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Jüdische Presse · 1928-08-10 · 31 (10.8.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
31 (10.8.1928)
Date
1928-08-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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NovInov6 vyplatnö povoleo6 riadlt post a telegralov v Bratlslave ö?s. 41572-11120־. Zeitungen vfcm Verleger versendet. Journal expSdie par 1‘editeur. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Administration! Wien, II.. Leopoldsgasse 86, 1. Stiege! 1. Stock. — Tel.R 45-4-94.!Tschechoslowakei} Bratislava, Postfach 140. Erscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: ar Artikel Sonntag, Iflr Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährigt Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst Gr. 40, das übrige Ausland R Dollar. Zahlungen ffir Oesterreich: PostsparaasseaamtWien, Konto Rr. 13.458; ffir Polen: Postsparkassenaml Warschau, Konto Nr, 190.409; ffir Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; ffir Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53,386; ffir Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 48.217; ffir die Schweiz: Postscheckkonto Zfirich VIII. 4117: ffir Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 lir. 31 ג״ו! מדרפחגזסנורג ניר אב תרמ״ח. 1928 Wien-Bratislava» 10. August 14. Jahrg. Die Jewish Agency. Nach der Berliner zionistischen Tagung. Der ״kleine Kongreß“, wie!die Sitzung -des Zionistisohen!Aktionskomitees dn -den ikan-greßlosen Jiaihren heißt, der diesmal vom 19.!bis 30. Juli in '!Berlin tagte, ging zu Ende. Die diesmalige Tagung ist auch ohne 'Anführungs- Zeichen, klein zu -nennen. Klein in -den Ergebnissen und!klein in der!U-nsachlichkeit und Aufgetragenhe-it der Verband- Jungen. Ernste (Männer -und -große Parteien im zionistischen Lager zogen aus, um We-iizmaun, die Weizmannsche Agencypoiitük und-!nicht ■zuletzt das -Gutachten der Joint Palestine Survey Commission in Stücke zu reißen und am Ende siegte!Weizmann mit 41 gegen 4!Stimmen auf der ganzen (Linie. Und damit an der Theatralik nichts ■fehle, inszenierte man eine ״Sacher“־IKrise und!als hierauf Weizmann die Opposition!zur Bildung einer Exekutive!aufforderte, gaben sie alle klein herbei. Weizmann ׳blieb, Sacher blieb und man ging in bester Freundschaft auseinander. Präsident ,Weizman-n kann •nun, ■mit weitgehenden Vollmachten und Vertnauenskundgebungen ■ausgestattet, seine Agencypolitik fortsetzen. Was ist der Sinn dieser Agencypolitik? (Nichts anderes al׳s die Er ■k e' n -n t n -i s, •d aß die Zionistische -Organisation auf sich selbst gestellt ganz und gar außerstande ist, den Palästina-Aufbau vorwärts zu bringen. •Seit -drei Jahren herrscht in Palästina eine große Wirtschaftskrise und trotzaller gegenteiligen Versicherungen übersteigt noch immer ■die!jüdische Auswanderung -die Einwanderung ■nicht unbeträchtlioh. So!zum Beispiel wanderten im Monat Mai 1928 223 Juden nach Palästina ein, wogegen -die Auswanderungs- Ziffer 264 Köpfe betrug. Seit Jahren wurde kein neuer Boden gekaxitft; die nicht unbeträchtlichen finanziellen!Mittel, die Keren!Hajessod und Keren iKaijemeth jährlich aufbringen,!reichen •gerade aus, um das bisher!Geschaffene nicht ganz ׳verkümmern zu!lassen!und die kostspieligen Experimente -mit den!verschiedenen Typen der landwirtschaftl-iche-n Siedlung aufrecht zu -erhalten. Daß -die Situation in Palästina ■erfreui eher weise nicht ganz verloren gegeben werden muß,;ist hauptsächlich jenen Stützpunkten ■jüdischei Arbeit zu verdanken, die in Erez J-israel ■vor Einsetzen der zionistischen Tätigkeit oder gegen dieselbe ins *Leben gerufen wurden. Wenn nicht die alten!jüdischen Kolonien Petach Tikwah, Rishon!Lezion, Rechowoth, Sichron Jakob und die übrigen -Schöpfungen •des!Barons!Rothschild, der L C. A., der P. I. C.A., wenn nicht die städtischen Siedlungen und Wohlfahrtsanstalten -des von zionistischer Seite so verhaßten und als ״verfault“ beschimpften alten jisebuw blühen -und gedeihen würden, also wenn in -Erez Jisroel nur das vorhanden wäre, was -die Zionistische O.rganistation zum Aufbau Erez Jisröeis beitrug, -so würde kein ernster Mensch mehr -die Zionistische Organisation als vertragsfähigen Widerpartner •anerkennen. Präsident Weizmann hatte, daher *in zwölfter Stunde -die Gelegenheit benützt, -das ■begonnene Palästina-!Werk der Zionisten zu retten, wenn auch unter für ״Nat׳io׳na׳r־Juden so depritnierenden Bedingungen der [Kompromißschließung ׳mit den Großgeldjuden Amerikas. ■Er brachte in -aller Klarheit zu-m Ausdruck, ■daß er ״die Kompromisse 1a!uf sich nehme, während -die a n d e ■r e n (die großsprecherisehen •zionistischen!Untergruppen) -die )Reinheit ihrei Prinzipien wahre n wollen.“ Mit anderen Worten besagt dies, •daß die zionistischen!Untergruppen in ihren Zeitungen und Versammlungen ■die blutrünstigen ׳Reden gegen Assimilantentu-m und Großjudenkapital weiterhin halten dürfen, die offizielle ,zionistische Politik hingegen mit den so!heftig :angegriffenen Assimilia-nten und׳ Großkapitalisten unter gemeinsamer Firma die weitere Siedlung Palästinas fördert. Das ist das vornehmste Resultat der Berliner Aktionskom-iteetagung und daher glauben wir, mit vollem!Recht behaupten zu dürfen, daß der ״kleine“ Kongr-eß der ׳Zionisten klein, sehr klein war. Diese doppelsichtige Politik, die nun in Berlin 1angebahnt worden zu sein scheint, über die, wie verlautet, auch die!Vertreter der amerikanischen (Kapitalisten noch Aufklärungen fordern, befriedigt uns orthodoxe Juden -aus doppelten!Gründen nicht. ׳Wir 1befürchten -zunächst die demoralisierende Wirkung einer uuiaufrichtigen Palästina- Politik, deren!Folge Verhetzung, Verwilderung und unbündiger Haß sein -muß. Noch mehr ■aber bedauern wir, daß Präsident!Weizmann den Weg der endgültigen Liquidierung der bisherigen verfehlten, auf nationalistische und kulturkämpferische Phrasen aufgebauten zionistischen Politik nicht mutig zu Ende gegangen ist. Soll d׳ie Je'wish Agency eine Körperschaft sein, ״die von Juden für die Juden“, also für die ׳Gesamtheit geschaffen ׳ist, so!kann ura-d darf ■die Orthodoxie in dieser Kö r-p e r׳s■ c h af t nicht fehlen; ׳jene Orthodoxie, welche die großen, schlichten Massen des tho,ratreuen Judentums umfaßt, ■die es •nicht verstehen können, daß Erez ׳Jisroel auf anderen Grundlagen als denen der seit -Jahrtausenden ׳geheiligten Traditionen des jüdischen Volkes aufgebaut werden soll; jene Orthodoxie, •die in ihrer schlichten lUnkompliziertheit es von sich weist, über •r e 1 i g i ö s e F u n d a-mentfragen zu fei 1sehen •und■ Kompromisse zu schließen. Diese Orthodoxie ist in den Verhandlungen, -die ׳bisher• für die Jewish Agency geführt worden, vollkommen unberüc-k- ■S'ichtigt geblieben. Und wenn •auch die Forderung der Joint Palestine Survey Commission den Palästina-Aufbau mit Ausschaltung!aller nationalistischer!und kulturkämpferischer Momente auf!rein ökonomischer Grundlage zu vollziehen, den Weg für die Teilnahme der Orthodoxie an der Jewish Agency ebnet, so muß doch schmerzvoll konstatiert werden, daß •bisher nicht einmal die ■leisesten ■Spuren für ^ine die Wünsche der Orthodoxie 'befriedigende Agencypolitik merkbar ■sind. Wir sind weit entfernt, die Schuld an diesem Umstand Weizmann oder •den Amerikanern allein in •die Schuhe zu schieben. Selbstverständlich wäre es die Pflicht der politischen Leitung der Agudas Jisroel gewesen, bei den Verband- Jungen über die Jewish Agency energisch für die Interessen! der .von ihr vertretenen orthodoxen Massen einzutreten. Soll doch die Jewish Agency nicht eine •zionistische Instanz, auch nicht die gemeinsame Domäne von Zionisten -und einigen;jüdischen ׳Geldmagnaten sein, sondern eine Körperschaft, die von Juden für die Juden, ■für die jüdischeי Gesamtheit, also -auch für den •th 0 r a t r -e u e n Te-ii des -jüdischen Volkes, ins Leben gerufen w-ird. Nach den jetzigen Resultaten kann *die Jewish Agency durchaus nicht -als dieses überragende Organ des ׳jüdischen Volkes angesprochen werden. Es wird schon von -Glück die!Rede sein können, wenn es die!Funktion des Geldsammelns besser als bisher Keren (Hajessod ׳und Keren Kajemeth wird besorgen ■können.!Geld ist -aber nicht alles, nicht einmal in bezug auf -Erez Jisroel. P. שומץ כשי (תחת השנחח הרב ח ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueb erall erhältlich! Die Angriffe gegen die ״Trennungs- Orthodoxie״. in den Wiener zionistischen Wochenblättern erschienen inden letzten Wochen, gleichsam als -Vorpostengefechte vor den ■herannahenden Wahlen in den Vorstand der Kul- - - tusgemeinde, -fortgesetzt Angriffegegen die!Orthodoxie. Wir haben es •uns längst versagt, auf derartige gehässige Angriffe zu reagieren. Aus unserem Leserkreise bekommen wir aber ununterbrochen Zuschriften, die wir doch nicht •ganz unberücksichtigt lassen können. Nachfolgenid •bringen■ wir eine solche Zuschrift zum Abdruck, ohne uns mit ihr aus den oben angegebenen Gründen zu identifizieren. ׳D. R. Man wird uns begreifen, wenn wir auf die Angriffe, der zionistischen ■Blätter nicht weiter reagieren. Der letzte rohe Angriff der ״,*Stimme“ ist aber •dermaßen erlogen, daß eine Aufklärung (nicht für die -Zionisten, die ja nicht aufgeklärt sein wollen) nötig erscheint. ״!Die heimliehen, tückischen ■Minierer“ ,sind eine Erfindung der ״Stimme“. Es gibt in -der Kultusgemein-de we-der agudistisehe noch Schiffschul-Abgesandte. Es gibt nur Er wählt e auf das orthodoxe Programm, die aber, da ■sie die orthodoxen ,Interessen izu veritreten haben, auch die •Interessen der von *ihnen, nicht •ve r t r e t e n s,e i n wollenden Orthodoxie, wie sich de-r ■misrachistische Vertreter in einer Wählerversammlung ausdrückte, wahren müssen.!Diesen Herren gilt eben jede (Klaus, ׳jede Talmud- Thora etc. als ein orthodoxes -Interesse, ohne 'Rücksicht darauf, ob -deren -Verwalter zu den Sympathikern oder Antagonisten von Aguda und Sch-iffschul gehören. Zudem hat die organisierte Orthodoxie in Wien immerbeton t, daß sie nur in einer selbständigen Gemeinde die Möglichkeit sieht, eine Gemeinde nach dem Schulchan Aruch zu führen.־ Wenn auch die Schiffschul ihre Institift-ionen selbst erhält, ist es doch ein entwürdigender ׳Zustand, daß die Bekenner des *religiösen Judentums, die!Rabbinat und. 1Institutionen der Gemeinde nicht benützen können, kein staatlich anerkanntes Rabbinat besitzen, — Kultussteuer zahlen müssen und von Staats wegen von einer modernistisch orientierten Gemeinde abhängen. Trotz dieses Standpunktes haben die Vertreter der Orthodoxie, seitdem sie sich entschlossen haben, in die Gemeindestube einzuziehen, um den destruktiven Tendenzen der Zionisten halt zu gebieten, ehrlich im Interesse ,der Gemeinde gearbeitet, die Arbeiten der Gemeinde stets -gefördert und nie durch Obstruktion lahmgelegt. Es ist nicht egal wo Damen Perticken kaufen OTHMAR SCHIFF’8 Perücken weisen folgende Vorzüge auf: Guten Sitz, prima Material, modern und dennoch individuell gehalten. Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken vorrätig. DiePreisesind: Bubikopf-Perücke, mitnaturgetreuerAbteilunga.d. Seite od.Mitte S 120.— w ״ Ohne Abteilung ... S 90.— Halb-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung.s 100.— Scheitel, mit 12 cm naturgetreuer Abteilung.. S 80.— w mit 8 cm naturgetreuer Abteilung ... .S 70. » mit 6 cm naturgetreuer Abteilung.. . . S 60.— SttMstv«lu!8tte Othmar SchifF, Wien, I., Kärntnerring 6 SÄ./!' Telephon 51-3-62 I#

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