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Jüdische Presse · 1928-05-11 · 18 (11.5.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
18 (11.5.1928)
Date
1928-05-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Novlnovß vyplatf1& novofrne riadft post a telcgrafov v Bratislave CIs. 41572-111-20. Zeitungen vom Verleger versendet. Journal expödie par 1‘edlteur. VAfc. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE IMTERE88EI DE^ ORTHODOXER JUDENTUMS. Redaktion u. Administration < Wien, II.,Leopolds־ jaaae 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 4594־4־. «Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. finchelnt Jeden Freitag. — Redaktionsschluss:?fir Artikel Semitag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährigi Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Äushnd 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: Postsparkassenamt Wien, Kork. Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Koni- Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prsg Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram.Ko. s 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 41P für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Nr. 88 Wien-Bratislava, 81. N3ai 8928 ב״ה כ״א אייר 84. Jahrg. Statt der Kenessio in diesem Jahre — ein Weltjugendtag der Aguda. Das Problem der Jugendbewegung. Der Grundgedanke der Aguda, daß es einen Weg geben müsse, wie die orthodoxen Juden aller Länder unbeschadet ihrer Eigenart, die sie nach Lebensführung und Lebensanschauung in Laufe der Jahrhunderte in den verschiedenen Ländern angenommen haben, trotzdem eine große gemeinsarne Linie finden können und müssen, bricht sich auch in der Jugend Bahn. An und für sich ist es selbstverständlich, wenn die Generation, welche das Subjekt der Erziehung darstellt, also die ältere Generation diesem Gedanken etwas ängstlich gegenüberstellt. Man fürchtet, daß durch den Zusammen- Schluß eine Angleichung entstehen könnte, welche dem Objekt der Erziehung, also der Jugend, schaden könnte. In jedem Lande fürchtet man, daß das unter schweren Kämpfen erstrebte und erreichte Ideal Not leiden würde. Es wäre vermessen zu sagen, daß die Gefahrenzone tatsächlich schon ganz überwunden ist; so. ist es zu erklären, daß der Agudagedanke sich mehr regional auszuwirken versucht und dabei durch konservatives Wirken in den jeweiligen Gegenden Ersprießliches geleistet hat. Von den Grundgesetzen des Agudismiis hat sich die Autonomie der einzelnen Länder am sieghaftesten durchgesetzt, und wir sind überzeugt, daß auch dies ein gewaltiger Schritt zum Ziel ist, denn gerade eine in den Eigentümlichkeiten ihres Landes erstarkte Jugend kann unbesorgt sich in den Dienst des Ganzen stellen und stellen lassen. wird, im gegebenen Moment die Führung der Dinge in die Hand zu nehmen.!Dies kann nur •so geschehen, daß man versucht, der Arbeit der Jugend eine ׳bestimmte ׳Richtung m geben und ׳ihrem ernsten Betätigungsdrang ׳volle (Entfaltung zuteil werden zu lassen. Darin ist aber gleichzeitig die volle Schärfe des!Problems!hloßgelegt, denn die programmatisch wichtigste Forderung der (Aguda drängt auf Kärung einer Autorität, drängt auf ׳ziemlich harte ׳Schranken!der ׳Selbsterziehuag. Wir wissen, daß G. 1. unsere Jugend das ״asse lecho Rav“ kennt und wertet; darin unterscheidet sich die Aguda von allen anderen!Bewegungen. Es kann niemals eine Jung-Aguda, sondern nur eine Aguda-Jugend im Rahmen des Ganzen geben. Wie überhaupt unsere Zeit auf Grund ׳demokratischer Grundeinstellung sich nicht gerne gipfelt, ׳so war im großen und ganzen an Stelle einzelner Autoritäten die Autorität der Gesamtheit getreten. Aguda verlangt eine ׳Wiederherstellung des alten"Zustandes der Autorüät e i ri z e 1 n e r. Tatsächlieh nun vermißt unsere Jugend, daß dieser von der שרמז כשר (תחת השגחת הרב ד ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner J e s a i a Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! Aguda erstrebte und programmatisch verlangte Zustand noch ׳nicht im ganzen Umfange eingetreten ist. Fragt man nach dem Gmind, so ׳kann man nur mit- Worten, daß — man verzeihe uns diese Offenheit — das Problem der Jugend ein Problem der Alten, ein Problem unserer Größen ist, in ׳denen der Wille Autorität zu werden (und nicht bloß zu sein) noch nicht energisch genug ׳hervorgetreten ist. Wir sind überzeugt, daß, wenn ein Weltjugend־ tag programmatisch erklärt, ׳daß ׳der Inhalt der Aguda-!Jugend ist!der Ruf nach der Autorität einzellner, daß dann unsere Großen ׳sich diesem Ruf nicht entziehen werden, und• Führer der Jugend zu sein ihr höchster ׳Stolz sein wird. P. K. Moderne Helden und Helden Verehrung im Judentum. Ein interessantes historisches Dokument. Nun hat aber die moderne Bewegung ein Neues auf den ׳Plan gebracht, die!Erscheinung nämlich, daß die Jugend zugleich Subjekt und Objekt der Er- Ziehung sein, oder, wie man ׳das so gerne ausdrückt, ihre Erziehung selbst ׳in die Hand nehmen will. Das ist ja eigentlich uns nichts Neues, das •ist nur eine in unserer Zeit geborene schlagwortartige Illustration der alten Forderung; Dibuk Chawerim. Wie überhaupt, so zeigt -sich auch hier die ewige Jugend unserer Thora, denn es ist gar keine Frage, daß ׳'die jüdische Weltanschauung diesem auf Selbsterziehung gerichteten Streben der Jugend durchaus nicht ferne steht. Gilt doch das Gebot der tauchocho — ״Zurechtweisung“ ist falsch übersetzt, ״Erziehungshilfe“ ist besser — sicher auch für die Jugend, und es darf sogar angenommen werden, daß in der Zeit des Werdens der Charakterbildung tauchocho leichter gegeben und empfangen wird, als bei bereits erstärkten Persönlichkeiten. An und für sich also isl das Problem für die Orthodoxie gelöst. Sorgfältige Beobachtungen beweisen sogar, daß bewundernswerte Erfolge dort erzielt wurden, wo diese tauchocho ganz im Sinne unserer Weisen geleistet wird. d. h. also bei vollkommener ׳Hingabe des Gebenden und Empfangenden und bei sorgfältiger Prüfung der Wirkungsmöglichkeit. Bricht ׳diese Erkenntnis sich!Bahn, so sind wir ein gutes Stück Weges zur .׳Bewältigung der Aufgabe gefördert. Die Jugend verlangt aber mehr. Sie verlangt, ׳und auch darin ׳hat sie recht, daß ׳sie ermächtigt Der Prozeß des gewesenen Außenministers der österreichisch-ungarischen Monarchie, Grafen Czernin, gegen ׳den verantwortlichen!Redakteur der zionistischen ״Neuen Welt“ in Wien, auf den hier nicht näher eingegangen wenden soll, ׳hat ein Schriftstück — einen Brief des Grafen Czernin an den Wiener Großindustriellen Nathan Eiding!er — ans Tageslicht gebracht, das von ׳mannigfachen Gesichtspunkten aus verdient, einer!breiteren . jüdischen Oeffentlicbkeit bekanntgegeben zu werden. ׳Der ׳Brief ist •fast au׳f den Tag mit einem Jahr später als das unter dem Namen ״Balfour-Deklaration“ bekannte Schreiben des Lord Balfour ergangen, nur daß statt ״Lieber Lord ׳Rothschild“ ״Lieber Herr Eidinger“ steht und daß besagter Brief nicht von dem Außenminister des um den ׳Endsieg ringenden Großbritannien, sondern von den! vertriebenen Außenminister der geschlagenen österreichisch-ungarischen Monarchie abgefaßt war. Dies alles sind aber nur vergängliche historische Akzidenzen, das Bleibende aber an diesem Brief ist das allgemein Menschliche; er ist ein documcnt •humain ersten Ranges. Dieser Brief, den wir weiter ׳.unten im Wortlaut!bringen, kann aber nicht genügend verstanden und gewürdigt werden, wenn nicht ׳die englische ׳Parallele vor Augen gehalten!wird. Nicht nur das ׳Schreiben Lord Baifours an seinen ״lieben“ Lord Rothschild, sondern auch die W e :i t z m a n n - ׳L e g e n d e, nach welcher der um die G i f t g a s f a b r i k a t i 0 n hochverdiente Chemie- Professor Chain! Weitzmann von dem mächtigen englisehen ׳Kriegsmimister keine andere Belohnung annehmen wollte, als: Palästina für das jüdische Volk. Nur lieferte Eidinger nicht Giftgas, sondern Brotgetreide an die verhungernde Bevölkerung der österreichisch-ungarischen Monarchie. England!blieb siegreich. ׳Die Weitzmann- Legende hat ungeahnte ׳Verbreitung gefunden. Die Zentralmachte hingegen sind unterlegen und Herrn Eidinger war nicht ׳das Glück beschieden, als jüdischer Politiker ersten Ranges zum Mittelpunkt einer modernen Legende zu werden.!Es braucht ihm darum nicht leid zu tun. Jüdisches ׳Wohltun in großem Stile, •wie es Herrn Nathan Eidinger eigen ist, ziert noch heute trotz allem ׳Modernismus einen jüdischen Menschen mehr als alle politischen Lorbeerkränze. Der Freundschafts־ und Anerkennungsbrief Graf Czemins, der vom 21. November 1918 datiert und somit fast zehn Jahre nachher durch den anfangs genannten, viel Aufsehen erregenden Preßprozeß bekannt geworden ist, lautet wie folgt: Lieber Herr Eidinger! Sie waren, wie Sie mir schreiben, in letzter Zeit verschiedenen Anfeindungen und Angriffen in der Oeffentlichkeit ausgesetzt, die sich auf Ihre politische und' wirtschaftliche Tätigkeit in Rumänien zu der Zeit beziehen, während der ich als Gesandter in Bukarest und späterhin als Minister des Aeußern der österreichisch•- ungarischen Monarchie tätig war. Da ich Ihre Tätigkeit aus nächster Nähe zu beobachten in der Lage war, er:- greife ich mit Vergnügen die Gelegenheit, Ihnen Folgendes Es ist nicht egal wo Damen Perücken kaufen OTHMAR SCHIFF0״ Perücken weisen folgende Vorzüge auf: Guten Sitz, prima Material, modern und dennoch individuell gehalten. Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken vorrätig. Die Preise sind; Bubikopf-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung a.d. Seite od.Mitte S 120.־־־־ ״ ״ ohne Abteilung.. . . S 90.־־־ Halb-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung.. . 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