Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 22 (8.6.1928)
- Date
- 1928-06-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ffovteovß vtfplatnö povotetrö riaält post a telegrafov y Bratislava dis. 41572-111-20. Zeitungen vom Verleger versendet Journal expödie par reditesr« Uk ORGAN FiiR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Administration 1 Wien, II.,Leopolds• fasse 86, 1. Stiege, 1. Stock. - Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei! Bratislava, Postfach 140. Incheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Pfir Artikel Sonntag, rar Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb, K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zfthlnngen fftr Oesterreich: PMiaparkaasauuntWier, Kaat• Rr. 13.45S; für Polen: Poataparkaasauunl Warachaa, Konto Nr. 19Q.40S; für Ungarn: Postsparkassenunt Budsaest, Keeto Nr. 50.170; für Ttchechoaiowakei: PotUpxrkjutetumt Prag. Konto Nr. 53,386; für Jngoslawien:Poatsp.-Amt Agnun.Ko.N. <8.217: für die Schweix: Postacheckkonto Zürich VIII. 41171 für Deatachland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Nr. 22 Wien-BratisSava 8. Juni 1928 ב״ה כ, סיון תי£׳ח 14. Jahrg. Das palästinensische Gemeindegesetz - Weizmann über die Jewish Agency - Misrachistische Politik ״!Das mu9 von Grund ans anders werden!“ Unter dieser Ueb.er.schrift veröffentlicht die Berliner ״Jüdische Rundschau“ in ihrer jüngsten Ausgabe einen Aufsatz ihres palästinensischen Korrespondenten über die durch das neue Gemeindegesetz geschaffene Situation. Wir entnehmen dieser Schilderung folgende wesentliche Teile: ״Die Verhandlungen mit der Regierung über das Gemeindegesetz wollten kein Ende nehmen. Immer wieder hatte man Aenderungsvorschläge. Schließlich ist vor einer Reihe von Monaten das Gesetz in Kraft getreten. Die. Juden bekamen damit in Palästina eine öffentlich anerkannte Vertretung, den ״Waad Leumi“, und konnten sieb eine anerkannte gesetzgebende Versammlung schaffen, die ״Assefath Baniwcharim“. Alles in allem genommen, ein wichtiger Schnitt auf dem Wege zur ״Autonomen , Verwaltung“. Im Gesetz ,steckte eine Gefahr. Es erlaubte Gruppen — die aus irgend welchen religiösen oder weitliehen Gründen nicht mit der' Allgemeinheit zusammengehen , wollten — Sondergemeinden ' einzurichten. Eine : Gefahr — die durch •guten ,Willen; und ״Verständnis der• Juden für jhre gemeinsamen Interessen zu paralysieren w.ar. In. diesem Sinne kt .das Gesetz geradezu ein Prüfst'öin ,tür.'die politische׳ Reife und!die Fähigkeit . zum ,Zusamriierischluß.; : ' Mari ging an die Vorbereitung der Einberufung der. ״Knesseth Jisrael“, die die Juden Palästinas zusanimerisohließen sollte. Daß die Agudah mit einer scharfen Aus'trittspropaganda begann, war selbstverständlich. Aber darüber hinaus erhebt sich das Gespenst des Austrittes, der Sondergemeinden. auch an anderen Stellen. Die sephardische Gemeinde׳ in Jaffa und Tel-Awiw hat gegen allgemeine Wählen Stellung genommen und verlangt, daß mäh' jeder ״Gemeinde“ eine bestimmte Anzahl von Kandidaten vorher »bestimme, und zwar im Verhältnis m der Zahl ihrer eingeschriebenen Wähler. Der Waad Leumi, der hilflos der Austrittsdrohung gegenübersteht, hat, um der Einheit der ״Knesseth Jisrael“ wiillen, ein Kompromiß gemacht und beschlossen, den Sephardim eine bestimmte' ׳ Anzahl von Mandaten von vornherein zuzusichern: Aber; die Sephardim haben sich damit nicht zufrieden gegeben und neuerlich eine Erklärung veröffentlicht, daß ,sie das gleiche ׳ auch für alle anderen Gruppen verlangen. Wenn nicht, Austritt! ... ' ־ ., '. So stehen auf der einen Seite die ׳zentrifugalen Tendenzen, der verschiedenen Bevölkerungsteile, und sie wirken KÜähin, daß Einheitsgebiide der palästinensischen Juden gar nicht erst entstehen können. Ebenso beängstigend ist auf der anderen Seite die Machtlosigkeit der jüdischen Vertretung, des Waad Leumi, Es war bisher ein öffentliches Geheimnis in Palästina, daß er keine Autorität oder keine genügende Autorität besaß. Aber; man wendete auf ihn den alten Spruch 1der französischen ,Revolution an: ״Was ist der Waad Leumi? Nichts! Was ’kann er sein? Alles!“ Und auf dieses alles muß man nicht nur hoffen, sondern hinarbeiten. Aber heute ist es nach der Bestätigung des Gemeindegesetzes vielleicht noch schwerer als früher. Denn diese unverautwörtlichen Tendenzen der Spaltung um aller möglichen. Gründe wißen, diese fröhliche Unbekümmertheit: ״Sonst mache' ich mich selbständig“, treibt den Wiaad Leumi in eine hoffnungslose Verteidigungsstellung. Er kann schließlieh, nicht mit depi Austritt drohen und muß also angstlieh und bis־ zur •Verzagtheit behutsam jeden Teil, der sich absondern könnte, wieder heranzuziehen suchen. Durch Versprechungen, mit Ueberredungskunst, mit Komprommissen. In der Tat, eine politische Aufgabe, die eines geübten Engländers würdig wäre.“ , Diese Gedankengänge sind nicht nur für den Korrespondenten der ״Jüdischen Rundschau“, sondern im großen und ganzen für die allgemeine zionistische Anschau־ ung, was palästinensische imier jüdische Politik anbetrifft, zutreffend. Wir haben selbstverständlich eine andere Ansicht über diese Angelegenheit. Wenn• der Korrespondent der ״Jüdischen Rundschau“ meint, daß die politische Aufgabe, die angesichts dieser Sachlage in Palästina überaus schwierig ist und ״eines geübten Engländers würdig wäre“, so können wir ihm ganz ruhig sagen, daß ein geübter Engländer, die Angelegenheit nie so weit kommen ließe. Man ist in zionistischen Kreisen gewohnt, ״dem jüdischen Volk“ die Schuld zu geben. Es sei nicht genug opferfähig, es sei unverträglich, es sei der Freiheit unwürdig; es ist aber ein alter Grundsatz, daß nie das Volk, sondern immer seine Führer diie Schuldigen sind. Was das palästinensische Gemeindegesetz betrifft, schon ganz und gar. Ein geübter Eng־ , länder würde den Ansprüchen, den Forderungen, den Gewohnheiten beachtenswerter Volksteife von sich heraus entgegemkommen. Der Waad Leumi in Jerusalem aber, von dem der Korrespondent behauptet, daß es ״ein öffentliches Geheimnis in Palästina war^ daß er keine Autorität besaß“, hat alle Anstrengungen gemacht, um breite Schichten, der •paiäst*|n׳e11sfs.chen/..B(w.dfik'e1;tfiiii'i״׳'T»'ämlacii..,:die äutochthonen. •thoratreuen Schichten in ganz׳; barbarischer ■Weise zu vergewaltigen. Ein geübter Engländer würde das nie versucht haben. So ׳ist leider jetzt die Situation so verworren, daß nicht einmal ein geübter Engländer daran etwas ändern kann, es sei denn, daß er, dank seinem politischen Reinlichkeitsgefühl, den Waad Leumi und; das ganze System, auf dem diese Körperschaft aufgebaut ist, zu ׳Paaren treibt, damit in Erez Israel eine gesunde, den Bedürfnissen der jüdischen Bevölkerung entsprechende politische Entwicklung einsetze. Wahrlich, in Palästina[ ״muß von. Grund aus ׳anders werden.“ Doktor Weizmann über die Jewisli Agency. Der für den 9. Juni geplante Zusammentritt der Jewish-Agency-Kommission zu ihrer ersten Beratung gab dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Doktor Weizmann, die Veranlassung, sich in seiner Abschiedsrede von Amerika über die Jewish Agency zu äußern: ״In der Keimzelle einer Jewish Agency“, sagte 'Dr. Weizmann, ״die wir nun zu schaffen versuchen, liegt eine tiefere Idee verborgen, als es bei Betrachtung der Oberfläche scheinen mag, die Idee ist die Vereinigung des gesamten Judentums zu einer gemeinsamen Aufgabe: ״Aufbau Palästinas“. . Wahrlich, ein herrliches Ziel! Vereinigung des ge- שוט; $ כשר (החח השנחו! הרב ד ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) UeberaU erhältlich! samten Judentums zu einer gemeinsamen Aufgabe, zum Aufbau Palästinas. Hoffentlich wird Herr Dr. Weizmann von den Engländern so viel politische Erziehung genossen haben, daß die Vereinigung des gesamten Volkes nicht durch Oktroi, nicht durch Zwangsmaßnahmen, sondern durch verständnisv o M e Berii ck sich ti g u 11 g der Eigenart und der Forderungen der einzeln e n V 0 1 •k s t e i 1 e möglich ist. ׳ Besonders wenn die ge׳: meinsame Aufgabe des geeinten Volkes der Aufbau Palästinas sein soll, Palästinas, dessen Blühen und Gedeihen der tiefste Herzenswunsch eines jeden Juden ist. Das brthodoxe Judentum hat unverwirkbare historische Rechte auf Erez Israel, dessen Idee es in den schwierigsten Zeiten im Herzen trug. Bisher hat das orthodoxe Judentum alles; aber alles, was in Palästina im jüngsten Jahrzehnt für die Orthoxie unter schwersten, erbittersten Kämpfen geschehen •ist, gegen den zionistischen Unverstand und gegen eine engstirnige Herrschsucht erringen müssen. .Die Orthodoxie hat in diesen Kämpfen viel gelernt. Hoffentlich ist auch Präsident Weizmann in den letzten Jahren reicher an Erfahrurigen geworden und wird nicht vergessen, daß dort, wo/die. Vereinigung des gesamten Judentums zu einer ,gemeinsamen Aufgabe zum Aufbau Palästinas schreitet, auch, der wertvollste Teil des Judentums, die Orthodoxie, nicht; fehlep darf. Die ganze zionistische Politik müßte von; nun/au ״von Grund aus anders werden“ ■[■y.; mstischeri Vereinigung für Deutschlands Auf der vom 27. bis 29. Mai dieses• Jalires ii!.׳.Bf eslau tagenden Delegiertenyersammluug derZ. V; F-jD. gab. der: Vertreter der Misrachifraktion ׳vor den Wahlen folgende. Erklärung ab: ״•;r/. //׳,•'■.־•■׳ ״Der Misrachi sieiht eine Hauptorsaclie yer־ Steg- , nation in der: zionistischen Bewegung ׳und'des.;Mißerfolges ׳bei der Gewinnung neuer,,Menschen;in dein׳ u 11 h i s 10 r i s c׳:h e n C •h a •r a k t ■e fr" de r he ti:׳ti.g e il z 1.0nis tisc:heri Ideologie; Unter Verkennunig^des■' Wesens jeder nationallen Kulturarbeit ist die'zionistische Tätigkeit nicht von den geschichtlichen Griindlagen/der jüdischen Ku'itur ausgegangen und hat es verabsäumt, V erständnis und Ehrfurcht vor jüdischer Tradd ti 0 n in d׳:ie zi onis täs cihen R/eä.h-en zu tragen. Ohne eine solche Grundlage besteht/aber׳ keime Möglichkeit, das Leben . in Erez Israel so/aufzubauen, daß ein in sich geschlossenes jüdisch-nafionaäes Gemeinschaftsleben entsteht.. Der dem Delegiertentag vorgelegte Bericht und das Programm für die zukünftige Arbeit, wie auch die Zusammensetzung der neuen Leitung lassen nach unserer. Ansicht weder den Willen erkennen, noch geben sie die Möglichkeit, die mit der jüdischen Tradition verknüpften Teile unseres Volkes in starkem Maße heranzuziehen. Aus diesem Grunde hat der ׳Misrachi erklärt, daß ׳ er die Verantwortung für die Arbeiten der. Z. V* f. D. nur dann •mit übernehmen kann, wenn er durch , einen geeigneten Vertreter in der Leitung der Z. V. f. : D/ in die Lage versetzt wird, P01i׳ti׳k und Arbeitswege der Z. V. f. D. entscheidend mit zu beeinflussen,’ Da; dieses Verlangen vom Permanenzausschuß nicht berücksichtigt wurde, sieht der Misrachi sich außer Stande, än den Geschäftsführenden Ausschuß einzutreten und »lehnt die Verantwortung für die Tätigkeit der Z. V. i D. in der kommenden Periode ab. Bei aller Anerkennung der ibingebungsvolien ■ Ar- •beit Blumenfelds müssen wir deshalb gegen seiner Wahl als alleinigen Präsidenten der. Z.;V. f.,D. stimmen״.und auch die für den Geschäftsfährenden- Ausschuß1 vorgeschlagene Liste ablehnen. . ־.־. Die Bereitschaft des Misrachi zur Intensiven Mitar-beit und seinen; Willen zur •Beeinflussung• des» zionästisehen Lebens im Sinne seiner Prinzäpien;:beweist ■ e׳r durch die Beschickung des Landesvprstandes und der. Kommissionen, und er wird durch Verstärkung misrachistischcr Tätigkeit alle Anstrengungen machen, nin die zionistische Position in Deutschland zu. stärken,“ ׳ Diese; Erklärung des .Misrachi.Ist;’ so recht׳;charaMeegal wo Damen Perücken kanfen OTKMAR SCHIFF'® Perücken weisen׳ folgende Vorzüge auf: Guten Sitz, prima Material, modern und dennoch individuell gehalten. , Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken vorrätig. w₪₪₪amummBmammmap₪₪₪₪Ba₪₪₪₪m₪₪₪₪m₪₪₪₪m Die Preise sind: ' v Bubikopf-Perücke, mit naturgetreuerAbteilung a,d,■ Seite od;Mitte S 12Q.— Ohne Abteilung Halb-Periicke, mit naturgetreuer Abteilung . . . , ... . 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