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Jüdische Presse · 1928-12-07 · 47 (7.12.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
47 (7.12.1928)
Date
1928-12-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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SeSte 300 JÜDISCHE PRESSE Nr. 47 > v *v •; ׳.ז:;■••v Sorgfältigste Lieferung In plombierten Säcken von t Seck 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in fuhren und Waggons Julius habe Kohlen« und Koksgrofitiandlung Nordbafmrutsehen 3, Kohlenhof Nr. 372-378 Wien, II., TaborstraBe 9 Fitntpmlm Nr. 41*0.22 B׳is jetzt, oder sagen wir richtiger, die jetzige Grund- Verfassung trägt den für die Gemeindebildung geltenden Normen weitgehendste Rechnung. Man wird ohne weiteres cinsehen, daß die Kenessio Gedaulo sich bei dieser Gelegenheit nur als Künder ,und Wardein der von dem Rabbinisci!§n Rat der Agudas Jisroel beschlossenen Steilungnähme darstellen kann. Das durften ungefähr die größeren Gesichtspunkte sein, welche den Inhalt der Kenessio Gedaulo bilden, denn was wir ״nunmehr zu sagen habet!, ist schon ein Grenzgebiet zwischen den Interessensphären der Allgemeinheit und ׳internen Fragen der Aguda; schließlich ist ja auch vom geschichtlichen Standpunkte aus das Allergrößte der Versuch gewesen, der Gesamtheit eine sichtbare Autorität zu geben. Gewiß! Wir wissen, daß eine Parallele zwischen dem Synhedriurn alter Zeiten und dem R a b b i n i s che 11. R a t der Agudas Jisroel von Uebel wäre und gerade von den Mitgliedern dieses Rabbinischen Rates am übelsten empfunden würde, aber d׳er Werdegang dieser Erscheinung liegt Mar vor Augen. Der Beginn des 20. Jahrhunderts hatte keine solche ragende Größe mehr erzeugt, die ohne weiteres als Autorität von allen •Kreisen Anerkennung finden konnte. Das •lag zum Teil auch daran, daß kaum Persönlichkeiten vorhanden waren, welche, selbst bei provinzialer Abgliederung, bei unbegreiflicher Fülle des Wissens, in sich den Berat fühlten,• eine solche Autorität zu sein. Es ist •klar, daß cs der Gesamtheit schwer ist, ■solche Führernaturen zu finden, selbst für den engeren Zirkel einer Gemeinde. Außerdem — warum cs leugnen? — der Zusammenhang mit einem die Autorität verkörpernden Menschen ist so schwach und lose geworden, daß es die Autoritätspersoiicu eines engeren Kreises mindern und herabsetzen müßte, wenn die Anerkennung von Autoritätspersonell eines großen Teiles, um nicht zu sagen der Gesamtheit gegeben und gefordert würde. Es fehlt also einerseits vielleicht an geeigneten Persönlichkeiten, andererseits jedoch sicher an einer Generation, welche gewillt wäret!, sichtbare Autoritäten zu schaffen und •anzuerkennen. Des- 9«, Adlergasse 5 Toi. R-23-4-30 DE., %l. iPfarrg, 28 Tel. A-41-0-24 In h aber sowie.alle modernsten Tanz-und Gesangsschlager §l| ln reichster Auswahl auf Lager 1 sffi Auch Teilzahlungen! Provinzversand! ו§| w$m 1 k* Der Kampf um die Rettung der jüdischen Tradition in der Wiener Kultusgemeinde. Ein Abschnitt aus der ersten Periode der Tätigkeit des. R. Salomon Spitzer. Im vorigen Jahrhundert waren ,die Reformbestrebungen in der Wiener Gemeinde wie in allen westeuropäischen Zentren so stark, daß selbst orthodoxe Rabbiner von Ruf diesen nur schwer Einhalt bieten konnten. R. Moses Fischer, ein Schüler des Prager Oberrabbiners R. Ezekiel Landau, verließ Wien im Jahre 1827, ,um!nach Eisenstadt zu übersiedeln. Auf die Frage eines Vorstehers, warum er dies tue, antwortete er, weil dies seit 30 Jahren die erste Frage (Schaalo) ist. die man an ihn richtete. Sein Nachfolger R. Lazar H 0 r w i t z, ein Schüler des großen Chassam Sofer, wirkte von 1829 bis 1868 in Wien und konnte sich nur mit Mühe der hochgehenden Wogen der Reform erwehren, wiewohl die Wiener Gemeinde im Jahre 1861 eine für die damalige Zeit nicht ,unbeträchtliche Zahl von ungefähr 447 orthodoxen Familien aufzuweisen hatte. (Siebe unten.) Um diese Zeit trat in die Gemeinde R. Salomon Spitzer ein, ■ein Mann, dessen Energie, Entschiedenheit mid Charakterfestigkeit sein Zeitgenosse1) hervorkehrt. Güdemann4) stellt ihn als einen Mann, einer streng reli־ *) Gastfreund, Wiener Rabbiner Wien, 1879, US ff. ■*) Nachruf auf R. Sal. Spitzer, in der ״Oestcrr. Wochens&brift‘‘ 1893 und ״Jüdischen Presse“ Nr. 46 vom 16. Dezember 1927 abgedruckt. halb ging es nach derersteh Kenessio Gedaulo wie ein Aufatmen der Erlösung durch den größten Teil der jüdisehen Welt, als man von dem grandiosen Wagnis hörte, diesen Mißstand korrigieren zu ־ wollen. Man wollte, um es kurz zu sagen, in der Zusammenfassung der Autoritäten kleiner Kreise, eine Autorität für den großen Kreis schaffen. Solche geschichtliche Prozesse pflegen sich nur langsam durohzusetzen, aber immerhin wird die zweite Kenessio Gedaulo auch darüber Rechen* schalt fordern, wieweit der Versuch fortgeschritten כשד SEIFE Marke: ALEFBETH mit הכשף ^cg orth. Rabbiiiatsässe8eors, Kosice, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMAN■ & CO. ist und wieweit es ihm gelungen ist, die oben gcschilderten Lücken auszufüllen. Das Ist eine Frage sowohl an die Schöpfer dieser Autorität als auch an diese Autorität selbst. *11* f II. I Das nächste Kapitel des Berichtes beschäftigt sich mit dem Friedhofs- und ßeerdiguiigswesen. Bekanntlich gehört . das Becfrligungswesen zu jenen wenigen Kapiteln, die einen Ucbcrscliuß aufweisen. Es gelang auch die .Einnahmen dieses Kapitels vom Jahre 1921־ an (S 1,054.082) bis zum Jahre 1927 (S 1,473.115) ,um 40 Prozent zu steigern. Diese Steigerung ist umso erstaunlicher, da die entgeltlichen Beerdigungen eine s i 11־ kende Tendenz aufweisen. So wurden im Jahre 1924 noch 114 Begräbnisse erster Klasse vorgenommen, im Jahre 1927 bloß 46. Die Begräbnisse zweiter Klasse sanken von 276 im Jahre 1924 auf 156 im Jahre 1927. Selbst die Begräbnisse dritter Klasse sind fast um 100 (im Jahre 1924 638, im Jahre 1927 548) gesunken, hingegen stiegen die Begräbnisse vierter Klasse von 753 im Jahre 1924 auf 1115 im Jahre 1927. Daß die Einnahmen des Beerdigungswesens trotz dieser Abwanderung in niedere Klassen gestiegen sind, erklärt sich durch die Erhöhung und schärfere Erfassung, der Taxe!! und Gebühren. Während im Jahre 1924 bei insgesamt 2590 Begräbnissen 750 unentgeltliche waren, wurden im Jahre 1927 ׳unter 2632 Begräbnissen bloß 710 unentgeltlich vorgenommen. Die Verwaltung der Kultusgemeinde scheint ja auch uni die Erhaltung der Einnahmsquelle, die das Beerdigungswesen darstellt, recht besorgt zu sein. Der Prunkbau der Zeremonienhalle, der in diesem Jahre zu Ende geführt wurde, hat nebst ihrer Hauptaufgabe noch die!Bestimmung, bei unseren' reichen Glaubensgenossen (sie mögen alle 120 Jahre leben), ein Begräbnis erster Klasse recht begehrenswert zu machen. Dns Fürsorge wesen der israelitischen KuUusgemeinde. Die Aufwendungen der israelitischen Kultusgemeinclc für das Kapitel ״Fürsorgewesen“ haben in! Jahre 1924 S 1,301.271 betragen und im Jahre 1927■ S 1,900.513 erreicht, also eine Steigerung von־ nahezu 50 Prozent erfahren. Der Gesamtaufwand •für dieses Kapitel .wird jm Jahre 1928 nahezu 2 Millionen Schilling, also ein Drittel des Gesamtbudgets' der Kultusgemeindc ausinacheii. Besteht nach der uralt.cn jüdischen Auffassung die Welt auf den drei ■־Grundpfeilern/ T ho r a, Awoda״ und• G cmilath C Lass ad im, so glaubt die Wiener .Kultus-• gemeinde auf dem einen Fundament von Gemilath Chas-, isadim bestehen zu können. Wir glauben das nicht, und daher drängen wir in unserer Stellungnahme zum Ausbau der zwei anderen Tragpfeiler des Judentums, zur Kräftigung und Förderung von Thora und Awoda in der Wiener KuUusgemeinde. Die zwei wichtigsten und segenrcichsten Institutionen sind das Spital der israelitischen Kultusgcmeinde, dessen Erhaltung im Jahre 1927 etwa S 875.000, und das A11 e rs v e rs o r g u׳n g s h a 11 s, dessen Erhaltung S 435.426, also insgesamt über S 1,300.000 gekostet haben. Die Kultusgemeinde erhält noch ein Kinder- Ambulatorium und ein S o 11 n e n t a g s h e i m für kränkliche jüdische Kinder, ferner gibt es bei unserer israelitischen Kultusgemeinde eine jüdische Jugendfürsorge, eine Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge und ein Armcnamt. Das Fürsorgewesen der israelitischen KuUusgemeinde ist ein recht umstrittenes Kapitel; nach Ansicht vieler wäre seine Organisation und seine Tendenz dringend einer Revision nötig. Wie dem, auch sei, repräsentiert das Wohlfahrtswerk der israelitischen Kultusgenleinde eine respektable und segensreiche Leistung. Die Gemeindeverwaltung. Der Aufwand für Gehalte, Löhne, Pensionen und Gnadengaben stieg vom Jahre 1924 von S 1,393.620 auf S 2,229.370 im Jahre 1927. Da die Besoldung der Beamten der Kultusgemeinde nach der Besoldung der Gemeinde Wien sich richtet, so wird dieser Etatposten im . Jahre 1928 eine nicht unwesentliche Steigerung erfahren I tmmmpnunca־■r* ■■׳ mmKammmßmmumammmtamBammammammtatmmmummmnBaamßmßmmmu giösen Richtung angehörend, dar,- die er mit ebensoviel Gclehrsamkeit. ׳Mut׳־■ und Ueberzeugung wie mit Klugheit und gereiftem Urteil. vertrat.. In •halachischen Angelegenheiten korrespondierte •er mit R. Jehudä Assad1) ■und mit seinem Schwager R. Samuel Benjamin Sopbcr.2) Wir wollen nun an■ Hand der Akten des Archivs der Kultusgemeinde den־ Nachweis führen,, ,daß. R. Salamon Spitzer seine Größe und Bedeutung erst erlangen konnte, ׳nachdem ihm gelungen war, sich in Wien in der Ankerschul (in der nachmaligen Schiffschul) ein orthodoxes Milieu-zu schaffen. Hingegen •mußte er. sich während seiner 14jährigen Tätigkeit bei der. Wiener israelitischen KuUusgemeinde eine Behandlung gefallen lasssen, die. nur möglich war in einer Zeit, in welcher das Ansehen eines orthodoxen Rabbiners bei dem ״aufgeklärten“ Kultusvorstand der Kultusgemeinde gleich Null war. Aus dieser Periode der Knechtschaft wollen wir diesmal einige nicht uninteressante Dokumente veröffentlichen. R. Salomon Spitzer als Rabbinatssubstitut. Rabbiner Spitzer scheint schon im Anfang des Jahres 1858 in den Dienst der Kültusgemeinde getreten zu sein, denn aus den Akten geht hervor, daß er ein Jahresgehalt von 200 Gulden aus der Gemeindekasse bezog. Den Titel eines Dajans oder Rabbinatsassessors durfte er aber zu dieser Zeit noch nicht führen.3) Ein Jahr darauf, 1859, wurde R. Sal. Spitzer pls Rabbinatssubstitut in der Gemeinde an- שרת יהודה יעלה ירר סי' רמ״י, של״ג• \של״ח ר s)שי׳ח כתב סופר א1״ח קל״ס, ויו״ר סי׳ פ״ז 3) Protokollbuch 19. März 1858, Punkt 9. (Auch •die folgenden Quellenangaben beziehen sich auf die Akten des Archivs.) haben. Die Zahl der ständig bei der israelitischen Kultusgemeinde Beschäftigten, mit Ausschluß des im Kollektivvertrag stehenden Personals des Spitals, der Versorgung«- anstalt und des Badehauses, beträgt einschließlich der 35 Aerzte derzeit insgesamt 352 Personen. Die Zahl der in Kollekiivvertrag stehenden Angestellten des Spitals beträgt 114, der Versorgungsanstalt 41 und des rituellen Bades 11. Im Bezüge von Ruhe- und Versorgungsgeniisseu stehen 140 Personen, während 62 Personen, welchen ein Pensionsanspruch nicht zükäme, Gnadengaben beziehen'. Von den 220 nach dem Schema besoldeten Angestellten beziehen derzeit ein' Monatsgehalt: 53 Angcstellte weniger als S 300, 111 Angestellte von S 300!bis S 500, 41 Angestellte von S 500 bis S 800 1111(1׳ 15 Angestellte mehr als S 800. Steuerveranlagung. Im Jahre 1924 war die Anzahl der Steuerträger 52.986. Durch ein schärferes Erfasse!! der Steuerträger hofft die Kultusgemeindc nach dem vorliegenden Bericht noch im Laufe des Jahres 1928 auf 60.000 Zensiten zu kommen. Der Gesamteingang an Steuern betrug im Jahre 1924 S 1,259.585 (pro Kopf der Steuerzahler S 23.77)* im Jahre 1927 S 2,273.9S3 (pro Kopf S 41.43). Wahlberechtigte gab es im Jahre 1924 35.126, im Jahre 192S 37.557. Schlußbefrachtung. Am Schlüsse möchten wir noch zu den allgemeinen Behauptungen des Berichtes Stellung nehmen. Der Berieht schreibt: ״Eine besonders ins Gewicht fallende Steigerung der Ausgaben hat sich aus den erhöhten Zuwendungen an V c reine und Institutionen ergeben. Während die Subventionen für Bet hausvereine im Jahre 192-1 nur S 19.044 betragen haben, mußten hiefür im ־Jahre. .1927 S 66.508 verausgabt werden. Auf dem Gebiete des U n t c r r i c I11 s \v •e s e n s beliefen sich die von. der israelitischen KuUusgemeinde gewährten Subventionen im Jahre 1924 auf S 54.541 und stiegen im Jahre 1927 auf S 135.482. Die Subventionen• an Fürsorgcver ei n e* und Aktionen beliefen sich im Jahre 1924 auf S 63.979, im Jahre . 1927 auf S 133.629.“ ■ ./ . Wir glauben, daß diese Darstellung des Berichtes i etwas Tendenziöses an sich hat. Es scheint, daß dein Vorstande das ganze S u b v e 111 i o n s w es e n als - eine 1 ä s t i g e A11 g e 1 e g c 11 h e i t vorkom m t, mit der eigentlich die Kultusgemeinde nichts zu tun haben sollte. Man muß dies amichmen, denn sonst könnte man über diese Summen nicht als über ״eine besonders, ins Gewicht fallende Steigerung der Ausgaben“ sprechen, denn die Steigerung der hier angeführten Kapitei beträgt insgesamt S 18S.155. Die Ausgaben der israelitischen Kultusgemeinde haben im Jahre 1921 S 3,695.316 erreicht und •stiegen im Jahre 1927 auf . S 5,426.2334, also um S 1/730.91S, somit macht die Stcigerung, welche der Bericht als ״eine besonders ins Gcwicht fallende“ bezeichnet, nur etwa 11 Prozent der Gesamtsteigerung des Budgets aus. Die Aufwendungen der Kultusgemeindc für Kultus- und Unterrichtszwecke betragen im allgemeinen etwa nur 20 Prozent (des Gesamtbudgets, die Subventionen an Bethaus- und Unterrichtsvereine höchstens vier Prozent des Gesamtaufwandes derselben, so daß es durchaus ungerechtfertigt und verfehlt wäre, ״die Sanierung“ der Kultusgemeinde durch Drosselung der Subventionskosten, speziell für Kultus- und Kulturzwecke zu beginnen. Umgekehrt, wir glauben, daß die Kultusgemeinde zu ihrer Sanierung es dringend nötig hat, Kultus und Unterricht in der Wiener jüdischen Gemeinde zu vertiefen und religiöser zu gestalten. In dieser Annahme, bestärkt uns die Bevölkerungsstatistik der Wiener Juden in auffälliger Weise, im Jahre 1924 sind in Wien 2557 Kinder geboren, diese Geburiszift'er soll noch mit den 316 Eingestellt.1) Dail Ansteliungsdekret vom 31. Jänner lautete folgendermaßen: ״Wir. haben laut Sitzungsbeschiusses vom 26. d. Sie als Substituten des Rabbiners'-der hiesigen"isrä'e-- litisC'hen Knltusgemeinde• ■ in Fleischangelegeiibeiten ■mit einem Jahrcsgehalt von800־ Gulden (achthundert Gulden., ästen־. Währung) angestellt und teilen Ihnen die auf Ihre . Dienstleistung bezügliche Instruktion anliegend mit.2) Die- .•; sem Dekret wurden nachstehende Instruktionen beigefügt:. - . ״in der mittels Anstellungsdekret vom 31. d. bezeichneten ■ Eigenschaft sind Sie •gehalten, den Dienst in den! Schlacht-, haus wie in der Fleischbank unter Leitung und Anordnung des Rabbiners Herrn Horwitz zu versehen. Es ist somit Ihre. Aufgabe: I. Die von ■der Gemeinde angestellfen Schächter zu überwachen, ihre Scblachtmcsser, so oft ■es erforderlich, m ,untersuchen und über die bei der Untersuchung dev Lunge etwa sich ergebenden Zweifel nach bestem Wissen und Gewissen den Schächtern Bescheid zu geben. 2. Deii in der Fleischbank fungierenden Geflügel schüchtern in erstangedeuteter Weise zu überwachen, ferner auf das Reinigen und Begießen des Fleisches, endlich auf die von betreffenden Schächtern au den Fleischteilen angebrachten Koscherzeichen stets ein wachsames Auge zu haben. Es wird daher den Schächtern, Metzgera und Pächtern der strenge Auftrag erteilt werden, sich Ihren diesfälligen Weisungen ebenso zu fügen, wie denen des Herrn Rabbiners. 3. Sollten Sie irgendwie in ritueller Beziehung auf Widerspruch stoßen oder einen Uebelstand entdecken, so sind Sie verpflichtet, Ihren Vorgesetzten, den Herrn Rabbiner, unverzüglich davon in Kenntnis zu setzen, damit es ihm möglich werde, die schleunigste Abhilfe leisten zu können. 4. Bei der Approbieruug oder Kassierung eines Schächters *) Protokotibuch 19. Jänner 1859, Punkt 6. a) Kopierbuch 31. Jänner 1859, Nr. 19»

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