Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 15 (20.4.1928)
- Date
- 1928-04-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ttovfaKwä vtfpfatoö povoleod riarfft post « tefegrafcwr j Bratlslave äs. 41572-HWO. ftfinisiM ▼om?erltfff vtimM Journal expgÜie par 1'editeic«!.A* mm ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS, Redaktion a. Administration! Wien, II.,Leopoldsgaiae 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-494־. r1efaecho8Iowake12 Bratislava, Postfach 140. ■ncbelnt jeden Freitag. — Redaktionsschluss: FSr Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise 1 Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst Gr. 40, das übrige Aasland 2 Dollar. Zahlungen für Oeaterreichi Postsparkassenamt Wien, Konto Nr. 13.258: für Polen: Postspar kauen amt Warschau, Konto Nr. 190.409: für Ungarn! Postsparkasseuaint Budapest, Konto Nr. 50.170: für Tschechoslowakei: Poataparkasaenamt Pres, Konto Nr. 53386; für Jugoslawien :Poatsp.-Amt Agram,Ko,N. 40.317; für die Schweiz! Postacheckkonto ZürichVIII. 4117 für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Kr. 15 Wien-Bratislava, 20. Apri! 1928 ב*ח וינה־מחגסםבורג ל׳ ניסן תרגויח 14. Jahrg* Probleme der Wiener Orthodoxie Drei große Wiener thoratreue Vereine, jeder vom anderen verschieden in Wirksamkeit und Zielsetzung, haben während der Pessachtage oder unmittelbar danach ihre Generalversammlungen abgehalten. Es erscheint uns nicht überflüssig, neben den trockenen Berichten über diese Versammlungen einige für das thoratreue Leben in Wien charakteristische Momente auch an dieser Stelle fcstzuhalten. I. Die thoratreuen Ostjuden. Während der Halbfeiertage des Pessachfestes fand die diesjährige Generalversammlung der ״Hitachduth Jereim — Vereinigung thoragesetzestreuer ostländischer Juden in Wien“ statt. Schon diese umständliche Benennung, die sich dieser Verein gegeben hat, deutet darauf hin, daß hier eine Gruppe jüdischer Menschen, geeint nicht nur in Gesinnung und religiöser Anschauung, sondern auch durch die gemeinsame ehemalige Heimat, nach Zusammenschluß strebt. Dieses Bestreben der ostländischen Juden in Wien ist unseres Erachtens von allen Gesetzestreuen kräftig zu fördern. Die Wiener thoratreue Judenheit besitzt wohl in der Schi ff schul eine große und bewährte Institution zur Befriedigung ihrer religiösen •Ansprüche, und. auf den ersten Blick ist es vielleicht nicht recht einzusehen, warum es nicht möglich sein sollte, alle jene, die nach Gesinnung und Lebensweise zu einander gehören, auch nach außen hin in einer Gemeinschaft zusammenzuschließen. Aber es ist nun einmal so, daß trotz ehrlicher Bemühungen auf beiden Seiten die aus dem Osten stammenden thoratreuen Juden es für notwendig erachtet haben, zur Wahrung ihrer lebenswichtigen Interessen einen eigenen Verband zu schaffen, der bereits über 1200 Mitglieder zählen soll. Durch die Schaffung dieses Verbandes wird der besondere landsmannschaftliche Charakter eines großen Teile-s der Wiener thoratreuen Judenschaft neben Gesinnung und Weltanschauung stark betont, und man muß mit der Tatsache rechnen, daß bei der künftigen Entwicklung auch jener ein mitbestimmender Faktor sein wird. Ob dies wünsehenswert ist, bleibt dahingestellt. Wir müssen die Tat- Sachen so nehmen, wie sie sich, sicherlich nicht durch Zufall, sondern durch die Gewalt innerer Notwendigkeit entwickelt haben. Bei aller Anerkennung des Rechtes einer' je de 01 Gruppe und Schichte, sich innerhalb .der vo^: Thoragesetz gesteckten Grenzen kulturell a u s z u 1 e b e n, müssen wir aber doch vom Standpunkte des Ges a m t- Interesses der thoratreuen Judenheit die warnende Stimme erheben, nicht das Ganze über den Teil zu vernachlässigen. Diese Warnung gilt selbstverständlich für alle. Die / שומז כשי (תחת השנחת הרב ד ישעי סורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel; Ueberall erhältlich! Schiff schul, die durch die Schaffung eines ostländisehen thoratreuen jüdischen Verbandes in Wien, nolens volens ebenfalls eine stärkere landsmannschaftliche Färbung annehmen wird, — in ihr wird man die Vertretung der ungarischen, der deutschen und der in Wien bereits verwurzelten Orthodoxie erblicken — wird •sich nicht damit begnügen dürfen, aus ihren bereits gefestigten und in vielen heroischen Kämpfen verteidigten Positionen herab, bloß mit mehr oder minder wohlwollender Neutralität, die Organisationsb e s t r e b u ngen anderer thoratreuer Gruppen ohne innere Teilnahme zu begleiten. Andererseits darf aber auch der neue Verband im jugendlichen Kampf um Lebensrecht und Lebensmöglichkeit nach der Sitte der Väter, sich nichtdazu verleitenlassen, seine Position auf Kosten des Ansehens der Schiffschul erhöhen zu wollen. Wir erheben diese Warnung in dem Augenblick, wo die verantwortlichen Männer beider Gruppen die Entwicklung der Ereignisse beeinflussen können. Wir haben dank der erzieherischen Arbeit 'der :Agudas Jisroel gelernt, di e Gesam Miei t der thoratreuen Judenheit, das Ganze der thoratreuen Interessen, vor Augen zu haben. Aus dem Gesichtswinkel dieser Gesamtinteressen heraus, kann keinem thoratreuen Juden in Wien das Schicksal der tausend jüdischen Familien, die aus den Kriegswirren das teuerste Gut, ihre treujüdische Lebensweise gerettet haben, gleichgültig sein. Das Interesse, das wir alle an dem Lebensschicksal unserer ostjüdischen Brüder nehmen, müßte sich in werktätige Hilfsbereitschaft ihren organisatorischen Bestrebungen gegenüber umsetzen. Worin aber diese Hilfe zu bestehen hat, das ergibt sich sofort, wenn man die Schwächen, an denen der junge Verband einstweilen krankt, genau ins Auge faßt. Der Verband besteht schon seit mehreren Jahren, ohne daß er sich bisher so recht entwickeln konnte. Auch von der diesjährigen Generalversammlung konnte man nicht mit dem Eindruck nach Hause gehen, daß es von nun an besser werden würde. Die Führer und Gründer wie auch •die neugewählten Mitglieder des Vorstandes sind sicherlich wertvolle jüdische Menschen. Frömmigkeit und Thorawissen, gepaart mit sittlichem Ernst und hingebungsvollem Idealismus, charakterisieren diese Männer. Esfehlt bloß an der notwendigen organisatorischen ,S c h u 1 ׳u n g, d i e b e i d e n k o m p 11 z i e r t e n V e r h ä 11nissen einer Großstadt zur Führung eines großen Verbandes unerläßlich not wendig ist. Dieser Mangel an organisatorischem Können läßt b efürchten, daß der Verband immer nur ein Scheind a s e i n führen wird, ohne irgendwelche Möglichkeit, die ,Gestaltung des Wiener jüdischen Lebens nennenswert zu beeinflussen. Sollte diese Prognose, was wir nicht hoffen, richtig sein, so haben alle Freunde des thoratreuen Judentums in Wien Grund genug, darob tief befrübt zu sein. Es handelt sich hier um nahezu 1000 Familien, die bei der verhältnismäßig geringen Zahl der religiösen, sabbathaltenden und thorabeflissenen Juden in Wien einen unschätzbaren Aktivposten für das Wiener Judentum bilden. Gelingt es nicht rechtzeitig Maßnahmen zu treffen, um zunächst diesen Besitzstand zu erhalten, so wird die Jugend dieses Kreises allmählich für uns verloren gehen. Es ist an dieser, Stelle häufig genug darauf hingewiesen worden, daß die Wiener öffentlichen Schulen f ii r die Kinder unserer aus dem Osten stammenden Brüde in re 1 i g i öser Hinsich t un gemein gef ahrb ringend sind. Ferner: Unser aller Sorgenkind, der Sabbat in der Großstadt. Infolge ihrer schwachen ökonomischen Position endet der Kampf um den Sabbat bei der ostjüdisehen Jugend viel rascher mit einer Niederlage, als bei jener Schichte der Wiener thoratreuen Juden, die infolge ihrer festeren Verwurzelung im Wiener Boden auch Öko-׳ nomisch widerstandsfähiger sind. All diese Erwägungen müßten die Führer der thoratreuen Judenheit in Wien zu der Erkenntnis bringen, daß sie allen Grund haben, die Organisationsbestrebuiigen unserer Brüder aus dem Osten kräftig zu unterstützen und ihnen ihre reichere Erfahrung und entwickelteres Organisationstalent zugute kommen zu lassen. Es wäre unklug, den Umstand, daß jene religiösen Ostjuden sich in den Rahmen der Adas Jisroel nicht, einfügen wollen oder können, dahin zu deuten, daß diese Kreise nicht wärmste und aufrichtige Sympathien für diese Körperschaft hegen. Sie sind vielmehr von ehrlichem Respekt ׳und oft von überschwenglicher Bewunderung, der Schiffschul gegenüber erfüllt und nur •ihre in anderem Milieu gewonnenen Lebensgewohnheiten lassen in ihnen den Wunsch nach einer• eigenen, ihrem seelischen Wuchs angepaßten Vereinigung wach werden. Die Schiffschul hat daher allen Grund, ihre aus dem Osten stammenden Gesinnungsgenossen zu fördern und sie so dauernd zu ihren Freunden zu machen. Heute; wo alles noch in dem ersten Stadium der Entwicklung begriffen ist, ist dies möglich, morgen' kann es schon zu spät sein. Es ist hier nicht der Platz, um die Einzelheiten dieser Annäherung und die äußeren Formen einer dauernden Gemeinschaft zu erörtern. Es ist mur ,unsere Aufgabe, darauf aufmerksam zu machen, daß der schwere Kampf um die jüdische Seele der Jugend alle thoratreuen Juden Wiens dringend zum Zusammenschluß mahnt, daß jene, die reichere Erfahrung, reichere Mittel und gesichertere Positionen haben, lür die Dame Modenpalais Julius Krupnik Wien, VII., Kaiserstrafje 111-113-115 Telephone 32-4-62, 34-4-20 Anerkannt größtes Spezlalhaus Oesterreichs Es ist nicht egal wo Damen Perficken kaufen OTHMAR SCHIFF8״ Perücken weisen folgende Vorzüge auf: Guten Sitz, prima Material, modern und dennoch individuell gehalten. Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken vorrätig. Die P r e i s e s i n d Bubikopf-Perücke, mit naturgetreuerAbteilung a.d. Seite od.Mitte S 120. r- ״ ״ Ohne Abteilung.. . . . S 90.ל- Halb-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung ... . . . . .. 5 100. Scheitel, mit 12 cm naturgetreuer Abteilung . ... . . . י■ . S 80.׳ ״ mit 8 cm naturgetreuer Abteilung ......... S 70. ״ mit 6 cm naturgetreuer Abteilung ........ .S 60. 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