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Jüdische Presse · 1928-01-20 · 3 (20.1.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
3 (20.1.1928)
Date
1928-01-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Novinovä vyplatnö povolene riadit po?t a telegrnfov v BratisJave eis. 41572-1112־». Zeitungen vom Verleger versende{. Journal expödie par 1‘editeur. f. JÜDISCHE PRESS Redaktion u. Administration 1 Wien, II.,Leopolds• $*88«! JJ6, 1. Stiege, i. Stock. — Tel. 4594־4־. Tschechoslowakei! Bratislava, Postfach 140. Sricheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: pftr Artikel Sonntag, Jfir Nachrichten Montag. Abonnementspreise t Ganzjährig \ Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlnngen für Oesterreich! PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.380; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 48.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117 für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 .. Kr« 3 Wien-Bratislava, 20. Jänner 1928 4) ן ב־ה דנד-־גור?נ*סבות כ׳ן טבת חדפ*ח.Jahrg. Großzügige Fördemng von Synagoge and Schale Zurück zmn positiven Judentum! Unser Eine Sanierung der Finanzen der Kultusge- 1״eir.de können wir uns nur Hand in Hand mit der Ausrottung der religiösen Defizitwirtschalt vorstellen. Beides ist nur zu erreichen, wenn die Aufbauarbeit bei der Jugend begonnen wird. Systematische Schaffung von Kindergärten, jüdischen Volks- und Reiigionsschulen können eine Generation heranbilden, die fähig ist, allen sozialen, kulturellen und religiösen Aufgaben einer großen Kultusgemeinde gerecht zu werden. Dies waren ungefähr die Schlußsätze unseres vorwöchigen!Leitartikels, in dem festgeste'Ilt wurde,!daß K u :1 •t u s und U. n t e •r r i c ■h t ■bisher!die S t i e fk i n d e r der Wiener iKultusgemednde waren. Dies muß anders werden. Auch andere europäische Großgemeinden,, wie 1B u d a ■p e s t und B e -r 1׳ i n, haben im letzten Jahrzehnt, eine gr ündliche R evision ihrer :bisherigen Gemeindepoiitiik vonnehmen müssen; auch diese :Großgemeinden haben,, solange die Periode der!Assimilation im Schwange war, . ein p 51 d 1 a n 111 r 0 p i!s c ■h e s Gesicht zur!Schau getragen und 1K u 11 •t u s .׳und Ü n t e r r■ i c h ■t haben im ■Hintergrund ein!bescheidenes Dasein’ führen!müssen. Die Folge war: Ignoranz, Indiifferentismus, Abfall und ׳Zusammenbruch. Jedoch, sobald!die Führer dieser Gemeinden die Folgen dieser verhängnisvollen unijüdischen Gemeindeführung wahrgenommen haben, war ihre erste S a 11 i e r u n!g s!m a ß ■n a h m e die Vertiefung ׳und Verinnerlichung des Ku 11u s und d■i e ‘Sc:11 ׳affun ■gl ei■nes ■Sch־111׳ Werkes, das faßt alle ■Schaill typen umfaßt. Budapest und Berlin besitzen heute ein ■Schm 1 werk, das jedermann in Erstaunen setzen muß. , Auch die Wiener Kultusgemeinde muß diesen mmm liÜlHÖ ־־*'lür die Dame Modenpalais | Julius Krupnik Wien, VII., Kaiserstraße 111-113-115 Telephone 32-4-62, 34-4-29 Anerkannt größtes Spezialüaus Oesterreichs Weg betreten, wenn sie an ihre eigene Zukunft glaubt. Es muß wohl ■zugegeben werden, daß der. Wiener Durchschnittsjude einer intensiven!Kultus- ■und Kulturpolitik der Gemeinde einstweilen fremd gegenüberstellt. Er müßte erst in ganz eindringlicher Weise aufgeklärt werden, wie sehr es d e s ■u 1m s i c 111 i g e 11 A u sb aue s von Sy 11 a g0 ge 11׳ n d Sch 111 e bedürfe, ■um ■eine zuikunftssichere ■Entwicklung für die Wiener ׳Gemeinde vorzmbereiten. Noch ist es aber •nicht so. Man kann ■von den Wiener Juden für ׳humanitäre Zwecke, für philanthropische Anstalten große Summen׳ ■erhalten, sie sind aber unzugänglich, wenn von Synagoge ׳und Schule die Rede ist. Diese Erkenntnis führt uns zu dem ersten Vorschlag, den wir hier zur Sanierung der Finanzen der Kultusgemeinde ihren verantwortlichen Führern ergebenst unterbreiten. ■ Bisher waren bloß ' K 11׳ 11׳ u s ■s •t e u e r, G eb ׳ü >h r e n ■und T a x e n die' Ei׳nnahmsquelleh '־ der Kuitusgemeinde, ,lauter ׳Dinge, die für jene, die sie entrichten müssen, :keineswegs sympathisch sind. Hingegen, ‘liegt dem Charakter des Wieners eine freiwillige!Spende näher. Das jüdische Herz, das Wiener jüdische ■goldene Herz hat noch nie versagt, wenn man an selbes appellierte. ■Also geht ■unser Vorschlag ׳dahin, daß die Kultusgemeinde den Wiener Juden Gelegenheit biete, für Wohlfahrtszwecke, auch für Wohlfahrtsinstitutionen der Kultusgemeinde freiwillige Spenden zu entrichten. Wir denken 'hier in erster!Reihe an den;Wiener jüdischen Sammeltag“. Als ■vor vier Jahren ■zum ersten Male dieser geniale Gedanke von unserem ׳unvergeßlichen ׳Moses Por ges •s. A. ausgesprochen wurde, schüttelten viele ungläubig ■den Kopf.!Doch ■der ׳Schöpfer!dieses Gedankens hat auch die organisatorische Kraft gehabt, seine Ideen in ׳die Wirklichkeit uirnzasetzen. Der Er,f0׳lg ■d es e rs:ten J ahres war über r a s c h e in d ■g u t. Aber allmählich ging der ״Wiener jüdische Sammeltag“ i n f 0;1 g e der R iv a 1 i t ä t d e r Parteien und I 11׳ st i t!111 ׳i 0 n e ■n zugrunde. Es wäre jammerschade, diesen Gedanken auf immer fallen zu lassen. Der jüdische Sammeltag muß vielmehr eine stän- שרמז כשי (תחת השגחת הרב ד ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberiabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) U eberall erhältlich! d i g e Institution werden. Eine ständige Institution,!deren Verwaltungs- ■und Propagandaapparat• das ganze Jahr hindurch in Funktion ■ist. Wer nur einmal ■Gelegenheit gehabt hat, die Funktion der großen amerikanischen Werbeapparate für wohltätige Zwecke oder ■gar für den Aufbau von .Palästina zu studieren, der Wird es für unenkärlich finden, warum man nicht in Wien mit den modernsten Mitteln der Weribekunst an •jeden Juden heran tritt ■und von ihm ׳den freiwilligen Beitrag für die Wohlfahrtszwecke ■der Wiener Judenschaft einhebt. Wir sind sioher, daß auf diesem Wege Beträge einfließen dürften, die das Woblfahrtsbiudget der KutHusgemeinde wesentlieh entlasten ׳und namhafte Zuwendungen für Kultus- I ■und K.ulfciirzwecke, die den Wienern -heute noch ziem- ' lieh fremd sind, ermöglichen würden. Als wertvolles Nebenprodukt des jüdischen Sammeltages könnte dann ■die Tatsache gebucht werden, daß die Wiener endlich die wertvollen und segensreichen Wohlfahrtsinstitutionen ihrer Gemeinde kennen lernen würden, denn ■heute ■herrscht auch auf diesem ■Gebiete die bedauerlichste ׳Ignoranz. ■Neben' diesem' Vorschlag, den wir be! ■richtiger Erfassung!und ׳Durchführung für eine ausgiebige Quelle zur. Sanierung der Finanzen der Kiuiltusgemeinde halten, wollen wir auch ■noch anderen Erwägungen Raum geben. Wenn wir von, einer Inaiigurierung einer großzügigen Schulpolitik gesprachen haben, für ■die zwei 1Million en Sc■hi 1- Fing jährlich erforderlich wären, :so ist es klar, daß solch ein Schulnetz nicht in ei n em Jahre geschaffen werden!kann, denn ■Schulen müssen organisch wachsen. Die einzelnen Schultypen können ■erst in ■acht bis zwölf Jahren «ihre endgültige Form erreichen. Jüdische!Schulen bedürfen aber auch geeigneter Lehrkräfte, ■deren Heranbildung eine nicht geringe Aufgabe ■ist. Wenn wir daher auf dem Boden dpr r e a 1 e ■n Tat s a eben ׳verbleiben wollen, sotun wir :am ׳besten, wenn wir annehmen, daß die Kultusgemeinde׳ erst in z w a n z i g Jahren zwei Millionen Schilling jährlich, also das Sechsfache ihres ׳heutigen, Schulbudgets, ■das 350.000 ■Schilling beträgt,!für Unterrichtszweake aufwenden müßte,;so ■daß mit einer allmählichen Steigerung ■der. Schulausgaben um 80.000 Schilling jährlich das Auslangen zu finden wäre. <U ■m diese 8 0.0 00 Sch i 11 ׳i n g z ■u b eschaffen, müßte man die Kultiusgerneind e s t ■e u e r n, d 1 e heute zwei Mil 1 i 0 nen Schi 11 i ng j ä■h■r 11 ch au s m a ch en, ׳um vier Prozent Jahr für Jahr erhöhen. ׳Eine Erhöhung, ■die in den ersten Jahren, nicht schwer ׳ins Gewicht ,fällt, ׳lind ■nach ■dem ׳Abschluß der ersten Phase dieser!neuen Schulpolitik, die wir im Hinblick auf die Gliederung der Volks- ׳und Hauptschule in Oesterreich!mit acht Jahren annehmen, ■eine 32prozen׳tige Steigerung der gegenwärtigen Kultussteuer bedeuten würde. Also umstürzlerisch ist diese ׳Forderung ׳nicht.,Für alle Fälle sind wir opt׳i m i s t is oh genug, zu glauben, daß in diesen Schulen der Kultusgemeinde eine Generation erzogen werden kann, die gewillt sein ' Der Kauf einer Perücke ist eine Vertrauenssache! über Perücken verlangen. Da8 Perückenhaus OTHMAR SCHIFF liefert seit *SUmMdfiggc» ■?rau 3 . kaufen, wollen Sie OthllldF Schiff{ I16U CfSChldldlG M0Cl08USfl8b0 Jahrzehnten in Material die besten, in Mode die geschmackvollsten und im Preise oer Qualität und Ausführung entsprechend b 1111 gsten׳Perücken. Die vornehmsten und elegantest-ri orthodoxen jüdisciun Damen aller Weltteile gebfjen zu den anhänglichster Kunden Othmar Schiffs. Im Falle Sie, gnädige Frau, die erwähnte Modeausgabe über Perücken der Firma Othmar Schiff noch nicht besitzen, verlangen Sie deren kostenlose Zusendung von, der Perücken-Kunstwerkstätte OTHMAR SCHIFF» Wien, I., Kärntnerring Nr. 6 HOoet!״BbHsto0 UKIMC EIIIAteinil 0■ m ' * ....... KEINE FILIALEN! TELEPHON Nr. 51-3-62 P. S. Um Irrtümern vorzubeugen bute geil, den Vornamen ״Othmar* ur d die Adresse genau zu beachten! KEINE FILIALEN I

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