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Jüdische Presse · 1928-04-20 · 15 (20.4.1928) · page 7

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
15 (20.4.1928)
Date
1928-04-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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«r.!5 JÜDISCHE PRESSE Sette 10r uralt«, entschwunden« jüdische. Unterhaltungsweise in die Gegenwart zurückzuzaubern. Ansprachen hielten Herr Oberrabbiner M. E c k s t e ä n, Gemeindepräses Herr G6za Friedländer, Präses der Mensa Herr Samuel Harz 0 p f und die Herren L. Grosz und D. Rakowszky. Zum Schluß sprach der Schüler der Jeschiwa L. Fr i cd den Dank der Jeschiwa dem Gemeinde- und Mensapräses für die Opferwilligkeit aus, mit der sie ermöglichten, den Brunnen der חורה הקדושה den Großen unseres Volkes in unserer Gemeinde gehauen und der dann im Verlaufe der Zeit verschüttet wurde, wieder auszugraben und instandzusetzen. Lange nach Mitternacht verabschiedete sich die Gesellschaft vom Hause mit der Versicherung, daß das Erlebte zu den teuersten Erinnerungen des Lebens 2ählen wird. Seferthora-Elnweihung. Am שיק ס׳ ייקרא hat in unserer altehrwürdigen autonomen orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde Stupava eine sehr sohörfe, herzerfreu־ ende Seferthora-Einweiihunigsfeier stattgefunden. Alle unsere Gemeindemifcglieder mit ihrem Präses Markus Weber und den ח״ק -Gtbboim Moritz Stern und Wilhelm K 0 h u t als Anreger und Förderer dieses Werkes an der Spitze haben mit ihren Beiträgen und Spenden zum Schreiben eines neuen Seferthora מצות כתיבת ספר תירה Wieder einen schönen Beweis ihrer Liebe und Opferfreudigkeit für unsere heilige תירה und אמונה, geliefert. Das neue wurde aus der Rabbinerwoihnung in Begleitung der Gerneindeältesten und der ganzen Gemeinde abgeholt und, umringt von älteren ס״ת" Kollegen, wurde es unter der חופה dem G-tteshaus zugeführt, um es da vor der ganzen versammelten Gemeinde seiner heiligen Bestimmung לכבוד שמרים zu übergeben. Bei קריאת התורה wurden fast sämtliche ב״ב aufgerufen, um das neue n0״ auch mit dem ־^ ברכת התורהSpruch einzuweihen, wobei jeder einzelne כברכת ד׳ spendete. Nachmittags versammelten sich die Gemeindemitglieder bei einer von den .ח״ק נ ב א י ם vorbereiteteen und schön gedeckten Tafel zu einer echten סעודה של מצור. Bei •dieser Gelegenheit hielt unser seit seiner Unpäßlichkeit ב״ה wieder gekräffcigte ehrwürdige Herr Oberrabbiner M. S. Herzog שליט״א wieder eine der schönen Feier angemessene, mit דברי תירה gewürzte Festrede, in der die hohe Bedeutung von מצות כתיבת ספר תירה geistreich auseinandersetzte, den Wert von למוד התירד* hervorhob und seiner Freude Ausdruck verlieh, daß לא אלמן ישראל noch Herz und Verständnis für כבו! התירה and בהבת תירה auch in unserer altehrwiird'igen Gemeinde wie früher zu finden ist und hoffentlich vorherrschend blcibeii wird. Die כופר .נפש -Aktion ln Nitra. Die von den Mitgliedern der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe in Nitra an! חוהמ״פ vorgenommene Sammlung der כופר נפש für das Jahr 5688 hat sofort ein sehr günstiges Resultat ergeben und wird, dank dem E'ifer und der Tatbegeisterung der jugendlichen Sammler, bei ihrem endgültigen Abschluß einen schönen Erfolg der Agucla-Jugendgruppc bedeuten. Vorläufig sind zirka 3 00 0 Kronen eingegangen. Dieses Ergebnis ist das Verdienst folgender Sammler: F. Braun, J. ‘BlhmehtTiai, E. Ebrenthal, J. Glück, 'S. "Goldstein, E. Hirsch, J. Hoff, E. Klein, L. Kornfeld, A. Rosenthal, J. Steinborg, W. Stark, L. Weisz, E. Weisz, E. Weisz jun. und Moritz Zilz. Gräberscliändung in Nitra. Im orthodoxen Friedhof wurden am letzten Tag 13 חוהמ״פ Grabsteine geschältdet und umgeworfen. Die Behörde hat sogleich die strengste Untersuchung .eingeleitet, und es ist zu hoffen, daß die Täter •die gebührende Strafe erhalten werden. Rabbi Mosche Josef Hoffmann זצ*ל Am 1. Nissan ist in Jerusalem der als Gaon und Zaddik bekannte Rabbi Mosche Josef Hoffmann aus Papa im Alter von 86 Jahren verschieden. Der. alte Jischuw verliert in ihm eines seiner edelsten Vorbilder. Rabbi M. J. Hoffmann zog vor ungefähr dreißig Jahren nach Jerusalem und verbrachte dort ein g-ttgefäliiges Leben, das mit Thora und Awoda erfüllt war. Rabbi M. J. Hoffmann wich nicht aus den vier Ellen der Halacha und es war ihm vergönnt, durch sein freundliches Wesen auf seine Mitmenschen segensreich zu wirken. Rabbi Ch. J. Sonnenfeld hielt ihm einen ergreifenden Nachruf. Rabbi J. S. Kohn זצ״ל Am 7. März verschied im Alter von 62 Jahren Rabbi Josef S. Kohn in Hamburg, wo er als Rabbiner der vereinigten alten und neuen Klaus Jahrzehnte hindurch wirkte. Rabbi Josef S. Kohn war ein Preßburger Kind, das Zeit seines Lebens seiner Heimat seelisch verwurzelt blieb. Als zartes Kind schon war er in der Preßburger Judengasse als עילוי berühmt, der mit gewaltigem Scharfsinn, einem genialen Gedächtnis einen seltenen Fleiß verband, mit 17 Jahren erhielt er die erste התרת הוראה, und mit 27 Jahren schon lernte er neben seinem Rebbc — als ^cr שבט סופר verhindert war — die שיעורים an der ישיבה Im Jahre 5661 wurde er unter 78 Bewerben! an die hiesige vereinigte alte und neue Klaus berufen. Die קבורה fand asm Nachmittag des 8. Nissan unter größter Beteiligung statt. Der zweite Sohn, der noch acht Tage vor der פטירה den Vater von San Remo nach Hause gebracht, dankte dem Vater nochmals für alles, was er der Familie gewesen, und gelobte der Mutter verdoppelte Liebe und Treue, während die ספרנים, Rabbiner Dr. Bamberger als Amtskollege, Salomon Jacobson als Freund und Nachbar ergriffen und ergreifend Bilder seines Lebens und seiner Leistung gaben und zur תשיבה aufforderten. Frau Schewa Fried 111 an 11, die Sadagoraer Rebbezen אסרו חג Pessach ist im Alter von 80 Jahren die Witwe nach dem berühmten Sadagoraer Großrabbiner Israel Friedmann ׳זצ״ל in Wien zu Grabe getragen worden. Die Verblichene war die jüngste Tochter des Rabbi Sc ha 10m Josef, des ältesten Sohnes des unter dem Namen ״Riziner“ bekannten großen Chassidimrabbi Israel Friedmann. Das Ableben dieser ehrwürdigen Matrone hat in Wien über den engen Kreis der Qhassidim hinaus tiefen Eindruck gemacht. Die Verblichene lebte in Wien bei ihrem Sohne, Großrabbiner Abraham Jakob Friedmann. Im Trauerhause konnte man alle Mitglieder der •in Wien lebenden! Dynastie Friedmann sowie viele Chassidim versammelt sehen. Alte Erinnerungen tauchen auf, die sich alle an die Person des großen Riziner. dessen Enkelin die Verblichene war, knüpfen. Rabbi Schalom Josef, der älteste Sohn des Riziners, ist im selben Jahre wie sein Vater — im Jahre 5611—ln Leipzig gestorben. Erst nach seinem Ableben haben die überlebenden Kinder des Riziners die berühmten Dynastien gegründet: Rabbi Abraham Jakob in Sadagora, Rabbi David Mosche in C z o r t k o w, Rabbi Mordechai Schräge in H u s i a t y n und Rabbi Menachem Nachum in Stefan esti. Der in jugendlichem Alter verblichene Schalom Josef hinterließ vier Kinder: zwei Söhne und zwei Töchter. Der älteste Sohn, Rabbi Jizchok, war der Begründer der Bhuscher (Rumänien) Linie. Der zweite ‘ Sohn. Rabbi Nachum Beer, ragte durch seine Gelehrsatakeit hervor. Seine Bibliothek war durch die Seltenheit und die Zahl der Bände, die sie barg, weit und breit •berühmt. Rabbi Nachum Beer starb jung.und ward in Wien bestattet. Der Töchter ältere, Rachel Lea, heiratete den Rabbi Zwi Hersch Hörschel aus Merzcricz, einen Enkel des berühmten Abter Rabbi. Aus dieser Ehe entstammte Rabbi Isak Heschel, der Kopiczyncer Rcbbc נ״י der zurzeit in Wien Erinnerung gewidmet sind, war in erster Ehe mit Nachum Mordchc, dein älteren Bruder des להבדיל בי[ חיים לחיים erster Ehe mit Nacluim Mordche. dem älteren Bruder des heute in Wien lebenden Großrabbiners aus Czortkow, verheiratet. In zweiter Ehe ist sic die Gattin des Sadagoraer Großrabbiners Israel Friedmann geworden. An׳ der Seite ihres großen, weltberühmten Gatten hat Rebbezen Schcwah nicht nur eine repräsentative Stellung eingenommen, sondem auch außerdem durch ihre Frömmigkeit, ihre Lebenskhigheit und wohltätigen Sinn segensreich gewirkt. תנצב״ה Frau Oberrabbiner Rosenberg ע״ה. Im patriarchalischen Alter von 83 Jahren ist am חרם פסח •in Hunsdorf die Witwe des vor einigen Jahren ins ewige Leben eingezogenen נ אוו אדיר וצדיק מפו ר ס ם Oberrabbiner R ab bi Samuel Rosenberg verschieden. Worte würden versagen, wollte man im einzelnen •den frommen und g-ttgefäiligen Lebenswandel dieser צדקת würdigen. Als Lebensgefährtin •des Hunsdorfer Rabbi זי״ ע hatte sie einen großen Anteil an den unvergänglichen Verdiensten um Thora und G-ttesrurcht, um Moral und jüdische Tugend, u׳m edles Menschentum und vertiefte jüdische Menschenliebe, die dieser Große sich erworben hat und in deren זכית er fiir uns allen ein מנין הדור war. Ihre rührende, in aufrichtiger, g-ttverklärte!־ Frömmigkeit wurzelnde Bescheidenheit, ihr stilles Schalten und Walten an der Seite eines der bedeutendsten •und weitflsfblickenden jüdischen Führer unseres Zeitalters sichern ihr ein ehrendes Andenken bei tausenden •und ihr Heimgang löst Gefühle der Trauer und der Dankbarkeit im ' Herzen all derer aus, die ihr und ihrem großen Gatten זצ״ל näherzttkommen das Glück batten. Zu •ihrer 'ה ל ו י •fanden sich zahlreiche Teilnehmer aus Kesmarok, Kosice, Poprad und der Umgebung ein. Wegen des הוה״ם konnten mtr ihre Enkel. Herr Oberrabbiner I-Iorowitz aus Hunsdarf und Herr Rabbiner Stein aus Gelnicc in wenigen Worten den Verlust andeuten,;•den das ganze Judentum mit ihrem Hinscheiden ■erlitten hat Baron Sigismund Springer gestorben. Am Rüsttage des Pessachfestes starb In Wien Baron Sigismund Springer, der hervorragende österreichische Finanzmami und Schwager des Oberhauptes der Wiener Familie Rothschild. Dem Begräbnis, das •in der Familiengruft auf der jüdischen Abteilung des Zentralfriedliafes stattfand, wohnte ein zahlreiches Publikum bei. Zuschrifen an die Redaktion. Agudas Isroel und Machsike Hadas. V o r b e m e r k u n g: Wie fahren in der Veröffentlichung der au uns gelangten Zuschriften über die Frage der Neugründuug der Maehsike-Hadas-Vereinigung fort. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß wir uns mit dem Inhalt der einzelnen Zuschriften keineswegs identifizieren, am allerwenigsten aber mit den nicht immer r 1 c h t i g c n, teilweise sogar mit evidenten und allgemein bekamiteu Tatsachen in Wider- Spruch stehenden Ansichten über Agudas J ,i s r 0 e 1, die in ihnen zum Ausdruck kommen. Wir erachten es aber für die Aufgabe der orthodoxen Presse, zu einer öffentlichen Diskussion über die Angelegenheit des thoratreuen Klal Jisroel die Möglichkeit zu bieten und sehen in einem solchen Gedankenaustausch G u tgesinnter aus dem erzieherischen Moment in der. gegenwärtigen ungemein schwierigen Situation eine der Vorbedingiingen zur Gesundung. Wir fordern alle diejenigen, die über •den Komplex dieser Probleme ein Wort in kl a r e r und s a ch- 1 i c 11 e r Weise zu sagen haben, auf, sich an dem Gedankenaustausch zu beteiligen. Wegen der Raumverhältnisse in unserer Zeitung bitten-wir jedoch, die Zuschriften kurz zu fassen. Die Redaktion. Die Neubelebung der ״Machsike Hadas“ wurde an dieser Stelle von einem irrigen Standpunkt aus kritisiert. Es scheint daher zweckmäßig, die Sache auch von anderer Seite wahrheitsgemäß näher zu betrachten, ohne natürlich die Resultate der nun erst vorbereiteten Zukunft der ״Machsi'ke Hadas“ zu kennen. Die ״Agudas Jisroel“ hat schon damit allein eine sehr große Aufgabe erfüllt, daß sie große Massen der Welt- Orthodoxie vor der aufsaugenden Umarmung des neologen Zionismus rettete, indem sie eine reinliche Scheidung der beiden bewirkte. Bei den aber auch schon vorher Gott sei Dank selbständigen, auf eigenen Füßen stehenden Orthodoxen Un* garns, der Slowakei und bei d׳en Chassidim Polens, Rußlands usw. war diese rettende Tat der ״Aguda“ natürlich nicht notwendig. Trotz des vielen, vielen anderen Nu :■.ms der ״Aguda“ hat sie aber auch ein modernes Aeußere; so ist es nur natürlich, daß sich diese allerwichtigsten Gruppen davor fürchten. Rabbiner Dr. Pinchas Kohn sagte ja wahrheitsgemäß bei der Kenessio Gedaulo in Wien, daß wir horucii bascheni eine Rechtsöpposition haben, welche auch mit uns nicht ganz zufrieden ist: diese dürfen wir nicht bekämpfen, sondern müssen :auf sie sogar stolz seht, Also von diesem Gesichtspunkte aus gesehen, eben auch im Interesse der ״Aguda“ brauchen wir für diese ehrwürdigste Rechtsopposition die ״Machsike Hadas". Sie soll arbeiten, eventuell auch kritisieren und verbessern, wa׳s möglich ist. Die ״Aguda“ wird dafür gewiß dankbar sein. ״Meojwaj techakmeni“! Lehawdil ähnlich ist ja auch die Stellung des Misrachi zum Zionismus. Eine separate Rechtsopposition, die dem Zionismus nur genützt hat. Also all denen, die an der Verbesserung unserer leider so schwachen Religiosität arbeiten wollen, also auch der ״Machsike Hadas“ jejascher Kochachern auch im vorhinein. B. K. ־1: Mit Bezug auf die Zuschrift des Herrn Hermann L ö w y aus Nove Zämky in der vorigen Nummer der ״Jüdischen Presse“ bitte ich Sie, folgende Bemerkungen veröffentlichen zu wollen: Die ״Alten“ der Orthodoxie haben es gut. Sie können die Agudas Jisroel zur Tätigkeit mahnen und drohend sagen: ״Wenn die Agudas Jisroel es nicht macht, so wird cs die Machsikc-Hadas-Vereinigung machen." Was sollen aber wir, die ״Jugend“, sagen? Wir halben zu allem den besten Willen und haben ihn auch schon genügend klar und deutlich offenbart. Auch an der letzten Nitraer Tagung haben wir in einer Resolution zum öffentlichen Ausdruck gebracht, daß wir bereit sind, unser Bestes für die notwendigen Aufgaben des orthodoxen Judentums und der Agudas Jisroel einzusebzen, nur benötigt die Aguda-Jugend die U n t e r s t ii t z u!1 <g der r a •b b i n •i s c h e n und weltlichen Führer. Denn unser Jugend-Landesverband kann doch nicht und darf auch nicht das Geringstc ohne diese Autoritären unternehmen. Es ist aber auch noch eine andere Lücke fühlbar. Der Aguda-Jugendvenband beschränkt sich auf die angesohlosscnen Jugendgruppen und pflegt nur diese. Der Jugendv'crlband sollte aber sein Tätigkeitsgebiet auf die' ,G e s a m t jugend der Orthodoxie ausdehnen. Denn auf diesem Gebiete wäre gar vieles zu wünschen. Dieser Mangel ist mit dem zuerst erwähnten engverburiden und könnte nur behoben werden, wenn die Riehtliinien־ von den Führern der Agudas Jisroel geschaffen würden. 'Wird der Jugend hierzulande, sowohl des kaufmännischen als auch des ״lernenden“ Standes, sowohl in der Stadt als auoh in den Dörfern, nicht von den Führern der Agudas Jisroel in erzieherischer, sozialer und organisatorischer. Hinsicht geholfen werden, so werden die vielen Jugendvereine — zum Schaden der großen und •erhabenen Sache und de! Interessen des orthodoxen Judentums — sich gezwangen sehen, unter sich •einen Zentralverein zu bilden und alle die Aufgaben in ihre Tätigkeit einzubeziehen, die jetzt von der Agudas Jisroel erfüllt werden. Denn viele dieser Vereine haben dieselben Ziele wie die Agudas- Jisroel-Jugendgruppen! Warum sollte es da zu einer Annäherung nicht kommen und alle orthodoxen Jugendvereine sich nicht mit dem Agudas-Jiiroel-Jugendverband organ isa torisch zus am men sch ließen? Es wäre jetzt, vor der zweiten ״K en essi joh Gedaul'oh“, am Platze, sich mit diesen Problemen ernstlich zu befassen, und ich zweifle nicht, daß der gute Wille auch mit segensreichem Erfolge gekrönt sein wird. Ein Verein, den man gründen müßte. Mau könnte glauben, es hieße ״Eulen nach Athen" oder ״Zauberer nach Mizrajim“ führen, wenn man vorschlagen würde, in Wien, an der Stadt der Vereinsmeierei, noch einen neuen Verein zu gründen.. Dennoch, es fehlt uns hier an einem Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser, wie solch einer in Deutschland so mustergültig arbeitet. Es sei •mir erlaubt, in den Spalten dieses Blattes in kurzem Umriß auf die Notwendigkeit eines solchen Vereines hinzuweisen. Je größer die wirtschaftliche Deklassierung■ des Wiene! jüdischen Kaufraannssta׳ndes ist, umsc mehr •muß er aut! Reisen in die Provinz gehen. In der österreichischen Provinz ist׳ es •aber, mit Ausnahme des Burgenlandes, sehr schlecht um rituelle Speisehäuser gestellt. Sehr lebhaft wird . dieser Mangel auch in den österreichischen S om m e r f rä s c h e/tt empfunden. Heute ist jener Teil der Wiener jüdischen Bevölkerung, der auf rituelles Leben •noch was •gibt, auf die wenigen Sommerfrischen, beschränkt, wo ein rituelles Restaurant existiert. Diese Beschränktheit der Auswahl erzeugt eine solche Teuerung und eine derartige’Massienmg von Erholungsuchenden auf einige wenige Plätze, daß in* folge dieser Umstände die Erholung sehr beeinträchtigt wird. In einer Periode, wo alle maßgebenden Faktoren in Oesterreich der Ansicht sind, daß die Wirtschaftslage ln Oesterreich nur durch die Fremdenindustrie zu sanieren wäre, in einer Periode, wo der Ausbau der Erholungsstätten und Sommerfrischen in Oesterreich eine erhöhte Aufmerksamkeit beansprucht, würde jener Teil der jüdischen, Bevölkerung Oesterreichs, der den Traditionen der Väter Treue bewahrt, gut tun, durch Selbsthilfe — durch Förderung ritueller Speisegelegenheit — sich eine Möglichkeit der Erhohmg dort zu suchen, wo sie billig und erfolgversprechend zu finden ist. Es wäre verfehlt, die Lösung dieser Frage .ausschließlich der Pr i y a t i n i t׳i a t׳i v e . zu überlassen. Es gibt noch immer einzelne Landesregierungen, die Gänsehaut kriegen, wenn von der Erteilung einer Kon- Zession •für rituelle Speisehäuser die Rede ist. Einzelne Petenten werden gegen diese Angst mancher Behörde vor Verjudung nicht aufkammen. Eine gutausgebaute Organisation jedoch würde schon mehr erreichen. Außerdem könnte so ein ritueller Speiseverein auch auf die Preise, wie auf die Beschaffenheit des Kaschruth einen wesentliehen Einfluß ausüben. Also, nur keine Angst, wenn schon so viele Vereine in Wien ihr Dasein führen, so glaube ich. •daß es durchaus am Platze wäre, wenn die ’Wienet glaubenstreue Judenschaft sich •im eigensten Interesse für einen Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser in Oesterreich einsetzen würde. 11 nt! w a t A1׳ Bi.ief kästen. P. Galanta. Die Gründung einer Aguda-Fratten- und Mädchengruppe in Galanta Ist bereits vom •anderer Seite wiederholt augeregt worden. Veranlassen Sie die Damen, die sich damit beschäftigen, die Vorbereitung ehestens abzuschließen. Die Preßburger Frauenzentrafe. wird •es an Mitwirkung bei der Gründung ihrerseits sicherlich nicht fehlen lassen. g. Lpt. Sv. m. Der איסור von חמץ שעבד עליו הפסח ist allgemein bekannt. Es ist jedoch nicht üblich, daß eine .Privatperson eine solche an. sich , sehr ■berechtigte Warnuhg erläßt.-Wenden Sie sich, bitte,, an das orthodoxe Rabbinerkomitee zu Händen des •Herrn Oberrabbine; Schreiber, Bratislava. X

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