Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 43 (9.11.1928)
- Date
- 1928-11-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Novliiovä vtfplatnö povolenä rladlt post a telegrafov Zeitungen vom Verleger versendet. v Bratislava öis. 41S72-III-20. Journal exp^die par l'&ditear. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Administration! Wien, II.,Leopolds• gälte 26, 1. Stiege, 1. Stock.-־ Tel.R 4594־4־, Tschechoslowakei t Bratislava, Postfach 140, erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Fftt Artikel Sonntag, Iflr Nachrichten Montag. Abonnemenisprdse 1 Ganzjährig! Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PcstsparkaaaenamtWten, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei! Postsparbassenamt Präs, Konto Nr. 57,386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko, N. 48.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117! für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Nr. 43 Wien-Bratislava, 9. November 1928 ,נ״ה וינודפועסבורג כ״ו חשק תיפ״ט 14. Jahrg. Die Ul. Landeskonferenz der Agnda in Polen. ׳Wir linbcn in unserer vorwöchigen Nummer über die Eröffnung ■der IIJ. *Konferenz der Aguda in Polen kurz berichtet. ׳Lieber den weiteren Verlauf liegen uns folgende Meldungen vor: Dem Präsidium gehören an,!neben!den rabbinisehen Führern, die Herren: I. M. L e w i n, •Rabbi S c 11 ap i r o, Piotrkow, Rabbi L c w i n, Rzeszow, Jakob Trockenheim, M i 11 z b c r g, ׳Lodz, Rabbi Hurwit z, der frühere Senator Mendelssohn, Szczeransky, lsakowicz, Lublin, der Vizepräsident der Warschauer Gemeinde 'R o s e ub a u rti u. a. rn. Die Eröffnungsrede hielt Rabbi Lewin, der die Aufgaben der Aguda für das religiöse Judentum skizzierte. Er bezeichncte es als eine Aufgabe der Aguda, für die Verbesserung der Wirtschaftslage der jüdischen 'Massen zu wirken, wodurch auch der jüdische Geist und •die jüdische Religion eine Stärkung erfahren. Die Gesetze der Thora, so führte er weiter aus, sind der beste soziale Schutz für die jüdischen Arbeiter. Die Aguda schreitet vorwärts. Bei den letzten Scjmwahlen wurden auf ihre Liste 200.000׳ Stimmen abgegeben. Der Redner wies darauf hin, daß in diesen Tagen die polnische Republik ■das zehnjährige Jubi- •läum begeht und daß die ׳jüdische .!Bevölkerung Polens •dieses Fest der Freiheit mitfeiert. (Stürmischer Beifall.) Auf Antrag des ■Redners wurde einstimmig be¬ Rabbiner Dr. Pinchas ■K~o׳hn, der Präsident des Wiener *G. A., referierte über die Lage der Weltorganisation und erklärte, daß die Aguda-Idee L11 allen Ländern, auch dort, wo’•das religiöse Judentum eine Minderheit ausmacht, durchdringt. Auch in Palästina hat die Aguda große Erfolge. Ueber Organisation, Propaganda und Presse referierte Redakteur 1M. K a in i n e r, Herr Schwär zm a 1111 erörterte •die Jugendprobleme. Es entspann sich eine ‘Hauptaussprache, an der zahlreiche Delegierte und Rabbiner teilnahmen. In der Nachmittagssitzung, der dc\ Chef des jüdischen Departements beim Unterrichtsmini־ sterinm Adelsberg und der Chef des ׳Schulwesens der nationalen Minderheiten ■Herr Eckert 'beiwohnten, referierte der frühere Abgeordnete!Rabbi Schapiro über das orthodoxe Schulwesen in Polen. Die Forderungen der Orthodoxie an •die ׳Regierung skizzierte der frühere Dcputierte Rabbi Lewin (Rzeszow). Ueber die Lage der Jeschiwoth •in Polen referierte der Kobriner Rabbiner P r u s 'k i n, der Rabbiner von Plock, E i d e 1 s b c r g, hielt ein Referat über die Fragen von Sabbatbeobachtung, Kaschruth usw. Ueber •das religiöse Schulwesen referierte Herr S. Friedmann. Er teilte mit, daß bei ftbrn Verband ״Esrath Thora“ die. folgernden Schulen registriert sind: 256 Talmud-Thora-Schulen mit 32.493 Schülern, 436 Chedarim mit 17.907 Schülern, IV Jeschiwoth mit 7981 wwrm IlIiftMRf]«! mmm mss«;«wnnil illll iljiniBHi iijSiHfMMIHMI mmm Das Darmbad Enterocleaner, Intestin Bat(!, Bain intestlnat subaquetff Wien, IX., Borschkegasse 8 Tel. A 23-4-lG Klinisch erprobt — verlängert das Leben, in einer Wiederauflebung begriffen sei, sie habe die Kuschane (Orundbuchiibereignuiig) über 4600 Dunam Boden bereits erhalten. Der Präsident der Lodzer jüdischen Gemeinde, Minzberg, referierte über die Agudah-Politik in den jüdischen Gemeinden und forderte, daß die Regierung eine Bestimmung treffe, wonach alle Freisinnigen und Atheisten aus der Verwaltung der jüdischen Gemeinden, ausgeschlossen bleiben sollen. Der Journalist Ekerman referierte über die politisch-wirtschaftliche Lage der Juden in Polen. Er protestierte gegen die Tendenz, einen polmischen Mittelstand aut den Ruinen der jüdischen Be־, völkerung aufzubauen. Er klagte, daß die mit Unter־! Stützung des American Joint Distribution Cammittee und der Joint-Ica Reconstruction Foundation begründeten jüdischen Kreditgenossenschaften die orthodox gesinnten Kaufleute schikanieren. Rabbiner Kalmanowicz hielt das Reterat über Religion. Er klagte, daß immer mehr jüdische Kaufleute, Handwerker und Arbeiter aus wirtschaftlichen Gründen den Sabbat entweihen. Er brach während seiner- Rede wiederholt in Tränen aus. Die Konferenz beschloß, schlossen, Fluldigungsdepescheii mit dem Ausdruck •der Loyalität der jüdischen Bevölkerung au •den Präsidenten •der Republik Professor Moscicki, an •den Feldmarschall Pilsudski und an •den Vizeprcmicr Professor ,Bartel zu• senden. Der berühmte Gere 1־ R e b.b e hielt dann eine kurze Ansprache, in der er das Wesen der ״J.üdischkeit“ erklärte und die Anwesenden aufforderte, für die Aufrechterhaituug •der Sabbatruhe und der Frauentugend zu wirken. Durch solche Arbeit wird die ׳Existenz der Agudas Jisroel gerechtfertigt und gesichert. Es folgten Begrüßungsansprachen seitens zahlreicher Rabbiner, unter •ihnen eines Vertreters des Warschauer Rabbinats, und des obersten Hecrcsrabbiners Oberst Posner. Die Konferenz nahm eine scharfe Protestresolution gegen ■den jüdischen Terrorismus an der Klagemaiier zu Jerusalem an. In •der!Resolution wird die Weltorganisation Agudas Jisroel aufgefordert, es bei •den maßgebenden• Stellen durchzusetzeii, •daß in Zukunft die Schändung des jüdischen Heiligtums unmöglich gemacht wird. Es folgten Referate von Herrn Jizchak Meier L ewin über •die Arbeit der Aguda und von Herrn Jakob R 0 s e!111 e i m über die Theorien der Aguda. Aguda und Jewish Agency. 111 bezug auf diese Frage erklärte Herr Roseiiheim, daß die Entscheidung über den Eintritt von Vertretern der Aguda in die Jewish Agency im Monat EIpl des laufenden jüdischen Jahres, in welchem die Kenessia Gedaulo (Weltkongreß der Agudas Jisroel) zusammentritt, fallen wird. Ausschlaggebend werden die Direktiven der Moazoth Gedaulo Hathora sein. Der zweite Tag der IM. Landeskonferenz der Aguda Jisroel in Polen begann mit einem Nachruf des Vorsitzenden 1. M. L e w i 11 auf die, seit der zweiten Konferenz verstorbenen Rabbinei und Agudafiihrer. Er nannte unter anderen die Namen der Rabbiner von Belce, Ostrowce, Skierniewice, Sochaczew, Ostrow und Brody. Schülern und 44!misrachistische, religiöse Schulen mir 5890 Schülern. Ferner gibt es 111 religiöse Mädchenschulen mit 14.930 Schülerinnen. Der dritte Tag der Konferenz begann •mit einer ■lebhaften Auseinander- Setzung zwischen den Vertretern der Aguda-Arbciter lind der Aguda-Jiigeiid.!Hierauf wurde die Aussprache fortgesetzt. •Herr S i l!b e r s t e i 11, Lodz, beantragte die Schaffung eines Netzes von Volks-Chedarini für Kinder unbemittelter Familien. Rabbi Israel \M e i r, Tel-Awiw, iiberbrachte die Grüße der ' religiösen Juden in Erez Israel. Schluß der Konferenz. Die dritte Landeskonferenz der Agudas Jisroel in Polen ist am Donnerstag abends zu Ende gegangen. Ueber den Verlaut der beiden letzten Sitzungen ist mitzuteilen: Rabbiner Hurwitz, der das Referat über die Palästina-Arbeit hielt, erklärte, das historische Recht auf Erez ..Israel haben nur die gesetzesfjreuen Juden. Logischerweise habe sich die Balfourdeklaration ausschließ־ lieh an das orthodoxe Judentum gewendet. Rabbi Hurwitz teilte mit, die Leitung der Weltorganisation Agudas1 Jisroel habe der Zionistischen Exekutive seinerzeit vorgeschlagen, daß die Agudisten nach dem Grundsatz der Gleichberechtigung in die Jewish Agency eintreten. Daraut antwortete Nahum Sokolow: ״Mi schetorach beerewschaboß jochal beschaboß“ (Wer sich am Sabbatvorabend bemüht, der ißt am Sabbattag). Rabbi Hurwitz teilte mit, daß die palästinensische Agudah-Kolonie Machne Israel שוט? IVO _ TV״ tx V כשר (תחת השגחת הרב ד ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Uebera’ll erhältlich! daß der Name der polnischen Agudah-Organisation nicht mehr ״Schloinej emun h jisroel“, sondern ״Agudas Jisroel" lauten solle. Der bisherigen Leitung wurde gegen die Stimmen der Vertreter der Jugend und der Arbeiter das Vertrauen ausgesprochen. Die Schlußrede hielt Jizchak Meir Lewin, der erklärte, das Zentralkomitee habe bis jetzt seine! Aufgabe nicht ganz durchführen können, weil die Bewegung den Führern über den Kopf gewachsen ist. Jetzt werde die Organisation gestraffter sein. Er proklamierte die Vereinigung des orthodoxen׳ Judentums ganz Polens unter der Fahne der Aguda 11. Die Rede wurde mit lang anhaltendem; Beifall aufgenommen. Von den Führern der Welt-Agudah, Dr. Pinchas׳ Kohn und Jacob Rosenheim, verabschiedete sich die Konterenz durch ehrfurchtsvolles Erheben von den Sitzen. Zum Schluß wurde ein Zentralrat aus 150 Personen, darunter drei Arbeitervertretern, ein Zentralkomitee aus 50 Personen und ein Chinuch- (Erziehungs-) Komitee aus 25 Person eh gewählt. Mit dem Absingen des Hymnus der Agudah ״Hikabzu Achim“ (Sammelt euch, Brüder) ging clie Tagung zu Ende. Poesie und Prosa des Lebens. Den Agudafiihreru zur Beachtung. ■Hillel Zeitlin nimmt in einem größeren Aufsatz zu den Problemen der jüngsten Agudakonferemzeii in Warschau Stellung. Der Aufsatz ist im Warschauer ״Moment“ erschienen und enthält wirklich so manches, was die Führer der tAguda beachten sollten. Wir bringen den Artikel •Zcitlins mir auszugsweise. D. R. Wenn die jüdische Orthodoxie in Polen es wirklich ernst meint mit der ׳Poaie Agudas Jisroel, wenn man wirklieh dem Arbeitereleinent innerhalb der Aguda die Bedeutung beimißt, wie es Oberräbbiner L e w i n und noch einige Redner auf der Agudakonferenz in ihren •Reden zum Ausdruck brachten — dann sind die wenig erfreulichen Beziehungen der orthodoxen ׳Arbeitgeber zu den religiösen Arbeitern im alltäglichen •Leben schwer verständlich. Ich will hier nicht die Frage erörtern, ob die ״Poalim" gut daran taten, in der Aguda vereinigt zu sein; es ist dies eine ausschließlich interne Angelegenheit der Poalim und der Aguda, und jede unberufene Einmengung hat zu unterbleiben. Ich ■denke aber, daß ich als warmer Was bietet die führende Weltfir Of in Ofbmar Schiff, Wien, I-, XZärntnerring 6 Die Firma Ofihmar Schiff legt allergrößten Wert darauf, jede Kunde unter aller! Umständen zufriedenzustellen. Setzen sich daher, bevor S e eine Perücke kaufen I. Modernste und individuelle Ausführung^ II« Tadellosen, mustergültigen Sitz, B ln Ihrem ureigensten Interesse mit der III« Mfur erste Qualität in Material u« Arbeit zu mässigen Preisen 1 | Firma QShmar Schiff in Verbindung!