Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 43 (9.11.1928)
- Date
- 1928-11-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 43 JÜDISCHE PRESSE Seite 277 I SEIDENHAUS S. WILLHEIM wm₪₪₪₪₪m₪mm₪₪₪₪m₪m₪₪₪m₪₪m₪mm ..... - ■■■■■■■■■ WIEN I., TUCHLAUBEN 8 auf die jüdische Jugend, welcher die slowakische Sprache, zufolge der ׳wahrhaftig aufopfernden Arbeit des Lehrkörpers, so «©läufig ■geworden, als wenn ■sie ihre Mutterspräche ׳wäre. Nach der Schulfeier wurde eine F c s t׳v׳e r s a m rn- 1׳ u n 1g der G e ׳m e i n d e r e ,p r ä!s e n t a n z abgeh alten. Nicht ein;Repräsentant ׳blieb!derselben ,fern. Gemeinde- Präses 'Dr. Sigmund Neuwirth eröffnete die ■Sitzung mit einer ׳Rede, deren Schönheit ■und Sachlichkeit einen stürmischen Beifall aus'löste. Objektivität von Anfang ■bis izu Ende zeichnete diese ׳Rede ,aus. ׳Sie ׳war vom ׳Herzen Einm Herzen gesprochen und deshalb der große Eindruck. Vorsitzender warf einen!Rückblick ■auf die verflossenen Eehn Jiahre, »verglich die Zustände unseres ■Staates mit denen der Nachbarstaaten.!Er sagte ■unter ׳anderem: jDie!Kulturstufe eines ■Staates!wird!von der Art und Wieise der Behandlung!der Juden'!beurteilt, du einigen׳ Nachbar- Staaten!wütet noch immer der Antisemitismus. Bei uns!konnte er keine!festen ■Wurzeln fassen. Die!so rasche KonsoHdierung der »Verhältnisse!in »unserem 1Staate hat in der »ganzen ■Welt Bewunderung ausgelöst. Warum? Weil das!Losungswort seines greisen, ■Achtung und Ehrfurcht gelbietenden ׳Führers, des!Herrn!Präsidenten T. G. M׳a.s,aryk, ■stets die Gleichberechtigung ■aller ׳Bürger ohne Unterschied der Konfession gewesen und weil d׳ies auch das ■feste, unerschütterliche Prinzip aller!unserer hervorragenden! Staatsmänner .ist. Unser Staat wurde auf Basis der 'Demokratie aufgebaut und deshalb sein so rasches Aufblühen. Wir Juden: wissen dies am besten zu, würdigen und ist cs deshalb bei uns keine ■landläufige Phrase, sondern ׳c׳in Herzensbedürfnis, ■wenn wir das!zehnjährige Jubiläum des!Bestandes!der Republik ■feiern.** ■Uelber Antrag des Vorsitzenden, tbeziw. Vorstandes wurden iBegriißunigsdepeschen au!den!Herrn Präsidenten Masaryk, an ■den Ministerpräsidenten und!an den Proivinz׳ional־Präsidenten :albgesemdet. Schließlich wurde über Antrag des Vorstandes einstimmig!beschlossen, zum Andenken ■an die Jubiläumsfeier ein Ma s a!r y׳k-iS tiip end imm zu gründen.!Es wenden alljährlich am Ende!des!Schuljahres 1000 ■tsch. K unter Schülern der Volksschule und der Talmud-Thora-Schule, welche in der ׳slowakischen Sprache d׳ie ■scheusten Fortschritte!machten, verteilt werden.. Die ausznzeich 11 enden Schiller hat ■eine Kommission,!bestehend aus dem jeweili- •gen Gemeindeipräses, Schulinsipektor, ׳Schulkainimissions- Präses und!Direktor unserer Volksschule, •zu!bestimmen. ' -!Die Sitzung ■schloß 1G׳em ei nid ©Präses D1\ Sigmund Neuwir'th unter!Hochrufen auf den Herrn Präsidenten Masaryik ■und auf die Republik. Auch!die A g u ■da׳s- J ■i!s ■r oel - J11 g e n d gruppe ln Presav hielt au׳s Anlaß des Staabsjuibiiläums eine!Fest- Sitzung ab, über deren Verlauf uns folgender Protokoll-, Auszug zuging:!Den Vorsitz ■führt Präses Salamon Reinitz, das׳ Protokoll!Schriftführer Ludwig Licht. Tagesordnung:!Die -Gründung^eincs״:F011׳ds zum..!Andenken an. die 10. Jahres-, wende de!s!Bestandes der tschechoslowakischen׳ Republik.!Der Vorstand!beschließt, eiinen!Fonds zu gründen! dessen Zinsen!am Ende ■eines ■jeden Schuljahres an denjeniigen Schüler der Schule!der orthodox-israelitischen Kultusgeme'inde ziu Presoiv ansizufolgen!sind, ■der laut Angäbe!des Lehrkörpers obengenannter Schule die ,besten Kenntnisse in!der ■Geschichte und Venfassunigskunde der tschechoslowakischen ,Republik äufweist. Zur Gründung dieses!Fonds votiert die ״Agudas Jisroel“-Jugen)d1gr1u1ppe tsc'h. 1K;1000 und verpflichtet sich. Filiale: Graz, Bismarckplatz Nr. 5 Die große Mode Velour-Chiffon imprlme, Velour-Chiffon fagonne in kolossaler Auswahl zu fabelhaft billigen Preisen. — Ferner: Crepe Faille, Ctepe Flesch, Crepe Satin, Crepe Georgette in den neuesten Modefarben. Crepe de Chine, alle Farben . . S Crepe Georgette, alle Färben . . S Crepe Satin, alle Farben . . . . . S Crepe Lavable, alle Farben . . . S Toile de Soie, alle Farben . . S Japan-Pongis, alle Farben . . . . S Ia Schnütlsamt .- . . S Seidenfutter-Brokate . . . . . S Ia Kleidersamt, alle Modefarben . S Feinster Velour-Chiffon, in allen Farben, 100 cm.S Velour-Chilfon imprime, her! liehe Dessins . . . . ... . S 13.50, 13.80, 9.80, 11.-, 19.-, 4.90, 11.80, 7.80 9.80 16.- 13.50 6.80 2.90 3.50 3.80 9.50 19.- 28.- ■durch eifrige Sammlung unter!ihren Mitgliedern diesen Betrag;zu vervielfachen.!Gleichzeitig fordert sie ׳sämtliche ״Agudas-Jisroel“- Jugendgriippen!der Slowakei ,auf. ebensolche ,Fonds zu gründen oder •zu dem Fonds ׳ der Presaver ,.׳Agudas- Jisroel“־tJugenlcigruppe ׳beiizustenern. Der Zweck dieses!Fonds' ist,!die jüdische Jugend zum eifrigen Studium der!Geschichte ׳unserer Republik’ anizusipornen,!da eben die׳' gründliche Kenintnis der Vergangenheit unseres Vaterlandes,;: unsere Jugend in!der .!aus der Thora geschöpften Vaterlandsliebe zu bestärken, besonders geeignet ,ist. IDle ,yAgudas-Jlsroef-Juigendgrupipe gedenkt ,aus diesem feierlichen Anlässe ,ehrfurchtsvoll »des greisen Gberhauptet unserer!Republik^ »de!s Präsidenten Thomas G. /Masaryk. ,dessen »Ideale .zu verwirklichen wir als eine unserer erhabensten!Pflichten erachten, und ehren, iwtir uns selbst damit, indem wir• »bbeti genanntem Fonds für alle Zeiten den Namen ״T. G. M׳a׳s a r y;k-F o.nd s“ der A1g111da,s־J1i1sro׳e!l-Jugen1dgru,pp׳e ,verleihen.!Der 'Vorstand ibeschließt, ׳zur Ausarbeitung׳!der näheren »Bestimmungen eine ׳dreigliedrige Kommission zu entsenden. Moldava: Am 2S. Oktober. .•veranstalteten wir im Tempel •einen Ju!b il ät!;m!s -G -11 e:s׳d i e ns t. Die ■Teilnehmer, sowohl Juden als!auch Vertreter ׳der ׳־Behörden, wären so zahlreich,!daß!der Tempel •s'ie. ,nicht!fassen konnte. Auf VonscWiag!des •Herrn •O b'׳־e f r a •bib מ■ נ e־rs' Tannen- ׳bäum wunde ein ׳Fonds gestiftet als'!Beitrag zu einem Haus im iStadteil des ‘slowakischen Kole'l ׳ in Jerus ׳a 1 e m, 1da:s auf!den״!Niäfnert ■dis Herrn Präsidenten Masar y k erbaut!wenden soll.-lDre Ildee fand großen Beifall und es wind erwartet, da/j .!alle Gemeinden zu ihrer Verwirklichung beitragen׳ werden. . An die Leser! Mehrere Nachrichten konnten wegen Platzmangel in der heutigen Nummer nicht gebracht werden. Selbständigkeit! Sehr geehrter Herr Redakteur! Es ist!zweifellos ein Verdienst Ihres ■derzeit einzigen orthodoxen 1Blattes in Wien, ■daß Sie die!Frage der bevorstehenden Kultuswahlen ■vom Standpunkte der Orthodoxie zur öffentlichen Diskussion gestellt haben.!Ich will hoffen, daß Sie loyalerweise auch mir ׳das Wort erteilen ■werden, .zumal ich dieses Problem von• der :höheren Warte •des Ges a m t interesses der Gesamt Orthodoxie erörtert wissen möchte. 'Für :mich stellt, ebenso wie für Sie, die Frage der Selbständigkeit der!Orthodoxie im ,Vordergründe. Will sich, eine!pflichtbewußte Orthodoxie als organische 'Einheit zur Geltung bringen, sich nach außen stärken und nach inuen erneuern, insbesondere der orthodoxen Jugend neue Impulse geben, so muß sie selbständig auftreten. Ich bin gegen jede Versklavung der Orthodoxie,' insbesondere dagegen, dieselbe zu irgend einem Anhängsel irgend welcher Partei zu ■degradieren. Wenn . jemand sich zur Religion bekennt, muß er logischer weise sich der Orthodoxie anschließen, keinesfalls kann es aber umgekehrt verständlieh sein und• sachlich begründet ■werden. Aus der Tatsache, ■daß die!Union sich angeblich zur ׳Religion bekennt,, kann weder die Pflicht!noch das Recht abgeleitet werden, ihr nacliEiilaufen.;Ist ■die Union die Trägerin der!Religion und die Orthodoxie nur ihre Mitläuferin? Ich schätze zu hoch jede orthodoxe ׳Gemeinschaft, mag sie in manchen taktischen Belangen anders orientiert sein als ich, um sie auf ein solches niedriges religiöses Niveau herabzusetzen. Ich!möchte hier nicht erörtern, wo .die größere Gefahr für die Orthodoxie liegt, ln ■dem auch von mir bekämpften irreligiösen Nationalismus oder in dem von der ״organisierten Orthodoxie“ favorisierten antireligiösen Libera'lisrnus. Tatsache ist, daß Nationalität und!Religion zugegebenermaßen synthetisch vereinbar sein und im konkreten jüdischen ■Falle eine h i s t 0 r i sehe Einheit ■darstellen. (Hingegen sind Liberalismus und Orthodoxie ebenfalls zugegebenermaßen niemals vereinbare Begriffe gewesen und können es auch nie werden, wenn die Orthodoxie sich ihres heiligen, historischen Wesens und ihrer grundsätzlichen, historisch überlieferten Weltanschauung nicht begeben will.!Der (Liberalismus, mag er auch Tribute und Schweigegelder a׳n die ,Orthodoxie leisten, ist und bleibt der historische und ewige Feind ■des gesetzestreuen Judentums, weil er die Religion nicht ׳konservieren, sondern reformieren, dieselbe den anderen Religionen anpassen und der modernen, dem Judentum wesensfremden Kultur angleichen will. Für mich sind aber insbesondere auch erzieherische Momente entscheidend.!Durch solche dauernde Zusammen- Schlüsse;bildet sich laugsam ein inneres Verhältnis zwischen Orthodoxie und Liberalismus. Durch fortwährende Betonüng des angeblichen!Bekenntnisses ,zur Religion der liberalen!Union entsteht langsam ',ein ideelles iGemeinschaitsgefüh'l, eine irreführende und 1"gefährliche Ideenverwandtschaft. Die ׳Orthodoxie leistet'durch diese!Betonung und durch ihren Verzicht auf Selbständigkeit dem Liberalismus Vorschub, •Öffnet ihm Tür und .Tor und insbesondere ■dem Zugang zu!m־!Herzen der orthodoxen Jugend.'!Daher habe ich sowohl!bei den vorigen, wie bei den bevorstehenden Wahlen stets auf die Selbständigkeit ■der Orthodoxie, •die ich vertrete, geachtet. ׳Ich habe aus grundsätzlichen und erzieherischen Erwägungen stets abgelehnt, Wahlpaktc mit unreligiösen ״Parteien zu schließen. Durch die Selbständigkeit und ■den offenen und mutigen Kampf wird das orthodoxe Bewußtsein ׳der jüdischen Masse gehoben, der Jugend neue Impulse ״zugeführt und — was mir besonders wichtig ■scheint — eine Abgrenzung zwischen Orthodoxie lind ■Liberalismus jeder .Art herbeigeführt.!Meine ׳Devise lautet: Durch 1Selbständigkeit zur Er- Ziehung, durch Erziehung zur Selbständigkeit! Keine Konvenienzpartien mit ■dem Liberalismus! IMit Mut lind Würde soll die orthodoxe Fahne getragen werden.!Das Sinaisehe Program m, das selbständig und ö f f e n tlieh proklamiert wurde, soll sich nicht verstecken und abhängig machen.!Die Völker, welche — nach ■dem ׳bekannten Midrasch — die Thoragesetze nicht akzeptieren wollen, •hat G־tt rundweg abgelehnt und mit ihnen keine Kompromisse geschlossen. )Mit bestem Dank für •die freundliche Aufnahme dieser Zeilen bin ich Ihr ergebener Viktor Bauminger. Nachbemerkung der Redaktion: Obiger Artikel des Herrn Kultusvorstehers Baum i n g e r, dem wir auf Grund der freien Meinungsäußerung eines jeden thoratreuen Juden ln unserem Blatte Raum geben, lag unserem internen Mitarbeiter Herrn Wolf Pappenhelm im Satze vor. Er nimmt im folgenden zu den Ausführungen des Herrn Bauminger Stellung:_ ■ Reserviert ״״ ■ H! EISEN & C®, streng orth. ״^־״Restaurant 2ן H§ VII. Neubaugasse 15,Te!ephon B-30-9-61 53 Unsere Antwort.!Die Redaktion hat loyalerweise (viele werden es unerhört finden)!Herrn Bauminger ■die Spalten dieser Blätter ■zu einem Artikel geöffnet, der ausgezeichnet wäre, wenn ihn ein ׳Orthodoxer geschrieben •hätte, der!jedes Zusammengehen mit a- oder antireligiösen Elementen ablehnt. Von einem Misrachlsten, der wo'hl das Recht hat, auf den Zionistenkongressen dröhnend gegen die Religionsfeindschaft der zionistischen Leitung zu protestieren, aber verpflichtet ist, umzufallen und dieser Leitung blind alles zu 1bewilligen, klingt es unkomisch. Was iMisrachi ist und ob es möglich ist, mit Misrachi einen religiösen!Block zu bilden, darüber klärt ein Artikel eines waschechten iMisrachi, Dr. Ernst ,Simon in Jerusalem, veröffentlicht in der ״Berliner Rundschau“ vom 2. d. M., gründlich auf. Dieser ״'Guten Appetit“ überschriebene, ,höchst un? appetitliche Artikel bezeichnet die (Stellung ■der Misrachi zu allem, was unverfälscht jüdisch ist. Er schreibt: ״Raw Sonnenfeld der separatistiche Konkurrent im alten Jischuw. Da ist sie wieder, die Volksfremdheit der alten Thoraweisen, die von diesen schlauen Politikern geprellt werde n.“ Raw Sonnenfeid ■ist von aller Welt, auch von den anständigen Zionistenführern, als der ethisch ׳höchststehende, weiseste, menschenfreundlichste und . uninteressierteste ׳Mann der heutigen Juden-heit anerkannt; daß diesen ״Mann eine ,prominente Persönlichkeit des IMisrachi in dieser Weise behandeln darf, ist typisch. Außer der absoluten Ge- und Verbundenheit des Misrachi an den ׳Zionismus ist es auch der gänzliche Mangel an Respekt vor der Autorität, der allein die Judenheit durch ׳die Jahrtausende ׳Gallith erhalten hat, der uns jede ׳Gemeinschaft mit dem ׳Misrachi ,verbietet. ׳Daß Raw Sonnenfeid gelegentlich des Kuikschen Fasttages wegen ■der 'Klagemauer erklärt hat,...!Sabbatentwei'hung, Untergrabung der!Sittlichkeit, "'bibelkritische Universität in Erez Jisroel seien weit beklagenswertere Dinge und eher eines Fasttages wert, als.es da für die erschütternden Vorgänge an der Klagemauer weit kräftigere Abwehrmittel gibt, stimmt vollkommen für• jeden■ frommen Juden. ׳(!Auch ׳Herr Dr. Ernst Simon zählt zu ihnen.) ׳Nun zurück zu 'Herrn Bauminger. Es ist nicht richtig, ■daß Herr Bauminger. für die Selbständigkeit der. 'Orthodoxie eintritt, da ihm Einheit •der Gemeinde •das höchste Gut ist. Daß Religion und!Natio.n .׳vereinbar sind, ׳heißt für uns, daß Jisroel nur als ,G-ttesvolk ein Volk ist,״daß aber mit Aufgaben ■der Religion der 'Volksbegriff• ein leerer Schall wird. Seit!Dezennien, besonders aber seit dem Unglückseligen Weltkrieg, hat es das moderne Judentum׳ auf- ■ gegeben, ■den -!Glauben, der •Gläubigen anders •als mit geistigen Waffen zu bekämpfen. ׳Gerade ■der dem;Misrachi so heilige Nationalismus hat ausgerechnet in . Erez Jisroel einen Kulturkampf eröffnet, wie er terroristischer nie geführt wird.!Daß die Pädagogik ■des Herrn Bauminger gestattet, die misrachistische Jugend anzuhalten, zionistischen Bibelkritikern nachzulaufen, dieselben zu verhimmeln und alle Gedaule Jisroel zu verunglimpfen, :führt seine erzieherischen Darlegungen ad absurdum. ■Der Misrachi ist der Sklave des Zionismus. Die Wiener Orthodoxie ist weder Mitnoch Nachläuferin der Union. Sie ist keinem Klubzwang unterworfen.!Sie hat •das Zusammengehen mit der Union erwählt, weil sie dort das Interesse •der Gesamtorthodoxie, aber auch der ganzen Kultusgemeinde gewahrt sieht. Auch in dem sogenannten religiösen.Block, dem die Wiener ׳Misrachi ■vergebens nachgelaufen sind, sind unfromme Elemente an •der Spitze. v Wir können mit der ׳Union einen Wa׳hlpa!kt schließen und mit ihr in allen nicht!prinzipiell orthodoxen Fragen zum Wohle der Gemeinde Zusammengehen. Wir 'können aber weder mit Misrachi noch mit Nichtfrommen' zusammen einen religiösen Block bilden. Daraus resultiert Ifiir uns, daß orthodoxe Juden die geistigen und materiellen Interessen •der gläubigen Judenschaft Wiens ohne ׳Unterschied ■der Gruppe pur .׳gesichert haben können, wenn ■die Unionsliste, in der erprobte orthodoxe Vertreter figurieren, ■durchdringt. Jeder J u ■de, dem das 'Interesse ■d e r Re 1 igiosität am Herzen Hegt, muß zur ■Wahl gehen und die ■U n i p n 1 i s t e w ä h 1 e n! . Die orthodoxen Kandidaten der ״Union״ Wolf Pappen hei in. Michael S t e r n f e 1 d. Moritz Leitner. Artur S p u t z. Die Jeschiba in Gorizia.!Geehrte R e ׳d ׳a k t i 0 n! Vor einigen Wochen brachten Sie eline Ikunze Nötliz über .die ׳neu׳gegründete Jieischiiba in Gorizia. 11 ch erlaube!mir Sie.!zu bitten׳, folgende Zeilen!als Ergänzung jener Notiz zu!veröffentlichen. Mehr denn sechzig Jahre sind verflossen, seitdem 1d׳ie 'letzte Je׳sohi׳w׳ah!Italiens ihre Pforten geschlossen hat. Mehr und ׳mehr ist das 1St׳t1׳d׳i־u!m■ der heiligen Lehre in Italien■ in Vergessenheit geraten, mehr und mehr ׳hat die׳ Unwissenheit jüdische Menschen der Religion entfremdet und im Laufe der Jahrzehnte, die G-tt ׳und seiner!Lehre Treugelbliebenen zu einem kleinen Häuflein zusammensohmelizen: lassen. Nur wenige׳!kleine Kehiilloth mit einzelnen gesetzestreuen Juden sind erhalten geblieben, aber auch diese pflegen ׳nur sehr wenig oder gar ■nicht dias Thorastudlium, auch sie und! ׳ihre Nachkommen׳ laufen Gelfahr, dem׳ Judentum verloren zu gehen, denn lau ׳am haareiz chassid', wer nicht den Sinn der g-fttlicihen Gelbote versteht, ■w!er nur aus Pietät die jüdischen Pflichten• erfüllt, kann nicht ei׳n wahrer Frommer sein, kann gewiß nicht 1da׳s große Erbe Moses’ seinen Kindern weitergelben. Diesen kleinen׳ jüdischen!Kreis zu erhalten, ihn!zum Studium der »jüdischen Gesetzeslehre zurückzuführen und, auf diesem ■Scheerith Israel!auflbauend, eine!Renaissance des italienischen Judentums zu bewirken, das ist die große Aufgabe die sich der neuerwä'hlte Oberrabbiiier der