Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 29 (27.7.1928)
- Date
- 1928-07-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2629891-2630244-2630272--3038-2634987- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 29 JÜDISCHE PRESSE Seite 191 ■lllinillllllBIBIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIRIIIIIIIIIIIRIIIIIIIIRIIIIIIIINIIS Tschechoslowakei j in der polnischen Synagoge Beth-Israel, 11., Leopoldsgasse 29, mit dem Chor vorzubeten. Wie ׳wir von amt errichteter Seite erfahren, sind überraschende neue Kom- Positionen besonders für Samstag früh vereinbart ■worden. ■Kantor ,Rosenblatt bleibt auch Sonntag, den 29. d. M. in Wien, aim der Trauung des Frl. Gusti Rapaport, Tochter des Herrn Josef Rapaport, mit ■Herrn Leo!Dachinger ■bcizuwohnen. Der Koinarnoer Rebbe in Bad Tatzmannsdorf. Wie uns aus ׳Bad Tatzmannsdorf mitgeteilt wird, begab sich ׳Rabbi Jakob Safrin, der Komarnoer (Polen)!Rebbe, aut Anraten ■der Wiener ׳Professoren, die er ■konsultiert hat, nach Bad Tatzmannsdorf im Burgenland. Am Bahnhof wurde dem berühmten Rabbi seitens der in Tatzmannsdorf weilenden jüdischen KuVgäste ein herzlicher Empfang zuteil. Hotel Adler, Leopold Adler, Bad Nauheim, Linden- Straße 3, ■ist ein in jeder!Beziehung ■lobenswertes Haus. Ritueller Betrieb, einwandfrei und unter Aufsicht des Pro- vinzial-iRabbincrs!Dr. Hirschfcld in ׳Giesen. ׳Die Küche, in der der Besitzer!Herr Max lEichberg ■persönlich das Szepter des Chefs ׳führt, verdient alle und jede Anerkennung, was nicht zn ׳verwundern ׳ist, wenn man weiß, daß derselbe in den prominentesten״ Hotels des ln- und Auslandes als Küchenchef ׳gewirkt hat, wogegen!Frau Eichbcrg in Hebenswürdiger und aufmerksamer Weise für das Wohl ihrer Gäste ׳im Hause und besonders im Speisesaal besorgt ist, Die Zimmer, durchwegs schön, hoch und luftig, jedes einzelne mit Balkon versehen, bieten angenehmen Aufenthalt, die Lage, direkt in ■allernächster Nähe ■der Bäder, ■Kursaal, Anlagen und Salinen, ■ist die ■denkbar beste und!das Haus und ihre Besitzer sind auf ■das Angelegentlichste zu empfehlen! .1. F. Oberkantor Sirota im polnischen Radio. Wie uns aus Warschau berichtet wird, sang kürzlich ■der bekannte ■■Oberkantor Sirota •im polnischen Radio ״Rezeh“ das ,Briehs Kol Nidre und ״El Zion“ vor. — Sämtliche Syrota- Platten in; Wien •zu haben bei S c 1111 c i e r, II., Floßgasse 9-20. Kulturkampf in־ der Kölner Gemeinde. Nach den bisherigen mehr oder weniger trockenen Hausplanberatungen kam cs am vergangenen Donnerstag in •der Repräsentanz ׳zu einem ■Beschluß, ■der!gefahrdrohende Wolken für den Bestand der ׳Einheit der Gemeinde heraufizubeschwören in höchstem Maße geeignet erscheint.!Der Vorstand hatte auf Grund einer!Eingabe der!Kommission der Orgelsynagoge, in ■dem Bestreben, den Gottesdienst zu (kiirtz׳en, beschlossen, ■den JMeumpurkon einschließlich Mischebcrach fallen zu lassen, die verschiedenen Mischeherachs ■der zur Thora AufgeruJenen ׳in einen Schlußmischeberach ■zusammenzufassen, den Aw horachamim ■(als Chor- und Sologesang) zu kürzen und die Haftarah in deutschem Wortlaut (sofern sie sich hierzu eignet) zum Vortrag bringen zu lassen. — Der Vorstand hatte, in der Meinung, daß es ׳sich bei diesem ■Beschluß um eine Aendernng des Ritus!handeln könnte, ■die nicht ohne vorherige Genehmigung durch die Repräsentanz 'erfolgen ■dürfe, gutachtliche Erklärungen der!beiden Herren Gemelnderabbiner eingefordert.!Diese gingen dahin, daß alles in allem genommen es sich tatsächlich um eine )Ritas-;■ändernHg handle. ׳Daraufhin wurden die Gutachter unfgefordert, sich zu äußern, ob diese Aenderung gegen das Religionsge׳s׳efcz verstoße. Rabbiner Dr. Kober erklärte, daß er in den vorgeschlaigenen .Aenderungen ■keinen Verstoß gegen das iRelLgionsgesetz, erblicke.!Rabbiner Dr. ׳Rosenthal be-- faßte ■sich ׳in seinem Gutachten .speziell nur mit der deutsehen Haftarah, weil sie ■in den geplanten Aenderungen eine besondere Stellung von ■prinzipieller!Bedeutung einnimmt, und kommt zu ׳dem Schluß, ׳daß gegen eine Uebersefczung der ׳Haftarah ׳nach ihrer ■Rezitation ׳im •Urtext ׳nichts einzu- .wenden ׳sei (mit ׳Ausnahme der Haftarah am ■1. •Schewuaustage). Da im übrigen eine Reihe ׳von iHaftarahs in ׳wärt- ־ lieber lUebersetzimg störend wirken würden, müßte man ■da׳ziu übergeben,!für •sie ganz ׳neue Haftarahs festzusetzen :Damit ■aber ׳würde man einen tiefeinschneideuden Bruch mit det Ueberlieferung vollziehen. — Mit!diesen Unterlagen ver-; sehen,!brachte nun der Vorstand die Vorlage vor die Repräsentanz und ließ sie von!Dr. Frank begründen. In einer breiten Phalanx stellten •sich mm die Volkspartei und die '!Konservativen, unter ihnen die.!beiden Vertreter der Mittel-!Partei und!der Achduth,!der Vorlage entgegen. Herr!Nathan Kahn (Mlttelpar.tei), ■auf seine Pflicht ׳hinweisend, zu allen religiösen Dingen, auch denen der Orgelsynagoge, Stellung ■nehmen zu!müssen, erklärt namens ■seiner ■und ׳der ■Volks- Partei, nicht •daran denken zu können, ״amerikanischliberale“ Aenderungen im Gottesdienst zazulassen. Es folgten •lange Ausführungen, idiie sich mit!dem "Wert nnd den ■nach ■seiner Ansicht!bestehenden Gefahren derartiger Maß- ־ nahmen befassen; zum Schluß!empfahl er als den einzigen W,eg zur W'eokuug des Interesses für den •Gottesdienst die Vertiefung des ׳jüdischen Wissens. — •Als nun auch ׳Herr Plato im Namen ■seiner konservativen ׳Freunde sich ■in einem belehrenden längeren Vortrag über die Reformsynagogen erging,!protestierten hingegen die!Liberalen und verließen!dien ׳Sitzungssaal, •nachdem ihr Protest kein Gehör gefunden. Herr ׳Plato beendete ׳seinen Vortrag, woraufhin ׳die ■Liberalen wieder erschienen und durch R.-A. Dr. Kaufmann ungefähr folgende Erklärung abgaben: ״W!ir haben unter Protest den Saal verlassen, weil wir es uns nicht bieten lassen können, ׳in einer jedes Maß weit überschreitenden Ausdehnung belehrt zu werden, als ob wir nicht auch unsere eigene!Meinung ׳hätten und •nicht genügend!belehrt und überzeugt wären, ■daß es sich in Vorliegendem nur u׳m geringfiigige Aenderungen in der für ׳die liberalen Bedürfnisse eingerichteten »Synagoge handle. So wenig, wie wir ׳unsere religiösen Anschauungen •den Rechtsgerichteten aufdrängen wollen, ■so!wenig wollen wir uns!von ׳ihnen bevormunden lassen. Wir wollen nach unserer eigenen Fasson •selig werden. Wir Liberalen vertreten den weitaus überwiegenden Teil der Gemeindemitglieder und sind nicht gesonnen, uns gar ׳derartige Bagatellen, die aber für uns von prinzipieller!Bedeutung •sind, vorenthalten zu lassen. Wir •wollen uns das!Leben in unserem Geiste nicht vollständig unmöglich machen lassen. Wir ■wollen Gewissensfreiheit. Eine A'blehnung unserer Wünsche würde für uns ■in dieser Gemeinde nichts ׳mehr erhoffen lassen, und unsere!Gegner mögen •sich über idie Konsequenzen klar •sein.“ — Unter ׳dem Eindruck dieser Rede wird eine Pause eingelegt, in der Hoffnung, daß '־ die verschiedenen Richtungen einander ׳entgegenkormmen werden!!Nach Wiederaufnahme!der Beratung!beantragte Herr R.-A. Jonas (kons.) Vertagung der ■Angelegenheit. Die Mehrheit •ist dagegen. Hierauf •begründet R.-A. Jonas namens ׳seiner!Freunde deren ablehnenden ■Standpunkt. Sie ,sähen nicht ein, daß ,sie heute ׳zu einer Aenderung des Ritus ■die ■Hand reichen sollen, ■nachdem •die Liberalen dies versäumt haben, ■als!sie die!Macht hatten. Seine Freunde 1betrachten es als ihre Aufgabe, da׳s historisch-traditionelle Jadentum zu pflegen. Nachdem mau die Einführung •hebräi- .scher Sprachkurse beschlossen habe, wäre es der Gipfel der Inkonsequenz, die hebräische!Haftarah •abzuschaffen. — Ein nochmals eingebrachter Antrag auf ■Beratung wird abgelehnt. Die!Liberalen verlassen ■den Saal. ו■■■■■■!■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■»■■■■« Der Neudruck seltener talmudischer Werke. Oer hebräische Büchermarkt ׳leidet in unseren Tagen einerseits an einer übergroßen •Fülle neu erscheinender talmudischer, exegetischer und ׳homiletischer Werke. •Anderseits ist aber ein Mangel an bekannten und für den ernsten und gründlichen ■Erforscher unserer zeitigen ,Literatur fast unentbehrlichen alten Werken dieser Gattung allgemein fühlbar. Die בני תירה und 'besonders die Leiter größerer ישיבות wissen zu erzählen, wie schwer es dem ״Lernenden“ zuweilen wird, ein יספר das Grundlegendes für Halacha und Agada bietet, entweder wegen seiner Seltenheit oder wegen seines unerschwinglichen Preises zu erlangen. ■Es!ist klar, daß ■diesem Hebel •nur dadurch abgcholfcn werden •kann, daß an ׳Stelle neuer ■und neuester Werke —• und mögen sic noch so wertvoll an Inhalt und Form sein — •die Neuhera11s׳gabe alter und vergriffener Werke unserer rabbinisch-talmudischen Literatur ,gefördert und womöglich auch ■institutionell systematisch betrieben werden •müßte. Abgesehen •davon, daß die •Pietät gegen unsere großen Geistesfürsten der früheren Generationen •uns gebietet, ihre teuren Geistesschätze vor Verschollenheit zu bewahren und sie ׳zum Gemeingut auch der Gegenwart zu ■machen, erscheint es auch vorn Gesichtspunkte der richtigen Verwendung der zum Ankauf von Büchern einem jeden einzelnen zur Verfügung stehenden Geldmittel sehr zweckmäßig, das allgemeine Interesse ׳auf solche Werke zu lenken, die in der Geistesgeschickte des thorabeflissenen Judentums sich bereits Heimatrecht und vielfach sogar Ehrenplätze erworben haben.!Es wird sich noch Gelegenheit finden, die Ooffcntlichkeit auf die Pläne hinzuweisen, •die nach dieser Riehttmg in Vorbereitung sind. Heute wollen wir unsere Leser nur auf das 'Unternehmen des •Herrn Bcrnat Grünfei d •in Ujpcst aufmerksam machen, der unter Aufwand von großer ■Mühe und beträchtlichen Kosten die neucrlic.!.ג Herausgabe bekannter, aus dem Buchhandel ■längst ■g> schwundener wertvoller Werke bereits begonnen hat Das erste Werk dieser Art hat ■vor einigen Monaten in sehr guter und auch technisch •ansprechender Ausstattung die Presse verlassen. Es ist das ספר מלא העומר exegetische Erklärungen und Deutungen zum Pentateuch und •den fünf Megiloth ׳von dem allbekannten Rabbi Ar je Leb Z 11 11 z זצ״ל aus 1P10׳zk, der unsere Literatur mit nicht weniger •als 25 bedeutenden!Werken, ׳die sich auf alle Gebiete unseres jüdisch-religiösen Geisteslebens erstrecken, bereichert hat. Keine Geringeren wie Rabbi Jecheskel Landau (נודע ביהודה) Rabbi 'E 1 a s ar K a 1 i r (או ר י' ח ד ש Rabbi M 0 r d c h a j!B e n e t h und viele andere sind in ihren Approbationen des Lobes voll über ■den Verfässer und seine heilige!Geistesarbeit. Der neuen schönen Ausgabe dieses ספר (mehr als 500!Seiten in ■Quart) geht eine ausführliche Biographie lind Würdigung des 'Verfassers aus ■der bewährten!Feder des Rablbi Chajim Bcr Groß •in Munkacs,voran. So erhält der Lernende ein Werk in die Hand, das jeder!jüdischen ■Biichersammlang zur Zierde ■gereicht.!Nach derselben umsichtigen Art bereitet ׳der Herausgeber auch andere sehr gesuchte Werke zur Veröffentlichung vor. Für ■die nächste Zeit sind das ספר מגיר משרים des Rabbi Josef ^^זצ״ל und auf besondere Anregung ■des Herrn Oberrabbiners!Ungar in Trnava ■das י 1 [ דיונה p ספר ק von Rabbi J izc h 0 k T e 0 m i m M •i ■p׳ra g צ " ל T ln »Aussicht genommen. Das Unternehmen •verdient ganz zweifellos die größte und bereitwilligste Unterstützung von ׳allen Freunden unseres Schrifttums. ■Die Adresse •des Herausgebers lautet: 1B e rnat G r ii trf e 1 d, U j p e s t, Bocskaygasse 25,!Ungarn. Die ErU\y־Frage in Kosice. Wie aus Kosice berichtet wird, geht die Frage der seit Jahren erstrebten Er!־ richtung eines E r u w einer günstigen Lösung entgegen. Das בית דין m'it Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Brach an der Spitze unternahm am 20. Tamus eine Rundfahrt um die Stadt, um die halachischen Anordnungen treffen zu können. Das ״große Verhören“ an der Preßburger Jesehiwoh. Bei außergewöhnlich ■drückender Hitze!fand •am 27. Tamus das ״große Verhören•“ in Hauptschi!ur an!der Preßbu»r.ger Jesehiwoh ׳statt.!Se,!Ehrw. ■Herr öberralbbiner ׳Schreiber prüfte seine Schüler in!Gegenwart zahlreicher Freunde •des ׳Lirnuch iHothora und gab ׳wiederholt •seiner Zufriedenheit über die Lehrresultate Ausdruck. Der überwiegende Teil!der Schüler erwies ■sich in den ■gelernten סוגיות mitפוסקים ראשונים ואחרונים •־ durchaus beschlagen und ׳lieferte den Beweis ■für ׳den!Ernst und den ׳Eifer, womit die ■jungen!Leute ׳ trotz mancher harten!Entbehrungen dem!Lernen obliegen. ־ Die Vorbereitungsjeschiwoh (ישיבה קטנה) in Preßburg. Mittwoch, ׳den 23. Tamus, nahm Se. Ehrw. Herr Oberrablbiner Schreiber bei!Anwesenheit ׳des Gemeindepräses, der Gaboim, der Eltern und •mehrerer ת״ח ונכי חורה der G׳emeinde die Prüfung iu iHauptschiur an der ainter ׳Leitung!des!Herrn!Rabbiners ßaruch ■Löbl stehenden ישיבה קטנה vor. Auch;in ׳diesem Sommer- Semester bewährte!sich •die Anstalt ׳vorzüglich. Die Schüler gaben sehr zufriedenstellende Antworten auf (die an sie gerichteten Kreuzfragen und •setzten die Anwesenden mit ihren reichen Kenntnissen zuweilen!in!Erstaunen. ׳Herr Oberrabbiuer ■Schreiber begliickwüschte ■zum Schlüsse Herrn!Rabbiner ׳L׳öb׳l und die unermüdlichen 1G ahoi in d׳e!r Anstalt ׳zu ׳dem bemerkenswerten Fortschritt, den der Großteil •der Schüler aaifzuweisen hatte. Gast־D1־oschoh in Piestany. Am DM ש״ק מ hielt Herr Rabbiner ׳M. 1R 0 11 e nb e r!g aus Antwerpen auf Einladung des Oberrabbiners •und des Gemelndevorstandes im großen Tempel der orthodoxen!Gemeinde eine wirkungsvolle (Droschoh. Der ehrw. Redner beschäftigte sich in der •Hauptsache mit der Jugenderziehung Im ׳Geiste der Thora und fand allgemeinen!Beifall. Spendet für den Kindergarten nnd lessode Horn der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Helfet der Prager Mensa Ritualis! Seit dem Umsturz studieren an den Prager Hochschulen zahlreiche junge Leute aus der Slowakei und Podkarpatska Rus; viele von ihnen genießen nur rituelle Kost — und sind dabei unbemittelt. Ebenso kommen regelmäßig Reisende aus diesen Ländern nach Prag, die geschäftlich oder bei den Behörden zu tun haben oder in einem Krankenhause Heilung von Ihren Leiden suchen. Olt kommen ganze Schulklassen zum Besuche der Hauptstadt und sollen billig und dabei rituell verpflegt werden. Es wurde eine Mensa Ritualis begründet, die mit der hiesigen Volksküche vereinigt wurde; aber diese wird in Prag sehr wenig unterstützt, weil die Prager Juden zum allergrößten Teile die Notwendigkeit einer rituellen Verköstigung nicht anerkennen. Ebensowenig aber wird sie in der Slowakei oder Podkarpatska Rus gefördert: sofern von dort aus Prager jüdische Einrichtungen unterstützt werden, geschieht dies zugunsten der großen Mensa, die nach eigener Angabe unrituelle Kost verabreicht. Wir haben es bisher vermieden, die jüdische Oeffentlichkeit in Anspruch zu nehmen. Jetzt aber sind wir dazu gezwungen: denn unser Haus, in welchem bisher gegen ganz geringes Entgelt die Mensa untergebracht war, wird in kürzester Zeit niedergerissen und wir bedürfen außerordentlicher Summen, um in einem neuen die Miete (die für mehrere Jahre auf einmal verlangt wird), eventuell noch eine hohe Abfindungssumme zu erschwingen. י.7ןbitten dringend um ausgiebige l־i i a k v, , Für das Kuratorium: i»r. 3, Lieben, Prag, V״ Bilkova 3.; Geiüsendungen erbeten :in die Wiener oder Br jatislavaer Administration ü. BSaiies״ Chajiifi Boruch Wottiz ׳־*ל! (Eine aufgehende Knospe liegt geivnlc'k* ׳Ja,!••p: junger• Merisch, die besten 1Hoffnungen verheizend,־ i2־־ einer Zierde •des Judentums sich emporriiigend, sank ־ mitten seines idealen ßtrebens, ,von einer tückischen Krankheit rasch ■dahingerafft, ׳ins Grab, zum tiefsten Schmerze seiner Eltern und Angehörigen und zur unsägliehen Trauer seiner!Lehrer und eines großen Kreises vbu Freunden, •der in ihm 'die Verkörperung des reinen jiidisehen Jugeiidideals erblickte. Chajim!Boruch 'Wottiz in Bratislava, •der jüngste Sohn ■des in allgemeiner Achtung stehenden Buchhändlers Herrn Jösef Wottiz, verschied am 1. Aw ,im Alter ׳von 20 Jahren an ׳den!Folgen einer Krankheit, ■die ׳er sich •in der יגיעה בחורה zugezogen hatte. Er!lernte .mit außergewöhnlicher Hingabe an ׳den ישיבות in ׳Bosiug, Hunsdor'f, Preßlburg,!Galanta und zuletzt in Deutschkreuz und widmete sich iu ׳buchstäblichem ׳Sinne Ta.g und Nacht in!grenzenloser Liebe und reiner Frömmigkeit ׳dem Dienste seines :Schöpfers. Seine Konstitution erwies sich jedoch leider zu schwach, um seinem ׳Willen zu gehorchen. Wenige Wochen genügten, um sein Ende ■herbeizuführen. Die 'ח ל ו י zeigte, welcher ׳Liebe er s'ich Ina Kreise ■der ׳jüdischen thoralernenden Jugend erfreute. Nach Hunderten waren die ßachnrim •der näher- ,liegenden ישיבות herbeigeeilt, um ihn zu beweinen. Zu spät, um noch an ■der ה לוי׳ teilzunehmen, ■kam auch . sein!Rabbi, der .ehrw. Oberrabbiner von Deutschkreuz, mit einer Anzahl von!Schülern in Preßburg an. Dem allgemeinen Schmerze Ober ■den!Heimgang eines solch ausgezeichneten jungen Mannes ■gaben ■die 'Herren Rabbiner Samuel D o n a t h, Rabbiner Salomon!U 11 s ■d 0 r f e r, D. ,L. Groß und am nächsten Abend im Trauerhause im Namen des Agudas-lReiim-iVereines die Herren Jos. H. P e t e n y i und Juda Donath beredten Ausdruck תנצביה Frau Cäcilie Rotter ע״ה Aon Alter von 76 Jahren verschied am 1. Aw Frau Cäcilie Rotter in ■Bratislava. Sie war eine ׳würdige Tochter des allbekannten ׳Oberrabbiners Rabbi Simon Friedmann זצ״ל i׳n Galanta und zeichnete sich während •ihres ganzen!Lebens an der Seite ihres Gatten Herrn •Samuel ׳Rotter durch •aufrichtige Frömmigkeit und feinsinnige Wohltaten aus und verstand es, sich die Veyehrung und •die Achtung ■all ■derjenigen zu erwerben, die ihr iiäherkameu. Möge השי״ת ihrem all verehr teji Gatten und ihren Hinterbliebenen allen Trost spenden בתוך שאר אבלי ציון וירושלם! Briefkasten. ■Mehrere.!Unseres Wissens ׳hat die Wiener Kultusgemeinde keine Klinik ■für die Freud sehe IPsychoanalytik errichtet, somit fallen alle an diese Annahme geknüpften Folgerungen in sich zusammen. ״Isch Chazll“: 1. ״Wizo“ •ist eine ■zionistische Frauen- Organisation,!mit der das thoratreue Judentum ■sich keineswe!gs identifizieren!kann. Die!Zionisten sind!Meister :im Erfinden •immer!neuer!Namen, ■um nichtsahnende!Nichtzionisteu und sogar .glaubenstreue Juden in Hure Verbände zu locken, Veranlassen Sie Idie Damen, die In orthodoxen Kreisen für den Eintritt ׳in die ״W'izo“ agitieren, sich über den ״verfänglichen“ Punkt!der ■geistigen Beziehungen ihrer Organisation ■zum Zionismus •Aufklärung!z׳u!verschaffen. — 2. Kommt nächstens. 3. Die Kundgebung der Rabbiner iibe!r ■die Thora Widrigkeit des Zionismus bezieht sich ausdriicklich ׳auch auf Iden ״Misrachi“ und ausnahmslos auf alle!Fonds, Sektionen und Abteilungen, die ian Dienste der zionistischen Organisation stehen. — 4. Unwahr! Es gibt in •der ■Slowakei nicht!einen einzigen orthodoxen Rabbiner, der •Zionist ׳wäre. ׳Lassen Sie sich nicht ■zum besten halten. S. B. S. Das ״Zsido!Lexikon“ ist ein Privatunternehmen. Es bleibt selbstverständlich jedem freigestellt, es zu fördern oder nicht. Wir wissen darüber nichts Näheres und vor allem nicht, wie es sich zu der Orthodoxie stellen wird.