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Jüdische Presse · 1928-09-28 · 38 (28.9.1928) · page 7

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
38 (28.9.1928)
Date
1928-09-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 38 Seite 249 JÜDISCHE PRESSE sumBHHMmmnmMMNMHMmuranHmBMMnmMMmMnM1nMunmnn«nnMg '■ B I T schechoslowakei | SaBBBBBBBBBBBBBBBBBBaBBBBaBBBBBBIBBBBBBBaaBBBBBBBBBBBaBBBBBBBBBBBBaBBBBBBBBBBaS Wenn Totgeborene leben wollen. Am 2. September ״versammelten“ sich abermals einige Zionisten ״aas allen Teilen des Landes zahlreich“ — wie das offizielle Communique lautet — in Treuem- Teplitz und unternahmen es, m kurzer Zeit nun zum׳ drittenmal, ihrer ״Jüdischen Partei“ ein neues Programm zusammenzuzimmern, das sich bei den nächsten Wahlen zum Stimmenfang besser eignen sollte als alle bisherigen zionistischen Partei- und Wahlprogramme, mit denen sich diese Partei so wechselreich ausgezeichnet hatte1. Der Preßburger Advokat Dr. Rei,ß, in dessen Privatbesitz die ״Jüdische Partei“ samt allem, was drum und dran ist, überging, gibt sich — das muß auch der größte Gegner jeden Mißbrauches öffentlicher jüdischer Interessen zu persönlichen Zwecken zugeben — redlich Mühe und scheut auch große Geldopfer nicht, um aus der ״Jüdischen Partei“ ein politisches Instrument zu machen, das mindestens einem Juden in diesem Lande (nämlich ihm selber!) Nutzen sein könnte. Es kommt ihm dabei auf Prinzipien, Grundsätze und dergleichen anderes, was sonst im politi'- scheu Parteileben entscheidend zu sein pflegt, nicht viel an. Er geht mit sich zu Rate, ändert ״sein“ Programm je nach der zufälligen Windrichtung, erstattet sich selber Tätigkeitsberichte und billigt sie vollkommen. Er hat ein gutes Recht darauf, denn er ist die ״Jüdische Partei“ und die paar zionistischen Advokaten, die außer ihm mit dabei sind, werden auch unter allen Umständen dabei bleiben, solange im tschechoslowakischen Judentum nach ihrer Manier ״Politik“ zu machen, möglich ist. Was unter einer solchen ״Politik“ zu verstehen ist,! wird man leicht erfahren, wenn man versucht, sich aulf Grund der offiziellen Kundgebungen und B e- Schlüsse der Partei ein Bild von den wichtigsten Grund- Prinzipien zu machen, die von dieser ״Jüdischen Partei“ in ,der kurzen Spanne von nur 14 Monaten als die heiligsten aller politischen Wahrheiten mit allen Fanfaren einer demagogischen Propaganda verkündet wurden. Dann wird man aber auch begreifen, warum es einem orthodoxen Juden beim besten Willen unmöglich ist, diesem tschechoslowakisehen Advokatenzionismus jenes Maß von t;ןspekt entgegenzubringen, das man auch dem prinzipiellen Gegner nicht gerr. versag#, und sich' mit ihm sachlich und ernst) auseinanderzusetzen, wie es die Würde des Judentums auch im heißesten Kampf der Meinungen erfordert. Am 16. Juni 1927 auf einem Delegiertentage dieser ״Jüdischen Partei“ in Piestany wurde Dr. Reiß zum Partei- Präses — akzeptiert. Gleichzeitig wurde ein Programm für die Partei ausgearbeitet und nach allen Regeln einer Versammlung, deren Präsidium und Teilnehmer fast ausschließlich aus geschulten Juristen bestehen, zum Parteibeschluß erhoben. In diesem offiziellen Programm wird von der ״Jüdischen Partei“ ausdrücklich! gesagt: ״Sie erstrebt die Förderung der nationalen, kulturellen und wirtschaftlichen und sozialen Entwich-, lung des Judentums.“ Die Partei steht also, Was Zionisten aus echtem Schrot!und Korn eigentlich nicht einmal übelgenommen werden kann, auf klarer nationaler Basis. Es wäre einem jeden Gegner dieses frank und frei erfundenen nationalistischen. Judentums ein geistiger Genuß 'gewesen, den gewaltigen Irrtum dieser modernen Theorie mit sachlichen und •wissenschaftlichen Argumenten nachzuweisen und• mit den Mitteln einer ernsten politischen Polemik auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die ihre spezielle An- Wendung auf die Juden in der tschechoslowakischen Repuf Vblik in sich1 birgt. Die ״Jüdische Partei“ begnügte sich indessen mit •einem gewöhnlichen national-jüdischen Programmpunkt noch lange nicht. Sie wollte!für die politische Praxis sogar1 nationalistische ״Forderungen“ aüfs'tellen und die Juden dieser Republik (alle Juden, auch uns, die wir orthodoxe1 Juden, aber durchaus nicht nationalistische Zionisten :sein wollen!) zu einer ״nationalen Minorität“ deklariert und dies besonders ״b e t o n t“ wissen. Denn im! Piestanyer programmatischen Beschluß heißt es weiter •wörtlich: ״Die neugewählte Leitung wird beauftragt..., beim Zentralvollzugsau'sschuß der ״Jüdischen Partei“ in der Tschechoslowakei zu veranlassen, unsere!nationalen, religiösen und kulturellen Forderungen als nationale Minorität im Lande; zu betonen usw.“ Und noch deutlicher der folgende Punkt: ״Der Delegiertentag billigt die durch die! ״Jüdische Volkszeitung“ propagiertePolit i k des kompromißlosen ehrlichen Bekenntnisses zum jüdischen Volk mit allen, aus diesem Bekenntnis sich logisch ergebenden Konsequenzen einer jüdischnationalen Galuthpolitik.“ Um jedes Mißverständnis undijede Verwässerung ihrer nationalistischen, politischen und kulturellen Tendenz für d i e Dauer zu verhüten, ging die ״Jüdische Partei“ bej dieser Tagung vorsichtshalber noch einen wichtigen Schritt! ,weiter. Sie stempelte die nationalistischen ״Forderungen“ >der jüdischen ״Minderheitsnationalität“ in der tschechoslowakischen Republik zu einem' Problem der internationalen Weltpolitik. Denn sie wählte in dieser Ver- Sammlung unter Vorsitz desselben Dr. Reiß den bekannten extremnationalistischen Advokaten Dr. M a r g u 1 i e s aus Leitmeritz zu ihrem offiziellen Vertreter bei den Tagungen der Union der nationalen Minoritäten, die im Wege des Völkerbundes ihren Forderungen Geltung zu verschaffen sucht. Und Dr. Margulies nimmt seither an den Sitzungen dieser Union in der Tat als Vertreter der ״Jüdischen Partei“ teil, trotzdem ihm und seinen Auftraggebern. Dr. Reiß und Konsorten auf das bestimm־* teste und jeden Zweifel ausschließend bekannt ist, daß die hunderttausende orthodoxer und sonstiger nichtzionistischer Juden in der Tschechoslowakei es aus tausend Gründen, auf das entschiedenste ablehnen, ihre gesetz liehen Rechte, wenn sie ihnen vorentt halten werden sollten, imWege von anderen als den legalen inländischen Instanzen zu erlangen, ganz abgesehen davon, daß sie irgendwelche Forderungen als ״nationale Minorität“ überhaupt nicht haben. Das war am 16. Juni 1927. Es war klar, daß sich! im ganzen Lande außer den grundsätzlichen Zionisten kaum ein Jude findet, der einem solchen Programm zustimmen könnte, wenn er sich nur Rechenschaft darüber ablegt, ׳־was dieses Programm in seinen schwerwiegenden Kon- •Sequenzen bedeutet. Es gründete sich unter Führung der Orthodoxen die ״Jüdische W i r t s c h a f t s p a r t e i“ und zeigte, wie ein jüdisches politisches Programm auszusehen hat, wenn seine Schöpfer vor allen Dingen Juden, sind und von jüdischem Verantwortungsbewußtsein geleitet werden. Dieses Programm hatte eine merkwürdige Wirkung. Neun Monate nach ihrem Piestanyer Delegiertentage, am IS. März 1928, fand — diesmal in Kosice — aufs neue ein Delegiertentag der ״Jüdischen Partei“ und natürlich wieder unter Vorsitz Dr. Reiß’ statt. Die zionistischen Advokaten von Kosice und Presov waren fast vollzählig und außerdem noch einige aus anderen Orten! anwesend. Nach einer emphastischen Rede des Presover Advokaten Dr. F erbstein und verschiedenen verklattsulierenden Bemerkungen des Preßburger Advokaten Dr. Sipos erkannte die Tagung, daß ihre Partei totgebor e n war. Andere Menschen hätten unter der Wucht solcher Erkenntnisse die bankrotte ״Jüdische Partei“ als aufge-1 löst und ihr nationalistisches ״Minderheitsprogramm“ als undurchführbar erklärt. Zionistische Advokaten machen das anders. Sie klammern sich an die leblose Leiche ihres geistigen Geschöpfes und greifen zu einem politischen Kniff, um ihrer ״Jüdischen Partei“ einen Lebensodem einzu;- hauchen und die riesigen Geldsummen, die Dr. Reiß in sie investiert hatte, irgendwie dennoch ertragsfähig zu machen. Sie kamen auf einen sehr einfachen Gedanken. Sie ä ndern im Handumdrehen ihr Programm. Sie eignen sich wesentliche Programmpunkte der ״Jüdischen Wirtschaftspartei“ an und überlassen im übrigen den jüdisch-politischen ״Minderheitsnationalismus“ seinem guten Schicksal oder ihren Gesinnungs- und Berufsgenossen in — Prag und Leitmeritz. Gibt es Verlockenderes: für den jüdischen Wähler in der Slowakei und Karpatho- Rußland — so dachten die schlauen nationalistischen ״Politiker“ —, als das Programm der ״Jüdischen W i r t s c h af t s p a r t e i“, das sich so vieler Sympathien erfreut, an der Spitze einer Wahlagitation für die ״JüJ dis che Partei“ der zionistischen Advokaten? Dem Zionisten wird seine Partei und dem orthodoxen Juden sein: Programm erhalten und die weisen Väter dieser großartigen Idee, die vielleicht nicht einmal Zionisten und sicherlich nicht orthodoxe Juden sind, gewinnen — wenn! alles klappt — die — Mandate. Das paßte aber den Prager zionistischen Advokaten' ganz und gar nicht. Was gehen sie die Landesäufeschußwählen in der Slowakei oder Podkarpatska Ruß an, daß sie ihnen zuliebe sich politisch den Bauch aufschlitzen( sollen? Prompt, am 1. Mai, erhielten die slowakische^ Führer der Partei eine sehr schlechte Note eingetragen;.' In der Zurechtweisung der ״Politischen Reichskommission des zionistischen Zentralverbandes in der tschechoslowakischen Republik“ und der ״Zionistischen Exekutive in der Tschechoslowakei“ wird strenge erklärt: ״Die von den Zionisten geführte innerstaatliche׳ Politik beruht auf den im Sinne der Friegensverträge in der Verfassung der Tschechoslowakei gewährleisteten Rechten des jüdischen Volkes1. Die programmatischen Beschlüsse von Kaschau und die Kundgebungen die;- ses Parteitages entsprechen nicht diesen Grundsätzen und sind vom Standpunkt der zionistischen Idee unannehmbar. Unsere Politik ist die Mitarbeit einer Minderheit als organischer Bestandteil des Staates an dem Aufbau dieses Staates. ' Die Zionisten haben der zu erreichenden Einheit} der jüdischen Gemeinschaft immer wieder Opfer gebracht. Ein solches Opfer kann jedoch kein Opfer der Prinzipien sein.“ ( Damit war auch1 Programmnummer 2 erledigt und die Parteileitung hatte obendrein eine Reihe schärfster Zeitungsartikel von seiten ihrer zionistischen Vasallen zu ertragen. Auch die Nichtzionisten zeigten sich in keiner Weise erkenntlich für die große Gunst, die dem Partei- Programme der ״Jüdischen Wirtschaftspartei“ in der Kosicer Versammlung erwiesen wurde und blieben der ״Jüdischen Partei“ trotz ihres neuen Scheinprogrämmes g enausofernwiezuvor. So kommt denn die wochenlang mit großer journalistischer Aufmachung angekündigte Trencin-Teplitzer Tagung der Exekutive der ״Jüdischen Partei“ vom 2. September und präsentiert der erstaunten Welt — m Form׳ eines offiziellen Communiques —- ein neues drittes Programm der ״Jüdischen Partei“, das dem weisen Geist der zionistischen Advokaten nicht weniger zur Ehre gereich! wie alle früheren Programme. Es ist wirklich spaßig, das ganze Communique, in welches das neue Parteiprogramm gekleidet ist, ein wenig unter die Lupe zu ,nehmen. Da steht: ״Vorsitzender (Dr. Reiß) führt u. a. aus, daß die ,Jüdische Partei‘ noch nie so stramm organisiert war*, wie gegenwärtig.“ Wer’s nicht glaubt, wird nicht selig. ״Auf ihren verschiedenen Sitzungen wurde stets׳ die vollkommene Uebereinstimmung mit der Leitung betont.“ 1 Wessen Uebereinstimmung? Und von wem betont? ״Die ,Jüdische Partei‘ hat von ihren Ideale nj die sie während achtjahren vertreten hat, nichts auf gegeben.“ Das gilt zur Beruhigung der Zionisten, die zufällig nicht Advokaten sind und für die programmatischen Winkelzüge der Partei kein Verständnis haben. Und das! gilt auch nach Prag und Leitmeritz und wird wohl sagen: ״Nach den Wahlen werden wir unsere alten Ideale von der Minderheitsnationalität wieder hervorholen.“ Dann kommt ein Passus, der sich an die Regierung wendet. Er interessiert uns in diesem Zusammenhänge nicht. Weiter: ״Bemerkt sei auch, daß die Jüdische Partei die jüdische Religion als einen wesentlichen Bestandteil des jüdischen Volkstums anerkennt.“ Das ist offenbar zur Beruhigung der religiös orientierten Juden berechnet. Aber die Armen merken in ihrer rührenden Unwissenheit nicht, wie der zioni-1 stisch-nationale Pferdefuß aus diesem ״religiösen“ Bekenntnis hervorlugt, auch wenn in der Enunziation einer Partei, die von ״ihren Idealen nichts aufgegeben hat‘% peinlich vermieden wird, des von ihr vor 14 Monaten noch so nachdrücklich ״betonten“ Nationaljudentums offen Und Anläßlich des bevorstehenden zehnjährigen erscheint die ״J ü d 1 s c h e Press e“ In einer erweiterten und reich ausgestatteten Sonder festmunm er mit Beiträgen von den hervorragendsten Persönlichkeiten des In- und Auslandes. Wir machen unsere Leser jetzt schon auf diese tschechoslowakische Sondernummer, die allen Abonnenten zugehen wird, aufmerksam. Sie wird eine wertvolle und interessante, bleibende Erinnerung bilden für die Anteilnahme der Juden an diesem patriotischen Feste. Bestellungen auf diese Nummer werden ln der Bratislavaer Administration schon angenommen. Inserate in dieser Nummer haben besten Erfolg. Man verlange Sondertarif. ehrlich Erwähnung zu tun. Die nichtzionistischen Juden, werden nun Wissen, daß die — ״Jüdische Partei“ der jü4 dischen Religion die Gnade erweist, sie als ״wesentlichen: Bestandteil“ des jüdischen ״Volkstums" anzuerkennen und ihr mit dem Stimmzettel Dank sagen dafür, daß sie die jüdische Religion nicht ganz und völlig aus dem ״jüdischen Volkstum“ zu entfernen, sich vorgenommen hat. Der Dank der Religiösen würde sich noch gesteigert haben,; wenn die verehrte Parteileitung nicht vergessen hätte, sie! zugleich auch darüber zu belehren, welche denn die anderen, ״Bestandteile“ dieses rätselhaften jüdischen ״Volkstums“ sind, ״und diesen Standpunkt bei jeder jüdischen öffentliehen Betätigung betont.“ Gemeint ist bei dieser ,־,öffentlichen Betätigung“ wohl die große Liebe, die ihre Führer in öffentlichen Versammlungen (nach den Wahlen)!und ihre Parteipresse in allen, ihren Kundgebungen dem gesetzestreuen Judentum erweist, ״ohne sich in die Angelegenheiten der Kultusgemeinden direkt oder .indirekt einmengen zu wollen•“• ״In die Angelegenheiten“ ist nicht ungeschickt. gewählt. Auch nicht gegen die orthodoxen Kultusge mein den als solche, Herr Dr. Reiß und Genossen? Nachdem die Parteileitung den Hauptgruppen der jüdischen Wähler, den Religiösen.und den Nationalisten ׳etliche: Phrasen als Köder hingeworfen hat״ 'kommt die Reihe an die prinzipiell Prinzipienlosen. Diesen wird zugesichert, daß ״die ,Jüdische Presse‘ sich! im' Sinne des Be•) schllusses des. De legierten tag es ,vom 18. März 1 9 28 in Ka sc hau an den bevorstehenden Landes- und ezirkswahlen unbedingtB als selbständige! Partei beteiligen wird.“ '! Also: Auch du, Kosicer Delegiertentag, hast recht! Und nicht nur die prinzipientreuen ״Politiker“ vom Kosicert Delegiertentag. Auch die idealistisch gestimmte akademische Jugend soll endlich' qrfahren, 1wteshalb sie ihre; ganzen Kräfte bei der Wahlagitation für Dr. Reiß ,und did Donaubank einzusetzen verpflichtet ist. ״Begabte“ jüdische Studenten werden aus einem Fonds, den natürlich die jüdischen Wähler selber der Parteileitung zur Verfügung! stellen sollen, Stipendien erhalten. O, du liebes Gold! Es gibt aber auch noch slowakisch-nation'al gerichtete Juden in der Slowakei. Auch für diese hat die nationalistisch-nichtnationale, bestandteil-religiös-religionsfreie, idealerfüllte-gjoldbieteride, gemeindenerobernde-außergemeindliche, prinzipienfest-prinzipienlose, bis auf die Knochen im ״hebräischen“ Kulturboden wurzelnde, alles umfassende ״Jüdische Partei“ vom 2. September 1928 ein herrliches Geschenk in petto. Sie will nämlich auch did slowakische Literatur patr o n is i e r en. Und wünscht jemand noch mehr, so ist diese Partei — vor den Wahlen- — auch nicht in Verlegenheit Sie errichtet auch eine jüdische Lehrerpräparandie! Wer dadurch die wirtschaftlichen Nöte der jüdischen Bevölkerung, auf die man sich in der Kosicer Versammlung so .gemütstief berufen hat; noch nicht behoben sieht, den ist .eben nicht zu helfen. Auf Grund dieses neuen, ganz neuen Und neueste^ Programmes darf die ״Jüdische Partei“ der zionistischen Advokaten wohl mit einiger Bestimmtheit erwarten, daß die von ihr mit solch ehrlichen Mitteln erstrebte ״E i n i gkeit im Judentum“ sich beim Gang zur Wahlurne( offenbaren wird. Sollte sie sich darin täuschen, so werden!׳ eben wieder die bösen ״anderen“ daran die Schuld tragen, oder wer immer, nur nicht die ewig sich gleichbleibende! ״Jüdische Partei“ der Zionisten. Ci vis Judaeüs1. Kongrua der orthodoxen Rabbiner und staatliche Subvention an die Bratislavaer Jeschiwa. In (verschiedenen nichtjüdischen!Zeitungen erschienen vor einigen Tagen tendenziöse Nachrichten über die Kongrua der orthodoxen (Rabbiner •und die Bewilligung einer staatlichen Subvention an die ׳Preßburger Jeschiwa unter Bedingungen, die!mit den Traditionen der Jeschiwa unvereinbar sind. Wir sind ermächtigt, festzustellen, daß an!zuständiger Stelle davon nichts bekannt ist. Grabsteinsetzung. Am 6. Tischri wurde auf dem Preßburger orthodoxen בית החיים auf das Grab des ׳seligen R. Meier!Deuteilbaum die Meizewoh •gesetzt. Die Familie des •Betrauerten, Rabbiner David Wessely und ein auserlesener Freundeskreis warten anwesend. Die Gedeükrede ׳hielt Se. lEhrw. Herr ׳Rabbiner H i r s c h 1 e r. Er schilderte die Persönlichkeit des ׳Heimgegangenen und ermahnte seinen Sohn, in den edlen Wegen des Vaters immerdar •zu wandeln. Bi iefkasten. L., Presow. Wir empfehlen ׳Ihnen: Kottek, Geschichte der Juden, Verlag der Jüd.-Lit. •Gesellschaft, Frankfurt a. IM. 1915. •Preis zirka ׳tsch. ׳K 110.

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