Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 24 (22.6.1928)
- Date
- 1928-06-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Novlnov6 vyplatnG povolenö riadit post a telegr;׳fov v Bratlslave eis. 41572-11120־. Zeitungen vom Verleger versendet. Journal expddie par 1‘editenr. JÜDISCHE PRESS ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration» Wien, H.,Leopolds• gBSBc 26, 1. Stiege, i. Stock. — Tel. 45-494־. »8checho8!owakei: Bratislava, Postfach 140. ilichelnt jeden Freitag. — Redaktionsschluss! ffir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. 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Wir nehmen als Schulbeispiel die Verhältnisse in Deutschland. In dem Augenblick, in dem die Emanzipation Tatsache geworden, war, entfiel für die Neologie der Hauptgrund, den Vernichtungskrieg gegen die Orthodoxie fortzusetzen. Sie war auch im gewissen Sinne gesättigt; fast alle größeren Gemeinden waren ihr verfallen. Andererseits -qfaren ihre Versuche, der Reform ein System zu geben, kläglich gescheitert. Ihre Tagungen, ׳Rabbinerkonferenzen und Synoden muten heute schon wie museale Kuriositäten an. Der letzte Versuch, der in etwas auch ein Sichaufbäumen gegen die nationale Ideologie bedeutete, die Richtlinien vom Jahre 1912, bewies aufs neue die Unmöglichkeit einer inneren Konzeption der Neoiogie, die Individuen versagten jeder Autorität irgendwelche Gefolgschaft. Andererseits ging durch die Welt in der wilhelminischen Aera ein konservativer Zug. Die Orthodoxie ihrerseits lieferte Menschen genug, die auch für die Vertretung nach außen geeignet erschienen. Die unterdessen garantierte Möglichkeit des Austrittes, oder richtiger gesagt, der Bildung mehrerer Gemeinden in einem kommunal umgrenzten Bezirk zwang gleichfalls zur Besinnung. Jedenfalls trat in der Neoiogie etwas Neues in Erscheinung. Sie arbeitete nun mit bewußter Zähigkeit auf das eine Zjel hin, die Berechtigung, d. h. die innere, wie sie ׳vermeinte, wahrheitsgemäße ׳Berechtigung mehrerer Richtungen im Judentum. Das gab den Kämpfen eine Richtung auf Seichtigkeit. Für diesen Preis war die Neoiogie zu jeder Konzession bereit. Sie hat im großen und ganzen auch dieses Ziel erreicht. Das führte zu einer vollkommenen Dekomposition des Gemeindebegriffes an und für ׳sich und der Religion als Ferment desselben insbesondere. Das klassischste Beispiel hiefür ist Hamburg, wo der ״Kultus“ der Gemeinde als solcher eigentlich entrückt ist. Die jüngsten Kämpfe lassen erkennen, daß man beginnt, sich des Widersinnigen dieses Zustandes bewußt zu werden. Im Wesenskern der Sache bedeutet jedoch die in den meisten großeren Gemeinden versuchte Lösung, daß den Gesinnungsgemeinschaften die von ihnen entrichtete Kultussteuer zur Befriedigung der ׳ihrer Gesinnung entsprechenden Kultus- und Erziehungsbedürfnisse in irgend einer Form zur autonomen Verwendung zurückgegeben wird, dieselbe Auflösung des Gemeindebegriffes für den Preis des Anerkenntnisses der Traditionsuntreue als eines gleichberechtigten Faktors im Judentum. Das alles ist wahrlich nicht mehr eine Kultus gemeinde, sondern im wesentlichen bedeutet diese Konstellation, natürlich zunächst unbewußt, den Uebergang zur Volksgemeinde. Das Judentum hat aufgehört, ein Gemeinsames der Gemeinde zu sein, an dessen Stelle ist ■die .Judenheit geworden. Nicht die Anschauung, die Abstammung allein entscheidet. Natürlich war die Abstammung auch früher eine Voraussetzung der Zugehörigkeit zur Gemeinde, allein wesentlich, und doppelt wesentlich für bestimmenden Einfluß auf die Geschicke der Gemeinde, die Anerkennung des für die orthodoxe Anschauung natürlichen Pflichtenkreises, der aus der Abstammung resultierte, als des integrierenden Teiles der Gemeinde und der Gemeindeidee. Nun kam der Zionismus, welcher zur ideologisehen Basis seiner Bestrebungen das nationale Eiement machen mußte, um nicht, was er absolut ablehnte, eine philanthropische Erscheinung gleich vielen anderen zu werden. Es gab damals nur ein einziges ׳Gebilde, welches!irgendwie eine Art Ausdruck eines Gesamtheitswillens der Judenheit repräsentierte, das war die Gemeinde. Da ■hatte nun die oben skizzierte Entwicklung der zionistischen Ideologie ganz vortrefflich vorgearbeitet' Gerade weil der Ge- ׳meindebegriff fast schemenhaft geworden war, ■schien es ein leichtes, durch die Betonung des völkischen Charakters ihr neues Leben einzuhauchen. Die Gemeindeorthodoxie, die sich bon gre mal gre mit der Der S änge r Rosenblatt genießt!in aller Welt Anerkennung und Bewunderung. Nicht :minder interessant und ׳beachtenswert ist ■der Mensc h!Rosenblatt, seine!Geschichte •und der Weg, den er -als Jude und Künstler gegangen ist. Einer frommen chassidischen Familie in;Rußland entstammend, kam er ׳mit seinem Vater, einem armen Wanderchasan, im Alter von acht Jahren nach ׳Sada׳gora, ׳denn die Familie zählte — wie •heute noch er ׳selbst —.!zum Kreise der Sadagorer Chassidim. Dort wurden die iphänomenalen Gaben des!Kindes auf dem Ge- 'biete ■der Gesangskunst erkannt. 'Der Knabe ■verschönte ■und ׳belebte mit seinem herrlichen Gesänge die Tafel des Rabbi und fand die •höchste Bewunderung der Chassidimgäste, die ׳damals ׳aus allen Gauen nach Sadagora zum großen Rabbi■ Friedmann pilgerten. ■Dabei lernte der Junge fleißig und wurde in den Wegen •der!jüdischen Lehre und alter Frömmigkeit erzogen. So wurde er von ׳dem ׳Schicksal •des Wunderkindertums :bewahrt. Der Not gehorchend, fuhr Vater Rosenblatt, ׳auf ■Anraten des Rabbi, in die ■Provinz hinaus, um mit seinem Jungen ■in fremden שומץ כשר (תחת השגחת חרב ד ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! Gemeinde als Zusammenschluß der Judenheit zufriedengeben mußte, konnte;infolgedessen eigentlich das Nationale pur sang als ■Substrat nicht mehr ablehnen. Wenn •sie es tat, war ■die Logik nicht auf ihrer Seite. Sie mußte ferner in unabweisbarer Folgerichtigkeit dahin gelangen — und ■ein wesentlicher Teil der Führer dieser Anschauung ist bereits so weit —, daß sie den ״Austritt“ als ■ein Verbrechen am •jüdischen Volkskörper ■erachtete und geißelte, viel mehr als etwa den Abfall vom Religionsgesetz. Aus all diesen Komponenten erklärt sich •die eingangs erwähnte Mentalität. Dann trat die Aguda auf den Plan unter Zustimmung der Größen der Länder, welche meistens der Ausdehnung der weltanschauungsgemäßen Differenzen auf das Gemeindeleben ■noch ferne standen. Aber es wetterleuchtete auch •dort, nur mit dem Unterschied, daß ׳das Jahrhundert der Entwicklungen in den Westländern dort ■schlechthin übersprungen worden war oder zu werden schien. Auch darin bestand ein wesentlicher Unterschied, daß dort der äußere, mit Machtmitteln des Staates ausgestaltete Zwang zur einheitlichen Gemeindebildung bis zum Synagogenmonopol nicht existierte. Der Zweck der Aguda war unausgesprochen ein!doppelter: die Gemeinden ■für. ■das Judentum und das Judentum für ׳die Gemeinden zu. retten. Daraus aber ergab sich ׳sofort die -Frage nach der Stellung des Agudagedankens zur Gemeindeorthodoxie. (Fortsetzung folgt.) •Synagogen •vorzubeten. In •diesen •Gasfcgottesdiensten war das Solo ׳des kleinen Jossele vorherrschend und er eroberte aller Herzen. So ernährte er ׳schon als Kind buchstäblich ׳mit der ihm von Gott ׳verliehenen Kunst, die er ׳zum Preise Gottes ׳verwendete, die ׳ganze Familie. In Munkacs wurde er später, ein Siebzehnjähriger, festgehalten ׳und von ■der Gemeinde als Chasan angestellt, von wo er ein Jahr später, achtzehnljährig ■und schon ver- ׳heiratet, als ׳Oberkantor nach P׳reßbur׳g■ kam. In Preßburg, wo er fünf Jahre wirkte, erwarb er ׳sich den ersten großen Ruhm, denn seine Stimme war inzwischen zu einem unvergleichlich schönen lyrischen Tenor ausgereift. Fünf Jahre wirkte Rosenblatt ׳in Preß'burig und kam 1906 lim Alter von 23 Jahren, e׳i׳n Ghasan von Ruf, hochgeachtet auch als Jude von jüdischem Wissen und inniger ׳Frömmigikeit, ׳nach ׳Hamburg. Die 'Hamburger Wlrkungszeit Rosen- -blatts ist in Deutschland weit über Hamburg hinaus ■in!guter Erinnerung. Hier .hatte er die!Gelegenheit, ■auf dem Wege gründlicher Ausbildung den phänomenalen ׳Naturgaben vollendete Technik zuzugesehen. 'So ׳kam er nach sechsjähriger Tätigkeit :in Hamibrg als Chasan von erstem Rufe ׳im Jahre 1912 nach Amerika, wo er gleich •mit großem Jubel empfangen :wurde ■und eine Anstellung als erster Kantor an •der damals größten orthodoxen Synagoge deutsch-ungarischer!Observanz in New York ״Ohew- Zedek“ — in der Rabbiner Dr. Philipp 'Klein ein langes Menschenalter als Rabbiner wirkte — erhielt. In dieser Stellung verblieb er, ׳indes sein Ruhm von Tag!zu Tag wuchs, bis ׳zum letzten Jahre, da •er eine Stelle in der 1inzwischen zur noch größeren!Bedeutung angewachsenen orthodoxen 'Schul der vereinigten בני ספרר unter günstigeren ׳Bedingungen annahm. Vielleicht entsprach auch der sefardische Ritus und die ■sefardische Einstellung dieser großen Synagoge ׳mehr der Erziehung und dem chassidisehen Temperamente Rosenblatts. ׳In ׳Amerika eignete sich Rosenblatt noch!mancherlei Jossele Rosenblatt zum Große! Der große Sänger als jüdischer Mensch Es ist nicht egal wo Damen Perücken kanfen OTHHAR SCHIFF״S Perücken weisen folgende Vorzüge auf: Guten Sitz, prima Material, modern und dennoch individuell gehalten. Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken vorrätig. DiePreisesind: Bubikopf-Perücke, mit naturgetreuerAbteilunga.d. 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