Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 8 (24.2.1928)
- Date
- 1928-02-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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JÜDISCHE PRESSE S?eite 54 Nr. 8 ^&ווווווווווווווווווווווווווווו1!ווווווווווווווו!ווווו1וווו1ווווווווווווו1ווו1ווווווווווווו11וווווו!1ווווווווווווו1ווווווווווווווווווווווןןווון)|1ון|ןווווון n B flPtfc All s PALÄSTINA g mm ,כשי סל פסח s aus d^ff Barqn RothSchild’sGhen Kellereien RICHON LE ZION / | mit Hechschfcr des Herfn Rabbiner J. Halevy, Richon ie Zion, und s des Herrn Öberräbbjher Chaim Sonnenfeld, Jerusalem s s ■tf In allen einschlägigen Geschäften erhältlich l H9 s 5 Repräsentanz upd ^leirtv^rKauf (Or die /£|| All iftfl I nCD Wien, iV., Elschturmgasao Nr. 12 3 5 ehefna!!!§f| §9jtari־e<ch*yngarn? י■ I י W ■ 8■ B ■MHi Telephon 63-0-92 anp■■ 55 S Die vor?üal|<ö® QM4lJtlt Uiid Beliebtheit der Weine aps dep Baron Rottygchlld'seHen Kellereien in Richon le Zion hat vielfach zu Nachahmungen £ SS dajr itlltdl'll} |ln“' f4״fNnP^^hhpnjjen ielunrf. h ist emttfeh!dnswert, Ufejm Einkauf atif Flrntenbeielthnung, Etikette {Richon le Zion) t!nd 5 SS " ' י' ־ ■י ־ ׳־ Kmlthfmiri ti י SS r111111im11111i11111111111t111111111111|11|1i11M1|1i|i1111|n11!i11111i!i111i1111m1i11!11111i11111111m111111111!m1111111!m1111111m11i1111111i1e? wohj mit der politischen Moral schwer vereirihär " einerseitsV “ftr eile we i t g e h e n d s t e Deiftojc ratlp XU $p|1\Värmen upd deshalb den M a n g e 1 d e s a I l g e in e 1 n e 11, geheimen, direkte« W a 11 ן r ephtes in den Kultusgemein־ den als unerträglich zu empfinden; anderseits die Börse*der Gefdjtideii auf dem höchst undemokratischen Umwege einer Visitenkarte mit neunzackiger Kröne erschleichen zu wollen — aber das sollen Hprr SpkölQW•' und Ffprr Pr- Gqldhammer mit ihren zionistischen Parteigängern ausinaclien. Was wir orthodoxe Juden befürchten, ist etwas gänz anderes: die Zionisten wollten, angeblich mit Rücksicht auf ihre demokratischen Prinzipien, konnten die religiösen Postulate der Orthodoxie nicht erfüllen, die Orthodoxie aber kann auf jhre religiösen Postulate — auf die Fundamente des Judentums — unmöglich Verzicht leisten. Es hangt einzig und allein von den Zionisten ab, die Pro-Palästina-Komitees — diese neuen Werkzeuge ihrer Bestrebungen — nur zu Zwecken der Propaganda und Geldsammlung zu benützen oder auch zur Durchsetzung ihrer der jüdischen Religion Und Tradition oft sehr abträglichen innerjüdischen Postulate heranzuziehen. FRANZÖSISCHE LINIEN VON HAMBURG, HAVRE, BORDEAUX, GENUA, MARSEII LE NACH SÜD-AMERIKA BRASILIEN, URUGUAY, ARGENTINIEN KUBA, MEXIKO iiiiiliiiiiiiiiiiiHiiiiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiiimimiimiiniiiHiiiniiiuiiiuniin COLUMBIEN IIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII^ VORZÜGLICHE EINRICHTUNGEN DER 3. KLASSE RITUELLE KÜCHE WIEN, IV., WIEDNER GÜRTEL 24 (GEGENÜBER SÜDBAHNHOF) " ־ j Wir befürchten das Wiedererscheineii der alten Assfinilantenpolitik in einer neuen verschlimmerten zionistischen Auslage. Ehrenwerte. Nichtjuden mit aufrichtiger Hochachtung gegeuä^r f!öm Jüdischen Kulturvolk treten in ein PäHsÜnakotivitee e|n. Sie gehen ihren guten Namen her, um hiemit ihren Respekt vor der großen jüdischen Vergangenheit, vor de t^ Volk Bibel, vor dem heiligen L ö h d z u b e k u 11 dje n. Der österreichische Vizer Kanzler a. D. Dr. Breisky, ein gläubiger konseryativer Christ, sagte in der konstituierenden Sitzung des österreichischen Pro-Palästina-Komitees unter anderem: ״Wenn wir warme Sympathien für Ihre Bestrebungen empfinden, so ist dies auch für das Gefühl der alten Tradition, der gesckichtlichen E n t w i c k 111 n g, auf die wir den Zionismus zuriiekführen. . Die Menschen, die ein Getüht für Tradition haben, slhd nicht die schlechtesten.“ Wie müßte Dr. Breisky und die meisten seiner christlichen Palästinafreünde erstaunt sein, wenn sie erfahren würden, daß die Zionisten, die sich von ehrenwerten frommen Christen als Träger der ehrwürdigen Tradition feiern lassen, in Palästina, ini heiligen Lande in schroffstem G e g e ti s a t z; zii der durch Jahrtausende geheiligten jüdischen Traiditipn stehen, die sie nur allzu oft in der aufreizendisteh Weise verspotten und mit Füßen treten. Was würden all die hochachtbaren Christliehen Mitglieder solch eines Palästinakomitees sagen, wenii.? sie bei einer eingehenderen Beschöltigung mit Palästina in den Fubjikationen *tes Völkerbundes von dem heldenhafteii Kampfe erfahren» den Agudas Jisroei als Verfechierin religiösen Judentums für den Schutz der religiösen Gewissensfreilieit zu führen ge« , zwungen war. Gezwungen war, denn nur ungern betrat Agudas Jisröel dep Weg zu den nichtjüdischen Instanzen, zum englischen Kolonial Office oder zum Völkerbund. Aber Wird man die achtunggebietenden iiichtjüdischen Mitglieder der Pro-Palästina-Komitees von zionistischer Seite zur Verfolgung ihrer parteiischen Absichten in ״der jüdischen Gasse“ ausniitzen wollen, so wird dies zur energischen Abwehr auch unsererseits herausfordern. E r b a u 1 i c 11 w i r •d ״diese Periode nicht sein. Wir müssen aber die Verantwortung für diese Einbeziehung von Nichtjuden in innerjüdische Fragen den Zionisten, ijberhissen, die nun infolge der fortschreitenden Abschwächung ihrer Position innerhalb des, jüdischen Volkes zu diesem n i c 111 u n b e d e n k- 1 j c 11 e n B e h e j f e der interkonfessionellen Palälästinakomitees greifen. Amerika ist bis zu!m Ende des vorigen Jahres mit 175.000 Dollar für den Keren-Hajessod im Rückstand geblieben. Diese Summe ist der finanzielle Ausdruck des Rückganges des Zionismus. Die neugewonr neuen nichtjüdisehon Persönlichkeiten, des Pro-Palästina-Kömitees sollen diesen Fehlbetrag einbringen. Was Weitzmann und Sokolow nicht mehr imstande sind, soll Graf X. und Fürst Y. bewirken. Diesen Wandel der z i 0 n i s t i-sc hen Politik wird man selbst i n z 10 ri i s t i s c h e n Kreisen, wi e wi r fürch te|h,.^;eh r-bal,d be d auern. :׳׳B .:1•ל ..";aa: P. Liebe Frau / Wollen Sie eine schöne, moderne und dauerhafte Perücke zu den denkbar billigsten Preisen Haben, so kommen Sie und überzeugen Sie sich* Telephon 54*8d9. Aus der Geschichte des gelobten Landes. Von Dir. Dr. Ellas in Fürth. Die A׳da>-Aktion der Aguda lenkt die Aufmerksam־- keU auf die Entwicklung des neuen Palästina, die 1917 begönnen hat. Aus diesem Anlaß mag ein Blick auf die po- Htische Geschichte dieses Landes geworfen werden, welches das גלות seiner Kinder doppelt und dreifach erlebte. Man könnte sagen ,daß jeder Entwicklungsperiode Palästinas eine Epoche der draußen herumirrenden Söhne entspricht. In harten und immer wieder notwendigen Kämpfen gewann das um Mosche und seine Nachfolger, Josua, die Richter und Könige, sich scharende Volk das Ithm verheißene Erbe. Das Land gehört zu den drei Dingen, die G־dt nicht ohne Kämpfe gibt. Den Gipfel äußerer und innerer Machtentfaltung bedeutete die Zeit Salomos um 1000 v. d. ü. Zeitrechnung. Israel hörte auf, fürs Land zu kämpfen. Söldner waren da. Dem Aufstieg folgte der Verfall. Zwietracht entzweite die Stämme Jakobs, von denen zehn Zwölftel sich im Nordreioh ״Israel“ mit. der Hauptstadt Samaria eine freiere Entfaltung zu sScfhertt hofften, während das südliche Juda unter den Davididen mit der Hauptstadt Jerusalem die historische Linde ednzu-. halten suchte. Die heute existierenden ״Juden“ oder Israeliten stammen von diesem die Minorität bildenden Teil ab. Aber es war nur eine Frage der Zeit, wann diese Pufferstaaten ihres Bodens verlustig gehen sollten; 723 wurde denn auch das Nordreich von den Assyrern Überwältigt, die zehn Stämme sind spurlos verschwunden, die Sage hat ihnen in mitleidiger Treue in Arabien und China und Abessynien ein Andenken gesichert. 586 folgte das Nordreich. Die Jüdäer hatten die Unklughelt begangen, G-tt zu verlassen und dieser eine zweite folgen lassen» die sie schon früher einmal hatten büßen müssen, siel* gegen die ״eiserne“ Macht Babylons zu empören. Nun wurde da!s Wahrzeichen ihres G-ttes, der Tempel, ein Raub der Flammen, der größte und wertvollste Teil der Bevölkerung ׳ins Exil nach Babylon verwiesen. Jeremias hatte mit seiner Warnung Recht behalten. Wenn sie nur vier Jahrzehnte länger noch das Joch getragen hätten, so wären sie mit der Einnahme der ״Stadt des Blutes“ durch Cyrus im Jahre 538 frei geworden. Jetzt traf der Freiiheitsruf ein verödetes Palästina und Juden, die sich in Babylonien bereits mit Resignation in ihr Exulantenleben hineingefunden hatten. Dennoch waren die Juden die einzigen, die den Ruf, der an alle von den Babyioniern verschleppten Völker gerichtet war, verstanden. Unter der Teilnahme des ganzen Volkes, dessen Herz in Palästina Jonathan Eybeaschütz und seine 11 Gegner. Von DU Josef Löwy. Nach dem Tode des Oberrabbiners David Oppenheim wurde Eybonschiitz i׳m Jahre 1735 einstimmig zum Oberhaupt des Rabbinatskollegiutns gewählt und führte somit provisorisch das Amt des Oberrabbiners. In dieser Eigenschaft hatte er Gelegenheit, in Wien bei der kaiserlichen Regierung zu Gunsteil der Präger Gemeinde mit Erfolg zu interveniereu. Trotzdem er in dieser Stellung jnit vielerlei Agenden überhäuft war, fand er doch Zeit, sich mit dem Studium der weitverzweigten rabbinischen Wissenschaften dadurch zu beschäftigen, daß er seinen SShlaf vernachlässigte und während der Nacht dem Studium oblag. Was aber Jonathan Eybenschütz einmal gesehen oder gelesen hatte, ging nicht mehr aus seinem Kopf heraus, und ein zeitgenössischer Bewunderer des, großen Talmudisten, der hessische Landesrabbiner Naftali Hirsch WassertriHjng, ׳berichtet voll Erstaunens von seinem Erlebnis in Wien, daß Eybenschütz Wort für Wort auswendig von dem Stoffe zitieren konnte, mit welchem er sich einige Tage vor? her .beschäftigt hatte. |7d? erhält Eybenschütz eine Berufung als Oberrabbiner in die altehrwürdige Gerneinde Metz in Frankreich, der er Folge leistet, aber bevor eß dazu kommt, bricht nach dem Tode des Kaisers, Karl VI. ‘der böhmische Erbfoigekrieg aus, ßje Neer« der verbündeten Preußen und Franzosen stellen vor Prag, die Franzosen besetzen die Stadt, clpcäj Eybenschütz, der erwäWtö Rabbiner einer französischeu Gemeinde, erhält, wahrscheinlich über Bentibm 4m. Vorlandes de* Metau־ G0meiu,de, einen I Geleitschein, der es ihm ermöglicht, mitten durch die feindlichen Armeen über Bayern und Frankfurt a. M. die Reise an den Ort seines neuen Wirkungskreises zurückzulegeri. Diese Tat wird ihm als Hochverrat ausgelegt, seine in Prag zurückge|assene Habe wird konfisziert und er darf niemals in die österreichischen Erblande zurückkehren. Auch die böhmische un.d mährische Judemschaft hat unter den Nachwehen des Krieges fürchterlich zu leiden; man bezichtigt die Juden des Einverständnisses mit dem Feinde, verweist auf das unpatriotische Verhalten des Prager Rabbiners, und die alles eher denn judenfreundliche Kaiserin Maria Theresia erläßt ein Ausweisungsdekret für sämtliche Juden Böhmens und Mährens. Aber es gelingt ׳der Fürsprache einflußreicher Männer am Hofe der Kaiserin, des reichen, aus einer vornehmen Marannenfamilie stammen/den Barons Diego de Aguilar, des Gründers der sephardischen Gemeinde in Wien, des ebenfalls sehr begüterten, in Wien wohnhaften Landesrabbiners von Mähren und Ungarn Berusch Isachar Eskeles, dessen Familie später in den österreichischen Freiherrnstand erhoben wurde, sowie des holländischen und englischen Gesandten, die Kaiserin zur Zurücknahme dieses Ediktes— allerdings gegen schmachvolle Bedingungen und jährliche Zahlang einer riesigen Geldsumme — zu bewegen. Gleich nach seinem Amtsantritt in Metz versucht der neue Oberrabbiner durch Predigten und Sendschreiben an die südfranzösischen Gemeinden, den arg bedrängten Glaubensbrüdern in Prag Hilfe und Unterstützung zukoinmen zu lassen, eine edle Handlungsweise, welche deutlich seine Berzensgüte und das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit seinen bedrängten Brüdevu beweist. Seine segensreiche Tätigkeit innerhalb der. Gemeinde zeigt sieh m!besten da*in, daß er einen kurzen Auszug der religiösen Feichten z׳u« gleich mit den Vorschriften und Gebräuchen für die besonderen Tage während des ganzen Jahres in deutscher Sprache herausgab und jedem Gemeindemitglied ein Exemplar ins Haus schickte, damit auch die minder gebildeten und die einfachen Leute außerhalb der Stadt wissen sollten, was sie dem Glauben der Väter zu schulden hatten. Bald war er durch seine geistreichen und treffenden Kanzelreden wie auch durch seine gehaltvollen Lehrvorträge bei der Gemeinde aufs äußerste ׳beliebt. Als in Fürth 1746 nach dem Ableben des dortigen Oberrabbiners der Rabbinatssitz frei wurde •und Eybenschütz eine Berufung erhielt, wollte er gerne in diese Stadt, denn dort hätte er Gelegenheit gehabt — die hebräische Druckerei zu Fürth war weit berühmt —, seine Werke gedruckt und verbreitet zu sehen, allein die Gemeinde in Metz hatte sich eine bestimmte.Zeitdauer seiner Wirksamkeit vertraglich gesichert und ließ das gefeierte und verehrte Oberhaupt der Gemeinde nicht vorzeitig wegziehen. Aber drei Jahre später wurde in der vereinigten Großgemeinde Hamburg, Altona, Wandsbeck das Rabbinat frei, Jonathan Eybenschütz wurde als Oberrabbiner gewählt und traf knapp vor den hohen Feiertagen in seiner neuen Gemeinde ein, mit der Absicht, fifr immer an dieser Stätte, nach der er sich gesehnt, zu verweilen. Am 18. El111 509 hielt er in der großen Gemeindesynagoge zu Altona seine Antrittspredigt und n.aeh dem Gebrauche der damaligen Zeit erwähnte er in einem Prolog (רשות) die hervorragenden Gelehrten der Gemeinde, unter ihnen ganz besonders Jakob Emden, dessen Gelehrsamkeit und Wissen er besonderes Lob zollte, trotzdem dieser bei der Binführung des neuen Oberrabbiners überhaupt nicht in der Gemeindesynagoge anwesend war.