Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 20 (24.5.1928)
- Date
- 1928-05-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Novlnov6 v^platog povolenä riadit post a telegrafov v Bratislava £Is. 41572411-20. M; Zeitungen vom Verleger versendet. Journal expSdie par l'edlteur. - f.fcfc JÜDISCHE PRESSE OBBAH FÜR DIE IHTEBESSEW DES ORTHODOXEM JUDENTUMS. Redaktion n. Adminiitratlon! Wien, 11.,Leopolds-!Bise 86, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Brschelnt Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: ffir Artikel Sonntag, Iflr Nachrichten Montag. Abonnementspreise! Oanzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: PostsparkaasenamlWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko. N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Nr. 20 נ־ה וינזז־*וןסמוי[! ה׳ סיק י1חויח4: 1928 Wien-Bratislava 24. Mai 14. Jahrg• שבועות 5£>!ג6פ»ג6פ^<6©»צכ)59!©©צ6^6ש!<0 * Bevor Moses von seinem Volke schied und er diesem klar machen wollte, welche Fülle des Segens in der Tatsache der Offenbarung liegt, da sagte er: ״Es erschien der Ewige v 0 m G ebirge Pa ran 11 er. Als ungefähr 800 Jahre später der Prophet Chabakuk die geschichtliche Erfahrung der Verirrungen ganzer Völker und der einzelnen Menschen seinen ' Zeitgenossen darlegen wollte, um ihnen das Geheimnis des G-ttvertrauens zu erschließen, da sprach auch er: ״Es kam der Ewige vom Berge Paran aus.“ Wenn wir diese weit ‘auseinanderliegenden, geschichtlichen Paten in ihrer Bedeutung werten können, so müssen sie das Verständnis der weltgeschichtlichen Stunde am Sinai erleichtern. Bekannt ist das Wort unserer Weisen, daß der Allmächtige erst in dieser oder jener Weise andere Völker zu ’Hütern des Thorawortes zu machen versuchte, daß aber der Volksgenius dieser Nationen sich dieser Aufgabe gegenüber ablehnend verhielt. Und trotzdem ■is| die Offenbarung an Israel in dem segnenden Schlußwort von Moses •mit dem תורה Für das Erbgut des jüdischen Volkes 1 Durch קרן התורה denThoraTonJs des jüdischenVolkPs! . מתן תורה jss in den Tagen der geistigen Geburt des jüdischen Volkes! Das sei die Devise, unter der die erste Siwan״ woche stehen möge! Gedenket am Feste der Thora beim Aufruf zur Thora der Not von Zehntausenden Lehrern und Jüngern der Thora! Lantevmaltung des Kare» Hathora 1 Oesteiretch. Wien II., Leopoldsgasse Nr. 26 Oesteir. Postscheckkonto 143056 Gedanken begründet: ״Und dabei liebt er die Völker.“ Daraus ergibt‘sich für die Träger des Offenbarungsgedankens eine weltgeschichtliche Aufgäbe, für die Erinnerungsstunde der Offenbarung eine wunderbare Perspektive. Israel ist nicht mehr und nicht weniger, als der Treuhänder der Thora für die ganze Welt. Als der Allmächtige sein Volk •am Fuße des Sinai sich versammeln Meß, da machte er es zum Botschafter seiner Liebe ׳an die ganze Welt. Ein Rückblick auf Jahrtausende zeigt unwiderleglich, wie allmählich diejenigen Kultur- oder Unkulturelemente, welche seinerzeit Paran und Seir veranlaßten, die Gabe der Thora abzulehrien, verdrängt wurden und wie Israel sich bemühte, dem an ihn ergangenen Aufträge gerecht zu werden. Nicht zum Volk •u n t e r die Völker, sondern zum Volk für •die Völker wurde Israel gewählt ׳im dritten Monate nach dem Auszug aus Aegypten. Es ist keine Ueberheblichkeit, wenn man feststellt, d׳aß jede Aufwärtsbewegung der ethisahen JKultur,־ jeder ׳:Fortschritt in. der Erkenntnis der Gegenwart, jeder Schritt ■ vorwärts. ־ zum״' inneren Glück der Menschheit seine Wurzel •in;der jüdischen Welfanschauung verankert sieht.. Es ist dies deshalb keine Ueberheblichkeit, weil ja die Thora nicht ein Menschenwerk ist, und Israels Gemeinschaft ist •dazu berufen, dieses Werk nur mit dein Leben zu vermählcn. Es ist selbstverständlich, daß sich jede untergehende Kultur gegen den Tod wehrt und daß deshalb Paran und Seir sich oft in scharfen Gegensatz zu Israel stellen mußten. So kam es, daß die Völker dem Träger der Thora die Rolle des Märtyrers in der Weltgeschichte zugewiesen haben, so kam es und so kommt es, daß andere Menschengruppen oft ihre Gegenstellung zur Thora so sehr verschärfen, daß sie dieselbe zum Menschenwerk zu stempeln und damit ein Recht zur Legitimation ihrer Grundein- Stellung zu erwerben versuchen. Aber wir wissen, daß jedes in der Sonnenglut des Jfihres und im heißen Brand der Geschichte bewährte Martyrium immer und immer den Aufschwung zu neuen Lebensformen bedeutet. . Der Kampf, der heute innerhalb der Judenheit tobt und an den in der Erinnerungsstunde der Offenbarung nicht vergessen werden sollte, zeigt klar folgendes Bild: Es sagen die einen: Wir wollen ein Volk unter Völkern sein ׳und wenn diese Forderung erheischt, ׳daß wir des Diademes von Sinai her uns entkleiden, so sind wir auch dazu bereit. Es sagen die anderen, es sagen wir: Wir wollen ein Volk für die Völker sein und wir wissen, daß wir schwinden w'erden, wenn \Vir auch hur einen Augenblick nicht daran denken, daß wir Botschafter der Liebe des ׳Ewigen an die Welt sind und daß diese Liebe G-ttes in einer einzigen Form sich ganz aus- Jebtqiin Form und Wort, in Geist und Ewigkeit ׳unserer heiligen Thora. P. K. Die politische Weltlage des jüdischen Volkes und die Aguda Von geschätzter Seite erhalten wir folgenden,■ durch die Breite der. Perspektive und Schärfe der Kritik ausgezeichneten Auf- .; satz, •den wir •gerne zum Abdruck bringen, wenn er auch nicht in allem unseren Anschau־ lungen entspricht. D. Red. Es steht nunmehr fest, daß die nach der Verfassung der Aguda in diesem Jahre fällige Kenessio Gedaulo nicht mehr zeitgerecht stattfinden wird. Diese Tatsache ist nicht nur aus verfassungsrechtlichen Gründen beklaklagenswert, sie muß angesichts der momentanen politisehen Situation als eine schwere Unterlassungssünde bezeichnet werden. In der politischen Weltlage der Judenheit gehen Veränderungen vor sich, die einer ernsten Beachtung wert שוט r כשי (תחת השגחת הרב ר׳ ישעי סורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwiirden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! I Es ist nicht egal wo Damen Perücken kaufen OTHHAR SCHIFF’5 Perücken weisen folgende Vorzüge auf: Guten Sitz, prima Material, modern und dennoch individuell gehalten. Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken vorrätig. , sind. Noch nie war die politische Konstellation für das thoratreue Judentum so günstig wie heute und es ist gerädezü unverständlich, wieso Agudas Jisroel gerade in diesem Zeitpunkte in einer Passivität verharrt, die befürchten läßt, daß die Interessen des thoratreuen Judentums beit dei: Neugestaltung der Verhältnisse vollkommen unvertreten bleiben. Auf drei Grundpfeilern ruht derzeit das politische Weltgebäude des Judentums; sie heißen: Rußland, Pa* 1 ä s t i n a und Amerika.־ Beginnen wir bei Rußland. Nebst der gewaltigen sozialen und wirtschaftlichen Umschichtung hat die Sowjetregierung, angeblich, um England auch auf diesem Gebiete Konkurrenz zu bieten, ihr Augenmerk auf die ungesunde wirtschaftliche Situation der Juden in Rußland gerichtet und propagiert und unterstützt heute jüdb sehe landwirtschaftliche Siedlungen auf großzügigste Art. Trotz aller Anfeindungen und Verdächzirka 1100 Meter hoch. Pension Relsier, in idealer Lage. Zimmer mit messendem Wasser. Radiokonzerte. 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