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Jüdische Presse · 1928-10-19 · 40 (19.10.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
40 (19.10.1928)
Date
1928-10-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nn .40 JÜDISCHE PRESSE Seite, 261 latfiSIISttfllfeBBanRiaaSBBaBSaMMBKliaBfliaMBMaMMMMBmRMMWftMmBMMMMMBIIMfiC chechoslo wak e Sitzung des orthodoxen Verwaltungsaüsschußes. Die jtiÖlläÜiiisföteHichltelteti hi de״ örthödöxeii Gemeinden. Montag, den 1. Marcheschwan fand im Sitzungssaale der orthodoxen Kuitusgememde!in Bratislava eine Sitzung des Verwaliungsaussahusses der orthoüox-jiidisclien Konfession in der Slowakei statt. Auf. der Tagesordnung staiiden außer der Erledigung laufender Angelegnheiten, die in die Kombetenz deS Ausschusses fallen, die abschließenden Vorbereitungen zu den Jubilätimsfeierlichkeiten. Es wtltde beschlossen, ein Rundschreiben an die ,Gemeinden zu richten, worin die Einzelheiten bekamitgegebeh werden. Es sollen :in allen Gemeinden feierliche G -11 e s d i e 11 s t e veranstaltet werden. Das eigens hiezu verfaßte hebräische!Festgebet ■und die Psalmen, die beim G-ttesdiensfce rezitiert werdefi sollen, wird den Gemeinden mitgeteilt. Im besonderen soll Gewacht darauf gelegt werden, die Jugend zu den Feierlichkeiten heranzuziehen. Die Gemeinden sollen aus Anlaß des Jubiläums im eigenen Wirkungskreise religiös e, h u m a n itä're oder r e (i ^i ös •^k u 11 u r e lile Stiftun-;gen ins Leben rufen, die den Namen unseres Präs i cl ■e 111 e 11 Masaryk tragen sollen. Von allen ׳Veranstaltungen und Stiftungen ist der orthodoxen Landeskanzlei in Bratislava lind ■der Redaktion der ״Jüdischen Presse“ Nachricht zu geben. Nach Erledigung der laufenden Geschäfte dankte Präses Herr Oberrabbiner Weber allen An- . wesenden für ihr« Erscheinen. Von der jüdischen Wirtschaftspartei. Angesichts der bevorstehenden Landes- und :Bezirkswählen traten am 15. .Oktober die Mitglieder der Leitung ׳der J ti d i •s c h e n Wirtschaft s- Partei und ihre Vertrauensmänner zu einer Beratung in Bratislava zusammen. Die Sitzung . waraus ׳ ׳allen Teilen. des■׳ Landesv :*außergewöhnlich gut besucht. Den Vorsitz führte Herr Simon!Ehrlich aus Kosice. Nach einer eingeehnden Beratung über die politischen Verhältnisse, die für die Entscheidung in Betracht kommen, bei der fast ,alle Anwesenden das Wort ergriffen, wurde einstimmig beschlossen, daß die Jüdische Wirts c h a f t sp a r t e i ihre W a h 1 a k t i 0 n sofort beginne. Die "jüdische Wirtschaftspartei soll auch'in Zukunft das' Hauptgewicht auf die Vertretung der wirtschaftlichen Interessen des J11־ d e n t um s legen und für ■die vollständige A u s s c .11 a 11 u n g aller j ü d i •s c ■h - 11 a t i 0 n a 1 is tis c 11 en T endenz e 11 aus dem pol i- ■ t i s c 1h e n Leben eintreten. Die Exekutive ■der Partei wurde rekoniert und die Leitung der Partei bis zu einer demnächst stattfindenden größeren Versammlung in die I-iäncle eines ergänzten Präsidiums gelegt. Das Präsidium besteht aus den Herren Jakob Adler (Nitra), Simon E h r 1 :i c h (Kosice), Markus Fürst (Bratislava) und Dr. W. Wellwart 11 (Topolcany). Der Exekutive, die mit weiteren Mitgliedern ergänzt Werdens oll, gehören ׳außerdem , an die Herren: Ph, Benedikt (Bratislava), Jos. N. eBrnfeld (Topolcany^ Gaspar Bineth (Növe Zamky), Geza Friedländer (Sered), Arnold Kämpfner (Brätislava), Ign. Kalisch jun. (Gälanta), Raphael Kahn (Nove Zamky), David Krauß (;Bratislava), Isidor Pappenheim. (Bratislava), Leopold Paschkus (D. Streda), Dr. Karl Rosenbaum (Bratislava), Jerem. Stern (Piestariy), Markus Weber (Stüpävä), Jos. Weiß jun. (D. Streda) und Willi. Wosner jun. ■ (D. Streda). __ Abermals die Zionisten Und die Söniitagsruhe. Endlich, nach Wochen und!Monaten allgemeiner Ent- ׳rüstiuntg in der xeligionstreuen jüdischen Bevölkerung, fühlt!sieh Herr Dr. Leo Sipos in eigener!Person veranlaßt, über ,die Angelegenheit der vornehmlich!durch!sein■ Verhalten so bedrohlich!gewordenen Einführung der vollständigen Sonntagsruhe in der Stadt׳ ־Bratislava eine lendenlahme Erklärung abzugeben. In ‘Nr. 37 ׳der ״Jiid. Volksztg.“ erklärt er zunächst: Seitdem wir jüdische Vertreter ■im Gemeinderat und!im Stadt rat sitzen, ist■ ■die Frage der Sonntagsruhe ü b e rha 1Up■t h 1 c!h■t ׳b er׳üh,rt wo׳rd en.‘‘ Wenige Zeilen tiefer muß er jedoch ganz nebenher erzählen, daß vor einigen Monaten der Stadtrat beschlossen habe, wegen Erledigung einer Resolution vom Jahre 1919!zur ׳gesetzlichen Einführung der vollständigen Sonntagsruhe a n das Ministerium •eine Urgenz zu richten. Nur sei׳ er, Dr. Sipos, in dieser Sitzung, in der die Frage ■der Sonntagsruhe nun doch ״berührt“ wurde, gar nicht zugegen gewesen. ,Herr Dr. Sipos glaubt!nun, die ״Jüdische -Presse“ auf Grundvdieser!seiner Meinung!nach wohl sehr beruhigenden Mitteilungen ■der Verjeümduhg!und׳ eitles ״iinfairen Kesseltreibens, insbesondere gegen die zionistisch^ Vertretung“!zeihen: zu dürfen; Würde ■Herr Dr. Sipos eine Ahnung davon!haben, welch scihtvere!Anklage seine eigenen, doch eigentlieh׳ zu Seiner 1Rechtfertigurlg hiedergescihnebeneit Worte gegen!ihn enthalten, würde er sicherlich vorgezogen haberi, wie bisher, sich auch weiter •mit allgemeinen Redensarten Zu begnügen. Es ist wahrlich!nicht unsere Schuld, daß imiii aus der eigenen Aiissage des Herrn Dr. Sipos vor!aller Welt!unleugbar •bewiese n i s t, daß d i ׳e z i a n 1 s t isclie Vertretung der Juden ' i n- '4 e r Bnatislaver Stadtverwaltung bei der einzigen Gelegenlieit, die .sich Ihr während ihrer ganzen Mandatdauer hot,, ■einmal wirkliche!jüdische ׳Interessen!zu 'vertreten, durch Abwesenheit glänzte.!Bei Fragen, von! deren Erledigung erstens die Integrität des!heiligsten!Gutes des ■jüdischen Volkes, des Sabbath, ■und zweitens im buohstäb-;liebsten Sinne die wirtschaftliche Existenz!hunderter unter den!größten Anstrengungen 1u:m das Stückchen!Brot ׳ringender Familienväter ■abhängt, hat eben der von Juden g■e w ä!h 11 ■t e V e r t r e!t e r z•ug eg e n׳ zu s e 1 ■n. Aufgabe einer ernsten ׳jüdischen!Zeitung ist es, eine solche verhäng-!nisvolle Pflichtverletzung gebührend!zu!geißeln und der öffentlichen Meinung hierüber ■Ausdruck zu verleihen. Die ,;Jüdische Presse“ •tat dies erst ■in dem Augenblicke, da es aus allerbest informierten ■Quellen bekannt wurde, daß die Zionisten e׳s verschuldet haben, ■daß •die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe!über ׳Initiative der Stadt1!Bratislava neue r d i 11 g s w i e d e r zur;a k t u e 1 len G •e f!a 11 r für ׳die Juden an Bratislava geworden ist. Diese Tatsache!aber, auf die es ■allein ankammt, wird!jetzt von Herrn Dr; Sipos selber ■bestätigt. Wir •können es ■uns füglich ersparen,!Herrn Dr. Sipos zu ׳befragen, ob ■denn auch außerhalb der. ■offiziellen Sitzungen die!Frage •der Sonntagsruhe ״!nicht!berührt“ wurde. Es!muß ihm auch wohl bekannt ■sein, daß!diese von ihm offenbar harmlos •empfundene ׳U r(!g e!11• •z wegen Einführung der vollständigen Son׳nfa׳gs׳ruhe u u r ■d■e s ha 1!b ■e in!h e 11 ׳i g zu m' Beschluß. erhob en,, yrerden.■konnte, 'weil ■das Verhalten der gewählten ■ Vertretung der J;u׳den bei anderen ■mchtjüdi sehen, ■aber dem Judentum sehr wohlwollenden!Mitgliedern des Stadtrat es geradezu!zwangsläufig die verhängnisvoll falsche Meinung erweckte, •die ׳Erhaltung des Status quo in ■der Sonntagsruhe!gehöre nicht ,zu den wichtigsten Forderungen der Bratislava er Juden. Sonst wäre jetzt >dä!s ■neuerliche. Verlangen —1 denn ■das ist ■praktisch die ׳Urgenz einer!alten, längst mit ■Aktenstaub bedeckten Forderung vom Jahre 1919! — der vollständigen Sonntagsruhe wahrscheinlich überhaupt nicht,;bestimmt aber ■nicht un widersprochen ׳beschlossen worden. Bei aller Anerkennung für manche ■schätzenswerte Vorzüge des Herrn Dr. Sipos kann;ihm!auch!auf folgende Frage •die Antwort!nicht erlassen werden: Was hat die izionistisahe Vertretung der Juden in!Bratislava, die!doch von■ ■den!allzu!naiven Wählern nur ,zur Vertretung jüdischer •Interessen entsandt wurde, in all!den!Monaten, ■seitd e m 1i h r i Ih r in n h •e i 1' d •r 0• b e• ■n d e;s V e r h a 11 ■e!11 z n ■m!Der Herbst-Verkauf beginnt! I Sie müssen schon jetzt Ihren Bedarf decken, weil j| H wir wieder vergrößern und während des Umbaues §j ₪ ׳unser Lager reduzieren müssen. Alle Herbstneug Ü heiten in reichster Auswahl zu beispiellos billigen §§ Preisen!! 1 Stoffe: ₪ Mode-Bordüren-Kasha ........ §§ Kleiderstoffe, 100 br.. . . . H Kleider-Popeüne; 100 b.r. s Mantel-Flausche und Veloure, 140 br. . . . H Double für Mäntel, 140 br. § Zibeline, alle Farben, 140 br. . . . . . . | Seide, Plüsche, Sanile: Ü Faille de chaire, 80 br. g Brokate, alle Farben, 80 br. . . .; . . j§ Crepe de. 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Braiisiaväef Jiiden das .Interesse .deL. ungehinderten und ■unerschwerten Sabbatheiligung in ihrem persönlichen!und!gesdhältiieiheh Leböh wichtiger ist!als Ihr selber?!Darüber ׳Klarheit zu fordern, i&t kein Kesseltreiben!und atich *nicht unfair, sondern —!jüdische Pflicht. Es geht iitri def! jüdischen Sabbath! Rabbi Eüeser Fönfedbf זצ״ל fehl tief erschütternder T r,alter fall wird aus P r esov berichtet: Der :in weiten Kreisen bekannte große uM vorzügliche RednCr R. Elieser ■Fortfeder, Sohn des Oberrabbiners vbn Tokäj 1צ״ל verschied gärlz unerwartet näcH einen! LCideti von Wenigen Tageti. Welch große Verehrung der Dahingeschiedene •genoß;, bekündete die überaus!große ,חללי Welche ,äm 1!^ע״ל in־ l'lßk siattfand. Trotz des Wöchenmarktes. ■strömte die ganze־ Stadt von groß und klein nach dem Tempelhof, wo die הספדים abgehaiten wurden. Zuerst sprach Se Ehr würden Mefr Oberrabbirier La tu Sein in derti gewbhriten־ Meisterstile gehalten, übte einen gewaltigen Eindruck aiif ■die Trauernden aus. Er schilderte mit tief ins ■He!rz greifenden Worten die große Lücke, die rnit!dem Heimgange B. Elieser' Fonfe'äers l-ii ׳der ‘GemeiHde zurück״ blieb; er wies aiif die großen Erfolge hin, die die Unter Führung und Leitung des Dahingeschiedenen gestandenenheiligen Institutionen aiif dem Gebiete der ד1אה »TViJ"l ■aiif-' weisen können. Mit tränenerfüllten Augen schilderte der Herr Oberrabbiner die edlen Cliairakterzüge ׳des; Dahingeschiedenen. Dann sprach der;greise ׳Dajati, Herr Räbbiiicr David Neuwirth, wohl in wertigen, aber!um sb markanteren Worten, Er gab Ausdruck ׳dem herben Verlust, die. die Gemeinde lind die ׳ganze Umgebung :mit dem Ab» leben R. Elieser!Fonfeders 1צ״ל erleidet. Schließlich sprach .!der Dajan, Herr Rabbiner J׳u n g r ea ׳s z, der zu dem ■Dahingeschie'denen in intimer Freiindschaftsbeziehurig stand. ■Zufolge des ׳ihn überwältigenden Schmerzes sprach er mit tränenerstickter Stimme von dem überaus großen Verlust sowohl für die hiesige 1Gemeinde, aber hiebt ׳minder für den ganzen ׳. כללKein Auge blieb trocken, als er von dem großen ׳ מסילת נפשsprach, welchen der ■Verblichene ׳bei den Kämpfen gegen die so oft auftauohenden Neuerungsversuche!stets bekundete. Mit Rücksicht auf ■die vorgerückte Zeit mußte von weiteren הספדים Abstand genommen werden. Sodann begann ׳der Trauerzug; eine lange Reihe von Fiakern und Automobilen (führte die Menge hinaus zu in der weit entfernt gehden כית החיים Möge sein Andenken für לל ישראל* ewig aufrecht ■ erhalten biei'ben. תנצב״ה Eine neue soziale Institution in Ko§ice. Die •in Ko§ice ׳seit einer!Reihe!von Jahren1 unter Vorsitz von Frau Samuel Matzner segensreich wirkende ״Jüdische, •soziale Vereinigung“ •schreitet!in nächster Zeit!an die Verwirklichung eines lange gehegten PJanes, ■nämlich ׳an die •Errichtung ■eines W a 1!s e n- 01■ n ■d L e h r 1 i!11 g ■s h e i m es. ־Seit längerer ■Zeit ,bemüht!siiah die Vereinsleitiung unausgesetzt,!die ׳Mittel für diiese Institution aufzubringeri.׳ Ein Gesuch!an die Stadtverwaltung um käufliche Ueberlassung ■eines geeigneten ׳Gebäudes wurde ׳abgelehnt. Jetzt gelang es der ׳Leitung, ifür 200.000 ׳tsdh. Krönen ein Haus 211!erwerben,!das sich ■für-ein!solches Heim vorizüglieh eignet. (Die Kosten!solilen!im Wege von!Spenden., und Stiftungen׳ ■aufgebracht werden. Die orthodoxe und" die .neologe Gemeinde in Kosice haben bereits je 10.000 tsch. Kronen bewilligt. •Außerdeim ■sind auch schon von Einzelnen recht ■ansehnliche Beträge gezeichnet!worden. Dieser Tage langte von Dr. Kahn, dem ■europäischen Leiter des amerikanischen ״Joint Distribution Committee“ die telegraphische Mitteilung ■an, daß der ״Joint“ 2׳u׳m 1H׳au׳skauf vorläufig 2000 Dollar. bewillige und bereit sei, ■auch weitere• ßiedträge zu leisten. Es ׳wird nun auf das 1bestimmteste erwartet, daß nunmehr!auch!die Stadt KoSice!sich an dieser Institution, die ׳einem dringenden: sozialen!Bedürfnisse ■abhilft, iiwudl nicht!zuletzt ׳alle wohltätigen Juden: ■gebührend beteiligen werden. ' ■ Sefer Tliora-Eihweihung. Aus Novö Zamky wird berichtet: Die •Mitglieder der orthodoxen Gemeinde ׳hatten jetzt nacheinander Gelegenheit, ■den Beweis zu liefern, ■daß das jüdische ■Herz!sich bei jeder ׳sich bietenden Ge- ■legenheit offenbart; Solange das ׳jüdische Herz für jüdische Angelegenheiten Gefühl •hat, solange ׳der jüdische Wohl- Olga Weiß Alfred Rusnyak Bratislava Maitersbürg Verlobte מלכה ראזנער אברהם משה זילבער&אנן וו• שוראני נ• זאמקי ט א ו ר שי | Meinen lieben Mitarbeiterinnen sei | J herzlichst Dank gesagt für die so gut gelun- | 1 gene Abschiedsfeler. | I Stella Richter. I Stella Richter.

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