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Jüdische Presse · 1928-10-19 · 40 (19.10.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
40 (19.10.1928)
Date
1928-10-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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JÜDISCHE PRESSE Nr. 40 Seite 238 Sorgfältigste Lieferung In plombierten Säcken von 1 Sack — 50 kg Angefangen franko Haui, öbenjo in tean und Wigpii» JULIUS Rbhliil• und KdMsgroflhandiurt£ Nordbahnrutschön 1 Kohlenhof Nr. 372-376 Wien, II., Taborätfaßa 9 Fermprechor Nr. 41 -022־ ■U■ urniiiiiiimiiimiiiinnii! mninnnimiimiiiiiirnnnr lllllllilllllliillimHIIIv'’ daß d!ie jüdischen Angelegenheiten• Erez Jisroels von den Zionisten gewahrt worden. Schon kommt die Kunde aus ‘Efez Jisroel, 4aß die Araber ■beginnein, di eKos-el Maarovi zu Verbauen, aber wir schweigen. Wo bleibt denn dann unser agudistisches Klallibewüßtsein. wenn;nicht cionieiitar die fefkenn»triis sich Bälhh bricht, daß es sich hier;um unsere ureigensten Angelegenheiten handelt, um . jene Kosei. Maarowi, nach der ׳noch dreimal; täglich Am ■Gebete die treuen Söhne und Tächter des jüdischen Volkes!in ■allen;Hirmnelszanen sich wenden׳; ■jene Kosel Maarowi, nach welcher Jahrtausende hindurch sich jedes ,׳jüdische •Herz gesehnt,;urn seine Sorgen, sein Haffen dort vor G-.tt auszuschütten? .Dort ist!Ruchlosigkeit geschehen und wir schweigen. Wir schweigen und ■überlassen unsere •Vertretung jenen, denen■ diese Angelegenheit lediglich eine!nationale 'Prestigefrage ist, die aber für die Verwirklichung ihrer!Hoffnung ״Irrelevant“ ist■. Wie sollten w,ir da hoffen, •das ■Oihr der ,Regierung, des Völkerbundes, der ganzen ■zivilisierten Menschheit ׳zu finden, wenn Juden׳ es wagen, also ‘zu sprechen, wie cs Rubaschow am 14.!Oktober im Hause der Jiudengemeinde!in!Berlin tat? Sie sind ehrlich, diese Worte, und wahr. Sie liegen "ganz In der Linie zionistischen Denkens nnd der!gorad- Einigen 'Fortsetzung ׳dessen, was einst Max Nordam sprach, . •wenn 'er das Wort ״!Zion“!nur als Köder für die ■zurück- gebliebenen Volksmasseu ׳־־ bezeichnet׳e, deren religiöse Empfindungen mau geschickt■ benutzen ׳müsse, um den jiidi- 'sehen ׳Nationalstaat auf au bauen. 'Für uns!aber ist das Wort ,״•Ziou“!kein!Köder und die Kosel!Maarowi ׳keine irrelevante Angelegenheit. Für!uns ist es: der letzte Rest jener Stätte, auf der die ScheChi.nu ■ruhte. Wenn wir auch!jetzt Jerusalem vergessen würden, wenn wir auch,!jetzt schweigen, wenn ■auch ■jetzt unsere Ortsgruppen!und die Jugend ׳in• ihrer Stagnation verharren, dann'fürchten, wir für die Aguda •die schwere Weissagung des.!königlichen Sängers, ׳daß, wenn rwir nicht Jcnuscholaims gedenken, man uns vergessen wird. Dr. S. Ehrmann. # Die Araber verbauen die Klagerrtauer. Die ׳Araber ha,ben begonnen, die Klagemaucr zu : verbauen, indem sie zunächst über derselben eine neue ’־Schicht Steine legen. Die Erregung unter den Jerusalemer ־,Juden über diesen Gewaltstjreich der Araber ist un:get■ ״heuer. Der Präsident der Jerusalemer Jüdischen Gemeinde, ,Herr Meyuchas, erschien beim Distriktskommissär von Jerusalem, Major Keith-Roach, und überreichte ihm einen ׳ geharnischten Protest der Gemeinde gegen die Verbauurig der heiligsten religiösen Stätte der Juden. Der Distriktskommissär erwiderte, die Araber seien berechtigt, an der Klagemauer, die territorial ihnen zugehört, Bauarbeiten vorzunehmen. (JTA.) boChs ■u..y5aupk(£a&/urXnaSav undffläddefi milOßßid&dkaisruAt //. WaEzgasse /ff boChs ■u..y5aupk(£a&/urXnaSe. Rabbi Joel Ungar s. A. ־ Von Rabbiner Pn. Fischer in Sarospatak (Ungarn). (!Fortsetzung.) *) IV. 1Bald nachher heiratete IR. Joel!Ungar ein 'frommes, tugendhaftes!Mädchen aus einer ,angesehenen reichen Familie der ■dortigen!Gegend und. widmete sich weiterhin; seiner ,Lieblingsbeschäftigung, dem Talmudshidiurn.!Hie'bei leitete unseren R. Joe'l einzig und allein sein unauslösch- * ■lieher ׳Duist nacli den heiligen Gewässern, keinesfalls aber irgend eine ׳Nebenabsicht. Die materiellen Existenzmittel für ihn und seine Familie gewährten ■ihm sein reicher Vater und.'Schwiegervater. Nebenbei verwaltete er ein Jahrzehnt hindurch ■unentgeltlich das erledigt gewordene ,Rabbinatsamt seines Wohnortes Schachtitz, wo er nach seiner Heirat — sein Weib war die Tochter eines reichen und angesehenen ׳Mitgliedes der dortigen Gemeiude — verblieben war, indem er sich aufs beharrlichste weigerte, irgend welches Gehalt ׳für 'seine rabbinischen Funktionen anzunehmen, und diese ■Stelle nach langem Weigern seinerseits und Drängen seitens der Gemeinde < nur mit ■der ׳Bedingung .annahm, daß ׳man ihm für seine Mühewaltung gar ■keine Vergütung gewähren wird. Er wollte eben des Väterspruches eingedenk aus der Thora keinen Spaten machen. Späterhin zwangen ihn die Ver- . hä־ltn׳isse, indem nämlich sein Schwiegervater verstarb und sein Vater materiell zugrundegegangen war. einem ehrenvollen Rufe nach ׳der Gemeinde ■Paks Folge zu leisten, Paks war seit jeher ein Sitz berühmter Rabbiner. Einer seiger Amtsvorgänger, R. Jtzig Grieshofer s. A., hatte sich durch seine ■gegen!den ersten Reformrabbiuer in Umgarn Aron Chor in er gerichtete Streitschrift ״Makel Noam“**)!große Verdienste erworben. Er!hatte ׳gleich im vorhinein ׳dem re formsiieh tigern ■Charakter dieses *) Siehe Nr. 35 und 38 der ״Jüdischen Presse“. **) Wien 1794. Die Taufseache. Von Professor WÜHeitii Breuer* .;; Wir lieben es, die Tu׳gericleii utiserer Vorfähreh hi das helle ׳Licht ׳zu ■rücken, sie derjGegemvatt ׳v0t2ü1ha!itehi aarhiit ,sie 1U׳ri׳k hoch hearte Sttöjh iin׳d lAhreguhg!seien; altfefh wir utiterldSseii es, ׳länget bei 4ei1 Fehlebh iind!Untugenden ttHserer Väter stille •zu steheri, Und geräde aus dieser! ׳köhnten wir so!manches lerHeh^wäS Üns als MahHühg aiiid ethste Warhühg dienert!müßte. ES!ist dies ■HäthentbcH jeher! ÖJiarakterztig Unseres ׳Stärrifttesj stets nach dem Frefhdeh, Nfchtiü'dischenj äußerlich Glitzernden Und Schilierrideri zu lugen, ׳hingegen ׳das cigenie Gediegene, düs der Vorzeit :Ueberkohihtene, Dauerhafte und ׳Wertvolle gering zu schätzen. Es ׳war von jeher ein Unglück für!das jüdische Volk, es allen umwohnenden Nationen ׳gleichtüH zil Wollen, Fremdes auf eigenen ׳Boden *zu verpflanzen In dem Wahn, dadurch die Ächtung und das Vertrauen der änderen zu gewinnen oder manches ,Unangenehme, Störende ׳und!Hemmende im staatlichen und gesellschaftlichen Leben zu ׳beseltigen oder ■endlich eine innige Verbrüderung mit andern StähiHlöh jiehbölüifilHfcti; es ,war von ׳jeher ein Schicksalswort für Israel, das •Wort □״ ככל הגויW׳ir wollen sein wie alle anderen Völker“; Schon Im fünften;Buche Moses ■wird ׳bei ■der EinsetzÜng des Königtums in Israel auf dieses verhängnisvolle Wort!hingewiesen. Während ■ein ׳heidnischer!Prophet •als lihrendes ׳Merkmal und eigentümliche Tugend Israels hervorhebt: ״Seht, es ist ein Volk, das für sich allein wohnt und in anderen Nationen nicht auf geht“; strebte umd strebt man ׳auch heute ׳noch eine unnatürliche 'Vermischung ׳mit Elementen an, •die unserem ganzen Wesen seit jeher fremd waren und bis auf den ׳heutigen Tag fremd geblieben ■sind;!suchte und ׳sucht!man heute 1leider ׳mehr •denn je eine Annäherung, •damit aber ■auch — bewußt oder unbewußt — ■ein allmähliges Aufgehen •in angeblich kulturell und!moralisch höher stehenden Nationen, deren Mitglieder sich ׳brüsten, 1Beikenner der Religion ■der wahren Nächstenliebe ׳zu sein, jener;Nächstenliebe, deren charakteristisclies 'Merkmal!in Wahrheit ׳darin ׳besteht, daß sie!bei sich selber anfängt und gleich beim Nächsten aufhört,' ׳jener Nächstenliebe, die ihre blutigen Siege stets nur Am Zeichen ■des Feuers und des Schwertes errungen hat. Wofür unsere Vorfahren gekämpft ׳und gestritten in jahrhundertelangen Kämpfen, geführt mit den Waffen der Treue, der;Geduld, der Entsagung, des stillen, unverwüstlichen ■Höffens und Harrens; •die herrliche,, ׳ruhmbedeckte Fahne des Judent-ums wird ohne Irgendwelche ׳;Gewissensskrupel eingezogen und an ihrer Stelle eine Standarte aufgerichtet, ׳die für uns Juden allezeit nur Tod. und Verderben bedeutet ■hat. Ja, will!man ׳denn unsere!Äugen blenden? Will!man unsere Geschichte aus ׳der!Geschichte streichen? Will man uns vergessen ■machen all die Schmach ׳und Schande, all das Leid!und Weh, all ■den Kummer und Schmerz, der uns Am Laufe der Jahrhunderte •tausendfältig ward zugefügt wor- ■den? Können wir ■aus unserem Gedächtnis streichen die furchtbaren Folterqualen, welchen unsere Väter mitleids- und erbarmungslos unterzogen wurden? Oder die!zahl-!reichen Scheiterhaufen•, die;zur ״höheren' ■Ehre G־ttes“ so oft aufflammten und auf welchen tausende und abertausende ׳jüdischer Männer, jüdischer Frauen, jüdischer Kinder ■mit dem Rufe: ,;Sch‘ma Jisroel!“ ,auf 'den Lippen ihre Seele ׳aushauchten! Ja, ■stehen wir nicht noch Ammer mitten im• wüstesten Kampfe? Freilich — so ׳wird man einwenden — sind •die Waffen in diesem Kampfe andere geworden, der Kampf hat bedeutend mildere Formen ■äugenommen.!In unseren Tagen Ikämpft!man ׳doch nicht ■mehr gegen ums Juden mit dem!Schwerte An der Hand — freilich mit gewissen ׳Ausnahmen in gewissen Ländern! —. Im erleuchteten!zwanzigsten Jahrhundert raubt ׳und plündert, sengt und brennt man nicht mehr An ■den Judemvierteln — allerdings!soll ■derartiges einem verbürgten Gerüchte ׳zufolge noch hie und da geschehen!!Heute!hat ja jenem Ritualmordmärchen berjeltis die letzte Stunde geschlagen — freilich haben wir es fa erst!jüngsthin zu unserem Entsetzen vernommen, wie dieses totgeglaubte Märchen!beinahe Tod und Verderben über eine ganze ■Gemeinde gebracht hätte!!Heute ׳kämpft man ■gegen uns ׳nur!mehr ■mit den Waffen der Verleumdung, des Spottes und des!Hohnes, sucht man durch eine!infame Gesetzgebung ׳nur Tausende von!jüdischen Geweribetreiibenden an ׳den 'Bettelstab zu bringen, Hunderte :• van!jüdischen!Studierenden von ■den Pforten der י Universitäten ׳wegzudrängen! So schaut in Wahrheit!jene Nächstenliebe aus, die' wir eintauschen ■sollen gegen unsere alte jüdische Nächstenliebe, ■die Mitleid kennt mit ■dem Armen, Erbarmen ׳mit dem Dürftigen, Mitleid und Erbarmen mit den von ׳des Lebens Not und •Sorge ׳zu Boden Gebeugten; gegen unsere alte Mannes durchschaut und vor demselben gewarnt. Auch zeigt es von ■dem großen ׳Ansehen der Pa'kser Gemeinde, daß ׳die erste Räb'binerversammlung, welche in ■Ungarn ,a'bgehalten ■worden ist, nach Paks ׳z11sammenger1if.cn wurde.:l::'־;) Auch der Einberulfer und Präsident dieser Versammlung; R. Pheiwel ׳Horowltz s. A., Oberrab'biner in Papa, amtierte früher in!Paks und war ׳der unmittelbare Amtsvorgänger unseres R. Joel!Ungar, Fast ein halbes .Jahrhundert .gottgesegneter Wirksamkeit verbrachte •unser R. J. 'Ungar in Paks ׳und mancher tüchtige TalmmdgeAehrte und Rabbiner ging ׳aus der von ihm geleiteten Jesohibah hervor. Die in ganz ■Ungarn ׳anerkannte t׳alma1׳dische Antorität R. J. Ungarns gründete ■sich ׳auf seine seinem Meister nachgeahmte■ Eigentümlichkeit,!bei!der Beantwortung Irgend einer religionsgesetzlicben Frage sich keineswegs .von den späteren Autoren leiten zu lassen, sondern vielmehr ׳immer auf die■ Quellen Am Talmud zurückzugehen und■ zu1 seinen aus demselben ■abgeleiteten Dedukati'onen ■die älteren ■rabbiniseihen Schriftsteller nur beweisführend ■zu: zitieren. (Natürlich mußte zu׳ einem ■solchen Verfahren ein, die entlegensten Stellen im Talmud in Erinnerung beihaltendes Gedächtnis und eine die betreffenden Steilen aufs allerschärfste ,beurteilen .'könnender Scharfsinn die richtige ׳Basis h erg eben. Für beides aber war eine ׳riesige Belesenheit ׳und fortwährend ,neuen Wissensstoff in sich aufnehmender Fleiß die nötige Ergänzung. '׳Und der Fleiß R. J. Ungars war richtig ■erstaunlich. Noch im höchsten Alter pflegte er — so wird erzählt■ — ganze *Nächte hindurch in seinem Lernzimmer ׳auf und a׳b ■zu ■gehen, eine Stelle ■des Talmud nach ׳der anderen ׳auswendig vor sich hersagend miteinander zu vergleichen. So ist es kein Wunder, daß einer der scharfsinnigsten Zeit- und׳ Amtsgenössen desselben, nämlich der große Gelehrte und gewaltige ׳PilpuMst R. Ghaim Sofer s, A., **) Hiezu siehe man: Jost, Gesch. d. Juden. IX. Teil. — ׳L. Löw, Zur neueren Gesch. der Juden in Ungarn, 1874, S. 200 u. f. כשר SEIFE Market ALEFBETH mit .“wan äfei orth. ftäi>6lttätsaääei80f8i KoSiöe; erzeugt ״PöLiO“ FftlEDIriANti & 00. ■MH Seilen- Utid KBfMfatmfe, $lit Ihm *****׳ ,,-ד»hm., ■gaaaai __ jüdlsdljö Näckslenliebe; die ,hell strählt äffi EtaH&l .unserer Reiiglön! , Üöch iiäeti ׳\Vöit,gefähHichef Sind jene, tiife sich •Unter ddr Määkd det Freundschaft an Uns •Hefätidräiikeh iitld uns einiäaeh, an deh VöH IhtiUU errjehteteii!GötieHältäreii zu opferii; Diese Götzen!heilieh: Macht; ikeiohtütti; Ahisehen, zumindest leichteres und ׳bequemeres Fortkommen •im Lebett.!Was wir hingegen opfern sollen, das ist unsere Religion, unsere Ueberzeugung, unsere Ehre, unseren Charakter!!Doch wie? •Bedarf es heutzutage wirklich erst dieser freundlichen Aufforderung von anderer Seite, unserer angestammten Religion den Rücken zu ׳kehren und gleichsam mit fliegenden Fahnen in •das gegenerische Lager ab- ׳zuschwenken? ׳Wahrlich, wir haben es :herrlich weit gebracht! ׳Heute wartet man nicht erst diese Aufforder1iri׳g alb, Heute drängt inan siäh ohne jede äußere Nötigung, reißt ׳man sich förmlich um die ׳Ehre, ehrlos ׳zu werden •durch möglichst rasche *Liquidierung des Judentums. Ver- •rat ,und Abfall nehmen erschreckende!DArsensionen :in unseren ׳,Reihen an. Man verleugnet schamlos die Vergangenheit, um sich die Gegenwart ■unter den anderen ׳zu ermöglichen; maii ׳verleugnet die alte Wahrheit, die nicht modern genug scheint, um sie gegen eine neue Lüge nmzutauschen; man .schminkt sich eine mene ׳Religion •an und׳ erblaßt förmlich unter ׳der Schminke, ׳so man An Gegenwart;dier neuen ״Glaubensgenossen“ vom alten Stammesgenossen angesprochen ■wird. Allein הקול קול יעקב die Stimme, die Sprache ׳bleibt trotzdem und alledem Jakobs Sprache — sie läßt sich auch in der Uobersetzung au׳s dem Hebräischen ■nicht gänzlich verleugnen —, wenn auch ידים ידי עשו wenn auch ■die ׳Hände nur mehr Hände für 'Bs!au sind, ׳wenn auch ׳das jüdische ■Geld nu׳r mehr mit vollen!Händen an Esau verschwendet wird. Fürwahr, es •entbehrt nicht eines gewissen Reizes, ■den neuen Kurs dieser Glaii'benswechsler zu ■verfolgen; zu ,beobachten, wie sie 'bald g e b en, was sie ■von ihren Vätern n eh men; wie sic glauben, ׳in der Achtung ■der anderen ׳zu steigen, ׳während ■sie doch ׳in Wirklichkeit in der aller vornehm Denkenden ׳fallen. Den alten Bund ׳halben sie wohl verlassen, doch — welche Ironie des ,Schicksals! — sie können seiner ׳auch Am neuen nicht los •werden. Sobald sie ,in diesem einen Bund schließen,!befinden sie sich doch schließlieh wiederum An sehr auserwählter ,Gesellschaft. In ׳der glänzenden Kortege des 'Hochzeitszuges sieht!man ■doch nur wiederum leihemalige umd Noohjuden■, e׳s sei denn, daß ׳die Eltern ■der gekauften Braut eine Ausnahme bilden.!Doch genug hievon! Muß ■doch *jeden ethisch fühlenden, Menschen ein moralischer Ekel überkommen, wenn er diese fast in Permanenz erklärte Lüge, ■die Wahrheit zu sein prätendiert, beobachtet, wenn ■er angesichts einer solchen Felonie wahrnehmen ,muß, wie die Wahrheit in Lüge. ׳11׳mgew;׳audelt. ״dns Licfit!ktinstjliph verfinstert wind. Solan' 'offenkundig seframibs‘ geübter 'Chiarak'terloisigkeit ׳muß '!unsersieits endlich einmal offen ■ der Krieg ■erklärt werden. Angesichts •dieses ׳in unserer!Mitte schon seit langem vor sich gehenden Fäiilnlsprözesseis dürfen wir ׳nicht länger ׳mit verschränktem ■Armen tatenlos dastehen; ■dürfen wir e!s nicht länger ׳mit unserer!Ehre vereAnbarlich ׳halten, noch weiterhin!mit!jenen feigen Volks׳Verrätern An gesell- ■ ׳sohäftllchen ,Verkehr ׳zu treten. Unsere Ehre!heischt es gebieterisch, jede Gemeinschaft abzulehnen mit jenen Verächtlichen Religionsschänderti und ehrlosen Gesellen, die selbst ■mit dem ׳Heiligsten ehrlosen ■Schacher treiben. Wir!müssen einen weiten'Kordon ziehen zwischen uns und jenen Ueberläufern, damit nicht ■die verpestenden Miasmen, SCHADCHEN empfiehlt sich doch nur für vornehmste Kreise. Strengste Diskretion gegeben und verlangt. - Allererste Referenzen. ־ Gefl. Zuschriften unter ״Vornehm“ an die Administration der ״Jiid. Presse“, Wien, II. Leopoldsg. 26 zuletzt ׳Oberrabbiner der orth. isr. Gemeinde in Budapest, Verfasser .zahlreicher Werke ihalaohischen und aggadischen Inhaltes, unter;anderem der שו״ת מחנה חיים mit der Bernerkiimg: 0״er *כבר הורה הזל׳ן מפאקש ומה נענה אנו אבחרייהו Altmeister in Paks hat!bereits entschieden und was können wir hiernach noch zu sagen haben!“ ön der ׳Beantwortung einer ׳an ibn! ׳gerichteten wichtigen ׳religionsgesetzlichen Anfrage Abstand nimmt. ׳Kennner der Verhältnisse werden;es!zu beurteilen wissen, was eine derartige Bemerkung im Munde eines R. ■Ghaim Sofer!zu bedeuten hat. V. Hier ist auch der!Ort .zur Berichtigung eines An der zeitgenössischen Anschauung allgemein verbreiteten •Irrtnrns. Im', allgemeinen ■wird die!Meinung gehegt, ׳als ob die großen jüdischen Gelehrten der Vergangenheit, die sich hauptsächlich mit dem Talmud!befaßten und deren Leben fast ausschließlich nur dem Studium ■dieses Riesenwerkes gewidmet war, in den weltlichen Wissensfächern gar keine Kenntnisse besessen hätten. Dem ist aber nicht so. Es soll zwar damit nicht gesagt sein, daß der Talmud und das übrige jüdische Schrifttum, sei es auch in welcher Form Ammer abgefaßt,;nicht hinreichend genug wären, um denjenigen, der sich ausschließlich deren Studium und deren praktischen ,Betätigung widmet, die höchste sittliche und geistige ,Vollkommenheit ׳zu verleihen. Um ׳jene Vollkommenheiten zu erreichen, ׳wäre es demnach nicht unendig, sich ■noch anderen Wissenzweigen zuziiwenden. Jeder, ■der ׳in den Talmud• hur einigermaßen elngeweiht Ast, wird es genugsam wissen, daß ׳er eine ׳solche riesige Fülle der erhabensten!Ideen über G-tt, Welt,!Mensch-!heit, Sittlichkeit!und Tugend enthält und׳ •über einen ■solchen Schatz ■der alle menschlichen Verhältnisse regelnden, ge- ^echten Gesetze verfügt, daß auf der Grundlage dieser Ideen ׳und Gesetze ganz ■allein eine gedeihliche Lösung der heutigen gesellschaftlichen 'Zustände und eine wahrihaft rechtmäßige Gestaltung •derselben, erreicht werden könnte.

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