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Jüdische Presse · 1928-06-22 · 24 (22.6.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
24 (22.6.1928)
Date
1928-06-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 24 JÜDISCHE PRESSE Seite 167 Staates politisch wirken wollen, wird ihr politisches ״Wirken“ stets nur Debakel erfahren. Ihre politische Betätigung und ihre ganze Minoritätsrechtelei kann höchstens nur solche ׳Riesenerfolge aufweisen, wie in Munkacs, wo man eine Gasse statt ״Judengasse“ nunmehr ״Jehuda Halevi-Gasse“ und eine andere ״Bialik“־Gasse nennt. , ׳Nach solchen ״Erfdlgen“ sehnen wir Juden in der Slowakei uns nicht. Oder wird man auch in Mährisch-Ostrau oder in Prag eine Gasse nach Bialik :benennen? Und werden wir Juden dann aus dem Elend sc'hon draußen sein? Das zionistische Lager muß offen und aufrichtig, klar und deutlich als politisches Lager aufgelöst werden! Alle diejenigen, die während der zehn Jahre nur in Hader und Verleumdungskiinsten statt für jüdische Interessen tätig waren, sollen zur Seite treten! Und wenn dann ehrliche Garantien dafür geboten werden, daß das Judentum nicht wieder in die politische Sackgasse des zionistischen Minoritätsrechteins geführt wird, kann das J u d e n t u m e i n 0 i n h e i 11 i c 11 e r ,p 0 1 i t i s c 11 e r ׳F a k t 0 r w e r d e 11. Dr. Wellwart, Advokat, V. Topolcany. Anschluß der Senicaer Gemeinde an die Orthodoxie. Die jüdische Gemeinde in S e n i c a ist an einen bedeutenden Wendepunkt ihrer ׳vielhundertjährigen Geschichte angelangt. Die Gemeinde Senica!ist eine der ältesten im Laude. Sie hat in früheren Jahrhunderten bedeutende rabbinische Autoritäten zu Führern gehabt und die Familien der Senicaer Judenschaft verzweigten sich über alle größeren Gemeinden West- und Mitteleuropas. ׳Noch im letzten Jahrhundert!wirkte in Senica ein Thorafürst wie Rabbi Jehuda Ossad זצ״ל Während der Kämpfe innerhalb der ungarischen Judenheit im Zusammenhang mit dem berühmten ״Kongreß“ vom Jahre 1868-69 blühte noch ein reges!jüdisches!Lehen in der Gemeinde. /Ganz besondere lokale ׳Umstände brachten es damals mit sich, daß die Gerneinde in!jener Zeit, obwohl die Mitglieder zum weitaus überwiegenden Teil streng religiös gesinnt waren, der orthodoxen Organisation nicht angeschlossen wurde. Die Gemeinde Senica blieb seither formal ״status-quo-ante“ und die Folge davon war es auch wohl, daß die Religiosität und die Pflege der Thora in ihr stetig abwärts ging, obgleich die Institutionen der Gemeinde unverändert und unversehrt erhalten wurden. In den letzten Jahren aber trat in jeder Beziehung eine Wandlung zum Besseren ein. Der gegenwärtige Gemeindepräses,!Herr Felix Schönfeld, und :einige beherzte, ernstlich überzeugte ,יראי* ד in der G׳erneinde, •unterstützt vom greisen Olberrabbiner Leopold;Marmorstein, setzten ihren ganzen Einfluß dafür ein, daß die Gemeinde in dein Strom wahrhaft jüdischen, orthodoxen Gemeindelebens eingeschaltet werde. Diese Bemühungen fangen ■jetzt an, ihre Früchte zu tragen. Die Gemeinderepräsentanz beschloß in ihrer Sitzung vom 20. Mai einstimmig, nun auch den formalen Anschluß an d i e o r t h od 0 x e Konfession zu erstreben und der Generalversammlung der Gemeinde einen entsprechenden Besclhlußantrag zu unterbreiten. Die zu diesem Zwecke einberufene Generalversammlung fand dann auch am 5. Juni statt und hatte einen sehr würdigen Verlauf. Gemeindepräses Herr Felix Schönf e ld begrüßte die •Erschienenen,!konstatierte-die Beschlußfähigkeit und eröffnete die Versammlung. Vor Verlesung des Antrages der Repräsentanz wirft der Präses einen historisehen!Rückblick auf die •Vergangenheit der Gemeinde und ihre geistige Entwicklung. Die Gemeinde war zu allen Zeiten konservativ gesinnt. Schon zur ׳Zeit!des vom ungarisehen Unterrichtsminister!Baron Josef Eötvös einbertifenen Kongresses hatte sich die Gemeinde der orthodoxen Partei angeschlossen, und in der Person des gegenwärtigen Budapester orthodoxen Oberrabbiners Rabbi Koppel Reich, damals noch in Sobotiste, ihren Vertreter zum Kongreß nominiert. 'N׳ur zufolge eines nicht vorausgesehenen Terroraktes eines gewaltlhaberischen iGemeindemitgliedes konnte die Wahl nicht durchgeführt wenden und die Gerneinde Senica blieb ohne jeden Vertreter auf ■dem Kongreß. Dieser bedauerliche Vorfall wurde zwar insoferne!für die Gemeinde verhängnisvoll, als sie von der bisherigen Bahn abgelenkt und aus!dem organisatorischen •Zusammenhänge mit!dem orthodoxen Judentume. gerissen wurde. ,^Der Geist jedoch“, so führte!der Präses aus, ״den hier namhafte Talmudgrößen und der weltberühmte Rabbi Jehuda Ossad זצ״ל in unsere Gemeinde eingepflanzt hatten, lebte fort. Um •die Einigkeit der Gemeinde aufrechtzuerhalten, blieben wir Status quo, aber die Kultusgemeinde wurde auch nachher im streng!konservativen Sinne geleitet. Auch der ״Umsturz“ hat daran nichts geändert. Die!Institutionen entsprechen auch weiter den Satzungen der Religion. Als aber der sogenannte Gemeindebund sich konstituierte und wir von dieser Seite verständigt wurden, daß die Status quo-Gemelnden nunmehr zu diesem Gemeindebund gehören, haben wir sofort dagegen energisch protestiert. Da wir nun einer Gemeindeorganisation angehören ׳müssen, so ist es ganz selbstverständlich, daß wir den!Anschluß an die Neologen keineswegs wünschen und uns mit besonderer Befriedigung, gemäß unserem konservativen Sinne, der orthodoxen Zentralkanzlei anschließen.“ Den Ausführungen des Präses wurde von allen Anwesenden lebhaft zugestimmt. Darauf wurde der!Antrag der Gemeinderepräsentanz verlesen, wonach , die Gemeinde sich der orthodoxen iLandeskanzlei anschließe, auch in Zukunft eine selbständige, autonome Körperschaft mit Selbstbestinimungsreclit bleibe, in Aufschrift und Siegel den Namen ׳״Aut. orth. isr. Kultusgemeinde Senica“*führen und sich!den Statuten der aut. orth. jiidlisehen Gemeinden in der Slowakei unterwerfen wolle. D i e Generalversammlung n ahm hierauf den A ntrag der ■Repräsentanz mit Begeisterung e i n s t i m mS g an. Der Präses dankte der Gemeinde für diese einhellige Enunziation und schließt die Versammlung. Der Gemeindepräses, Herr Felix ׳Schönfcld, setzte das orthodoxe Zentralbureau!in Bratislava von dieser •Ent- Schließung der Gemeinde in Kenntnis und schließt sein Gesuch um Aufnahme der Gemeinde in •den orthodoxen Verband mit folgenden Worten: .,Es gereicht uns zur besonderen Freude, daß unsere altelhrwtirdige!Gemeinde, in welcher der von ׳ גאונים וקדושיםso auch von dem weitberühmten Rabbi Juda Ossad זצ״ל cingeirmpftc •konservative Geist fortlebt, Gelegenheit nehmen kann, mitzuwirken i!m Dienste ׳der heiligen Religion und zur .Befestigung derselben auch ihr Scherflein beitragen zu können.“ Lieber die Aufnahme der Gemeinde beschließt endgültig die orthodoxe Landesrepräsentanz nach!Anhörung des Gutachtens •des Rabbinerkomitees. Wiie wir informiert werden, stehen die Mitglieder des Rabbinerkomitees dem Anschlußgesuch der Gemeinde Senica .freundlich gegenüber. Hesped in Dun. Streda. Sonntag den 22. Siwan wurde im Tempel ■der Adas Jisroel ln Szerdahely e:i.n •tiefbewegter הספר auf •die zwei jüngst heimgegangenen Thorafürsten, Rabbi Elieser!David G r ii n w a Id, Oberrabbiner in S'zatmar, ■und.' Rabbi Mosche Josef Hoff manu in Jerusalem זכתג□ לברכה abgehalten. Den הספד hielt ,Herr Rabbiner Anton K a Uz. ,In einer •zweiständigen, von tiefstem Schmerze eingegebenen Rede würdigte er die Persönlichkeit, •die ׳Frömmigkeit, •die Gelehrsamkeit und •das ׳g-ttgefällige Wirken ׳dieser beiden großen Männer in Israel •und 'ermahnte die Zuhörer, ihnen •nachzuahiuen! und in ihren Fußstapfen zu wandeln. Er erwähnte auch ■die Beziehungen ׳der Verblichenen zur Ge- •rneinde Szerdahely als Ruhmestitel für die Gemeinde. Oer הספד übte auf •die Versammelten einen nachhaltigen Ein- •druck aus. בר מצוה-Feier. Am בהעלוחןי 'S ש״ק wurde im Hause des!Herrn Arnold St e r n .in D. Stred.'a die Bar!MJzwoh- ׳Feier seines Sohnes שרנא in Gegenwart •zahlreicher Gäste begangen. Der Bar Mizwoh •hielt eine bewundernd aufgenommene דרשה in •der סוגי׳ גר שנתגייר! Darauf wurde eine ׳ סעודה שלישיתgegeben, bei welcher sowohl Herr Oberrabbiner Hilel Weinberger als auch der Großvater •des Jünglings, Herr Oberrabbiner Goldberger aus Alistal und Herr Markus Grünbaum Ansprachen hielten und •den Eltern und dem Bar •Mizwoh d;ie guten Wiünsche zum Ausdruck brachten. _ Briefkasten •Mehrere Munkacser. Wir haben keine Veranlassung, noch deutlicher zu werden. Unsere Ausführungen zu Ihrem Gemeindestreit waren so klar gehalten, daß sie unmöglich •mißverstanden werden 1konnten. Wir verfolgen mit unserem Vorschlag keine andere Absicht, als den Frieden ׳in :der Munkacser orthodox gesinnten Judenschaft endgültig herbeizuführen. Dies erscheint, ,wie ausnahmslos alle unvoreingenommenen Kenner der Verhältnisse bestätigen, nur dadurch möglich, daß beiden (wohlgemerkt: beiden!) Parteien jede moralische Unter- Stützung absolut ׳versagt wird, bis sie sich nicht v 0 r b e- 11 a 11 s 1 o s und ohne jede Hinterlist •bereit e r k 1 ä r e n, a '11 e m i t •d e m S t r e i t f a M zusammenhängenden Gegensätze ausschließlich durch das Wort der P ת 1 ה ׳ durch d!i e Ent- Scheidung eines ■Besdin von נרולי התורה zu schlichten. Jeder andere Weg führt nicht zum Ziele und ist nicht geeignet, 'dem unerhörten □חלול הש •ein Ende zu bereiten. Es ■gibt keinen jüdischen Menschen, der über dem דין תירה steht. Der Entscheidung ׳des Besdin werden sich beide!Parteien schließlich füge 11 müssen, wenn sie nicht auf die Zugehörigkeit zum orthodoxen Judentum vollends •verzichten wollen. Kann man aus unseren Bemerkungen etwas anderes herauslesen als diesen klaren und unzweideutigen Standpunkt? Wo, wann und womit haben wir ije, und sei es auch nur bedingt und andeutungsweise die 1Bildung einer Neologengemeinde gebilligt oder der Billigung einen ״Vorwand“ gegeben? Um so was aus unseren Artikeln herauszudeuteln, bedarf es schon einer sehr großen Dosis ׳Uebelwollens oder Unverständnisses. Wir haben es gesagt und sagen es weiter, •alsolan-ge man uns nicht das Gegenteil beweist, daß der alte ungarische איסור •der גדולים וסמשים ebenso wie die neuen Erklärungen aller orthodoxen רבנים גדולים aus der Slowakei und Podkarpatska Rus sich ausnahmslos (nochmals also, um nicht wieder mißdeutet zu werden: ohne jede wie immer Suche ständigen Heu* und Kartoffelverlader zur jetzt beginnenden Saison. Eilofferte an Max von der Lühe! Berlin-Wilmersdorf, | Wilhelmsaue 16, Fernruf Uhland 5888 =§ geartete Ausnahme!) auf alle Gemeinden oder Gemeindebildungen beziehen, die nicht gleich den anderen orthodoxen Gem ein den der orthodoxen Landesorgan isation angeschlossen sind oder sich aus ihr, sei es unter welchem Vorwand immer, freiwillig a u s s c h 1׳ i e ß e n. Ist das nicht klar genug? Wenn ja, so ist es evident, daß nur einem Besdin von □גדולי das letzte Wort darüber zusteht, ob die eine oder die andere oder beide oder keine der Munkaeser Gemeinden oder Neubildungen außerhalb des איסיד stehen. Sie sehen also, daß unser Vorschlag keineswegs auf die Billigung der Bildung einer Neologengemeinde hinauslaufen kann. Anonym E• E. Auskünfte über die rituelle Vertäßlichkeit von Restaurants können wir nicht geben. :Auch Gleichenberg macht diesbezüglich keine Ausnahme?^ An der Hand der in der ״Jüdischen Presse“ verlautbarten Annoncen können Sie bei den dort angegebenen Referenzen Auskunft holen. ,Die bezauberndste Stimme dieser Zeit' JOSEF ROSENBLATT der weltberühmte Kantor, Konzeri Sänger und Komponist aus NEW YORK singt Mittwoch, den 27. Juni 1928, 8Uhr abends im GROSSEN KONZERTHAUSSAAL Reichhaltiges Programm religiöser, klassischer und volkstümlicher Gesänge Begleitet von dem berühmten Pianisten A. ELLSTEIN aus New York Wer die Kompositionen in den auf der ganzen Welt verbreiteten Grammophonplatten,,Josaie Rosenblatt's" gehört hat, wird die Gelegenheit nicht verfehlen, den populären Künstler persönlich zu hören Karlen zu S 3.— bis S 15.— und Logen zu S 100.— bei der Konzerlhauskassa, Keh'endorfer, Gerngioss und bei den Buchhandlungen: Lewit, Schlesinger, Rath EIN EINZIGES KONZERT IN WIEN o Gesamt-Repertoire KANTOR ROSENBLATT \\ auf den weltberühmten engl. bei KRONBERGER, WIEN VII. : Westbahnstraße 1 (Neubaugasse 35). — Tel. B-38-2-83 ( יעקב הלוי האבערפעלד ג״י בי־כה העללער תחי׳ אראד ברעואווא מאורסים ב״ה m\ü lUeiss 30$ef Ceifelbaum Tochter Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiners Topotdany Ucrlobtc Möbelhandlung Tornala Moritz!Handel ßiza Cipscbitz Wien Alesd-Antwerpen Ueriobn Wir gratulieren herzlichst Frl. Ella Linkenberg, der Gründerin und langjährigen verdienstvollen Präsidentin unseres Vereines, anläßlich ihrer Verlobung mit Herrn Geza Rottenberg, Gälszecs. Die Segenswünsche all jener, denen sie in Zeiten der Not mit liebendem Herzen opferwillig zur Seite stand, begrüßen sie zu diesem Wlendepunkte ihres Lebens. Gleichzeitig sagen wir unserem langjährigen, treuen Mitgliede Frl. Risa Gellis zu ihrer Verlobung mit Herrn Ludwig Fried1, Guta-Komarno, Innigsten Maseltow! ״Emunah“, orth.־jüd. Mädchenverein Topolöany. Ein 57!jähriger (Witwer, Kaufmann, von besserer Familie, orthodox, •kann zu ׳jeder ׳Zeit samt Frau das Vd׳sü׳m nach Amerika bekommen, sucht eine,45- ׳bis 5öjährige, sympat/hi'sche,!gut erhaltene, kinderlose Frau •sofort1 zu heiraten. Briefe erlbetten unter Chiffre ״Amerika“ an die Bratislavaer Administration des Blattes. Anonyme und postlagernde Adressen werden nicht beantwortet. intelligenter!Kaufmann בחור ת״ח ויר״ש ממשפחה מיוחסת •der an einem gutgehenden Ge'sdhäfte in einer Großstadt der Slowakei ׳beteiligt ist, sucht passenden Schiduch mit entsprechender Mitgift. Zuschriften unter Chiffre ״Sichere Existenz“ an die Bratislavaer!Adiniinistration •des Blattes. Offene Stellen Vertreter •der Kurzwarenibranche, ,׳ Vertreter für iPrivatkimdenbesuch. Stellengesuche 1 Söhneiderlehrling, 1!Kommis (iKüchenwaren), 1 Vertreter (Textil). Stellengesuche sind zu ׳Händen des Konventes der rel. Arbeiter- und Angestelltenorgamsation p. ׳A.: Milchspeisehalle ,Den ts c׳h, II., ׳Herminengassie 10, zu richten. Gleichzeitig werden •die p. t. Leser ersucht, •die ihnen als vakant bekannten Stellen au die obige Adresse mitzuteilen.

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