Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 5 (3.2.1928)
- Date
- 1928-02-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. S JÜDISCHE PRESSE Säfte 37 unseres Willens entspringen und sich nähren soll, in einfachen, schlichten Worten rüttelt der junge Rabbiner von Boskowitz in Mähren, Jechesked Reich, die judenschaft in den Gemeinden in Mähren, Böhmen und Schlesien zur neuen, auflebenden Tat auf. Er will mit. dem heute grassierenden Abfall, mit der Massernnischeite, die Tragödie dieser einst so viel :bedeut enden nnfd wertvollen Thoragetncindeu nicht abschließen lassen. Er hofft, er wünscht, er zagt und bittet Hilfe und neues Leben. Erschüttert horchen wir auf. Begreifen wir wirklich, worum cs sich hier handelt? Werden wir endlich wollen? J• J* B. Agmlns Jisroel-Frnueu- und Mädchengruppe in Piestany. Scunjag, den 14. Schwat findet in Piestany eine Versammlung der orthodoxen Frauen und Mädchen zur Gründung einer Agudas J i s r öc 1-Fr au e n- und M ä d c h e n g r tt p p e statt. Die vor nicht ganz zwei Jahren in Preßbitrg eingesetzte Bewegung zur Schaffung einer P a r a 1 1 e 1 o r 1g a n i s a t a Ion der Agudas Jisroel für Frauen und Mädchen schreitet erfolgreich vorwärts. Iti zahlreichen Gemeinden der Slowakei vereinigen sich die orthodoxen Frauen und Mädchen, um mit vereinten Kräften au? ihre Art und in den Grenzen, die jüdische Sitte und jüdisches Rcligiousgeset.z für sie gezogen haben, an der Erhaltung des traditionellen Judentums mitzti wirken, Im besonderen widmen sich diese Gruppen der sehr im argen liegenden religiösen Belehrung und Beeinflussmng der schulentwachsenen weiblichen Jugend. 111 Vorträgen und Veranstaltungen, in denen selbstverständlich der orthodox-jüdische Rahmen und der Thorageist aufs strengste gewahrt wird, sorgen die Gruppen für Mehrung des jüdischen Wissens und für die Pflege echt jüdischer Geselligkeit und jüdischen Zusammengehörigkeit unter den jüdischen Frauen, Die jüdischen Mädchen erhalten solchergestalt Gelegenheit, im Zusammenschluß mit Gleichgesinnten; edle Geselligkeit zu genießen, ohne den: so mächtig wirkenden Verlockungen fremder Unsitten und ״neujüdischer“ Anschauungen im Denken,!Benehmen, Kleiden usw. zu verfallen. Gleich Prcßburg, Nitra, Nave Zarnky 11, a. hat .sich nun auch in Piestany ein Vorbereitungskomitee gebildet, auf dessen Einladung Sonntag, den R Schwat die Gründüng der Frauen- und Mädchmgruppe erfolgen wird. Die Preßburger Zentrale delegiert gleichfalls einige Damen zu dieser Versammlung, um über das Programm und die bisherige Tätigkeit der Frauenaguda zu berichten und den Gesinnungsgenossinnen mit Ratschlägen bei der Gründung an die ׳Hand zu gehen. Sijun! in. Galanta. Unter großer Beteiligung hat Sonntag, den 7. Schwat der סיום auf מס׳ קידושין in der Agudas-J׳isrocl-Jugen;dgruppe (Tiferes-iBachurim) in Galanta stattgefimden. .Die!Feierlichkeit dauerte in gehobener Stimmung in Anwesenheit Sr. Ehrw. des Herrn Oberrabbiners Buxbaum bis nach Mitternacht. Der Herr Obcrrabbincr fiat im Rahmen einer sehr schönen! 1!דרש seine volle Befriedigung mit den Leistungen der j Jugend auf dem Gebiete der mirm לימוד kundgegeben j und mit ergreifenden Worten die Jugcurd zu weiterem j fleißigen לימור angecifert. Außerdem hielten noch חריפות i und ״מגירות Vorträge die Herren ׳Mitglieder Viktor F r i ed-! m a n n, Salomon K a i s e r, Michael K a 1 i s c 11, Bela { B r ü c k und Simon K a I i c 11. > Frauenvortrsg in Topolcany. Aus Topolcany be- I richtet mau uns: Frau Alexander Lieber rn a u n aus j Bratislava, die zurzeit in Topolcany weilt, hielt Samstag, : <!en 28. Jänner, einer Einladung des orthodoxen Mädchen- ־ Vereines ״Emunoh“ Folge leistend, vor einem distinguierten S Publikum einen an Gedanken überaus reichen ■und inhaltsj vollen Vortrag!über jüdisches Enzielitingswesen. Das Audi-! torium, zu dessen Aufnahme der Saal sich als zu eng erj wies, lauschte mit gespannter Aufmerksamkeit den Aus- ן führuiigeti der Rednerin und zollte ihr lebhaften 1Beifall. Zum j Schlüsse brachte die Vorsitzende des Vereines, Fräulein Ella ן Linkenberg, der Redneriii in aufrichtigen! und warm- \ empfundenen Worten den Dank der Zuhörerschaft z׳um Ausdruck. Das juhiläunisiest der ״Schoinrc Thora“ in Trnava verschoben. Wie aus T r n a v a ׳berichtet wird, wurde das aus Anlaß des vierzigjährigen Bestandes des Schomre- Phora-Vereines auf den 5. Februar anberaumte Jubiläumsfest aus technischen Gründen verschoben. Das Fest wird jedoch in kurzem stattfinden. Der genaue Zeitpunkt wird noch bckaimtgegebon werden. Aguda-Jugeiidgrnppe in Nove Zainky. Die Neuwahl in der Agudas Jisroel-Jugcndgruppc in Nav6 Zamiky ergab folgendes Resultat: N. 'I'eltscli, Präses: M. .Koth, Vizepräses; 4* reiner. Kassier: S. Bineth, Kontrollor; H. Adler, Schriftführer; D. Krojnik, J. Weingarten, S. Hertzka, b. Blau, M. Grünstein, S. Lindenbaum und Isidor Quitt, Ausschuß. Zionistischer ״FraueuförtschrUt im Haushalt“. Es gibt in der Tschechoslowakei eine ״Landesorsunisation .' fi Fischer!׳'rauen in der Tschechoslo w a k e i“, die im neuen Jargon des Vereinslebj&ns 'kurz mit ״Wizo“ nezeiehnet wird und eine Vereinigung aller unter der r>otnuißigkeit des inedernen Zionismus stehenden und im Fahrwasser der so stolz sich mit seinem ״Judentum“ brüstenden zionistisch-jüdischen ״Nationalismus“ segelnden Fraueii'vereiue und Mädchengruppen darstellen soll. Das höchste Ideal dieser Frauenorganisation ist natürlich ,.Judentum“ und das Ziel ihres Strebens — die Erneuerung des jüdischen Lebens in E r ez j i s r 0 e 1. Diese Landes- Organisation ״jüdischer“ Frauen macht begreiflicherweise int־ ihre Ideale Propaganda. Das ist nur recht u!nd billig. Denn man muß doch die altmodische Jüdin von ׳heute, die vielleicht sogar noch — gleich '!Ihren Ahnfrauen seit viermusend Jahren: — ״Judentum“ mit jüdischer ״Religion“ gleichstellt, auf ein ganz-neues Leben dort drüben in ״Erez“ ',orbt-reiten und seelisch und geistig trainieren. Mit Bällen, Tanz- und Turnfesten und den anderen feinen Institutionen der •nodentcii europäischen Sittich allein bringt man das offenbar nicht gründlich genüg zuwege. Man muß sich fee* (■>• 1• sich an Ihrem Geld, G*IG sündigen zoenn Sie Pelze ein* kaufen, ohne sich von unseren billigen Preisen zu überzeugen! Riesige Auswahl in allen PeBzgattungen Verkaufs en gros! en detail! Reparaturen werden schnell und billigst durchgeführt! Bpatfiatawa, GCpistinesngasse 151*. i Kolben-Palais Samstag gesperrt! "וזח—«n־r—1111 ■fn—imuiim 1■——an■■11—n ■11■ nur ■!<!!<■ ■■1■!■■—nsr~nn 1m vsemmmmummm mühen, die geistige Beeinflussung der Frauen für das neue, zionistisch orientierte Nationaljudentum auch ׳direkt und unmittelbar zu erreichen. Zu diesem Zwecke gibt die ״Wizo“ ein eigenes ״Vcrbaiidsorgan“, die ״Blätter für die jüdische Frau“, heraus, das als!Beilage zu der offiziellen zionistischen ״Selbstwehr“ erscheint. Neugierigen sei noch mitgeteilt. daß bei diesen ״jüdischen“ Blättern der ״jüdisehen“ Frauen als Redaktionsschluß ״stets Samstag (!) vor Erscheinen der Zeitung“ angegeben ist. Man liest manch Erbauliches in diesem jüdischen Frauenorgan. Wir zitieren heute einmal zur' Belehrung unserer Leserinnen folgende Stelle aus der jüngsten Hummer, welche obendrein mit der Ueberschrift ״Frauenfortschritt im Haushalt“ angepriesen wird: ,.Das Wirtschaften drüben ist eine mehr gesellige Angelegenheit. Es ist keineswegs eine niedrige oder schmutzige Arbeit, eine Mahlzeit »u bereiten. Wird doch zum Beispiel bei den regelmäßig veranstalteten Picknidks im ׳Freien, die man den Kindern zuliebe meist auf den schulfreien Samstag (!!!) verlegt, das Bereiten der M a 111 z e i t a ni L a g c r f c 11 e r als der Gipfelpunkt des Vergnügens betrachtet: das Kochen ist •mindestens so erfreulich wie das Essen.“ Wenn ihr das wollt, fromme jüdische Frauen, fördert die zionistische ״Wizo“! Rabbiner Feivelsohn-Kupischak s. Z. Kowno (J. U.) Einen schweren Verlust hat die litauische Orthodoxie durch den Heimgang von Rabbi Elljabu Meir Fcivclsohn, Rabbiner in Kuphschak, erlitten. Der Heimgegangene gehörte zu den Vorkämpfern der Orthodoxie uud speziieM. der Agudas Jisroel. Neben seiner hervorragenden Größe, auf dem Gebiet'der Thorakamde gehörte er zu ־־den wenigen, die in Wort und Schrift trotz aller Anfeindungen für die j dische Wahrheit allezeit eintraten. Noch vor Beginn des Weltkrieges ha׳t er ein Werk ״Nezaöli Jisroel“ herausgegeben, welches eine tiemgründige geschieh Miche Basis der Agudas Jisroel darsteilt. Das Werk bietet heute noch eine unerschöpfliche Fundgrube für alle diejenigen, die die Ideologie der Agudas Jisroel kennenlernen wallen. In geradezu klassischer Weise hat vor kaum zwei Jahren Rabbin er Feivelsohn!11 der Zeitschrift ״Das jiddische Leben“ die Gedankenwelt Samson Raphael Hirsohs dem litauischen Publikum vermittelt, und ganz besonders den Wahn bekämpft, als ob der Begriff ״selbständige Orthodoxie“ eine Frankfurter Spezialität sei. In allen jüdischen orthodoxen Organisationen Litauens wie ״Jawne“, Rabbiniscihcr Rat der Agudas Jisroel in Litauen, Litauische Palästina-zentrale der Agudas Jisroel, Ceire Jisroel nahm der Verstorbene eine führende Stolle ein. Die Lücke, die er hinterlassen, wird schwer zu schließen sein. Sein Andenken sei zum Segen. Rabbi Gedalja Schinelkes in Przemysl gestorben, kn Alter von 79 Jahren verstarb in Przcmysl Rabbiner Gedalja S c 11׳m e 1 k e s. Er genoß einen großen Ruf als Gelehrter. Er ,begründete die Misrachi-Bewegung in Galiizien. Zur Zeit des Kiewer Riituulmordprozcsscs gegen Mendel Beilis hat er in deutscher Sprache ein grundlegendes Werk über die Riiunlmordlcgendc veröffentlicht, ■in diem er an Hand der gesamten jüdischen Literatur der Vergau-genheft die Grurrdlos'iglkcit der Ricualrnorcllegende nachwies. Biiefkasten, Ham Wasser, Kosicc. Wir wollen uns •jetzt rnit dieser Angelegenheit aas sehr naheliegenden Grü!::.k!! beschuftigen עוד חזון למוער Es scheint da ein abgekartetes Spiel aufgeführt zu werden.;Der ״Moment“ ist eine bekannte zionistische Zeitung in Polen und der Journalist Hilel Z e i 11 i 11 ist ebenfalls ein sehr bekannter, Zionist und selbstverständlich kein Anhänger der selbständig or- •ganisierten Orthodoxie oder gar der allgemeinen Orgauisation des orthodoxen Judentums, der Agudas Jisroel. Wenn der M'Unkacser Olberrabbiner in seiner Zeitung zur Ab- Wechslung wieder einmal die Orthodoxie und die Agudas Jisroel anfallen und all die □גדולי□ וצדיקי . die ihr angehören, in sinnloser Weise alsיםDואפיקור D^DhinsteHen lassen will, so sucht er sich gerade die Argumente dieses Zioniten, der plötzlich zum Freund und Verteidiger der Aguda avanciert, aus und tut so, als ob mit einer gequetschten Widerlegung dieses angeblichen ״Agudisten“, in Wiahrheit aber — wie gesagt — bekannten Z <10־ nisten, der Agudas Jisroel ein Hieb versetzt würde. Will das Organ des Munkacser Oberrabbiners in Granit beißen und der orthodoxen Organisation mit seinen ״Argumenten“ beikommen, so wird ihm das Recht dazu niemand streitig machen. Er wird aber במחיי״ני sich schon dazu verstehen müssen, sich an die Erörterungen der kompetenten Vertreter der Agudas Jisroel und an die unzähligen Kundgehungen zu halten, die fast alle קדושי עליון וצדיקים יסודי עולם וגאונים אשר מפיהם אנו חיים zugunsten der Agudas Jisroel veröffentlicht haben, und nicht — wie er es jetzt tut — sich aai einen Artikel b erufen, der v o <11 eine in Zionisten in einer zionistischen Zeit» 11 g veröffentlicht w u r d e. H. J. in N. Nein! Sowohl in die Mäuuergruppen als äftcfe In die. Frauen- und Mädchensruppen. der, Agudas Jisroei. werden mir solche als Mitglieder angenommen. die den orthodoxen Gemeinden ihres Ortes angehören und überdies* sich in Leben und Lehre auch persönlich nftch den! Schulchan Anteil richten. J. S. in Mukacevo. Die Notiz beruht auf kritischer Sichtung der uns direkt zugegangenen und der anderweitig veröffentlichten Mitteilungen. Das Verhalten der Zionisten war immer darauf gerichtet, die orthodoxen Massen mit demagogischen Schlagwörtern Irrczufiihren und gegen die Rabbiner und Führer aufzuhetzen. Sie hassen die Orthodoxie, weil die Autorität der Thora ihren ״landespolltischen“ Zielen im Wege ist. Nach unseren Informationen steht es durchaus nicht fest, daß es ׳die Spira-Par.tei war, die dem orthodoxen Kandidaten R. Oser Fried die nötigen zwei Stimmen entzogen hätte. Alle Zeichen deuten darauf hin, daß es die Zionisten waren und daß Sic •diesmal im Irrtum sind. Wir zitieren zum Beweis ׳bloß eine Stelle aus Ihrem eigenen Briefe. Sie schrieben uns selber am 15. Jänner wörtlich: ״Leider ist er (׳R. Oser Fried) durch untaktisches Verhalten zweier jüdischer Räte durchgefallen. Dadurch ging den Juden die Vizebiirgermeistcrstelle verloren. Charaktcristiscl! ist der Beschluß des hiesigen Zionist isehen רעד העירוני. Obzwar ihre Räte beschlossen haben, für Obigen zu stimmen, dennoch faßten sie den Be- Schluß dagegen und drohten, wenn ihre Räte für Obigen stimmen werden, wird man diesen zwei Räten die Mandate entziehen. Sie mußten für einen Christen stimmen getreu dem Beschluß. So sicht aus die אהבת ישראל der hicsigen Zionisten, wenn sic nicht halben ihren Menschen. Bemerkenswert!ist auch, daß die hiesigen Orthodoxen stimmten ja auf einen Zionisten für die innere Verwaltung; sie haben getreu die Vereinbarung oiugehalteu ירא הקהל וישפוט Das schrieben Sie selber an uns Wort für Wort. Die betreffende Steile in unserem vollständig wahrheitsgemäßen Bericht stellt demnach auch mit Ihren eigenen Mitteilungen keineswegs in Widerspruch. Die anderen Details haben wir aus anderen Quellen. ,״Iwri“. Glauben Sie das nicht! Auch der Nichtijude respektiert die ״heilige Sprache“ und er läßt sich aufklären darüber, daß unser Verhältnis zu unserer Sprache s c e 1 i s c;h und 11 i s t o r i s c h von ganz anderer Art ist. als das Verhältnis der europäischen Völker zu ihren Sprachen. Zitieren Sic Ihrem hochwciscn! Freund folgende | Stelle aus dem Buche eines christlichen Gelehrten über die hebräische Sprache, wie das jüdische Volk selber.! über die hebräische Sprache, und er wird cs in Hinkunft vielleicht unterlassen, für die ״Notwendigkeit, auch die hebräische Sprache, wie das jüdische Volk selber, von den Banden der Thora zu befreien“,!den Gesichtspunkt des ״Verständnisses bei der nichtjüdischen Welt“ geltend zu machen.!Dr. J. Weigl schreibt in seinem Buche ״Das Judentum“, Seite 298, über die hebräische Sprache folgende ׳ fcinempf'undenen Sätze: ״Heilige Sprache“ — לשו! השרש das ist eigentlich: Sprache des Heiligen, des Heiligtums — benennen das rabbinische Schrifttum!und die spätere jüdische Literatur mit Vorliebe das Hebräische. Und in der Tat; heilig ist sie nach dem echten יהודי Wir Nichtjuden verstehen das kaum; wir stehen ihr, gleichwie anderen alten Sprachen, zwar mit Ehrfurcht, die dem Alter gebührt, gegenüber als einem linguistischen Dokument aus altersgrauer Vorzeit, aber unser Interesse ist dennoch vorwiegend ein philologisches, ohne ergreifende Herzenswärme. Anders der ■thorafreudige Jude! Be i ihm i s t d a s Interesse e i 1^ r e l i g 1 ö s e s und das sprachwissenschaftliohe nur Mittel zum Zweck des tiefere מ Ei Illebens iu die religiösen G eda ■11׳k e!י־ו g ä n g e seines Bekenntnisses. Darum die Stirnmung ehrfurchtsvoller Ergriffenheit, wenn der Jude ein Buch, das in Hebräisch geschrieben ist, amfschiägt: bei den J׳u!ngen, die erst beginuen, ihre heiligen Unkunden zu lesen: und bei den greisen Männern, die der Sßhnee des Alters krönt, die gleiche Weihe religiösen E m p f i ndens, abstrahier«! auf jeden, der 'in ihrer Nähe ist. Man muß es erlebt haben, um au begreifen: wie da die Augen leuchten, wie die Stimme sich modu- I i er t, wie der ganze Mensch wächst aus dem Irdischen z-ur H i m m e 1 s n ä •h e. Ich muß da immer an das Wort denken: ״Wie •lieblich sind Deine Zelte, Jakob, Deine Wohnungen, Israel!“ — Soweit. Zeigen Sie diese Sätze Ihrem ,Freund und wenn Sie eine Schamröte in sein Gesicht aufsteigen sehen über die Art. wie er und seinesgleichen über ihr neuentdecktes jüdisch-nationales Volkstüm und ihre ״neuerwachte“ nationale Sprache“ denken und sprechen, so geben Sie ihn — noch nicht verloren! _(J. J. B..). Zuschrift an die Redaktion. Die Bibel im Dienste der Kunst. Bei uns iu Briinn wurde vor kurzem ein Vortrag gehalten, der an der Hand von Lichtbildern die Bibel im Lichte der Darstellungen der bedeutendsten Maler zeigte. Den Vortrag hielt zugunsten eines wohltätigen Zweckes ein Herr, der sonst streng konservativ •ist. Mit Kunst hatte der Vortrag nichts zu tun. da der Vortragende scheinbar der Kunst ganz verständnislos •gegenübersteht oder doch zumindest dem Hörer und Zuschauer Kunst zu vermitteln absolut nicht ׳imstande Ist. Es sind also nur Darstellungen der Bibel im Lichtbilde vorgeführt zu wohltätigem Zwecke! Und da drängt sich mir die Frage auf, die ich durch die ״Jüdische Presse“ zur ■Diskussion stellen will: Ist vom religiösen Standpunkte eine solche Schaustellung zulässig? Ich erinnere mich, daß, als ich einmal eine illustrierle Prachtbibel nach Hause brachte, mein seliger Vater sie absolut nicht im Hause duldete und ich sic sofort zurücktragen mußte, obwohl dort die Bilder doch nur Beigabe waren. Es fällt mir nicht ein, etwa gegen Kunst und Kunstvorträge im allgemeinen sprechen zu wollen, ׳icli bin überzeugt, daß nicht das mindeste dagegen einzuwenden ist, wenn ein anerkannter Forscher, wie etwa Professor Eisler, über Rembrandt spricht oder schreibt; aber diese Art, die J3ibel als Schaustück ohne jegliche künstlerische Verarbeitung einem sensationslüsternen Publikum hinzuwerfen, ist vom jüdisch-religiösen Standpunkt meines Erachtens zumindest geschmacklos, vielleicht auch religiös unstatthaft. R. S., Briinn. .1־ Aus Frankfurt a. M. schreibt .׳inan uns: In Ergänzung Ihres vorwöchemlicheii Berichtes über das Schreiben von Herrn Rabbiner Dr. Raphael Breuer ist zu bemerken, daß dieses Schreiben nicht so sehr einen Protest, enthält, als vielmehr die Rciürchuag des Herrn Rabbiners Dr. Raphael Breuer zum Ausdruck bringt, es .werde der. ,warn YprMand der Israelitischen Reiigions-Ge-