Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 9 (2.3.1928)
- Date
- 1928-03-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE Nr. 9 Seite. 67 Orthodoxe Gemeindeorganisatioii für Podkarpatska Russ?!Die Organisation für die orthodoxen Gemeinden auf dem Gebiete!Karpathorußlands wurde, wie erinnerlich, Ende 1925 ,von den Behörden suspendiert. Seit jener Zeit gibt es in PodkarpatSka Russ keine orthodoxe Landeskanzlei uiid die Angelegenheiten der jüdischen orthodoxen Gemeinden werden doch in derselben Weise erledigt — wen n sie erledigt werden — wie die der Status-quo-Gemeinden. Diesem ruinösen (Zustande scheinen die Behörden nun doch ein!Ende!bereiten zu wollen dadurch, daß den orthodoxen Gemeinden ׳in jenem Landesteile die Erlaubnis erteilt werden soll, eine eigene Organisation zu bilden, deren Leitung auf Grund eigener Statuten in der Hand einer separaten Landeskanzlel für •Podikarpatska Russ liegen würde. Wir registrieren diese Nachricht nach einer Meldung der ״Jiid. Ztg.“ vorläufig mit dem größten Vorbehalt. Nach derselben Quelle sind bereits Kommissionen (welche und ■von wem eingesetzt?) mit der Ausarbeitung der Statuten beschäftigt. Diese Statuten bedürfen vor der Einreichung an die Behörden der Annahme durch die Versammlung der Gemeindevertreter oder durch die früher gewählten und dem Gesetze nach auch jetzt noch einzig legale Landesrepräsentanz der jiidischen Gemeinden in Podlkarpatska Russ. Wie die erwähnte Zeitung berichtet, darf gehofft werden, daß alle orthodoxen Gemeinden an der Schaffung einer orthodoxen Landeszentrale aktiven Anteil nehmen werden. Gemeindewahl in Hush. Aus Hust wird uns offiziell berichtet: Unsere Gemeindewahlen fanden Sonntag 12 0׳ משפט ם. Februar statt. Den Wahlen ging eine überaus heftige Agitation voraus. In den ,Vorstand — mit Herrn Max K a h a n an der Spitze, damit ,zum drittenmal zum Präses wiedergewählt, wurden folgende Herren gewählt:. Moses Rosenfeld sen. 1(1. Vizepräses), Sam. Kraus« (2. Vizepräses), Jenö Kraus,z (iBaukurator), Desider Kahan (Kassier), lg. Acikermann und Herrn. H e i m f e 1 d (Tempelkurator). Sowohl der Vorstand wie die übrigen Re- Präsentanten sind unserer altehrwürdigen Gemeinde würdige יראים ושלמים. Reorganisierung des Machsike Hadas-Vereins, Auf Einladung des Herrn ׳Leopold Paschkus In Dun-Streda und einiger Mitarbeiter fand am Schwat in Galanta eine Vorbesprechung ׳zur Neubelebung der früher bestandenen Machsiche Hadas-Vereinigung in der Slowakei statt. An" der" Beratung nahmen prominente Persönlich- ,keiten des orthodoxen Lebens teil. Nach Anhörung eines Referates des Herrn Salomon Paschkus und Vorlage eines Programmentwurfes entwickelte sich eine rege Debatte über ׳die Vorschläge der Einberufer. Die Idee der Reorganisierung des Vereines fand allgemeinen Beifall. Zur Vorbereitung des Materials und neuerlichen Prüfung der vorgelbrachten Einzelheiten wurde ein größeres Komitee gewählt, dem auch die Aufgabe zufällt, in kürzester Zeit eine zweite Konferenz nach Bratislawa einzuberufen. Diese Konferenz soll die Neuikonstituierung vornehmen und die Prinzipien endgültig festlegen, nach denen der Verein in Zukunft unter Führung der orthodoxen ׳Rabbiner tätig sein soll. Die Initiative der Herren Paschkus und Genossen begegnet der größten Aufmerksamkeit in allen orthodoxen Kreisen der Slowakei und sie würde sicherlich manch Gutes stiften können, wenn sich hingebungsvolle, opferwillige Verwirklichet in ihren Dienst zu stellen bereitfäuden. Der 7. Adar. Den 7. Adar nahmen die Ehrw. Herren Rabbiner auch in diesem Jahre zur Veranlassung, um der im Laufe des vergangenen Jahres dahingeschiedenen mir גדולי ה in הספדים zu gedenken und die Gemeinden zur Einkehr und השיבה zu ermahnen. Von tiefem Eindrücke war der הספד, den Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Schreiber in Preßburg im dichtbesetzten großen Tempel hielt. Er gedachte der Verluste, die das Judentum seit dem vorigen 7. Adar erlitten und mannte besonders die Oberrabbiner Abraharn Josef Grünwald (Ungvar), Josef A. Buttehwi&ser (Straßburg i. E.), ׳Mordechai Friedmann (Berettyöujfalu) und Jeruchem Fischei Arak (Jerzezana). זצ*ל Erschütternd wirkten seine Worte über die Schändung der "D ספרי in ׳Rumänien und über die Unbill, die dem Judentum immer noch widerfährt. Sein Ruf ■zur Umkehr wandte sich besonders an die Zionisten und Nationalisten. Mit scharfen und klaren Worten geißelte er das Ucberhandnehmen der Ausfälle ״der Schwätzer in Wort und Schrift“ gegen die Träger der Thora, die Rabbiner, und all diejenigen, die ihnen in ihrem Kampfe gegen den Zionismus und anderen thorafeindlichen Strömungen zur Seite stehen. Den. Kampf wider diese Strömungen läge im Interesse der Thora und die Rabbiner und mit ihnen die überzeugungstreuen ehrlichen Juden werden sich durch die jetzt geübte Verhetzung und Betörung der Volksmenge von ihrer Pflicht nicht abschrecken lassen und werden weiter und unbeirrbar ihre Kraft dafür einsetzen, daß die orthodoxen Gemeinden von diesen Strömungen freibleiben. Sie werden ungeachtet der Beschimpfungen, denen sie sich dadurch von seiten der Zionisten, de11״Schwätzern in Wort und Schrift", ׳aussetzen, dabei beharren, daß im Judentum die חוה״ק und nicht etwa die ״Nationalität“ die Hauptsache sei und daß ein Erez Jisroel für das Judentum wertlos ist, wenn es nicht ein Zentrum für Thora und Jiras Schomajim bleibt. Diese mit scharfer Betonung vorgetragenen Worte gipfelten in der Aufforderung, an der Thora und den orthodoxen Prinzipien um so strenger festzuhalten und die Zeit zu beklagen, in der der Thora von innen und von außen •solche Schmach bereitet wird. Die gesamte. Gemeinde war tief gerührt und wohl mancher wird unter dem Eindrücke dieses הפסד den Entschluß zur Umkehr gefaßt haben. Gast-Deroschoh in Bratislava. Am ש׳ה תרומה hatte die Preßburger Judenschaft einen illustren Gast. Rabbi David Schreiber aus Boryslaw weilte hier zum Besuche; seines Schwagers Sr. Ehrw. des Herrn Obefräbbmers S c h r e iber und wurde von diesem eingeladen, in der ״Schiurstuibe“ einen Vortrag zu“hä׳lten. Die "Schiurstabe war überfüllt, als der Redner den Almemor bestieg ׳und unter lautloser Stille anknüpfend an die Sidroh und geistreich übergehend zu halachischen Erörterungen mit scharfsinnigem Gharifus die Zuhörerschaft fesselte, dann wieder;i:m Rahmen po- ׳pulär gehaltenen Magidus auf aktuelle Fragen anspielend, allen Anwesenden einen• hochwertigen ׳geistigen Genuß bereitete. ׳Der Vortrag war nach!Form und ׳Inhalt, im, Aufbau der Gedanken und im inneren Werte der דברי תורה eine rednerische Leistung und rief auch ,nachhaltigen Eindruck hervor, wie er nur bei, geübten •Rednern, ׳denen die innere Ueiberaeugung das richtige Wort eingibt, anzutreffen •ist. Die gesamte Zuhörerschaft dankte dem Redner für den עינג שבת, den er ihr ,bereitete. כופר נפש Die Landesorganisation der Agudas Jisroel in der Slowakei fordert alle Juden, die Erez Jisroel dem jüdischen Volke als heiliges Land erhalten wissen wollen, auf, sich in den Dienst dieser Sammlung zu stellen und daran mitzuwirken, daß auch in diesem Jahre eine möglichst große Anzahl von Juden und Jüdinnen für sich und ihre Angehörigen den § כיפי נפש | illlllllllllllllllllllMIIIIIIIIIIIIIIIlllllllllllllllllllllllllllIlf im Betrage einer Goldkrone H pro Person entrichte. Kc 6.־ Der כופר נפש wird zur Förderung von Unternehmungen der praktischen Besiedlung des heiligen Landes im Sinnedes religiösen Gebotes von מצות ישוב ארץ ישראל verwendet. Durch die Bezahlung des כיפי* נפש dokumentieren wir unsere unlösbare seelische Verbundenheit mit Erez Jisroel und helfen unserem Volke seinen heiligen Boden sühnen. וכפ׳ר אדמתו עמו Wegen Propagandamaterlai, Aufrufe und Quittungblocks wende man sich schleunig an das nueviininoerMii in Bratislava, Turnergasse 14/16, Postfach 140 Konflikt zwischen dem Berliner Gemeindevorstand und Preußischen Landesverband in der Frage der Nominierung des Sachverständigen für das Kultusministerium. (In ׳der jüngsten Sitzung des Berliner Gemeinde- Vorstandes ergriff der Führer der Liberalen, ׳R.-A. ׳Heinrich Stern das Wort zur Begründung •der Anfrage seiner Fraktion (betreffend den Vorschlag eines Sachverständigen für das Kultusministerium. Die Debatte über diesen Gegenstand •gestaltete sieb zu einem scharfen M׳einu׳ngsk׳ampf, zu einer ersten in ׳der Oefifentlichkelt geführten großen Auseinandersetzung ׳zwischen den!beiden Richtungen der Gemeinde, seitdem durch die letzten Wahlen die Majoritäts- Verhältnisse •sich ׳i׳n der Weise (geändert haben, daß in Repräsenbantenversammlunig und Vorstand die durch viele Jahrzehnte!bestandene Mehrheit der Liberalen einer nunmehr ׳aus Voliksparteilern, religiösen MittelparteiHern und Konservativen gebildeten Mehrheit weichen mußte. Rechtsauwalt Heinrich Stern -schilderte den Tatbestand wie folgt: Nach dem Ableben von Justizrat Liliemtbal wurde die Stelle eines Sachverständigen für jüdische Angelegenheiten im preußischen Kultusministerium frei. Die Liberalen glauiben, daß das Varschlagsrecht dem preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden zukommt. Ohne eine diesbezügliche Entscheidung •des engeren ׳Rates des Landesverbandes ׳abzuwarten, hat ■der Gemeindevorstand ׳beschlossen, Herrn Dr. Ismar Freund Voranschlägen. Das ist ein Sondervorgehen, das scharf zu mißbilligen ist. Ein Schreiben des Landesverbandes an den Gemeindevorstand, das gegen diesen Beschluß Einspruch erhob, hat Dr. Freund, der Dezernent in dieser ihn selbst betreffenden Sache ist, eine volle Woche zurückgehalten, ohne ihn dem Gemeindevorstand zur Kenntnis zu bringen. Der Brief hätte den Gemeindevorstand vielleicht zu einem anderen Entschluß bestimmt. Warum tritt man dem R׳at des Landesverbandes mit solcher ׳Nichtachtung entsregen? •Gewiß ist die Berliner Gemeinde die Hauiptträgerin Unter Aufsicht unseres Oberrabbinates erzeugtes, mit Wasserkraft gemahlenes Prima Smura-Mehl so lange der Vorrat reicht, erhältlich bei der Orth, isr. Kultusgemeinde, Szombathely, Ungarn des Landesverbandes, aber das Beisipie'l dieser Sonderaktion ׳kann auf ׳andere Gemeinden wirken. Soll der Landesverband von de׳r Gemeinde gesprengt werden? Ich warne vor solchem Vorgehen. Wenn die. Gemeinden Sonder- Aktionen machen, verliert der Landesverband, der .ja die Vorstufe zum Reichsverband ist, seinen Sinn.!Namens des Geme'inidevörstandes stellte!R.-iA. Kollenscher fest, es bestehe keine feste Regelung, wem das Vorschlagsrecht bezüglich des Sachverständigen zuste'he. Der Verband der deutschen Juden 1besteht nicht mehr. Der Vorstand hat lange auf ■eine Entscheidung des Landesverbandes gewiartet. Gerade die Liberalen waren gegen das Vorschlagsrecht des Landesverbandes. Das Dezernentenkallegium beschloß, daß nur •eine Persönlichkeit, die mit den Verhältnissen der Gemeinde und des ׳Landesverbandes vertraut ,ist,;in Betracht käme. Dies wurde ׳authentisch so interpretiert, daß der Beschluß auf Dr. Freund ׳gemünzt sei. Aber eine Ausführung des Beschlusses w׳ar nicht erfolgt. Endlich mußte sich der Vorstand mit der die jüdische Gesamtheit angehenden Angelegenheit befassen, da s'ie vom Landesverband wegen innerer Konflikte nicht erledigt werden ׳kann. Der Landesverbandsrat wurde ersucht, Freund vorzuschlagen. Die entscheidende Sitzung des Rates vom 22. Jänner!brachte ׳kein Ergebnis. Man setzte eine Kommission ein, die drei Persönlichkeiten, unter ihnen Dr. Freund,!zur •engeren Wahl Vorschlag. Da die anderen Herren alblehnten, blieb Dr. Freund als der einzige Kandidat zurück. Der Vorstand stand also •vor der Wahl, einen Ent- Schluß izu fassen, oder zu ׳dulden, daß die Angelegenheit ins Unendliche verschleppt wird. Der Redner nimmt Dr. Freund gegen den Vorwurf, er hätte als ׳Dezernent in eigener Sache den ׳Brief des Landesverbandes zurückgehalten, in Schutz. Der Brief lag vielmehr schon der nächsten Vorstandssitzung vor, ׳die aber aus Mangel an Zeit nicht dazu kam, ihn ׳zu behandeln. Köllenscher wies auf die Vergangenheit von* Dr. Freund hin, der den Landesverband begründete, um auf diesem Wege zur Reichsorganisation der deutschen. Juden zu gelangen. Wenn die Liberalen justament die Stelle mit ׳einem Liberalen besetzt wissen wollen, dann degradieren sie den Landesverband zu einer parteiischen Institution. Wir respektieren die Autorität des Speudet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Landesverbandes, aber wir handeln, wo andere 1zaudern• /Namens der. Liberalen ergreift das Wort •Professor Türk, der die Begründung Kollenschers unglücklich nennt und von einer Gewialtoaßregel seitens Dr. Freund spricht. Der Vorsitzende des Vorstandes hat, als der Vorstand den Beschluß, Dr. Freund Voranschlägen, gefaßt hatte, von der Existenz des Briefes nichts gewußt. Nach dem, was vorgefallen, sagte er, wird Dr. Freund nicht Sachverständiger im ׳Kultusministerium. Der Redner schloß erregt: Es herrscht eine Atmosphäre der Unwahrhaftiglkeit im Vorstand. Solange die Atmosphäre nicht gereinigt ist, wird nicht Friede sein. Die Worte des Redners •riefen große Erregung un'd Widerspruch unter den Mitgliedern der Blodkmehrheit hervor. Der Vorsitzende Julius Stern weist den Ausdruck: ״Atmosphäre der Unwahrhaftigkeit“ zurück. Namens des Vorstandes weist Direktor Kares'ki ebenfalls diesen Ausdruck zurück und •erklärt, der Vorstand ■befleißige _ sich möglichster Unparteilichkeit. Der springende Punkt bei den Liberalen ist, daß sie einen der Ihren im Kultusministerium haben wollen. Auch der Kenntnisreichste, d׳st er nicht Liiberaler, findet keine Gnade. Wir haben, schloß He׳rr Kareski, ein gutes Gewissen. £111111111u111111111111111111111111111m111m111111111111mm1111m1!:‘ 1 ב״ה § S Einzig in Mitteleuropa unübertroffen מיט אללע מעלות E 5 מצות dnd die 55 | Vortrefflich -Mazzoth g ■5 der bestrenommi״rt״n 1. Wr. orthodo<en Mazzothfabrik, .55 5■ welche unter streng orthodoxe!* Aufsicht des ehrw. S 5 Rabben der isr. 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