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Jüdische Presse · 1928-04-02 · 13-14 (2.4.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
13-14 (2.4.1928)
Date
1928-04-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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NovIaov6 vyplatnö povolene riadit post a telegrafov v Bratislave öis. 41572-HI-20. Festnummer Preis S 1 Zeitungen vom Verleger versendet. Journal expSdie par!,edlteur. JÜDISCHE PRES Redaktion tt. Administration! Wien, II.,Leopolds* gasee 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45*4*94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Snchelnt Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Pfir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnetnentsprelse 1 Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland s Dollar. Zahlungen für Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117! für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr» 122.619 Nr. 13-14 Wien-Bratislava, 2. April 1928 *כ*ה וינדדגיר?;&!סבודג י*ב ניסן תדס״ח l4.Jahrg ■ mit dem הכשר von Rabb. J. Ch. Sonnenfeld aus den Rothschild’schen ... Kellereien in Rischon־le־Zion -- ־־■■—־ 1 ׳= Generalrepräsentanz■• GUSTAV WILDER, IV., Blechlmrmg. 12. Tel. 53-5*92 Empfehlen Sie auch heuer den verläßlich koscheren Sie dienen sich und Ihrer Kundschaft! Aecht Fr anck-Kaffeezusatz wild laut Attest Sr. Ehr* würden des Herrn Oberrabbiner Simon Schreiber aus Erlau und unter ständiger Kontrolle frommer Aufseher von Heinrich F r a n c k Söhne A. G. in KoSice erzeugt Achten Sie beim Ein* kauf auf die Schutzmarke und die Unterschrift: ״Franck“ für die Dame IS Julius Krupnik Wien, VII., Kaiser$fra$e 111-113-115 Telephone 32-4-62, 34-4-29 Anerkannt größtes Spezlamans Oesterreichs Retiee Bauminger Dr. med. dent. Josef Carlebach Verlobte Krakau Köln Dresden, Weißer Hirsch 8. Nissan 5688 פסח Ein altes Dichterwort erhebt ׳bedenkliche Klage darüber, daß es so selten im Leben einen Augenblick gibt, von dem man den Wunsch hegen möchte, daß er verweile. Wie ganz anders ist die Anschauung, welche uns am Frühlingsabend unseres Seins und Wollens eine ganze Reihe von solchen Augenblicken vorzaubert, in denen wir ׳die Möglichkeit beglückender Dauer erkennen. Das ist der Sinn der Refrain- Dichtung ״Dajenu ...“ Es kann natürlich nicht eine sinnlose Aufzählung von Ereignissen sein, die in diesem Lied ihr Spiel treibt, vielmehr soll folgendes gesagt sein: Jedes einzelne Ereignis •ist so groß, daß es in seiner Tat- Sache und in seinem Erinnerungs'bilde sowohl jedem einzelnen einen Lebensinhalt"Tiu •geben, als auch der Gesamtheit die Linien der Zusammengehörigkeit und des Zusammenschlusses zu zeichnen geeignet ist, oder, um uns moderner Ausdrücke zu bedienen, jedes einzelne Ereignis bedeutet die Wiege eines Volkstums. Nur in dieser Auffassung kann man das Ge- -heimnis dieser ein Jahrtausend alten Aufzählung eräußerlich stellt es sich so dar, daß die in dem Dajenu-Lied uns vor werden, teils unsere Almen selbst solche Ereignisse waren, die sich an vollzogen. Es muß aber das gemeinsame gefunden werden, daß allen diesen Tatgründen. Rein die Tatsachen, Augen geführt betreffen, teils ׳anderen! Moment Sachen innewohnte; dieses Moment ist der Gedanke der Verantwortlichkeit. Auf der •einen Seite sehen wir Erlebnis mit verpflichtender Kraft für die Zukunft, auf der anderen Seite sehen wir, wie eine G e s a m 111 e i t s ü 11 -n t und büßt, was sie an Unrecht gegen Mensehen, an Gleichgültigkeit gegen Mensch enn.ot und -gegen M e n s c h e n 1 e i d verübt hat. Wir sehen auch, wie eine ganze Gedankenweit des Irrtums, aus der heraus die falsche Einstellung zu Menschenschicksalen geboren wurde, zertrümmert und zu Grabe getragen wird. Unsere Zeit, die, wie selten eine andere zum Zeugen einer solchen Vergeltungsepoche der Weltgeschichte berufen war, kann ein solches Erlebnis doppelt und dreifach würdigen. Vielleicht in jener Stunde, in der שומץ T£HIVO כשר של פסח' (תחת השגחת הרב ר׳ ישעי פורסט שיסשוהיל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jlsroel) Ueberall erhältlich! man die so stolze Macht, das alte Aegypten, die Zwinghochburg der Unterdrückung, in ihre Grundr festen erschüttert sah, wurde in der Brust unserer Ahnen das Gefühl geboren, welches als das j ü d isehe Mit 1 e i d, als bezeichnend für den Charakter der jüdischen Gesamtheit, bekannt ist. Alle Träume des Menschheitsglückes und des Gemeinschaftsgefühls mit all seinen Aeußerungen keimen angesichts eines solchen ׳Erlebnisses. Um so ernster erwacht dann die Sehnsucht, von den Glückesmöglichkeiten, die in unseren eigenen Erlebnissen geborgen liegen, anderen mitzuteilen, um so bestimmter tritt -in uns die innere ׳Forderung auf, von unserem Leben und Erleben anderen zu geben. Wenn diese Sehnsucht nun gar ihre Richtungsweisung findet in einem von der Ewigkeit selbst uns mitgeteilten Wort, wenn das, was sonst die Menschen trennte, die Fürsorge für ׳die Befriedigung der Lebensbedürfnisse, durch ein Wunder uns zu einem freudvollen Spiel der Erfüllung sich gestaltet, wenn die Gemeinschaft im Heiligtum sich ein Symbol der Ewigkeit errichten darf, dann ist der höchste Sinn des Lebens .erfüllt. Der Augen- 1blick eines solchen Erlebnisses zaubert auf die Lippen der Kinder und Greise das Wort ״Dajenu“ und stellt sich dabei das stolze Zeugnis aus, daß jede einzelne Epoche genügt hätte, um uns den Weg zu einer von Idealen getragenen Gemeinschaft zu ebnen. Jedes einzelne Bild zeigt in Kontrasten ebensosehr die Ohnmacht des ‘ nur in seinem Selbst wurzelnden Menschen, wie die erlösende Güte der allmächtigen Vorsehung. Die Klarheit dieser beiden Erkenntnisse genügt aber, um den Menschen!mit zwingender Kraft zum Menschen, und die Menschheitsgemeinschaften zur Ahnung der Ewigkeit zu führen. ׳P. K. Aegyptisches Gold. Ein Beitrag zur agudistischen Ideologie aus der!Hagada schel ׳Pesadh von Dr. Salomon Ehrmann. Eine bekannt schwierige Stelle des Talmuds (Berachoth 9 a) lautet: ״G-tt sprach zu iMoscheh: ,Rede doch vor den Ohren des Volkes, daß sic •borgen, ein ׳Mann von seinem Freunde und eine Frau von ihrer Freundin, silberne und und goldene Geräte.“ Das Wörtchen ״doch“ bezeichnet eine Bitte. G’-tt sprach zu Moscheh: ״Ich bitte dich, bitte du die Kinder Israels,.daß sie sich von den-Aegyptern silberne -lind!goldene Geräte ausleiben, damit nicht jener Zaddik ׳(Abraham) sage, daß die dienen werden und gepeinigt werden, das wurde erfüllt; aber daß sie nachher mit großem Vermögen ausziehen werden, das hat G-tt nicht erfüllt.“ Die Schwierigkeiten dieser Agada liegen auf der Hand. G-ttes Verheißungen bedürfen doch nicht erst• der Mahnung von Abraham, und es wäre auch Abraham der letzte gewesen, der gerade auf die materiellen Güter solchen Wert legte. Es betrug ferner nach der Ueberlieferung.unserpr .Weisen.die.Beute am Schilfmeer ein Viel-' faches von •dem Werte der silbernen und goldenen Ge- Es ist nicht egal wo Damen Perücken kaufen O TH MAR SCHIFF'0 Perücken weisen,.folgende Vorzüge, auf .־ Guten Sitz, prima Material, modern und dennoch individuell gehalten. Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken vorrätig. 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