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Jüdische Presse · 1928-11-16 · 44 (16.11.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
44 (16.11.1928)
Date
1928-11-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2So JÜD1SÜHE PRESSE Nr. 44 tffiffactffiiAtiiiuciiitUHsit] Mm₪m₪₪M₪₪M₪j Sorgfältigste Lieferung In plombierten Sieben von 1 Sack SO kg angofangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons 5$ JULIUS HABER Kohlen• und KoksgroShandlung Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-378 Wien, fl, TaborstraBe 9 Fern1|1rosh«r Nr. 41*0•» fflftilffllffllM von der Union othodoxer Rabbiner Amerikas einberufene Protestvcrsammlun« gegen die Verfolgung des jüdischen Glaubens in Sowjetrußland aibgehalten, in der auch Mitfflieder des Kongresses der Vereinigten Staaten das Wort ergriffen halben. Der republikanische Kandidat für den Gouvcrneurpasten des Staates New York, Herr Albert Ottiriigcr, bckamittiah ein Jude, und der demokratische Gouverneurskandidat, Frank Rosseveit, sandten Begrüßungs-kundgebungen, in denen sie sich mit der Protestaktion solidarisch erklären. Die Versammlung nahm eine Resolution an, in der die Regierung der Vereinigten Staaten aufigefordert wird, der Sowjetrogierumg so lange die Anerkennung zu verweigern, als die Ralignonsverfolsungen in diesem Lande andauern. ״Emeß“ klagt über d’e Entwicklung von Chedarlm und Jeschlwoth. (J. T. A.) Die Zeitung JEmcß“ klagt über die Entwicklung von Chedarim und Jeschiwofch in Rußland und führt als Beispiel an, daß in der Jeschiwah zu Newel 300 jüdische junge Leute herangebildet und dazü mit Nahrung und Geldstipendden versorgt werden. In Smolowitsch gibt es 5 Chedarim mit 75 Kindern, sowie eine Jeschiwah. In Potrikow gibt es 5 Chedarim mit 46 Kindern im Alter von 7 bis 14 Jahren, in Tschcrwen 5 Chedarim mit 40 Kindern. In Minsk erhalten die Chederschüler dreirqal täglich Mahlzeiten. Die Kinderlehrer haben neue Arbeitsmethoden eingeführt. Spielen und Singen unterbrechen angenehm äi!e ernstere Lernarbeit. Die Ent- Wicklung der Chedarim geschieht zum Nachteil der jiddischen Sowjetschulen. Aber auch die Lehrer der Sowjetschulen sind meist religiös, lassen ihre Kinder beschneiden und beobachten die jüdischen Feiertage. (Wer die Methoden der Jewsekzia kennt, weiß es. daß solche .,KHgen“ die Einleitung von einer neuen Ketzkamoagne fcedeuten. Es ist ebenso unverständlich wie unverzeihlich, daß die große jüdische OsüentHchkeit noch immer kein Ohr und kein Interesse für die Klagen unserer jüdischen Bruder in Rußland zeigt. D. R.) Die Mlnsker große Synagoge in ein Kino untgewandelt. (J. T. A.) Die vor einiger Zeit in einen Arbeiterklub umgewaudelte frühere große Synagoge von Minsk ist nun zu dinem Filmtheater umgestaltet worden; es werden in dem Gebäude bereits alltäglich Filmvorführurigcn geboten. : Julius Rosenwald tritt nicht in die Jewish Agency ein. Er Ist nach wie vor gegen das Palästina- und für das . Rußland werk. (J. T. A.). Der Chikagoer Millionär und 'Philantrop Julius Rosenwald, der unlängst fünf Millionen Dollar für das jüdische Kolonisationswerk in Rußland gespendet hat, gewährte Vertretern der Presse ein Interview, in dessen Verlauf er erklärte, er werde nicht in die Jewish Agency eintreten, er stimme' mit Bezug auf Palästina■ mit den Herren Louis Marshall und Felix M. Wartung nicht überein. Er könne sich nicht zu dem Glauben bekehren, daß mau mit Hilfsgeldern eine Immigration ■machen könne. Mit dom Gelde, mit welchem man in Palästina eine einzige Familie aosiedielt, könnte man in Rußland fünf Familien helfen. Die Pressevertreter stellten an Herrn Rosenwald die Frage, was z. B. mit den Juden in Polen und in anderen Ländern, in denen die jüdische Bevölkerung wlrtschaftlioh entwurzelt wird, geschehen solle. Herr Julius Rosenwald erwiderte: Wenn die polnische Regi1eruu׳g Sied'luutgslatid z!ur Verfügung stellen und eine jüdische Kolonisation auch sonstwie •uutersützen würde, ■dann würde man für die polnischen Juden eine Aufbauaktion ähnlich wie in Rußland durchführen. Judenpatente und moldauisches Judentum in der vormärzllchen Aera. Nach Akten bearbeitet von Dr. phil. Chaim Tennenhaus (Wien). Bemerkung: Nach einer Verordnung vom Jahre 1786 wurde der moldauische Landstrich (Kreis Czernowitz) unter die galizische Landesherrschaft gestellt. Die administrative Vereinigung dauerte bis zum Jahre 1850 an, in welchem Jahre das ״Buchenland“ auf Grund der österreichischen Reichsverfassung vom 4. März 1849 zu einem eigenen Kroniand erhoben wurde. Die moldauischen Juden nahmen diese Vereinigung mit geringer Freude entgegen. Mußten sie doch befürchten, daß gewisse ,,polnische Judengesetze“ in ihr Ländchen eingeführt würden. In dem ersten Jahre nach der Vereinigung scheinen sehr viele ״nützliche ackerbauende oder arider erlaubte Gewerbe treibende Juden aus dem Kreise Galiziens oder Gegenden der österreichischen Erb- 1 ä n d e r“ in der Bukowina eingewandert zu sein. Auch war die Uebersiedlung von Juden aus dem Czernowitzer Kreis in einen galizischen gegen Beibringung eines ״vorgeschriebenen Aufnanms- und Entlass ungs- Scheines“ gestattet. Erst zu Beginn des Jahres 1788 war die Uebersiedlung der Juden mit Ausnahme von ״A c k e r j u d e 11“ ״als nicht r ä f 1 i c h“ eingestellt w orden. In diesem Jahre wurde seitens des Wiener Hofes der erste Schritt zur Einschränkung der moldauischen Juden ehe» getan. (Heiratelizenzen .sollten nur dann erteilt werden, wenn eine jücit• sehe Familie, sei es durch Tod, Auswanderung usw., im Abgang war, oder wenn jüdische Familienväter, die für neun Monate mit den ״Steuern“ im Rückstände waren, vertrieben wurden.) Wie in den früheren Fahren, wurde auch jetzt eine allgemeine Judenbeschrmoung vorgenominen. Zur Evidenzhaltung der Steuerfähigen und des jüdischen Volksbestandes wurde den einzelnen Familienhäup.tern ein Familien- (Steuer־) Büchei gegeben, in weL Oberrabiner Rabbi Samuel Gottiieb צ״ל! Die ganze ungarische Judenheit ist auf das tiefste ergriffen von der Trauerbotschaft vom plötzlichen Hin־ scheiden eines ihrer besten tirtd hervorragendsten Rabbiner, des Oberrabbiners von Papa, Rabbi Samuel Gottiieb זצ״ל Im Alter von 52 Jahren, kaum eineinhalb Jahre auf dem Rabbinateitz in Papa, erfaßte ihn, wie ein Blitzstrahl aus dem blauen Himmel, der unerbittliche Tod. Mit ihmi sinkt ein großer Talmid Chochom und zugleich ein vornehmer, edier Mensch ins Grab und läßt eine Lücke* zurück, die nicht leicht auszufüllen sein wird. Aus kleinen Anfängen hat er sich durch Fleiß und aufrichtiges Streben nach Vervollkommnung emporgerungen. Von wahrer Frömmigkeit beseelt, half ihm sein unbeugsames G-tt* vertrauen über alle Schwierigkeiten hinweg, bis ihn ein unerforschlicher Beschluß des Schöpfers unerwartet aus unserer Mitte riß. Freitag den 26. Marcheschwan hauchte er seine reine Seele aus. Er waf Schüler der Huster und Preßburger Jeschiwa gewesen und Schwiegersohn des Oberrabbiners I. S. Reinitz 1צ ל in Miskolc. In jungen Jahren wurde er Oberrabbiner in Sebes und dann Tolcsva. Dort wirkte er segensreich, bis er vor zirka eineinhalb Jahren nach Papa berufen wurde, wö an seine Tätigkeit die besten Hoffnungen geknüpft wurden. Er gab mehrere anerkannte Werke heraus und hinterläßt wertvolle Werke in Handschrift so ein Werk אוצר חלבית על חלבות אבל־־ם und eine vorzügliche ירשית Sammlung. Zur ד,לןי׳ die Sonntag stattfand, strömten hunderte aus allen Gemeinden im In- und Ausland herbei und auf alle Gemüter drückte das. Tragische dieses Falles beklemmend. Es hielten aufrüttelnde, mit strengen דברי מיסד durchsetzte Hespedim die. Herfen: Rabbiner Michäel Pre ß bu rger, Dajan der ^וווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו!וווווווווווווווווווווווווווווווווו!וווווווו1ו!וווווווווו!וווווווווווווווווווווווו!ווווווווווון | Preis and Qualität unerreicht! | 1 Sie müssen schon jetzt Ihren Bedarf decken, weil §j g wir wieder vergrößern und während des Umbaues |§ i unser Lager reduzieren müssen. Alle Herbstrieu- §§ § heiten in reichster Auswahl zu beispiellos billigen g s Preisen! g I Stoffe: 1 § Mode-Bordiiren-Kasha . . . . . . S 2.90 jg §§ Kleiderstoffe. 100 br. . . ,'י . . . . . S 2.90 | g Kleider-Popeline, 100 br. . : . . . . . S 3.90 jg. §§ Mantel-Flausche und Veloure, :140 br. . . . S 9.80 1 jg Doublö für Mäntel, 140 br. . ..... S 9.SÖ §g g Zibeline, alle Farben, 140 br. . .. . . . . S 12.90 g 1 Seide, PIttsche, Samle: jf ff Failie de chaire, 80 br. . ..... . . . S 2.90 g g Brokate, alle Farben, 80 -br. . . . . . . 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Jeder Käufer eihält ein Ueschenkf g ^iNIIIIIIIIIWPWIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIWHIBIIIIIIHIIIHIHIIIIIIHIIIIIIIIIIHIIIIHIIIHIIIlllllllllllllllllllJIIHilliyHllllll^lllillllg^ ehern die ihm gehörigen Familienmitglieder und das Haus^ gesinde eingetragen waren. In diese Zeit fällt auch die Namensgebung der moldauischen Juden. Die Gemeindemitglieder waren in vier Klassen, je nach ihrem Vermögen, geteilt worden. In die eiste Klasse kamen diejenigen, welche sich mit Iiand- oder Lohnarbeit beschäftigten. Ihre Zahl betrug ungefähr 300. Zur zweiten Klasse gehörten die Bediensteten der Gemeinde. Zur dritten Klasse gehörten ■die Händler, Gewerbetreibenden (Engros-Händler), Ackerbauer und Großkaufleute, und zur vierten Klasse die!« jenigen Juden, die auf Gemeindeunterstützung angewiesen waren. Am 1. November 1789 trat eine Wendung im Leben der moldauischen Juden ein. Mit dem Erscheinen der Josephinischen judenordnung vom 7. März 1789 drang der erste schwache Lichtstrahl in das nächtliche Dunkel des Lebens der ehemaligen türkischen Juden ein. Dieses jüdenpatent gestattete den Juden das Eindringen in jeden Berufszweig, hob die Beschränkung der Judenehen auf usw. Viele bessarabische Juden wanderten damals in der Czernowitzer Kreis ein. Dieses neue Patent hatte im allgemeinen seine Geltung bis 1848. Jedoch kamen im Laufe der Jahre Einzelverordn ungen hinzu, die die moldauischen Juden der Rechte und Begün־ stig ungen des Josephinischen Judenpaten־ tes für verlustig erklärten. So blieben sie auch als Teil des polmsch-galizischen Judentums ein ״aus staats wirtschaftlich er N o t w e n d i g k e i t g ed u 1 d e t e s fremdartiges Eleraen t“, denn die mol־ dänischen Juden wurden — obgleich nach den demokratischen und humanen Gesetzen alle Einwohner der E r b 1 ä n d e r als g 1 e i c h w e r t i g e behandelt werden sollten — genau so wie in der ״Aera Eir zenberg“ behandelt. Bei näherer Betrachtung der einzelnen Verordnungen werden wir . den unmenschlichen Geist, der beim Wiener Hofe diesem winzigen Juden־׳ häufchen gegenüber herrschte, sofort erkennen. Der nächstfolgende Artikel soll uns ein Bild davon geben.• Während durch das Patent vom Jahre 1789 bei den Juden der polnischen Provinzen der österreichischen Erbländer sämtliche . Beschränkungen in bezug auf Eheschließungen bezw. auf eine festgesetzte Zahl derselben aufgehoben wurden (es wurde ihnen sogar eine £1־oße Freizügigkeit in allen Städten gewährt), so ver- . loigte der Wiener Hof die mo 1 da uis cheu j Ur | כשר SEIFE Marke; ALEFBETH mit הבשר ^es 0rtb Rabbinatsasseasors, Kosice. erzeugt ״POLIO» FRIEDMANN St CO. ■HflHB Seifen- und Kerzenfabrik, KQ$1CE -™-1 ו || Papaer Gemeinde, im Namen der Gemeinde, Matisjohu Gott lieb, ältester Sohn des Verblichenen, gegenwärtig Zögling der Preßburger Jeschiwa, Rabbiner F. S u ßmann (Budapest) im Namen der Budapester orthodoxen Gemeinde, Oberrabbiner Snyders (Raab), Rabbiner Ehrenfeld (Miskolc), Schwager des Heimgegangenen, Oberrabbiner U. Preßburger (Bonyhad), Oberrabiner Sch. Weiß (Simonyi), Direktor Widder (Papa) für die Religionsschule in Papa, Rabbiner Salomou Unsdorfer in Vertretung des Preßburger Oberrabbiners und der Preßburger Gemeinde, Oberrabbiner Soffer (Tet), Oberrabbiner Steiner (Oyömöre), Oberrabbiner Fischer (Sarvar), Rabbiner Welz (Budapest) und Oberrabbiner F. Donath (Onod), Neffe des Verblichenen. Zahlreiche Gemeinden sandten Deputationen, die der Papaer Gemeinde und der tieftrauernden Familie ihr Beileid zum Ausdruck brachten. Möge der Opfertod dieses Zadik der Beginn einer neuen Zeit für den Friedet! irf. den Gemeinden werden, damit wird sein Andenken zum Segen werden זכר צריק לברכת Der Oberrabbiner von Kairo gestorben. In Tel Awiw v erstarb im Alter von 85 Jahren Rabbi Rafael Ben Schinicon, einer der hervorragendsten jüdischen Gelehrten des Orients und Verfasser mehrerer vkil beachteter tahnudischer Schriften. Rabbi Raphael Ahron ben Schimon war eine bekannte Thoragröße, eine Führerpersönlichkeit von gr.oßem Format und von größtem Einfluß auf‘die Sefardim des gesamten Orients. Er gehörte zu den Wortführern der Krakauer Konferenz, diie vor etwa zwanzig Jahren dort den Eid gegen die Ritualmordbeschuildigung ablegte. Nach dem Tode des Chacham Baschi Rabbi Mosche Effendi in Konstantinopel war Rabbi Raphael nach Ansicht aller Kenner und Freunde der jüdischen Sache irn nahen Orient der einzig gegebene Kandidat für dieses Fiirstenrabbinat. das seitdem freilich im Wandel der Zeiten an Glanz verloren hat. Politische Machenschaften setzten damals׳ gegen ihn ein und er unterlag dem Kandidaten der Alliance Israelite Universelle Ghacham Nachum. Rabbi Raphael blieb in Aegypten und wirkte, getragen vom Vertrauen seiner Gemeinde und den Behörden, über zwanzig Jahre zum unermeßlichen Segen für Gemeinden und Gemeinschaft. Als er vor wenigen Jahren von seinem Amte zurücktrat, erwart) er sich in Tel-Awiw ein kleines Anwesen, wo er seinen Lebensabend in Ruhe und im Studium der heiligen Lehre verbrachte. Am politischen Leben nahm er keinen Anteil mehr. Sein Wunsch war, auf dem Oelberg in Jerusalem bestattet zu werden, der ihm nun erfüllt wurde. In Tel-Awiw waren am Tage der Ueberiiihrüng sämtliehe Geschäfte geschlossen. Vom Rabbinate war Arbeitsruhe angeordnet. Man sah hinter der Bahre neben allen Teilen der Tel־Aw׳iwer Bevölkerung auch Vertreter der Behörden sowie Vertreter des Rabbinates, ׳der Gemeinde und der Regierüngsibehörden von Kairo. In Jerusalem hielten ergreifende Hespedreden Clmchüin Usiel und Rabbiner J. Horovicz; Eine Ehrendeputation von Schutzleuten und Schüler der Talmud-Thora-Schulcn führten den Trauerzug an. R. Nachum Rcssnleld. יצ״ל Im Alter von 67 Jahren verschied vergangene« Feitag nachts R. Nachum R 0 s e n f e I d. eine der führenden Persönlichkeiten der Warschauer Orthodoxie. Der Verblichene war Mitglied des G. A. der Agudas Jisroel und seit den jüngsten Wahlen auch Vorsteher der Warschauer Kultusgemeinde. Seine Wohltätigkeit war stadtbekannt und er gab immer mit beiden Händen. Viele Jeschiwoth und Thoralehranstalten haben nur dank seiner Munifizenz existieren können. Er selbst war ein sehr großer Talmud- Hochom, noch größer aber war er in der Verehrung von Talmidei Hachamim und in der Unterstützung ihrer Werke. Auch seine Gastfreundschaft war in Warschau sprichwörtlich. Seine Wohnung beherbergte zu jeder Zeit zahlden, die nach der Vereinigung mit dem polnischen Landstrich eigentlich als ״polnische Juden“ angesehen wer■• den sollten, in der unbarmherzigsten Weise. Die Zahl der seßhaften moldauischen Juden durfte nicht vergrößert werden. Aus Polen, der benachbriijen türkischen Moldau und Bessarabien wanderten aber ׳v|ele Juden in das Buchenland ein, da sie hier eine klei►• nere Steuerquote zu entrichten hatten. Zu Beginn des ti&eanzahnten Jahrhunderts erfolgte eine Verordnung, ״daß die Juden in der Bukowina auf die in der Josephinischen Judenordnung vom 7. Mai 1789 den galizischen Juden zugestandenen Begünstigungen keinen An־ Spruch haben und daß alle seit dem 1. No׳• vember 1786 (dem Tage der Vereinigung der Bukowina mit Galizien) in der Bukowina auf welche Art immer zugewachsenen Judenfamilien oder einzelne Juden dorthin, woher sie gekommen sind, abgeschafft werden.“ (Diese Ver- Ordnung [Hofdekret vom 5. Juni 180 6] ist der letzte Ausweisungsbefehl der Habsburger gegen die moldauischen Juden.) In einem andern Reskript heißt es u. a.: ״...endlieh sollten nur diejenigen Jude n, welche im Jahre 1783 zum Verbleiben in der Bukowina klassifiziert worden waren, lcünftighin hier geduldet werden und auf jene Nahrungszweige zurückgeführt werden, welche ihnen bei ihrer Klassifizierung im Jahre 1783 angewiesen wurde n.“ Auch sollten jene Juden, welche zwar im Jahre 178 3 klassifiziert wurden, jedoch nachher ausgewandert und erst nach dem 1. November 1786 in die Bukowina zurückgekehrt waren, ausgewiesen werden. Diese Verordnung traf auch jüdische Pflege- und Ziehkinder. Etwa 300 J udenfamilien sollten abgeschafft werden. Wieder brachen schwere Zeiten für die moldauische Judenschaft an- Es wurden Sammlungen veranstaltet, um Geldmittel aufzubringen, die eine Reise nach Wien zwecks Vorsprache heim Wiener Hof ermöglichen sollten. Trotzdem es verboten war, Geldsammlungen zu veranstalten und Depu־ tationen nach Wien zu entsenden — wurden doch die Polizeidirektionen in Wien und Lemberg beauftragt, mojdauis.cbe Juden, die etwa

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