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Jüdische Presse · 1928-08-17 · 32 (17.8.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
32 (17.8.1928)
Date
1928-08-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Novinove vyplatnö povolen6 riadit post a telegraiov ▼ Bratislava «s. 41572-III-20. Zeitungen vom Verleger versendet Journal expGdie par 1‘editeur. JUMSCHE PRESS ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Adminii trat ton: Wien, II..Leopoids• g&ase 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. R 45.94*4־ ׳*»chechoßlowakel: Bratislava, Postfach 140. Sncheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Ffir Artikel Sonntag, Iflr Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Oanzjährig! Für Oesterreicb S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen Ittr Oesterreich! PcstsparkassenamtWfen, Konto Kr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 1SK3.409; ffir Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt A gram,Ko. N. *0.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117: für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Mp. 32 Wien-Bratislava, 17. August 1928 ,ב*ד! רנדדפר^ססבורג א׳ אלול תרפ4ח 14. Jahrg. Bundespräsident Dr. Michael Hainisch 70 Jahre alt. Am 15. August beging der Präsident der österreichischeu Republik Dr. Michael Hainisch 1!1 vollkommener geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag. Ganz Oester reich 0 b n e ■Unter׳sc 11 i e d ׳der Parteien und Konfessionen feierte an diesem Tag!das 70. Wiegenfest des• Mannes, der' seit acht Jahren an der obersten Spitze unserer jungen von so vielen Kinderkrankheiten heimgesuchten Republik seine hohe Weisheit, seine grenzenlose Friedensliebe in den Dienst ׳der Allgemeinheit stellt. Seine Gabe, die )Gegensätze im Innern zu mildern, die unbegrenzte Hochachtung, die er im Ausland ob seiner Gelehrtheit, seiner staatsmännischen Besonnenheit, seiner anerkannten ■Menschenliebe und seines lauteren Charakters genießt, sind die Mittel, die dem Bundes- Präsidenten die Möglichkeit geben, Oesterreich die größten Dienste zu leisten. Diese hohen menschlichen und staatsmännischen Qualitäten lassen auch uns ■J u den in Oesterreich den 70. Geburtstag des Bundespräsidenten aus vollem Herzen feiern. Nicht nur unsere Verfassungsm ä ß ige 11 ■R e c 111 e sind unter seiner Präsidentschaft ein selbstverständliches Gut, sondern auch unsere Geistesart, unsere ׳kulturellen und humanitären Bestrebungen finden bei ihm, dem geistig hochstehenden, unvoreingenommenen Menschen feinsintilge Würdigung.!Möge die Vorsehung dem allverehrten Bundes- Präsidenten das Glück geben, noch ׳viele, viele Jahre in voller Geisteskraft und Gesundheit zur Freude seiner edlen Mutter und seiner Familie, zum Stolze Oesterreichs an dem Wiederaufbau des Vaterlandes mitarbeiten zu können. Das walte G-tt. EUul. Mit ■dem Einzuge ׳des Monats Elliil ertönt der Schofarruf, der uns ׳mahnt: ״Kehre ׳zurück, Isroel, zu deinem ׳G-tt dem Ewigen! ׳Bereite dich vor, durch ■Buße ׳und Einkehr die großen Abrechnungstage Rosch-Hasohonoh und Jom Kippur würdig zu ׳begehen! Denke ■nach, wie du ׳deinen ׳Pflichten ■gegen G-tt und •die Mitmenschen erfüllt ׳hast!“ Besonders in unserer Zeit, wo die schwierige matcrieüe ׳Lage, wo der!Kampf aims Dasein alle geistigen :und körperlichen Kräfte in Anspruch zu nehmen *droht, ist es unendlich ■schwer, den religiösen Pflichten, besonders den Pflichten zu Menschenliebe und Gemeinwohl, zu entsprechen, die ■Opfer ■ari Zeit ׳und Geld und ׳Mühe erheischen. ׳Prüfe besonders jeder Familienvater, 0׳b er in seinem Hause und bei seinen Kindern ׳darüber gewacht hat, daß die ,Heilighaltung!des Schabbos, die Vorschriften ׳über die Reinhaltung ׳der jüdischen Familie, besonders!die Keuschheitsgesetze beobachtet ׳werden. ׳Nach!unseren Begriffen ist ■der Besuch •der Strand- . bäder mit der jüdischen Auffassung über Ztiiufch und Sittlichkeit nicht vereinbar, weil-das Judentum auch nur Gedanken erotischer Natur strenge verpönt. Hast du, ׳jüdischer Vater, darauf gesehen, daß dein ׳Kind ׳Zeuge ist, wie man Zedokoh .(Wohltun) zu üben hat? Im Talmud heißt es: ״Mehr als der Hausvater dem Armen gibt, •gibt dieser dem Hausvater.“ Damit ist nicht etwa gemeint, daß der liebe G-tt dir ein Vielfaches dessen wiedergibt, ■was du dem Armen verabreichst. ■Der Sinn dieses Diktums ist der, daß die erzieherische W i r k u 11 g des Zedokohgebens eine so hohe ist, daß ihr Wert ins 1)11gemessene steigt. Wenn das Kind sieht, daß der vielbeschäftigte Vater ■sich persönlich um den Armen bemüht, ihn 'freundlich empfängt, sich für;ihn interessiert, Ihn, den Petenten, bittet, bei ihm zu speisen, wenn er ein Talmud .׳Chochom ist, ihn obenan setzt, dann gibt man seinen Kindern Beispiel und Lehre, w,ie echte .jüdische Zedokoh aussieht, ׳und das ist nicht nur für den Hausvater und seine Kinder wichtig, sondern ׳auch ein fester!Baustein im Gefüge des Hauses Jisroel, dessen Fundament •die Zedokoh, die werktätige Solidarität, bildet. Zedokoh •heißt in der heiligen Sprache ,Gerechtigkeit“. Wir sind zur Zedokoh verpflichtet, und ׳die Armut, die :an!uns appellieren muß, verlangt nur Ihr Recht. Wenn wir in diesem ■Sinne unsere Kinder erziehen, wenn wir alles tun, was in umseren Kräften steht, die Religiosität zu fördern, besonders durch Erhaltung der Lehrstätten und sonstigen religiösen Werke, ׳dann können wir 1berechtigt den großen Gerichtstagen entgegengehen in dem Bewußtsein, Ji:Si-oel ׳der wirklichen Erlösung ein Stück nähergebracht zu ׳haben. W01׳f ■P a p1 p e 11 h e i in. Rosch-Haschanah wünschen Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Kunden, Gästen u. Bekannten כתיבה וחתימה טובה in der ״JÜDISCHEN PRESSE“ Sie ersparen Mühe, Porto und Zeitaufwand I Wolf Pappenbeim II. Kleine Pfarrgasse Nr. 1 Das Inserat laut nebenstehendem Muster kostet einschließlich aller . Steuern nur S 5 resp. Kc 25 _ Bestellungen sind zu richten: Für die Slowakei an die Adresse: ״JÜDISCHE PRESSE“, Bratislava, Turnerg. 14 Für Wien: ״JÜDISCHE PRESSE“, Wien, II. Leopoldsg. 26 Ein aufsehenerregender Brief des Oberrabbiners Palästinas Jakob Meir an den scheidenden High Commissioner Lord Plumer. ׳Oberrabbiner Jakob Meir hat an den scheidenden!High!Commissioner Palästinas,' ein Lord Plumer, •einen ׳Brief!gerichtet, den wir weiter ׳unten in wortgetreuer '.Uebersetzung zum Abdruck bringen. Dieser Brief wird •nicht verfehlen, in der ׳ganzen jüdischen Welt ׳berechtigtes Aufsehen Ihervorzurufen. iRabbi Jakob Mei׳r ׳ist Präsident!jenes ׳palästinensischen lOberrabinates, das durch •die Sankt'ionierung des neuen!jüdischen Gomeindegesetzes eine staatlich anerkannte •Autorität erhielt. R.abbi Jakob Meir ist ׳in der Führung des lOberrabbinates des ׳heiligen Landes ein!mit ׳Rabbi Knk gleichberechtigter Faktor ■und• als oberste Autorität der. ׳großen sephardiseihen!Gemeinde in Jerusalem genießt sein!Wort unter den sephardisehen J-uden des heiligen Landes, wie ■der ganzen Weit!hohe •Achtnng. ■Oberrabbiner ׳Jakob Meir stand Jahrzehnte in der Zionistischen Organisation, wo er, bisher zumindestens, einen großen!Namen hatte. Wenn nun dieser Mann •g e- ■me ins am!mit Rabbiner Sonne nie Id, der Agudas Jisroel und dem IWaad hoir hoaschkenasi gegen das Gemeindegesetz protestiert, da dasselbe mit einigen seiner Verfügungen ׳und Bestimmungen gegen die!jüdische Tradition und ׳gegen ׳das Thoragesetz verstößt, so •ist dies die beste Verteidigung ׳für die Haltung der Orthodoxie., die Jahre!hindurch gegen das Gesetzwerden des Gemeindegesetzes gekämpft hat. (Man wird Oberrabbiner Jakob Meir kaum verdächtigen können, daß er das Werkzeug ״einiger Frankfurter Trennungsorthodoxen“ wäre. Es steht zu hoffen, daß diese ׳bedeutungsvolle Aeußerung eines der ersten religiösen Würdenträger der ׳palästinensischen Juden'heit auch der palästinensischen und שוט? ■!0 כשר (תחת השגחת הרב ח ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlichl englischen Regierung die Augen öffnen und sie überzeugen wird, daß der schwere Kampf um das Gemeindegesetz seitens der Orthodoxie ein notgedrungener, ein vom jüdischen Gewissen diktierter war und ist. Der Wortlaut des Briefes: Jerusalem, den 30. Juli 1928. Sr. Excellcnz •den High Commissioner Lord Plumer J e ■r u s a l e ׳m. Ew. Excellenz! iHiemit beehre ׳ich -mich Ew. Excellcnz zu bitten, ׳mir erlauben zu wollen die Worte, die ich an Ew. Excellenz bei ׳meiner Abschiedsaudienz a׳m jüngsten Freitag ge- richtet!habe, auch schriftlich niedcrzulegeii und noch einmal auf sie zurüakzukommen. Im Namen der Gemeinde •der Sephardim in Jerusa- •lern, im Namen des Rabbiner Sonnenfeld, des Rabbiners der Gemeinde der Aschkenasim in Jerusalem, im Namen der Organisation Agudas Jisroel in Ercz Jisroel, im Namen' des Waad hoir Hoaschkenasi und im!Namen eines beträchtliehen Teiles •der aschkenasischen orthodoxen Organisation ״Adas Jisroel“, Jerusalem, protestiere ich schärfstens gegen ■das jüdische!Gemeindegesetz ,in Ercz Jisroel, das einige Paragraiphe erthält, die dem!jüdischen Geist widersprechen.!Ich erlaube mir ferner im!Namen der obgenannten Körperschaften meinen Dank der Regierung auszusprechen fiir die in ■dem obengenannten Gesetz geschaffene Möglichkeit für •die gesetzestreuen Juden, aus dem der Gemeinde ■Kenesses Jisroel austreten zu dürfen. Ein Recht, ■daß tiaaisende orthodoxe Juden in •Erez Jisroel in Anspruch nehmen werden, falls der Waad Leumi der Forderung nach Korrigieraing der der jüdischen!Religion widersprechenden Paragraphen nicht nachkommt.!Indem ich meine; Segenswünsche Ew. ׳Excellcnz gegenüber anläßlich des Verlassens' des heiligen ׳Landes’ wiederhole, wünsche ich glückliche und segensreiche Abreise. Hochachtungsvoll Jakob (Meir,!Oberrabbiner von Erez Jisroel, Rishon le Zion und Vorsitzender des Ober- __rabbimates für Erez Jisroel. Es ist nicht egal wo Damen Perücken kaufen O TH MAR SCHIFF’8 Perücken weisen folgende Vorzüge auf: Guten Sitz, prima Material, modern und dennoch individiiell gehalten. Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken vorrätig. Die Preise sind: Bubikopf-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung a.d. Seite od.Mitte S 120.*— » ״ ohne Abteilung.. 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