Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 37 (21.9.1928)
- Date
- 1928-09-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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*Novlnovö vtfplatnä povoten6 riadfc post 9 telegrafov Zeitungen vom Verleg«? ve8״*?.?e<hr ו v Bratislava *te. 4I&72-III-20. Journal cxpddle par 1 edfteur. ORGAN FÜR DII£ INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Administration! Wien, II.,Leopolds• faste 26, 1. Stiege, 1. Stock.-- Tel.R 45-4-94. Kschechoslowakelt Bratislava, Postfach 140. Rrschelnt Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Fftr Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementsprelse 1 Qanzjährlg: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70״ Einzelnummer öst. Or. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen fflr Oesterreich; PostsparkassenamtWien, Konto Kr. 13.458; fflr Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto• Nr. 190.409; fflr Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; fflr Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Pm, Konto Nr. 53,386; fflr Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko~»» 49.217; fflr die Schweiz! Postscheckkonto Zflrich VIII. 4117;. fflr Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Nr. 37 Wien-Bratislava, 21. September 1928 ,:1«1׳ תשרי ו1ר JTOI»r*־m <ב'י 14. Jahrg• Zu •יום כיפוי Das Wunder des Wortes. Eingeleitet wird!der VaHtzcg der Sühne mit einer!Karndgebung für ׳die Heiligkeit des Wortes (Kol nidre), ausklingt er in Worten (Sohemoth), welche die Vollendung eines Menschenlebens darstellen. ■ Wenn, dieser Volltag seinem Zenith zu strebt, führt ans der!Prophet Jesaia z>u dem Allmächtigen als demjenigen, der das Wort der Lippen schafft. Pfadfinder!und Wegweiser ist sie, die ׳Fülle der Worte an diesem Tage, für den Weg zu ׳Gott und für den Weg zu den Menschen, beides mit der ganzen ■ Hingabe, des eigenen Selbst. Kaum ein Laut aus dem Eigenen, alles nur, wie es Jahrhunderte geprägt, wie es Millionenn ׳mit uns sagen. Was wir aus eigenem hinzufcun, ׳ist ׳der Rhythmus des ׳Herzschlages, ist Arbeit der Seele. Daß wir aber diesem Eigensten dasselbe Gewand verleihen, wie Menschen •vor!uns und Menschen :mit uns, das ist das schö'pferische Wunder des Wortes. Die tiefsten Denker aller Zeiten mühen sich um die Deutung der Sprache des Menschen. Dort, wo uns zum ersten Maie von einem Reden des aus dem stumme« Staub gebildeten Menschen erzählt wird, war e׳s so, daß der Mensch seinen 'Beziehungen zu den Erscheinungen der Welt außerhalb seines Ich einen ..Ausdruck finden ■und diesen1 Erscheinungen eine Be- :Ziehung zu sich geben sollte. (Vgl. das לו im iBere- •sc-hith, Cap. ׳II, Vers .19.) Nun heißt ׳ja der erhabene Tag jaurn Kippurim, der Tag der Sühne, der Tag, an welchem nach mehreren Richtungen sich ein Ausgleich vollzieht. Das Gelinge« dieser gewaltigen Umstellung ist nur dann gegeben, wenn das!Ereignis wahr wird, welches König Salomo mit dem Spruch kennzeichnet: Dem Menschen eigen: sind die Regungen des Herzens, vom Ewigen׳ aber ist der Widerhall ׳des Wortes. Wie ׳Jahr- ■•tausende in ■Opfern und Beten ׳die fürchterliche Einsamkeit des eigenen Ich lösen wollte und jedes Wort ■eines von Menschen ■gesprochenen Gebetes zunächst einmal ׳der Ausdruck der Sehnsucht nach Vereinigung mit G-tt ist, so gesellt uns die Kraft der gestaltenden Erinnerungen zu all denen, ׳die jubelnd diesen Weg gefunden haben, vom Hohepriester im Innersten des Heiligtums bis zu all den großen Menschen, die ihr Leben erfüllten, 1indem sie es für Heiligung des g-ttliehen Namens gaben. Ihren Gedanken spüre« wir nach und der Allmächtige hißt •uns dasselbe Wort sprechen,, mir dem sie endeten. Unser Wort belebt die Ahnen. Aber da sind ja auch ׳Menschen neben uns, vielleicht von uns zurückgestoßen, wo sie uns such- Jen, vielleicht vergeblich von uns umworben, als wir sie suchten. Und das heiße Werben, mit ihnen zu שדמץ כשי (תחת השגחת הרב ד ישעי פוו־סט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! ■sein, umfängt׳ «ns. Da wir fürchten, nicht verstanden 1z31 werden, lehrt uns׳ ein Wunder das erlösende Wort. Gerade., ׳indem wir ein Bild unseres Lebens in Widuj der Ewigkeit;unterbreiten, ziehen ־wir ׳den anderen, zieht der andere uns in den Rahmen seines Wortbildes. Hinausgetragen in die Unendlichkeit werden die Menschen eins und ■keiner mehr ist .alle-in und einsam. Unser war die!Regung des Herzens, aber das Wort erst, das werbend .geflüsterte und gesprochene Wort ׳haucht der Regung Leben ein, das Wort begleitete ׳die Erschaffung der Welt und ihrer Teile — und für ewige Zeiten ward in jener Stunde, als der Allmächtige kündete: Ich gebe dir die Harmonie des Lebens, so wie du ■sie ahnend in deinem Wort gestaltet hast (סלחתי כדבריך) ■das Wunder des Wortes wirksam gemacht, als der vollendetste Ausdruck des Lebens der Seele, der schon von Adam empfundenen Sehnsucht, die Beziehungen zur Welt außerhalb unser lebenswirksam •zu gestalten. Worte ohne Zahl raunen!Menschen ohne Zahl an diesem Tage; sie sind die Bausteine für ein Heim der Menschheit. p. K. Unsere Brüder in Russland zugrunde gerichtet und verfolgt Das Wilnaer orthodoxe Wochenblatt ״Dos Wort“ veröffentlicht einen Aufruf von Rabbi Israel Meir aus Radin, dem Verfasser des ״Chofez . Chajim“, in dem er im Namen vieler anderer großer Rabbiner die Gemeinden auifordert, am Versöhnungstag dieses Jahres eigene Gebete für die Brüder in Sowjetrußland, die schweren Religionsverfolgungen ausgesetzt sind, einzuschalten. Es sollen nach dem Kol Nidre-Gebet die Psalmen 74 und 79 und vor dem Neilagebet die Psalmen 70 und 109 von Vorbeter und Gemeinde Satz für Satz rezitiert werden. Den Psalmen schließt sich ein Gebet an. das in seiner Grundform aus dem Gebetbuch des Rabbi : Chajein Josef David Assul01 entnommen ist. Die Bitte des greisen ■Rabbi!Israel׳ Meir aus R!:1׳din ׳lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das Schicksal unserer ׳Brüder in Rußland in einer!Zeit,!in!welcher jedes jüdische :Herz weich!und ■wehmütig gestimmt ist.!Die Leser der ״Jüdischen Presse“ haben durch das Jahr schon viele Male Gelegenheit gehabt, das rassische Problem in seiner gespenstigen ,Vielfältigkeit und ׳in seiner finsteren Unklarheit ׳behandelt zu ׳sehen. Es :fehlt ׳uns ‘zurzeit!die Möglichkeit, einen klaren Ueberblick über die!momentanen Vorgänge in!Rußland ■zu geben, wir beschränken ans ׳bloß auf die Wiedergabe von •zwei 'Darstellungen, die angeblich aus wo'hlinformlerter, sachlicher!Qiuelle stammen. Ohne in die Erörterung und die nähere ■Beleuchtung dieser Berichte einzagehen, ׳möchten •wir in diesen heiligen Tagen nur dem Wunsche Ausdruck geben, daß das neue Jahr unseren B r lii d e r 11 i n ׳R!11 ß 1 a n d d a s Ende i h rer B e d r ii c k u n g u 11 d den ׳Beginneiner u n g ehemmten friedlichen und glücklichen Entw ä c k 11111 g b ■e d e 111׳ e n 111 ö g e. I. Der Vernichtungsfeldzug gegen י־ Synagogen und Schulen in Sowjetrußland Von maßgebender Stelle ׳werden der Jüdischen Telegr ap h en׳a:gentur die folgenden authentischen Tatsachen über den Vernichtungsfeldzug, den die jüdischen Sektionen der ׳kommunistischen Partei!in Sowjetrußland gegen die jüdischen •Andachtsstätten und das!jüdische religiöse Leben in!Rußland führen, mitgeteilt: In den Kreisen des Wz׳i!k und sogar in den der Jewsekzia (Jüdischen Kommissionen ׳der kommunistischen Partei) selbst sind im Zusammenhang mit der vermehrten Konfiszierung der jüdischen Synagogen, welche auf Veranlassung von Jewsekzia-Grappen stattfindet, scharfe Meinungsverschiedenheiten entstanden. Lunatscharski, der ß'ilduugsk0minissar und Smidowitsch, der Kommissar für Kultusangelegenh&iten, sind entschiedene Gegner einer Provozierung der religiösen Massen. Auch ein Teil de!r Führer der Jewsekzia steht in Opposition zu ׳den antn religiösen Exzessen. Nachstehend einige Tatsachen aus der letzten Zeit: Aus Moskau wird ׳berichtet, daß In diesem Sommer, auf. Veranlassung der Jewsekzia, massenhaft Schtießnngen der Synagogen ■eingesetzt halben. Da diese EnteLgnfingen oft einen •ungesetzlichen Charakter tragen, wendet die Jewsekzia schärfste Terrormittel an, damit die örtliche Bevölkerung sich nicht erdreiste, bei der Regierang Klage zu erheben. -In Kiew sind viele Synagogen konfisziert; •ein Teil wird, auf Grund der Resolution!irgend eines Arbeiter- Vereins,!in Arbeiterklubs verwandelt. Andere Synagogen wieder werden mit sehr :hohen Pachtungen belastet, auf daß die 1Religionsgeme׳inden nicht mehr die Möglichkeit haben, die Synagogen zu halten. (Synagogen sind Staatseigen tum.) Im Korostener Kreis sind sehr viele Synagogen enteignet;;in Olewsk, Malin ׳und ׳Lo'hin bemüht sich die Jewsekzia!die Synagogen zu konfiszieren, desgleichen in Sobolewka. Vorläufig ,ist es, dank der energischen Ve!rteidigung der örtlichen Bevölkerung, gelungen, die Syn'agogen au!schützen. In Korosten selbst hängt ,schon an Stelle des ״Ora-un Kaudesch“ das Bild Lenins. I׳n ■dem Städtchen Pogrenischtsc'he, ' Kreis Berditsohew, fehlte ׳ es an einem geeigneten Saal für ein Kino; die Jewsekzia faßte eine Resolution, daß zu,r Hebung des;kulturellen ׳Entwicklungsstandes der Bevölkerung ein Kino von unumgänglicher Notwendigkeit sei. Die Jewsekzia beschloß, die Synagoge zu enteignen!und in ein Kino umzuwandeln. Dies wurde!auch ohne weiteres durchgeführt. An Stelle des ״Oraun Kaudesch“ steht jetzt der Ecran. Im Städtchen R a d o m i s 1 hat die Jewsekzia be-. schlossen, die Synagoge zu konfiszieren; da ,sie aber nicht die Zustimmung der Regierung ׳besaß, verlangte sie von der jüdischen Gemeinde, daß ׳sie ihr die Synagoge freiwillig übergeben solle. Die Gemeinde erklärte jedoch, daß sie einem Gebote der jüdischen •Religion ■gemäß, ihr Heiligtum nicht abgeben dürfe, solange sie von der Regierur nicht dazu gezwungen werde. Eines Tages nach Sch des G-ttesdienstes ׳und nachdem die Synagoge in E־ tung ■der Ausschreitungen der Jewsekzia fest versr und verriegelt worden war, erschienen fünf ׳M Jewsekzia •;beim Syuagogendiener ,und drohter sie die Thorarollen, -zerr.eißen und ihn aus wegjagen'■würden, •wenn er!ihnen den T *ff ■diiß *'׳war- 'Gossen -ann der ihm, daß Hause Was bietet Othmai!? m führende Weltfirna cMSf, Wien, £■, Bürntnerring 6 &r?sto! ^Vel.'lJ-'Sl »3?61) _ I. und individuelle Ausführung? Iln Tadellosen? mustergültigen Sitz? III» Mur erste Qualität in Material u» Arbeit massigen Preisen 3Firn1 ׳Einlaß!in die < *£?jöuu‘e «•»>*׳ ״*friedeiKusteUeii. Set־ daher, be In Ihre mit der *Jfstomajr UM * i