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Jüdische Presse · 1928-06-15 · 23 (15.6.1928) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
23 (15.6.1928)
Date
1928-06-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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JÜDISCHE PRESSE . Seife 160 Nr. 23 ......Illlllllllll.. ■ JÜDISCHE FRAUENWELT Die Nitraer Mädchengruppe in Preßburg. Kann sich jemand, ■der nicht mitten im begeisteruiigsfähigeii jugendlichen Alter steht, eine Vorstellung von der Freude machen, •die in unseren Mädchengruppen herrschte, als man ihnen mitteilte, daß atn 8. und: 9. Siwati den Mitgliedern der Agudas-Jisroel-Mädchengruppen von Preßburg, Nitra und zum Teil auch von Wien Ge- Iegenhcit geDoten werden soll, zu einander in persönliche Beziehung zu treten und die Erfahrungen auszutauschen, die sic bisher unabhängig voneinander in der Arbeit für das ■große Ideal gesammelt haben? Nein, um das ganz mitzufiihl'en, muß man eben selber jung sein und obendrein von dem Wert und der Schönheit des Schadens im Sonnenglanze einer erhabenen Idee so erfüllt sein, wie cs nur unsere jungen Agudistinnen sind. Wochenlang sprach man in der Mädchengru'ppc von N;i tr a von dem Besuch, den man gemeinsam der Schwestergruppe oder, beinahe richtiger, der ״Mutter“-<Mädcl1engruppe in Preßburg, von •der die Impulse zur Tat an alle ״Töchtcr“-Gruppen ausgegangen sind, abstatten will. Und ebenso erwartungsvoll harrte man in der Preßburger Aguda-Mädchengruppc dieses Tages, von dem man sich mit Recht mehr versprach als angenehme Tändelei während einiger Stunden mit Gesinnungs- und Altersgenossinncn aus einer anderen Stadt. Verstehen cs doch unsere Frauen- und Mädchengruppcu so vortrefflich, Angenehmes und Nützliches, •den ganzen Ernst der Zeit und ihrer Nöte mit dem strahlenden Frohsinn unver.kiiminerter Zuversicht zu verbinden und in ihrem Herzen zu einer einheitlichen gesunden Lebcnsstimniung zu. verschmelzen, wie •dies den Männern (weiß der Himmel weshalb?), nimmer gelingen will. Das ist die Wirkung des Zus ,am m,e uschl us-ses Gleichgesinnter und G. e ■i c 11g e s 11 m m t c r! Junge Menschen mit Lebens- •drang ,und Tatengier empfinden nichts •in der Welt so schmerzlich und so beklemmend wie die — Isolierth;eit.. Und unsere Frauen und Töchter, die vom Hause aus den, Willen ׳haben — wenn sie ihn haben! —, ihr Leben nach •den Vorschriften der Thora zu gestalten und ihr Gemüt an der religiösen Glut zu erwärmen, fühlen in unserer Zeit a'.l 1 c s a in t diese Isoliertheit, auch wenn sich nicht jede einzelne über die Quellen und •die tieferen Ursachen dieser inneren Fremdheit und Entfremdung Rechenschaft zn geben vermag. •Die Agudas Jisrocl sali und sieht sich eben deshalb vor •die Notwendigkeit gestellt, unsere Frauen und Töchter, vor allen Dingen aus dieser seelischen Iso- 1 :i׳e r t;h eit hcransz uh eben u 11 d s.i e in Z u s a mm.cuhang mit allen ihren Schwestern zu bringen, d ti e vom gl!ei ehe. 11 Lebensziel gelei t et u nd ■in de 11 g I ei ch e 11 L c b c 11 s werten i 11 r j׳iidisc!1׳es Schicksal verankert wisse 11 w01l en. Diesen tieferen und zwingenderen Sinti des Zusammenwirke'ns lin eigenen, ganz auf die Gemütswelt und; die Lebensart der jüdischen orthodoxen Frau eingestellten Aguda-Fraueii- und Mädchengruppen haben unsere Frauen und Töchter sehr bald, ja intuitiv erfaßt lind deshalb erblicken sie in .ihren ״Gruppen“ eine Bereicherung •und Steige rang!ihrer jüdischen Welt. Wenn nun die ersten tastenden Versuche unternommen werden, oder eigentlich sich von selbst ergeben, auch •diese einzelnen Gruppen inniger untereinander zu vereinigen und auch die persönlichen Bande zueinander fester zu knüpfen, so gewinnen diese Zusammenkiinfte über ihren rein organisatorische 11 Wert hinaus eine Bedeutung, die tief in die G c f ii h I s w e 11 hineindringt und mir von dem richtig ciugeschätzt werden kann, dem ein Ereignis unvernichtbarcs Giit wird, sobald es Erlebnis geworden ist. . Und ein solches zum Erlebnis gesteigertes Ereignis war es für alle Teilnehmerinnen, als am 8. Siwan am Preßburger Bahnhof die Jungen Mädchen von Nitra in Begleitung ihrer leitenden älteren Damen ankameii und von der allverehrten, zartbesaiteten und mit unvergleichlicher seelischer Rüstigkeit stets arbeitswillig auf ihrem Posten stehenden Präsidentin der Preßburger Agudas־ Jisroel- Perücken u. Scheitel vpm Lage[ 20 den MM billigsten Preisen rjffiM!• mi mmer Wien, I., Mahlerstraße 5, Tel. 77-0-54 Frauengruppc, Frau Schienger, umgeben von einer Schar jugendlicher Agudistinnen und von der Präsidentin der Mädchengruppe, Frl. Juiiska Griinsfcld, begrüßt wurden. Frl. Illus Steinberger dankte mit herzlichen Worten, die der freudigen Stimmung würdigen Ausdruck verliehen. Das Programm dieser beiden Tage war dann nur ein äußerer Rahmen für eine Reihe genußreicher und erhebender Erlebnisse der gleichen Art. Am Nachmittag ein gemeinsamer Ausflug nach dem naliegciegcnen ״Eisenbriindl“. Daran beteiligten sich auch schon die inzwischen mit Schiff angelangten 12 Mitglieder der Wiener M ä dchengruppc. Draußen in! Freien auf einem herrlichen Fleckchen g-ttgesegneter Natur wanden sich die jungen Herzen los von den kleinen und großen Sorgen des Alltags und man sprach ungebunden und zuweilen auch ein wenig schwärmerisch von all dem Schönen, Guten und Jüdischen, was sic in ihrer ,,Mädclienaguda“ leisten wollen und leisten sollen. Eine improvisierte Rede von Frau Wolf Goldberger ließ die Damen die Gedankenwelt des vorangegangenen Tages, des Schew.uosfestes, aufs neue in die Agudagemeinschaft der jüdischen Frauen hineinragen. Spaziergänge, Besuche und .Besichtigung von allerlei Sehenswürdigkeiten füllten den Vormittag wertvoll und J angenehm aus. Am Nachmittag ga'b’s ein Bankett oder was junge Mädchen im übertragenen Sinne am liebsten unter Bankett verstehen möchten, Berge von Torten und anderen •Näschereien, von den Damen der Aguda gern hergegeben, und eine Fülle von geistreichen und humoristischen Vorträgen, Deklamtion, Vorführungen und Spässen. Eine jede hatte etwas auf Lager, um die Freundinnen zu erireuen. An Beifallskundgebungen fehlte cs natürlich auch nicht. Die Palme errang der originelle Einakter ״Gencralvcrsamm- Jung“, von den •kleinen Mädchen der B-Gruppe aurgeführt. Auch die ernsten und sogar die •ernstesten Seiten der Frauenarbeit in der Aguda kommen zu ihrem Rechte. Ein anregender •Gedankenaustausch, an •dem sich die Vorstandsmitglieder der Preßburger Frauen- und Mädchengruppe im gleichen Maße wie die Nitraer unter Führung ihrer rührigen und hingebungsvollen Präsidentin Frau S. Wcisz bcteiligteii, entwickelte sich zu mehreren Ansprachen. Hervorragendes leistete dabei Frl. Honig sb er aus Nitra, die den Preßburger Freundinnen für •das Dargebotene ^dankte. Den Schlußeffekt bildeten die glänzenden Dankreden im Namen der Preßburger Mädchengruppe von •Frl. Ida Ungar in deutscher und von ׳Frl. Janka Soffer in ungarischer Sprache, deren Nachklang im Herzen aller Teilnehmerinnen lange Zeit zur jüdischen Tat anregend widerhallen wird. Agudas-Jisroel - Frauen- und Mädchengruppe in Komarno. Man berichtet uns aus Komarno: Die mächtige Bcwegung zur Stärkung des orthodoxen Judentums im Herzen der Frauen und der weiblichen Jugend hat nun auch •bei utis Fuß gefaßt. Seit dem 22. Siwan haben auch wir unsere Ag u d a s ־ J i s r 0 e I ־ F r a 11 c n- und Mädchengruppe lind Wir ׳können uun hoffen, daß das stark vernachlässigtc Gebiet der religiösen Beeinflussung der Frauen und ׳der hcranwachscndeti Generation im Sinuc des thoratreuen Judentums in Zukunft auch hier begeisterte ■Pflege finden wird. Dank der feinsinnigen und zielbcwußten Initiative der Frau Jenö Schwarz, die •die Bedeutung der Aguda für die jüdische Frauenwelt richtig erfaßt und mehrere hiesige Damen hiefiir zu gewinnen wußte, war für •den 22. d. eine Gründlings- und Aufkläruugsvcrsammjung aller in Betracht kommenden Frauen und Mädchen unserer Gemeinde einberufen worden. Die Bratislavacr Fraueti-Agitda entsandte zwei bewährte Damen zu dieser Versammlung, um die nötigen Informationen über Ziel und Arbeitsmethode autoritativ geben zu können. Es. waren dies Frau Wolf Goldberger und Fräulein Janka Softer, die seit Beginn der Bewegung aufopferungsvoll und tatbercit au dein Fortschreitcu •der guten Sache mitwirken. Die Preßburger Gäste wurden an •der Bahnstation von einer Daincndelegation unter Führung von Frau Jenö Schwarz herzlich empfangen und in _ blumengeschmückten Wagen in die Wohnung der Initiatorin geleitet, wo sic von Frau Schwarz und Fräulein Janka Stern begrüßt wurden. Nach einer Jause begab inan sich in das herrlich und geschmackvoll dekorierte Vorsammlungslokal. Dort hafte sich inzwischen ein großer und vornehmer Kreis von orthodoxen Damen emgefmiden, der mit Spannung den Vorträgen entgegenharrte. Die orthodoxen Frauen und Mädchen der Gemeinde waren fast vollzählig anwesend und alle hatten ■das Gefühl, daß die nächsten Stunden einen Wendepunkt in ihrer i 11 n e r e n Einstellung zum religiösen Judentum bedeuten könnten. Denn Agudas Jisroel ist in diesem Kreise noch Neuland und nur wenige unter den Anwesenden hatten bisher eine Ahnung von der starken Wirkung, •die von ihr ausgeht. Die Versammlung wurde von Frau Jenö Schwarz eröffnet, •die in einer kurzen Ansprache den Zweck der Zusammenkunft erklärte. Darauf ergriff Frau Goldborg er das Wort zu einer in jeder Beziehung ausgezeichnet informiereiidcu Rede über den Gedanken der Aguda und den geistigen Niederschlag dieser Bewegung bei den orthodoxen Frauen und Mädchen. Sie schilderte die Entwicklung und die Tätigkeit der bisher gegründeten Gruppen, zeichnete das Programm und gab die Bedingungeiiu bekannt, unter denen unter der Flagge der ..Aguda gearbeitet wird. Die schöne Rede gipfelte in der. Aulforderu'ng an alle Erschienenen, den festen Entschluß zu fassen, ohne jede Konzession an den unjüdisehen Zeitgeist und einzig und allein gemäß den religiösen Vorschriften sich zusaminenzuschiießen, um zunächst s i c׳h s e lb s t und ■dann die heranwachse n׳de w e i b 1 i_c h e Jugend begeistert unter das Diktat der heiligen Thora zu stellen. Rauschender Beifall zeigte, daß die Worte ■der Rediicrin verständnisvolle Zuhörer fanden. Ihr folgte Fräulein Janka Soffer •mit einem zündenden Vortrag in 1111garischer Sprache.. Diese Rede war ein Ereignis für uns alle. Wir können ruhig sagen, daß solch jüdische, ganz und gar von Thoratreuc •durchdrungene Worte aus •dein Munde einer jungen Dame hier noch niemals gehört wurden. Sie rief die jüdischen Mütter und die jüdischen Töchter zu •ihrer Pflicht gegen ■die Religion ihrer Väter und Ahnen auf. Sic forderte sie auf, sich endlich aufzuraffen und sich durch Zusammenschluß zur Wehr zu setzen gegen den Geist des Abfalles und Verfalls, der sich schon sehr tief eingenistet hat in Herz und Gemüt ׳der Frauen und der weiblichen Jugend. Sowohl die Mütter, als auch die, die es werden sollen, müssen sich dem geistigen Einfluß der Aguda unterziehen, denn sie alle müssen für den Kampf im Dienste •der g-ttlichen jüdischen Wahrheit seelisch und g e i s t i g gerüstet sein. An dem Beispiele der Preßburger, Nitraer, Picstanyer und anderer Gruppen wies sie die günstige Wirkung der Aguda. nach. Die brillanten Ausführungen riefen eine enthusiasmierte Stimmung hervor, was in begeisterten Eljen-Rufen ihren Ausdruck fand. Nach einer kurzen Ausspräche über die Zweckmäßigkeit ■der Gründung außer •der Mädchengruppe auch• einer Agndas-Jisrod-Frauengruppe neben dem bereits bestellenden und ausschließlich der Wohltätigkeit gewidmeten Fraiienvcrcin gewann die Ueberzeugung Überhand, daß auch die Frauen• an dem großen Werke mitarbeiteil müssen und daß sie •in demselben Maße wie ihre Töchter religiöser Belehrung und religiös-jüdischer Lc'bensbctätigung bedürfen. So wurde denn unter Beifall aller Anwesenden •die Komarnoer Agudas- Jisroel-Frauen- und Mädchengruppe konstituiert. In den Vorstand der Fräucitgruppe wurden folgende Damen gewählt: Frau Oberrabbiner Lcfkovitsch (Ehren- Präsidentin), Frau Jenö Schwarz (Präsidentin), Frau Jenö Stein und Frau David Stern (Vizepräsidentinnen), Frau Alexander Grünhut (׳Kassierin), Frau Simon Raab (Schriftführerin), Frau Rczsü Frankl, Frau Julius T r u t z c r, Frau Sicgm. G r ii 11 s t e i n, Frau Gerson Stern und Frau Elias Stern (Ausschußdamcn). Der Vorstand der Mädchengruppe besteht aus den Fräuleins: Lea Jakobovics (Präsidentin), Janka Stern und Rozsi Present (Vizepräsidentin), Boriska G 01 d s t e i 11 (Kassierin), Margit S e-11 w a r z (Kontrolle), Paula D i a m a n t (Schriftführerin), Alice G 0 Id s t e i n, Gizi Dux, Bella Kaufmann, Ilonka Freund, Iren Hoffman 11 und Reska J a k o b 0 v i c s (Ausschuß). Das Hauptgewicht der Tätigkeit wird auf die ״B-׳Gruppe“ gelegt werden, um die jüngeren Mädchen von vornherein in dem Geiste zu erziehen, ■der für die Agudas Jisroel Voraussetzung ist. Als Leiterinnen der ß-Gruppc wurden folgende Damen bestimmt: Frau Jakob Stern, Frau U11 m a 1111, Frau Jenö Schwär z, Fräulein Paula D i amant und Fräulein Alice Gold st ein. Es wurde zugleich beschlossen, schon den nächsten Samstag mit den religiösen Vorträgen zu beginnen. In später Nachtstunde endeten •die Beratungen. Am Schlussc •־dankte Fräulein Lea J a k ob 0 w i c s den Preßburger Damen für ihre Mühe und gab die Versicherung, daß •die Komarnoer Gruppen den bisher bestehenden sich würdig cinrcihen und mit ■gleicher Hingabe dem igkurbenstreuen Judentum dienen werden. Frauen- und Mädchenverein in Lippany. Aus Lipjany wird uns!berichtet: Es dürfte Ihre Leser interessieren, daß seit etwa •drei Monaten auch in unserer Mitte der Erziehung der jüdischen Mädchen im Sinne des traditionellen orthodoxen Judentums ׳die größte Beachtung geschenkt wird. Die bisher erreichten Resultate ermutigen uns zur weiteren Tätigkeit in dieser Richtung und wir dürfen hoffen, 'daß eine Generation von jungen Mädchen hcranwäclist, die sich selbstbewußt und stolz zu den alten ewig jungen jüdischen Idealen bekennen wird, wie es unsere Mütter taten. Auf Anregung von Frau Witwe Helene Giinsberg, Tochter Sr. Ehrw. unseres Herrn Oberrabbincrs Braun, wurde hier der Verein gcgründet und hat schon nach kurzer Zeit, trotzdem seine Gründung auch Widerstand fand, sehr schöne Erfolge aufzuweisen. Die Idee begegnete aber unter den gutgesinnten Gemeiudemitgliederii anderseits auch vielfache Sy.mpathien. Zur Präsidentin wurde Frau Giinsberg und zur Vizepräsideiilin Fräulein Jolan Kahan gewählt. Die Kleiderstoffe, doppeltbreit . S 1.SQ 8 Kosüümstofffe, 140 breit S 2.9Q | Rips-Fagone, alle Farben , . S 3.90 5 Kleider-Rips, doppeltbreit . . S 4.90 S Wipcord für Herrenanzüge . S 14.90 8 nicht blindlings Ihr Vertrauen, sondern überzeugen Sie sich durch einen unverbindlichen Besuch von der reellen und ungewöhnlichen Billigkeit unserer Angebote in ׳ ,! ׳ ״■׳■■■׳״ Kasha für Kleider. . . . S 2.90 Schotten und Pepita, dpplbrt.. 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