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Jüdische Presse · 1928-01-20 · 3 (20.1.1928) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
3 (20.1.1928)
Date
1928-01-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Nr. 3 JÜDISCHE PRESSE Seite 21 VOM TAGE Achtung, Eltern und Kinder! Sie sollen wissen, daß Ihre Lieben altersschwach, blutarm, appetitlos sind. Sie sollen wissen, daß infektiöse!Krankheiten am ehesten den geschwächten Organismus angreifen, daher rechtzeitig eingreifen und ärztlichen Rat suchen. Sifl^ sollen wissen, daß Medizinal wein: Leciferchinat Kolar ein außerordentlich wirksames, wohlschmcckendes Kräftigungsmittel darstellt, dessen appetitanregende Wirkung jedem Kranken, ob jung oder alt. förder- •lieh ist. Endlich sollen Sie wissen, daß Leciferchinat in allen Apotheken zum mäßigen Preise, nur echt in Rosaemballierung!mit Schutzmarke, erhältlich ■ist. Die endgültige Form der jüdischen Gemeindeordnung in Palästina. Von der J. T. A. werden die wesentlichen Bestimnumgen des Gesetzes folgend übermittelt: Die seit 1. Janncr 1928 in Palästina zu Recht bestehende Regierungs־ Verordnung über die Organisation der ׳jüdischen Gemeinden :in Palästina enthält im Vergleich zu dem vor längerer Zeit zuerst veröffentlichten Texte verschiedene wichtige Aenderungen.!Bei der Herstellung des endgültig c n Textes wurden die Wünsche der s e p h a rdi sehen und einiger anderer orthodoxer Gruppen der!jüdischen Bevölkerung bis zu einem gewissen M.aße berücksichtigt. Der Waad Leumi, der jetzf als das oberste Organ der jüdischen Gemeinden Palästinas fungiert, wird in der Verordnung nicht wiefrüher ״National Council“ (diese Bezeichnung wurde vom Waad Leumi auch für die neue Verordnung vorgeschlagen), sondern ״General Council“ genannt. Die erste Anregung zur Schaffung eines legalen .Statutes der jüdischen Gemeinden wurde im Oktober 1920 gemacht. Erst im August '1927 erschien ein Entwurf des Gemeindegesetzes, der mit einigen Abänderungen nunmehr Gesetz geworden׳ ist. •Die wichtigsten Aenderungen beziehen sich!auf folgendest Das .gegebene Verhältnis der sephardischen und aschkenasisehen Mitglieder im Oberrabbinat und!im Rabbinischen Rat erfährt keine Aenderung; ,in ■jedem Orte, in dem sich •eine sephardische Gminde;befindt, •muß diese im Rabbinischen Amt im Verhältnis zur Kopfzahl vertreten sein; das Schiedsgericht ,zur Beilegung von Differenzen zwischen Rabbinischem Rat und Generalrat (Waad Leumi) setzt sich aus einem von der Jewish Agency ernannten Präsidenten, zwei vom Generalrat nominierten Mitgliedern, von denen das eine ein Sepharde sein soll, und zwei ׳vom Rabbinischen Rat namhaft gemachten Mitgliedern, von denen1 eines ebenfalls.Sepharde sein soll, zusammen. ׳In den gemeindlichen Schacht- und Begräbnis-Komitees sollen die Sephardim im Verhältnis zu ihrer Zahl vertreten sein. Der Rabbinische Rat, •die Rabbiniatsämter, die Landesver- Sammlung (Assefath iHaniwcharim), der Generalrat!(Waad Leumi) und die lokalen Gemeindekomitees haben kein Recht, eine Jurisdiction oder sonstigen Machteinfluß auf irgendeine Person auszuüben, die dem Generalrat den 'Wlunsch mitgeteilt hat, nicht in die Gemeinde eingeschlossen zu sein. Diejenige Bestimmung in dem ursprünglichen Entwurf, die nur den;Bestand ׳ einer einzigen Gemeinde in einer Stadt oder einem Dorf anerkennt, wurde auch in den endgültigen!Entwurf aufgenommen. Dazu ■heißt es noch, daß eine mindestens 30 erwachsene Personen umfassende •Gruppe innerhalb der Gemeinde Anspruch hat auf die Befriedigung ihrer religiösen und k u 11 u r'e 11 e n Be d ii r fnisse gemäß ihren eigenen Grundsätzen;, die lokale Gemeinde oder ihr Komitee müssen in allen kommunalen Angelegenheiten ׳religiösen oder kulturellen Charakters die!Bedürfnisse einer solchen Gruppe voll in Betracht ziehen und die Einkünfte der Gemeinde, •die reli- , giösen und kulturellen Zwecken gewidmet sind, zwischen ■der Gemeinde und der betreffenden Gruppe. genau. nach dem Verhältnis der Mitgliederzahl aufteilen. Eine Kongregation, deren Mitglieder nicht der lokalen Gemeinde angehören, hat das volle Recht, unabhängig vom lokalen Schächtkomitee ihre eigenen Schächtungen vorzunelimen, auch ihr eigenes Begräbnisritual unabhängig vom Begräbniskomitee zu beobachten, vorausgesetzt, daß die erwähnte Kongregation für das von ihren Schächtern geschachtete Fleisch die für die Schächtungen in der Gemeinde feststehenden Gebühren leistet. Der ruitiänteche Gesandte in Amerika bemüht sich, daß die Resolution über die antisemitischen Exzesse von der Tagesordnung des Kongresses abgesetzt werde. Der rumänische Gesandte in Washington, George Gretziano, hat an das •jüdische Mitglied des Kongresses der Vereinigten Staaten, William Sirovich, ein Schreiben gerichtet, in welchem er ihn ersucht, die von!ihm dem amerikanischen Kongresse ■ unterbreitete Resolution betreffend die antisemitischen Ausschreitungen1 in Rumänien zuriickzuzichen. In dieser Resolution wird bekanntlich die Forderung ausgesprochen, der Kongreß möge den Präsidenten Coolidge ,ersuchen, •bei der mmäraischen Regierung wegen •des Schutzes der jüdischen Bürger direkt zu intervenieren und, wenn dies erfolglos bleiben sollte, die diplomatischen!Beziehungen zu1 Rumänien abzubrechen. In der Resolution wird ferner das Verlangen ausgesprochen, bei Behandlung des Ausgleichs der Kriegsschulden die Wiünsche der rumänischen und der ungarischen Regierung ׳in •keiner Weise zu berücksichtigen. Die Ansprache, die Sirovich zur Begründung seiner Resolution!im Kongresse hielt, hat, wie die amerikanische!Presse feststellt, den. einmütigen Beifall •des Hauses gefunden. Der Gesandte Gretziano, der eine Annahme der Resolution Siroviich durch den Kongreß erwartet, entschloß •sich, mit den ׳Vertretern der ׳amerikanischen Judenschaft direkt zu verhandeln, um die von hier drohende internationale Blamage für Rumänien abzuwenden.!Er besuchte den Präsidenten des American Jewish Committee, Louis Marshall, ■und bat ihn, das Kongreßmitglied Sirovich dazu zu bewegen, seine Resolution zurückzuziehen. In dem Gespräch mit Marshall gab Sirovich zu, daß , die Vorfälle in Rumänien schmachvoll und unverantwortlich waren, er machte aber geltend, daß eine ausländische Intervention sich ungünstig auf die Behandlung der Juden in Rumänien, auswirken werde. Die Regierung,!versicherte er, habe die notwendigen Maßnahmen ergriffen, . .um d ie Schuldigen z.u :b estrafen u!ud den Geschädigten Ge■n!u gtuürag z u v e ■r s c h a f f e n. Die rumänische Regierung sei entschlossen, die im Minderheitenvertrag übernommenen Verpflichtungen zu, erfüllen und weitere antijüdische Exzesse zu verhindern. Das Volk, sagte Gretziano,!ist nicht ׳judenfeindlich gesinnt, die antisemitische Agitation wird ־von Politikern dritten Ranges betrieben, die die •depressive Stimmung .!im Lande zur Verbreitung wahnsinniger Theorien ausnutzen. Der Gesandte fand anerkennende Worte für die gemäßigte Politik Louis ׳Marshalls. Auf Anraten Louis Marshal'ls schrieb Gesandter Gretzianojyüifi Sirovich einen Brief, in welchem er seine Barietfü׳ü;gent; vor Marshall schriftlich fixierte. Kongreßmitglied Sirovich hat nach Erhalt dieses Schreibens erklärt, er wolle seine betreffs der!Resolution unternommene Aktion so lange aufschieben, bis die Sachlage in Rumänien •sich übersehen läßt. Er nehme die Versicherung Gretzianos entgegen, wolle aber vorsichtshalber veranlassen, daß dieser Briefwechsel in ׳das Kongreßprotokoll eingetragen werde. Wiie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat Gesandter Gretziano,;bevor ׳er seinen Brief an Sirovich | LebensversißbernngS'GesellSGhaft ״Phönix“ Zentraldirektion: Wien, 1. Riemergasse 2 Hfl Gegründet 1882 Gegründet 1832 ■fl| 55 Volleingezahlfes Aktienkapital 4,000.000 Schilling =5 Tersidierungsbestand per Ende Juni 1927 über 1300 Millionen Schilling EEi Prämien* und Zinseneinnahme im Jahre 1926 rund 54 Millionen Schilling Vertragsanstalt zahlreicher gewerblicher Orga nisationen und Berufsgruppen im In- und Auslande, empfiehlt sich zum Abschlüsse von Lebens-, Renten-, Aussteuer-, Unfall-, Haftpficht-, Autoversicherungen Filialen in allen Bezirken Wiens, in allen Landeshauptstädten und größeren Ortschaften Oesterreichs Tätigkeitsgebiet außerhalb Oesterreichs: Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland. Spanien, in der cechoslow. Republik, Polen, Ungarn, Jugosiawien, Bulgaiien, Griechenland, Tütkei, Ae ypten und Palästina abschickte, dessen Inhalt auf!telegraphischem Wege seiner Regierung mitgeteilt und von ihr die Billigung zu seiner Aktion erhalten. |0| Nachrichten. ־־₪ Zur Beachtung!- Auf vielfachen W]unsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländern stammenden Wiener Leser!geäußert wurde, werden wir fortab זמן הדלקת הנר עו״מצש nach ,den מנהג ותיקין nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. •Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfügutig gestellt. _, "התאחדות יראים" ודנה ״HitachcBu&h Jereim“ Vereinigung Thoragesetzestreuer Juden in Wien ב״ה. סרשהואראתרפ״ח. זמן הדלקת הנר עש״ק שעה 4 עם 22 מינוט. זמן שמיעת החמה עש״ק שעה 4 עם 36 מינוט.• , זמן הדלקת הנר מוצש״ק שעה & עם 34:טינ1ט• Rabbi Mosche Kretsch זצ״ל . Aus Unterberg-Eisenstadt wird 11ns berichtet: Am!Mittwoch den 11. d. (M. verschied in Wien ׳nach!kurzem, schwerem!Leiden unser ׳hochverdienter Rabbiraatsassessor Herr IMoriz Kretscih. Der Verstorbene bat׳ sich während' seiner 43jährige1n /Wirksamkeit sowohl!als!Seelsorger, wie!auch!als Religionslehrerin rühmlichster Weise hervorgetan. Sowohl sein eindrucksvoller, geistreicher!und ■fesselnder Vortrag auf der Kanzel als auch sein hingebungsvolles, selbstloses pädagogisches Wirken hinterliessen ihm ein unverlöschliches Angedenken ■in den Herzen! der Mitglieder seiner Gilauibensgemeinde. Seine ׳tiefe!und gründliche talmudischc •und weltliche!Gelehrsamkeit war nach dem Vorbild!unserer großen Weisen!gepaart mit ׳Lauterkeit des Charakters, Herzensgüte und Duldsamkeit. Die Erinnerung an den biederen, gütigen Menschen wird 1Un׳s auf alle Zeiten •als leuchtendes Vorbild dienen. Adolf Wolf ז צ ״ ל ,der im besten Mannesalter eines allzu frühen Todes starb, wurde •Freitag, den 13. d. unter ganz ungewöhnlich,!großer Beteiligung in ׳Wien zu;Grabe getragen. Im Trauerhause erschien Oberrabbiner ■ Fürst (Sdhiiifffschul), ferner die Herren Rabbiner Schenk und Schmerlen Mit Rücksicht auf den עש״ק wurden keine Trauerreden abgehallten,!bloß Herr I. Fromme r schilderte in knappen, ergreifenden Worten die Frömmigkeit und edlen!Charaktereigenschaften des Verblichenen.!Herr, Adolf Wolf hinterläßt eine Witwe und drei Kinder. Ueber die Beth-Jaakob-Schule im XX. Bezirk. Trotz des verhältnismäßig kurzen!Bestandes der ßeth-Jaakdb- Schule in •der!Brigittenau •ist bereits über einen erfreu- ■Voliksiabergliaiubenis!bedienen, uni Haß ׳zu säen׳ und die nationalen Leidenschaften anzufachen, mrad wie damals ■der!jetzige Präsident der tschechoslowaki- sehen!Republik, Prof. T.-1G. Mn saryk,!und mit ihm zahlreiche andere Verfechter einer wahren!Zivilis׳ation ihre Stimme für •die verfolgten Juden1 •erhoben, ,so versetzte wenige Jahre später der Kiewer Bej- 11׳ י' י s -Prozeß die Kulturwelt in Erregung; Den ־ ׳ י'- Männern, die den!Mut besaßen — denn, so’ •unglaublieh es auch erscheinen mag, ,es gehörte •viel ■Mut dazu — sich den aufgepeitschten Volksleidenschaften mit ■dem ganzen!Gewichte ■ihrer lUeberzeugung!und ihrer politischen!Moral entgegenzustemmen, schuldet in erster Reihe das Judentum Dank. Unsere Leser werden den1 folgenden ׳Zeilen, ■die uns ■ein gelegent- Hoher Mitarbeiter ׳in liebenswürdiger Weise zur Verfügung stellt, ׳mit ■dankbarem •Interesse ׳entnehmen, daß es auch in Rußland gleich dem (Professor iBecht e r e w mutige Männer gab, die unerschrocken für die Wahrheit einträten. Die Redaktion. Das Taglblatt der tschechoslowakischen Legionäre ״•Närodni Osvobozeni“ (״Nationale Befreiung“) .vom 8. Jänner 1928 bringt folgende ׳hochinteressante Remiriiszenz an •den letzten1 russischen ,Ritualmordprozeß“ vor . ^em Weltkrieg und würdigt. dasVerdienst des ׳unlängst verstorbenen׳ russischen!Forschers (Bechterew aus diesem Anlaß. ׳ . Bekanntlich erschien •zum Bejlis-Prozeß auch ein öffentlicher Protest der tschechischen Vertreter aller kulturellen Berufe und Konfessionen mit Prof. T. G. •M׳a •saryk ■an der Spitze. Auch der berühmte ■italienische National Ökonom und Politiker iLuigi L ׳u z z!a •t t i hatte regen Anteil an! dem Kampfe ■gegen die *,Ritu׳almord“-Oge ־ 1m Bejlis-Prozeß ■genommen. '' ' Deshalb verdient diese dankbare Erinnerung an einen unerschrockenen'!russischen׳ W!ahr,heitskämpfer umsomehr für jüdische Leser erhalten zu bleiben. Das ״!N ä r o d n i Osv.obo.zej1 i“ berichtet ■wörtlich: ״Als am 25. Dezember 1927!der große Psychoneurolöge 1V. M. ■Bechterew ln Moskau starb, widmete ihm ׳auch die ׳tschechoslowakische Presse viele innige Erinnerungen. Aber nirgends!geschah eine Erwähnung dessen, welche bedeutende Rolle dieser ׳Gelehrte nicht nur in seiner Wissenschaft, sondern auch im öffentlichen׳ Leben gespielt hatte. V , Es war ein Jahr vor dem Weltkriege, 1913. Bei K y j e w fand man ׳die Leiche eines christliahen Kindes,!A n d r e ■a s J u s ׳d i n s ■k y. Als des Mondes verdächtig wurde der Kiiiewer Jude (B e •j I i ■s, ein Arbeiter, verhaftet und vor das Geschworenen-!gericht gestellt. Und da verfiel — wie einst vor ׳Jahren im Polnaer Prozeß gegen den Juden Leopold >Hil sne r in Böhmen — auch die russische Reaktion wieder auf den Gedanken, B e 11 i s nicht nur wegen' (bloßen! Mordes, sondern wegen ׳,Ritualmordes“ anzuklagen. ׳Und so klagte sie ׳auch wirklich an. Die Reaktion rechnete damit, daß «ich nach Verkündigung des Urteiles im: ganzen Reiche eine Pogromwelle ׳erheben׳ und die Unzufriedenheit der Arbeiter und Bauern durch den* Strom jüdischen Blutes sich beruhigen werde. ׳ Im Reiche, wo der Schrecken der drohenden Revolution bereits acht Jahre den Schlaf des Staates und der Kirche störte, war — nach der Ansicht der!Beherrscher — eine derartige •Oeffnung des ׳Ventils, des sogenannten ״Zorns und Grolles des Volkes“, die einzige Möglichkeit, die ׳unvermeidliche Katastrophe des Regimes wenigstens uoch aufzu'halten. ׳ r (Der Zusammenbruch!Rußlands erfolgte dennoch im Jahre 1917.) ׳ ■i Aber alles!hing vom!Gutachten ׳der Sachverständigen ab. Es waren■ ■ihrer vier und der größten ׳Autorität' ׳unter ihnen erfreute sich Professor Bechterew, ein ׳damals 56jä׳hriger Mann!, der auf dem׳ Gipfel seiner Wissenschaftliehen Tätigkeit und seines Ruhmes stand. Und es war gerade Bec!hterew,!der durch seine gelassene Ruhe, mit welcher er die Hetze der offiziellen Presse ׳gänzlich unbeachtet •ließ und, von allem ׳äußeren Druck unbeirrt, nur die wissenschaftliche Feststellung über die wirkliche Todesart des unglücklichen Knaben Jusc׳i;nsky ׳anstellte, die Anklage wegen angeblichen ,Ritualmordes“!allseitig als unmöglich •bewies und glänzend entkräftete. Die W!ut der berüchtigten ״Schwarzen Horden“ in Rußland und auch •im Ausland verfolgte ׳ihn ׳dafür bis zu seinem Tode.!Bechterew war jedoch keiner von denen, die vor derartigen1!Mitteln und Waffen zu rück weichen.. ׳ Der Kyjewer ״Ritualprazeß“ war eine Gelegenheit, bei der sich die klare Tatsache erwies, daß ׳Bechterew ׳nicht nur •ein großer Fachmann seiner ,Wissenschaft, souder,n auch als!Charakter von bewundernswürdiger ׳Größe war. , Es sei!auch dieser seiner wahren Gharaktergröße in!den Tagen ehrend gedacht, wo über der Bahre des ,Gelehrten soviel an!alles erinnert wird. •was. er für -die ’׳Menschheit geleistet ׳hat. Sein mannhaftes Auftreten im .Bejlis-Prozeß war gewiß keines seiner geringsten Ver- 'dienste.“ vc h׳b. der Adas Jisroelf Wien, >11.; Nestroygasse 11 und Jessode Hathora

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