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Jüdische Presse · 1928-07-06 · 26 (6.7.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
26 (6.7.1928)
Date
1928-07-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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NovIbovä vfplatng povolen£ riadit post a telegralo. Zeitungen vom Verleger versendet v Brat isla ve äls. 4l57M[[-20. «״׳<׳ »״>»״ l'edltenr. * » » ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. JÜDISCHE PRE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS ncdKktton n. Administration: Wien, 11.,Leopoldsfasse 86, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-496־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Incheint jeden Freitag. —- Redaktionsschluss: v#r Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig! Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: PostaparnsssenamtWien Konto Sr. 13.458; für Polen. Postsparkassen«!]( Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn! Postsparkassen*»! Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassen*»! Prag, Konto Nr. 53.38A; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 48.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII 4117: für Deutschland• Postscheckkonto Berlin Nr IW M° Nr. 26 Wien-Bratislava, 6. Juli 1928 (רו וינה־טרוגסססייג ••ח תמוז מוי*יח 14. Jahr g. Die Lage der Orthodoxie und die Apda. Eine Artikelserie von P. K. 111. *)!Das ist der Punkt, an dem der geistige Kampf um § 4 des Statuts der Agudas Jisroel einsetzt, ein Kampf, der überhaupt nur begreiflich und entschuldbar ist, wenn man diese ganze Konzeption, diese ganze, tiefe Weltanschauungdifferenzierung nicht kennt. Gewiß obwaltet zwischen der selbständigen Orthodoxie und der Gemeindeorthodoxie (wir wiederholen, die beiden Ausdrücke sind schlecht» aber leider hat die Polemik einmal diese Schlagworte geprägt), auch die Differenz der Interpretation der religiös gesetzlichen Bestimmung. Allein man war bei der Gründung der Aguda und speziell auf Antrag der entschiedensten Austrittsfreunde darüber einig geworden, daß die individuelle S t e 1lung zu dieser Differenz keinen Einf)uß haben kann und soll auf die Zuge- ׳hörigkeit des einzelnen zur Aguda. Es kann deshalb füglich zunächst einmal im Rahmen dieser Parsteilung, dieser Punkt außer Betracht, bleiben.!Man darf nicht übersehen, daß unterdessen die Grundanschauung der Gemeindeörthodoxie über den Rahmen der Gemeinde hinaus g׳ewachsen war und daß sie unter dem Namen des Misrachi sich einen Platz auch in den Organisationen der jüdischen Gesamtheit erworben hat. Da die Aguda gleichfalls das Bestreben hat, eine Orga- •rrisatio.11 der Gesamtheit zu sein, so war das gegebene Problem: vielmehr die Frage nach der Stellung zum Misrachi. Man kann historisch folgendes feststellen. Bei Begründung der Aguda dachten viele Kreise ursprünglich an den Weg •ins Freie, d. h. nachdem einmal innerhalb der primärsten Organisation, also innerhalb der Kultusgemeinde, die Einstellung zur Frage der Führung z׳ur Zerklüftung der Traditions* treuen geführt hatte, wollte man versuchen, durch Schaffung einer umfassenddreren Organisation diese Gegensätze zu überbrücken. Es lag darin ein äußerst feines Verständnis für die Mentalität derer, welche innerhalb der Gemeinde aus temporärer Notwendigkeit das Zusammengehen mit der T r a d i t i 0 n suntre u e für zulässig hielten. Aguda hat deshalb niemals daran gedacht, etwa eine Ueberorganisation der Gemeinde •zu sein und Gemeinden als Mitglieder aufzunehmen. Sie wandten sich ausschließlich an das Individuum und wollten i h m eine Stätte bieten zu der Erkenntnis und zu dem Bekenntnis, daß das konstruktive, auch das national k'onstruktlve Moment der jüdischen Gesamtheit im Judentum, also in der Religion beschlossen sei. Das setzte als selbstverständlich voraus, daß auch auf der anderen Seite dasselbe feine Verständnis vorhanden war und daß man es begreifen muß, wenn auch die Ansehauung, welche zu einem Kompromiß nicht . zu gewinnen ist, um Geltung ringt. Man hoffte innerhalb des Gründerkreises der Aguda, daß in demselben Augenblick, in dem man ein Bild der jüdischen Not- Wendigkeiten der Oeffentlichkeit, auch der nichtjüdischen, zu unterbreiten gezwungen war, daß dann, wenigstens d)a‘s ׳Kn div i du Um!sich imge¬ *) Siehe Nr. 23 und •24 der ,Jüdischen presse“. säumt unter die F a h ne des absoluten Primats der Thora stellen würde. Bei der, sagen wireinmal zunächst taktischen Grundanschauung, daß die Führung der Thora für alle jüdischen Dinge nur erreichbar sei bei Vorhandensein einer Organisation, die für sich die Souveränität •der Thora lebt und sie für die Gesamtheit anstrebt, konnte natürlich die Vertretung •der Grundidee nur solchen Menschen anvertraut werden, die, um eine vielgebrauchte Phrase zu wiederholen, in Lehre und Leben diesem Gedanken sich hingeben. Es war also durchaus keine Beurteilung anders gerichteter Bestrebungen, wenn das Statut der Aguda diese Forderung erhob, ■es war vor allen Dingen keine Bewertung, oder gär Minderbewertung der subjektiven Ueberzeugung divergierender Anschauung; man sagte sieh im Gegenteil, daß, •und auch hierbei blieben wir auf dem Gebiet der Taktik, da die Grundeinstellung der Andersgesinnten •doch auch als letztes Ziel, wie bereitsv-oben ausgeführt, die Souveränität der Thora im Auge hat, so kann sie es nur freudigst begrüßen, wenn der Nachbar dieses letzte Ziel besser dadurch zii erreichen hofft, daß er zunächst einmal im engeren Kreis die!Möglichkeit dieses Zustandes als gegeben beweist. :Man kann es wirklich nicht begreifen, wenn Gemeindeorthodoxie!und IMIsrachi dieses, absolute Thorasouveränütä'tsgebilde ׳bekämpft. Freilich darf man nicht übersehen, daß sich •unterdessen fast geheimnisvoll ein psychischer Vorgang innerhalb der Gemeindeorthodoxie und des Misrachi vollzogen hat, der gar nicht genug beach-. tet werden kann. Es ist schon an dem, daß man den absoluten Souveränitätsgedanken der Thora als eine Art Sünde gegen den Geist des Judentums begreift und daß •man sich vielleicht im stillen Kämmerlein nicht scheut, die gewaltigen Persönlichkeiten •des vorigen Jahrhunderts, welche diesem Gedanken freie Gasse brachen, als ein ‘ Unheil für das Judentum betrachtet. Es kann sein, daß hierbei persönliche Ver- Stimmungen und Zurücksetzungen eine Rolle spielen; es kann sein, daß •mangels geschichtlicher Erkenntnis allzu rasches Vergessen desjenigen, was gewesen ist, die Wurzel dieser Einstellung ist. Wer möchte leugnen, daß in vielen Beziehungen die Gegenwart ein freundlicheres Gesicht hat. Nachdem die Neologie» namentlich im Westen ein so entsetzlich weites Trümmerfeld ■geschaffen hat, kam ja auch ihr der Gedanke an die Notwendigkeit eines rykor.sfruk- שרמז כשי (תחת השנחת חרב ד ישעי סורסט שיפשוהר) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwtirden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! . , ----- - - - änn1n1nnnm111nn»1»1111111mm»1nnnnnnn11111n111111111111n1111mTrn1B1n1m111111111m11ni11111111111»11m1m1tm1^ BAD NAUHEIM) Hotel Adler — Leopold Adler f LlndenstraO« 3 Telephon 2031 j | Einzig jüdisches Hotel am Platze, das in allernächster | | Nähe der Bäder und Salinen, sowie Kuranlagen liegt. | | Ruhige Lage. — Mäßige Preise. — Vorzügliche Küche. | 1 Unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Provinzial-Rabbiner § 1 Dr. Hirschfeld, Gießen. I 3 g l!u1u»Bi11uM1»11u111»1tuu1uu1a11uü1MmM111u111111»u1111u₪m111m1nn11m1mm111aH1u/nufmf11nflHmgiff1l tiven Aufbaus. Sie konnte, wie bereits erwähnt, um so eher auf aggressive Tendenzen verzichten, als sie ihr Hauptziel, die Anerkennung der Gleichberechtigung, äußerlich erreicht hatte. Man darf ferner nicht vergessen, daß die Stellung zur Gemeindefrage sehr viel durch fremde Einflüsse, hauptsächlich durch das Moment des Staatliehen Gemeindezwanges bedingt war, man konnte aber um so eher hoffen, daß dort, wo der Zwang wegfällt, also bei einer freiwilligen Organisation, die orthodoxe Anschauung in ihrer ganzen Klarheit und Reinheit zum Sieg geführt würde. Denn wenn die gegenteilige Anschauung in bezug auf die Legitimation zur Führung ׳jüdischer Dinge auch in freiwilligen Organisationen auf die Souveränität der Thora verzichtet, so •konnte in einem Statut der Aguda nicht klar genug gegen die Verzichtleistung Stellung genommen werden. Diese Hoffnungen und Erwägungen sind die Wiege des § 4 des Statuts der Agudas Jisroel. •((Fortsetzung folgt.) Die Tragödie der Juden in Sowjetrußiand.!In langsamem, Qualvollem Siechtum geht ein Großteil der russischen Juden •zugrunde. :Diese erschütternde ׳Feststellung ׳ist durchaus nicht aktuell, denn das Todesröcheln!dieses ׳wertvollsten Teiles■ des jüdischen Volkes währt schon ungefähr zehn Jahre. Leider kann auch nicht angenommen!werden, daß das ׳Hinausschreien dieser schauerlichen Tatsache in die ׳große Welt irgend eitlen Nutzen für die russischen Juden bringen körinte. Mao schreit eben, wie ein •tödlich getroffenes Tier auf schreit; der Instinkt verlangt es. Die russische Sowjetunion ist das einzige Staatswesen auf der Welt, ׳wo •der A n t ׳is e mit Ismus gerichtlich verfolgt und!bestraft wird. Nach ׳jahrhundiertelanger .zaristischer Unterdrückung •erreichten vor zehn Jahren die Juidien ihre vollkommene Befreiung und ׳jedes Sondergesbt'Z, .׳das den Juden eine: ׳Bedrückung ׳bedeutete, wurde abgesebafft.!Mühelos wurde in Rußland erreicht, wofür in ■anderen Ländern die ׳besten Männer des jüdischen Volkes lange und •martervoll vor Parlamenten und!in der Oeffentlichkeit kämpfen!mußten. Und dennoch, welch blutlge Ironie der Geschichte! Zu demselben Zeitpunkt, da die ׳Freiheit, als Geschenk der •staatlichen Umwälzung in Rußlanidl, den russischen Juden in den Schoß lieb beginnt eine dje:r grausamsten Tragödien, die das jüdische Volk ,iii seiner marterreichen ׳Geschichte je erlebt hat. Drei Millionen Juden sind dem Verderben ausgeliefert. Sie siechen hoffnungslos dahin, unter unsagbaren seelischen und körperlichen lOualen, bis ihnen das heißersehnte Grab die Erlösung bringt. Drei Millionen Juden, geistig regsam undt intelligent, ebenso groß an talmudischen Kenntnissen wie an morali« ׳sehen!Qualitäten, tüchtig im ׳Handel •und Gewerbe, ׳kleine Handwerker und ׳große Fabrikanten, drei Millionen .Juden Es ist nicht egal wo Damen Perücken kaufen ״ O TH MAR SCHIFF’3 Perücken weisen folgende Vorzüge auf: brüten Sitz, prima Material, modern und dennoch individuell gehalten. Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken vorrätig. DiePreisesind: Bubikopf-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung a. d. Seite od.Mitte S 120,— ״ מ ohne Abteilung.. ..S 90.-״• Halb-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung.S 100.— Scheitel, mit 12 cm naturgetreuer Abteilung.S 80.— ״ mit 8 cm naturgetreuer Abteilung.S TO,— ״ mit 6 cm naturgetreuer Abteilung ... . , S 60.— ו«;»' Othmar Schiff, Wien, I., Kärntnerring 6 fiftMSj Telephon 51-3.62

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