken und 'zu gestalten. Wenn man ferner, man kann das nicht genug unterstreichen, von jedem philanthropischen Einschlag a!bsehen wollte, so wäre es eben nicht sehr schwer, ■eine Baak ׳zu gründen, die nach rein!kaufmännischen Grundsätzen ar- ׳beitet, 'Krediterleichterungen aber nur!jenen Persönlich- •keiten gewährt, die dieser Gewerkschaft angehören and sich ihren Satzungen fügen. Dieser!Bank wäre es vielleicht ׳möglich eine Enwehbsform zu retten, die wenigstens, auch draußen in der großen JWelt, mindestens noch für die Dauer eines Mensöhenalters Existenzmöglich'keiten (bietet; das ist das Kieinhandwerk ■und der Kleinkaufmann ׳an 1kleineren Plätzen. Die Satzungen dieser Gewerkschaft müßten ׳von dem Rabbini sehen Rat, die Satzung der ,Bank!von ■der Finanzkommission des G'. A. ivorgepriift ׳werden. Würde die!Kenessio Gedaulo diese ׳beiden (Institutionen ins Leben rufen,!so 'hätte sie ein Großes getan. Wir unterbreiten diese Vorschläge schon jetzt der Oeffentlic'hkeit, damit die Diskussion einsebzen (kann. Gleichzeitig ist an diie verantwortlichen Stollen ein 'Appell izu richten, diese Vorschläge einer genauesten Erwägung zu ׳würdigen. Daneben jedoch erwächst der Orthodoxie und damit auch der Kenessio Gedaulo eine Aufgabe von unendlicher Trag- ׳weite, die auch 1t1׳u׳r nach Umrissen zu zeichnen unendlich ׳schwer ist, denn Ifiiglich darf man nicht!übersehen, daß die ganze Auffassung des Saibbatprobletns (bedingt ist, durch die Einstellung!des Denkens; ist die Einstellung eine durch- ■aus ׳so wirtschaftliche, twie ■sie heutzutage fast alle Mensehen ׳•beherrscht, so wächst natürlich die 'Kompliziertheit ins ׳Ungeheuerliche. Es ׳müßte also, um radikal zu ׳wirken, eine vollkommene Umstellung •der!Denkrichtung ,versucht!werden. ■Wir täuschen u׳n׳s darüber nicht, an dieser Auf- Zum Wochenabschnitt■ Josefs Tränen. •ויחן את קולו בבכי Josef ließ seiner Stimme freien ׳Lauf ün Weinen. Nach Bereschiß Rabboh כשם שלא פייס יוסף את אחיו אלא בבכיה כך ההב״ה אינו גואל אח .(31 ישראל אלא מחוך בכיה שנא׳ בבכי יבאו וכו ״Wie Josef seine Brüder nur durch Weinen beruhigen konnte, so wird auch die endgültige Erlösung Jisroels nur unter Tränen erfolgen. — Ein Mann mußte lange Jahre hindurch ׳in Unterdrückung schmachten und währenddessen so manche Kränkungen und Verfolgungen erleiden. Endlich schlägt die Stunde seiner Erlösung. Dieses Ereignis wird in des Befreiten Herzen verschiedene, ja entgegengesetzte Gefühle auslösen. und zwar freudige und schmerzliche. ׳Ist es doch zweifellos ein freudiges Empfinden, nach langer Leidensperiode, ans Not ■und Elend, aus Pein und Qual erlöst und ■befreit zu werden. Andererseits gibt gerade dieser Umstand Veranlassung, sich auch eines schmerzlichen ,Gefühles nicht erwehren zu können. Gerade in der Stunde seiner Erlösung und ■Befreiung erinnert sich der Mensch an all ׳die Leiden und Schmerzen, ■die er während ׳der langen ■Dauer seines traurigen Geschickes ertragen und erdulden mußte, welcher Umstand sicherlich im Menschen ein we!unmutiges Gefühl auslöst. Ein ähnlicher Zustand war eingetreten in der Stunde, ■da Josef sich seinen Brüdern zu erkennen gab und er sie fortan Brüder nennen und ihnen die Bruderhand reichen durfte. Gewiß ein wunderbares, ein höchst freudiges Gefühl. Allein gerade in dieser Stunde ward Josef lebhaft daran erinnert, an all das Leid und Weh, von dem er einst heimgesucht worden, an ■die innern ■Qualen, die er in Aegypten erlitten! Was hatte er alles entbehren und alles ertragen müssen während der Jahre, die er seinen alten Vater und seine Brüder missen mußte. Und diese zwei so entgegengesetzten Gefühle, sie taten sich bei Josef in lautem Weinen kund, in diesem Weinen flössen Schmerz und Freude ineinander. — Wenn einmal für Israel nach jahrtausendelanger düsterer Leidensnacht die Morgensonne •der Freiheit aufgehen wird, da wird es auch nicht anders sein, als es ■bei Josef gewesen. ־lUi.UI ,1,sf I. . Adlcrgaas« 5! Tel. R-2S-4-90 II. * Kl. Pfarrg. 28 _ Tel. A-41-C-24 | I Sprechapparate f (Jüdische und hebräische Schallplatten 1 jg sowie alle modemstenTanz-und Gesangaschlager m H ln reichrttr Auswahl auf Lagert ןן §j Auch Teilzahluagenl Prorinzversandl i|!Inhaber; I Richard Herzog gäbe arbeiten ■die Besten in der ganze׳» Welt, arbeiten vor allen Dingen jene, ׳weiche ׳in der Jugend eine ideelle!Geistesrichlung in sich ausgenommen!haben und an deren 'Untergang und Fiasko ,nicht glauben wollen. Wir sind ■nicht vermessen,!wenn ׳wir!behaupten, daß eine ׳Besinnung ■der Orthodoxie auf sich ׳selbst diesen Kämpfern allüberall ■auf dem ganzen Erdenrund ,eine wertvolle iHiilfe leisten würde. Es wäre, ■um einmal einen Ausflug in ein anderes ,Gebiet zu machen, ein grandioses Bild ׳des ׳Kampfes zwisehen den Menschen der Bibel und ■den Menschen um Nietzsche.!Nun können 'bekanntlich Ideen am 'klarsten und besten in der Form der Kontrastwirkung herausgearbeitet werden. Nirgends ist der Gegensatz zwischen grobem Materialismus und feinem Idealismus so klar ■darzustellen, als am Sabbat. So sollte denn eine Kundgebung der Orthodoxie für den Sabbat, ■gestützt von!materiellen Maßnahmen, den ׳vorläufig noch so ■schmalen!Weg angeben, der!zu!ideeller Einstellung des Gedankens führt.!Umfaßt Keren ׳Hathora die . th.or.׳a׳l ehr ende, so hat Keren ׳Haschäbbos ■zu umfassen die t'h 0 r a!l׳eb e׳nd e Judenheit. Es is׳t undenkbar, daß eine' große, geistvolle, von (Wahr- ■hcitslielbe getragene Manifestation der gesamten Orthodoxie nicht ,endlich!viele Veranlassen würde, an eine (Revision ihrer ׳Gedankenrichtuug zu gehen. Um aber wirksam zu sein׳, ,müßte diese Manifestation, die sich an ,die gesamte jüdische Weilt wendet, ■eine klare, in!jedem!Wort durch- ,dachte GegenübersteWuiig..^ dieser beiden Denlkrichtungen im Geiste!und ,Lichte der. Thora bieten. ■So könnte י die Kenessio Gedaulo auch .zeigen, was wahre Wissenschaft des Judentums ist. (Man ,sage nicht, daß all das, was in den obigen Ausiführungen vorgeschlagen ist, eine zu starke Belastung eines Kongresses und ,zum Teil verstiegene Jdeengebllde darstelle. Wenn die Orthodoxie nach einem relativ so langen (Zeitraum wieder einmal eine Heerschau hält, so ,muß ■sie eben versuchen, den ganzen Inhalt der!Zeit zu beeinflussen. Richtig vorbereitet und richtig geleitet ׳kann eine solche Kenessio Gedaulo von epochaler Bedeutung sein. Dann und ,nur dann ,hat sie ihren ׳Zweck erfüllt. Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasso 71 Das ׳jüdische Volk, es wird sich seiner Freiheit freuen, aber es wird auch einen schweren Seufzer nicht ganz unterdrücken können, denn es wird sich gleichzeitig erinnern der ,bitteren Leiden, die es während seiner langen Verbannung in der Fremde, im Golus, ertragen mußte. Die ganze Leidensgeschichte seiner ■langen Wanderschaft, die so reich an ■Pogromen, Martern ,und Qualen ,ist, wird nochmals an seinen Augen vorüberziehen. Gerade in der g l ti c k 1 i c h e n Stunde der Erlösung wird das jüdische Volk die Empfindung haben, als ob die Wunden, die ihm einst geschlagen wurden, wenn selbe auch ■heute teilweise vernarbt sind, von neuem bluten würden. Jisroel, es wird ■in der .Stunde seiner Befreiung wohl die höchste Freude empfinden, aber auch ein ■leiser Schmerz wird sich in ■diese Freude mengen. Wie wird Jisroel nun, das befreite Volk, den zwiefachen Gefühlen seines Herzens Raum schaffen? בבכי יבאו cs wird weinen,, heiße Tränen weinen, bittere und süße Tränen, die des (Leides und die der Freude. Rabb. Jakob Haberfeld. Aus Vergangenheit u. Gegenwart Klschinewer Erben des Bankiers Löwenstein. Aus Kischinew wird dem ״Lodzer Tageblatt“ gemeldet, daß der Tod des Bankiers Löwenstein aus Brüssel so viele Hoffnungen, Erwartungen und StreitigW keiten ausgelöst hat, daß sfich das Gnetto in größter Aufregung befindet. Es geht nämlich die Mär,. paß ider große Bankier einer kleinen jüdischen Familie in Kischinew entstamme, und flugs tauchen Verwandte auf, die sich als die nächsten Erben halten und ausgeben tund {Tire Ansprüche anmelden. Die Rivalen liegen sich in den Haaren, da jeder den nächsten Verwandtschaftsgrad daku- 1 mentarisch nachzuweisen sucht. Andere wiederum machen sich an die glücklichen Anwärter heran mit allen mög* liehen Vorschlägen und Projekten zur nutzbringenden An- 'legung der zu erwartenden Kapitalien aus Belgien. Bei der unbeschreiblichen Armut, die unter der jüdischen Be- Völkerung von Bessarabien herrscht, wirkte die Kunde von der großen Erbschaft wie die nahe Erfüllung des großen Wunders, au,f das man lange schon in mystischer Gläubigkeit wartet. כשי SEIFE Marke: ALEFBETH mit ה3שך des orth. Rabbinatsassessors, Koäice, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMANN & CO. Seifen- und Kerzehfabrik, KO §ICE Unsere;Gegenwartsaufgaben. Von Rabbiner Josef Adler, Schäßburg. Die allmächtig geschienene liberale Partei ,ist •aber־ mals von der Bildfläche des politischen Lebens Rumäniens geschwunden. Das ganze Land atmete wie von einem Alpdruck befreit auf. Mit großen Hoffnungen und hierzulande ׳beispiellosem!Vertrauen wendet sich die ganze Bevölkerung der neuen Regierung zu, deren prominenteste Personliohkeiten ,uns Siebcnbürgerii schon von altersher gut bekannt sind. Es sind zum überwiegenden Teile ,jene Männer, ■die Jahrzehnte ׳hindurch als Deputierte der rumänischen Bevölkerung Transsylvaniens Mitglieder des ungarischen Abgeordnetenhauses waren und im langjährigen Verkehr mit großzügigen Politikern und Diplomaten eitlen geweiteten Horizont, Sinn für Recht, Demokratie und Parlamentarismus sich aneigneten, in der kürzlich durchgeführten Wahl kam der wahre Volkswille zum Ausdruck, denn sie war so rein von jedem Terror und ׳jeder Beeinflussung seitens der Regierung, daß diese Reinheit geradezu im Widerspruch steht mit allen sonstigen politischen, wirtschaftliohen und rechtlichen Verhältnissen unseres ■Landes. Die Regierung gewann! ■die Walhlsohlacht vollkommen; es ■ist ihr nur zu wünschen, daß sie im ■Lande sich die nötige Position schaffen ׳und die Machtauellen sich eröffnen und dauernd ■erhalten ■könne, damit sie die drei ■großen Mensch- ׳heitsgedanken, ■die sie an ihre Fahne geschrieben: ,Gesetzlichkeit, ■Ehrlichkeit, ,Gerechtigkeit, in immer wachsendem und stetig fortschreitendem!Maße •der Verwirklichung näherführen könne, die eigentlich nicht so sehr, wenigstens nicht in erster Reihe, in ■den politischen Arenen zur Geltung kommen wird und muß, sondern in ■der Schule und im Elternhaus, wo die ,Charaktere gebildet, die Mentalität geformt werden. Erst wenn die (Zivilisation׳ ■des staatführenden Volkes von ■jenem Dreigestirn geleitet werden ״wird, dann wird das ideale Programm der aus Europäern z׳usammengesetzten neuen Regierung Rumäniens zur Greifbarkeit sich durcharbeiten. Zur Erreichung dieses Zukunfts- Zieles scharten sich die Besten aller (Zungen und Völker ׳Großrumäniens ,um die Regierungspartei und verhalten ihr zu dem vorausgesehenen durchschlagenden und reinen Siege. Es ist nur natürlich, daß die ganze Judenheit Transsylvaniens in vollkommener Einmütigkeit die Regierungs- Partei unterstützte, die zum ersten!Male seit der Schaffung Großrumäniens Prinzipien Verkündet, die Widerhall in allen!jüdischen Herzen weckten. Ganz spontan war diese Einmütigkeit unserer Juden, ohne jedes politische Kalkül, ohne alle einer Wähl varauszugehen pflegenden Manöver. Konventikel, Verhandlungen und!Uehereinkommen. Zum ersten!Male fanden sich die Zionisten und ׳Orthodoxen ganz un'beabsichtigt. ,Die Zionisten waren schon in der vorigen Wahlkampagne offiziell und ideell mit der Iheutigen Regierungs- Partei vereinigt. Ich sage offiziell ■und ideell, denn in der Praxis war ja diese Vereinigung ganz wert- und!belanglos, da die zionistische Zentrale hierzulande nicht über ■eine solche disziplinierte und politisch charakterfeste Masse verfügt, die ,der von oben ■aus politischen Erwägungen׳ heraus gegebenen Parole unbedingten Gehorsam entgegenbringen sollte. Die zionistischen Führer konnten sich allerdings jetzt auf ׳jenes Bündnis berufen, das sie mit der heutigen Regierungspartei ■noch zu ■einer Zeit geschlossen hatten, da sie noch das ikümmerliclhe Leben •einer Oppositionspartei fristete. ■Und die Regierung ■gab den Zionisten tatsächlich Beweise ׳der Dankbarkeit, indem sie einige prominente Z!ionisten in die!Liste der Regierungspartei an solcher Stelle aufgenommen ,׳hat, daß sie ,unbedingt gewählt werden mußten. So ■werden wir nun das ■zweifelhafte Glück haben, im ׳rumänischen Parlament einige Juden zu begrüßen, die gewiß 1(nach bewährtem zionistischen Muster) im ׳Brustton der Ueberzeuguhg die Erklärung abzugeben nicht müde werden werden, daß die gesamte Judenheit Transsylvaniens auf!nationalistischer Basis stehe. ׳Und obwohl der weit größere Teil der sebenbürgischen Juden, •auf rein orthodoxer Grund* läge ausharrend, von diesem nationalen Blendwerk nichts Aus der Schar der Anwärter hebt sich insbesondere das Ehepaar Abraham Isak und Brendel MaschewitscH 'hervor, aas zäh und unerschütterlich an sein Recht;und an den Sieg dieses Erbrechtes glaubt. Um dieses in glücklieber Erwartung verharrende Ehepaar scharen sich zehn Kinder, denen fürs erste das Brot noch sehr knapp zu-!geschnitten wird. ״Aber“, so trösten die Eltern, ״es kommt schon anders. Bald, bald. Wir fahren in goldgeziertent Wagen“. Vierspänner. Um Himmels willen kein Auto, und ganz gewiß kein Flugzeug, aus dem man, wie der Unglückliehe Erblasser, einfach in den Weltraum stürzen kann, so daß die ganze schöne Erbschaft an die anderen, die Dumm:! köpfe übergeht, die׳ heute in Kischinew sich erfrechen, mebefri ihnen darauf Anspruch zu machen. Die Mär, mit der der Rechtsanspruch der Familie» Maschewitsch begründet wird, klingt reichlich phantah stisch. Alfred Löwenstein soll danach früher den gutjüdischen Namen Abraham getragen haben, ein •Bruder hörte auf den Naen Israel. Beider Vater wa aer wohlhabende! Pächter im Gouvernehent Gerson Leser Löwenstein. Die Kinder erhielten eine jüdisch-religiöse Erziehung. Sie verloren aber früh den Vater, und auch Israel starb in! jungen Jahren. Abraham ging ins Ausland, kam in 'diel :große Welt und trat auch zur katholischen Kirche über, wobei er den Namen Alfred erhielt. Die Verwandtschaft( mit Maschewitsch führt über Brendels Tante, die eine leibliche Schwester des alten Leser Löwenstein war. ״Warum schwiegen Sie so lange und trugen Ihre Not, ohne die verwandtschaftlichen Beziehungen des großen Bankiers, der unermeßliche Summen für alle mögliehen Passionen hatte, auszunutzen?“ fragte man den biederen Abraham Isak Maschewitsch. ,•,Ich tat es“, ereiferte sich der arme Mann, ״und wie tat ich es! Erst vor einigen Jahren, als ich vom Reich1־ •tum und die Adresse des Bankiers erfuhr, schrieb \ich ifim einen Brief, dann noch einen und noch einen und flehte ihn an, uns in unserer Not zu 'helfen. Aber der große Verwandte blieb taub und stumm und hatte!kein Herz für uns.“ ן י Es besteht leider keine Hoffnung, daß die Appelle des armen Maschewitsch an den toten Alfred Löwenstein mehr Erhörung finden, als die an den lebenden. Man muß aber sagen: der kühne Hochflug der Phantasie der Kische-