Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 47-48 (23.12.1927)
- Date
- 1927-12-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 47/48 JÜDISCHE PRESSE Seite 295 gMaHraMMMMftMUMaMMMttttftMmHBHHMUHMHMlMHIMMMHHMnMBS j Tschechoslowakei 1 neaMSaHHMBBHHBHBMHHMHBIBBMaRMMMMfeBBHraMMBBBHBBBBBBBMHMHHBIR» Das Schiedsgericht in Dun. Streda (Szerdahely). W!ir berichteten in unserer vorletzten Nummer über die!Einsetzung eines Schiedsgerichtes, mit der Aufgabe, den Zwist an der Dunaszcrdahelyer jüdischen Gemeinde endgültig auszutragen. Das Schiedsgericht tagte in Szerdahely vom 18. bis 21. •Kislew unter Vorsitz Sr. Ehrw. des Herrn Oherrabbiner Josef Tigeritian n aus Nove Zamky. Das Richterkollcgium war aus dem Obmann, den Rabbinern David Wessel y aus Preßburg ut1!d David Schlüssel aus Muukacs als Richter und den Laienbeisitzern Markus Grünfeld aus Vystiy Swklnik •und Lazar Porgcsz aus Preßburg zusammengesetzt. Die Mitglieder des Schiedsgerechtes waren! in aufreibender Arbeit bemüht, einen friedlichen, außergerichtlichen Ausgleich zwischen den streitenden Parteien hcrbeizufiihren ׳und in die ungemein verworrenen, dein Fernstehenden nur schwer verstand- ■liehen Verhältnisse Klarheit und Ordnung zu bringen. Diese Versuche scheiterten, jedoch auch diesmal an dem Widerstand der Parteien, so daß eine Zwangsentscheidung des Schiedsgerichtes sich als unvermeidlich erwies. Das Schiedsgericht ־vernahm sodann die Vertreter der beiden Parteien aufs eingehendste und gab ihnen Gelegenheit, sich über jede Einzelheit der fiir das Urteil in Betracht kommenden Streitfragen persönlicher, religiöser und finanzieller!Natur zu äußern.!Bei den dort herrschenden Zuständen erforderte dies ein sehr hohes Maß von Geduld und Selbst- Verleugnung. Nach der gründlichen Einvernahme aller Beteiiigten wurde zunächst in Zwischenurteilen bis zur endgültigen Entscheidung durch das Schiedsgericht ausgesprochen, daß sämtliche bei Behörden äugestrengten Prozesse a u f g e h 0 b c 11 w e r de n müssen. Weiter beschloß das Schiedsgericht, daß der Gcmcindcvorstand d a s r ii c k s t ä 11 d!i g e Gehalt des R a b b i!1 c ■r ■s K a t z nebst den Nebengebühre n s 0 i o r t a 11 s z u b ■c z a 111 e 11 h a t. Ebenso hat d ä s S c h ä c 11 t e 11!des v 0 11!der Gegen p arte i a 11 g estellten שלחם sogleich eingestellt zu werden. JDarauf wurde das Bcweisverfahreu geschlossen. Wiegen, vorgerückter ׳Zeit und starker .Ucber- .1rnidu!1g der Mitglieder des Schiedsgerichtes mußte sodann ■die!Beratung des Gerichtes und das endgültige Urteil bis zur Wiedereinberufung durch den Obmann vertagt werden. Die Stadtratswahlen in Hust und Muukacs. A.m 11. Dezember .fanden in Mp.11.kac s .die Stadt-,, ratswahlen statt. Wie vor kurzem bei den Wahlen in Hust zeigte die Wahl auch in Muukacs das eigenartige Bild der z a 111 r e i c h c n k 1 c i 11 c 11 j ii d i s c h c n P a r t c i e 11, die eigene Kandidatenlisten׳ cinreichten. Diese!deinen Parteien sind eine Frucht des mit großer Schärfe immer ■mehr an den Tag tretenden Bestrebens der großen jüdischen Massen, sich von der gewaltsamen politischen Vormundschaft der Zionisten oder der ־jüdischen politischen Nationalisten zu befreien. Diese Zionisten mißbrauchten bisher bei allen Wahlen da:s Schlagwon von der ״Einheit“ und ״Einigkeit“ f ii r ihre persönlichen Zwecke. Nur unter dem Deckmantel der Einheitsparteien war es ihnen bisher möglich, ihre eigene Schwäche und die geringe Zahl!ihrer wirklichen Anhänger zu verbergen1 und ,ihre politischen und nationalen Bestrebungen so hinzustellen, als ob ein Großteil der jüdischen Bevölkerung sie billigte. Diese Taktik und die Vertrauensseligkeit der religiösen Massen verschaffte!ihnen in den letzten Jahren manchen politischen Vorteil und verhall den zionistischen Advokaten zu recht einträglichen Positionen!und in den Positionen erhielten! sie auch die Waffen, um ihr Zerstörungswerk in den religiösen Gemeinden und au den geistigen Gütern des alten Judentums zu vollbringen. In der Einheitspartei drängten sich die Zionisten an!die Spitze und terrorisierten! ,alle anderen — namentlich die Wortfiihrcr der orthodoxen Juden, die vom Zionismus und von dem zionistischen politischen Nationalismus nichts wissen wollen — so lauge, bis das Judentum ■in allen׳ Gemeinden der Podkarpatslea-iRus ein!Gesicht bekam, als ob es schon zionistisch ,geworden sei. •Das!ist jetzt endlich zu Ende. ׳Noch haben die orthodoxen Massen zwar das Maß von ,׳Disziplin und politischer Selbstachtung nicht gewonnen, ׳das nötig gewesen wäre, um sie zu einer jedem ziouistisehen ■politischen!Programin entschieden ׳entgegengesetzten einheitlichen o r 111 0 d o x• e!n W a h 1 p :a r t c i z׳u- ^ammenzuschmiedeti. Aber die Wahlen in Hust und!Muukacs haben gezeigt, daß die orthodoxen Wähler aufgohört ׳haben, der Spielball in!den. Händen der zionistischen ״Politiker" zu sein, und daß sie entschlossen sind, von nun an ihre eigenen Wege zu gehen. Die ■übergroße Vielheit •der ״jüdischen“ Listen ist zwar ein Schönheitsfehler.!Aber sie erwies sich als gutes!Mittel, dem zionistischen Terror zu entgehen. In iHu s t waren 7 .jüdische Parteien,!in 1M u u kacs sogar 13. In beiden Orten führten sie aber zu einer Vermehrung' der j ׳ii d i s c h e 11 M a 11 d ata r e und zum Z u s a m m e 11- ׳schmelzen der zionistischen Stimmen zu e׳i n e r :kaum •b׳ea c 111 e n s w er t.e n M i ind e r׳he!i t i m• Verhältnis zur!Gesamtheit ׳der!jüdischen' Stimmen. In :Hust wurden unter 10 jüdischen Vertretern nur 2 Zionisten gewählt. ,Bei der Muiikacser Wahl erhielten: Sogar ׳unter 16!jüdischen Vertretern ׳die zionistische ׳Liste im ganzen ebenfalls bloß 2 Mandate und außerdem die jungjüdische Partei, ׳die gleichfalls im zionistischen Fahrwasser segelt, .1 Mandat. Die nichtzionistisohen ׳jüdischen Wähler haben Grund, mit diesem Wahlrcsultat zufrieden zu sein. Die Lehren, die sich daraus ergeben, werden voraussichtlich schon bei ׳den nächsten •Landtagswahlcn zu noch wirksamerem Ausdruck kommen. Chanuka-Teeabend des Schomre-Thora-Vereins in Trnava. Man berichtet uns aus Trnava: Am ersten Chanuka-Abend versammelten wir uns zu einer sehr angenehmen festlichen Veranstaltung. An der Spitze der Gäste befand sich unsm• ehrwürdiger Herr Oberrabbiner S. D. Ungar. Er beehrte uns mit einer tiefsinnigen Rede über Clianuka, seine Beucuumg und die Lehren, die aus den Ercignisscn jener Zeit, ■da das Cbanuka-Fcst eingesetzt wurde, für uns ergeben. Er wandte sich besonders an die Jugend und warnte sic eindringlich vor den Gefahren, die sic in der Gegenwart bedrohen, wem! sie nicht auf der Hut ist und sich mit Widerstandskraft wappnet. Er bat die orthodoxen jungen Leute und Jünglinge, sich unter allen Umständen vor schlechter Gesellschaft zu hüten und nach Möglichkca an Gesinnungsgenossen zu hulie.11. Die Ansprache Sr. Ehrwürden fand in allen Herzen reichen Widerhall. Dem Danke der Anwesenden gab Verchisnräses Herr Bela Beck Ausdruck und versicherte den Herrn Oberrabbiner, daß die ■ Trnavaer cribodcxe Jugend seinen Worten stets willig gchorchen und besticht sein weide, den Weg zu wandeln, der!ihr von ihrem geistigen Führer gewiesen wird. Das Fest verlief in •bester Stimmung. Das wohlgclungcnc Arrangemcul ist zum größten Teil das Verdienst des Herrn Herrn. W e i s z. ״B-Gruppe“ in Nove Zamky. In der jetzt eingesetzten orthodoxen Frauenbewegung zeigt sieh abermals, daß die verständnisvolle Begeisterung einzelner!Personen, gepaart mit Willens- und Tatkraft, ungemein Wertvolles zuwege bringen, ja zuweilen den Erfolg einer Idee herbcifüliren :kann. Tn Nove Zamky ■hat eine Dame — Frau Charlotte!G r 0 ß-T r e i.lh af t — die Notwendigkeit ׳erkannt, ׳die ׳jungen Mädchen ,fiir ׳jüdische ׳Lehre und jüdisches Leben!intensiv zu interessieren. Sic gründete eine ״B-Gfrippc“ der Agudas Jisroel-Frauengruppe und sammelte die Mädchen im zartesten Alter uni sich, unverzagt, keine Mühe scheuend, griff sie mit!Liebe bei den kleinen Mädchen ein. Einigemal in der Woche bereitete sie sieh und ׳den Kleinen!die Freude, sich!mit ihnen über jüdische Dinge zu unterhalten. Und die Kleinen zeigten sich dankbar: sie ׳hingen au der ״nönike“ wie ■an einer!Freuden- Spenderin. Am ersten Chanuka-Abend fand im Beisein eines Kreises von!Damen die erste Prüfung dieser ,iB-Gruppe“ statt. Was ׳die Mädchen geboten!haben, war ׳eine Uebcrraschr.ing. Die Mädchen lernten! צאינה וראגה" und ״תהינה!Lesen, die Gebetordnung, die Bedeutung der Feste und Gedenktage, die religiösen und häuslichen ׳Gebräuche und ihre ,Bedeutung, die!Heiligkeit;der^Mi&wp'S./und״tschlicßlich die Führung der •jüdischen Küche. Das alles, lernte ״nöuikp.“ mit!ihren Mädchen, mit einem :joden seinem Alter entsprechend. Frau Groß sei für diese ihre selbstlose □שמי C^^-Arbcit herzliohst gedankt. S .B. Vorträge über jüdische Erziehung. Herr Rabbiner Chajim Goldklanz.!Rabbiner im 3. Bezirk voa'Wien, Schwiegersohn des Großrabbiners I־I׳a׳gcr in Zablotöw, weilt zurzeit in der Slowakei und •hielt über Einladung der!Rabbiner von Komarno, ■Gnta, Meder u. a. freundlich und. ,beifällig aufgenommene Vorträge über jüdisch-religiöse, Erziehung und die Pflege und Förderung des Thoralernens. Seine Vorträge zeigten eine Meisterschaft sowohl in אגדה wie in הלכה und gipfelten in der Forderung, das Thora Studium!und alle ׳Bestrebungen, die auf eine!Mehrung des Thorawissens hinziclcn. ohne Unterschied der!Parteizugehörigkeit zu unterstützen. Sehr eindringlich erklärte der Redner die religiöse Pflicht, beim Besuch von׳ Vorträgen und Veranstaltungen strenge darauf zu achten, ob die Redner auf dom Boden des überlieferten, wahren Judentums stehen. Seine •Ausführungen übteil über- > all den tiefsten Eindruck auf die Zuhörer aus. Schomre Thora-Verein in Trnava, Aus Trnava wird;uns berichtet: Sonntag den 27. November hielt der Scho m 1־e T h 0 r a - V c r e i n seine Jahresversammlung unter großer Beteiligung ab. Präses Herr Bela Beck eröffnet die Versammlung, begrüßt •die Erschienenen und gedenkt ׳des 40jährigen Be- Standes des Vereines. Herr Armin Herzog verliest das Protokoll der letzten Sitzung und Herr Bela Beck erstattet den Rechenschaftsbericht. Von '׳der Tätigkeit des Vereines erscheinen die täglichen von Herrn M. Reichenberger geleiteten Schiurim-niחומש רש״י,קש״ע, פלא יועץ und die dreimal wöchentlich,“ gleichfalls unter seiner Leitung slattfindenden Gcmoroschiurim, ferner die jeden Sonntag von den Herren Rabbiner Simon Schreiber und M. Weiß m a n d 1 gehaltenen Magidusvorträge am שבת קודש besonders erwähnenswert. Fiir Geselligkeit wurde durch mehrere gemeinsame Ausflüge gesorgt. Auch auf humanitärem Gebiet betätigte sich der Verein. Herr Herrn, Weiß erstattet einen günstigen Kassabericht. Sämtliche Berichte wurden einstimmig mit Dank und Aeerkennung •zur Kenntnis genommen. Die Neuwahl ergab folgendes Resultat: Bela Beck (Präses), Eugen Fischmann (Vizepräses), Herrn. Weiß (Kassier), Jnl. Braun (Kontrollor),. Armin Herzog (Sekretär), Geza Schwarz, Samu . Stern. .. Arthur; Löwy, Armin Deutsch, Alexander Wetzler. E. Ochsenberg,; Em., Grünfeld und Eugen Maytin (Ausschuß).: ln der ersteil Sitzung beriet der Vorstand über •die. Vorbereitungen zum Juhiläumsfest, welches auf den 5. Februar 15)׳, . Schewat) festgesetzt wurde, R. Jakob Alter Hakolien Ungar ז״ל Ani Donnerstag, den' 14. Kislew, verschied in Preßbürg 1im Alter von 53 Jahren: nach einem schweren Leiden Herr Jakob U n >g a r aus D 01 n y - K u b ׳i n. Die לוי׳ fand noch am Freitag unter . großer Beteiligung statt. Der נפטר, euTSohn ׳des R. Kaiman Ungar שוחט .ז״ל in Galsz6cs,־ war einer der ׳Strenggläubigsten ׳seiner Gemeinde, der stets' :init allen ■Fasern seines Herzens für die Orthodoxie eintrat. Seine Söhne und Töchter-erzog er im Geiste der, :'רןןךן-״:ק. Auf dem .Gebiete ,der Wohltätigkeit war er; einer ׳der Ersten; besonders hock stand bei ihm das Gebö't der Gastfreundschaft. - ה ש י ״ ת möge seiner gramgebeugten Wiitwe und seinen Söhnen und Töchtern Trost spenden הנצב״ה. Sigmund Braun ל"? Aus M y ja wa wird uns berichtet: Am verschied hier nach längerem, ׳mit •Geduld ,und :G-ttergebeuheit ׳getragenen!Leiden Herr Sigmund Braun im Alter von 73 Jahren. Die jüdische!Gemeinde verliert mit seinem Tode eines ihrer angesehensten und würdigsten!Mitglieder. Er hatte es durch Fleiß!und!Geschäftstüchtigkeit zu Wohlstand lind!Ansehen;gebracht und genoß wegen seiner Ehrlichikeit und Verläßlichkeit ׳mit Recht einen!guten ׳Namen in allen Kreisen, die zu ihm!in Beziehungen standen. Der Verblichene war ein wahrhaft frommer ■und jüdisch gesinnter Mann. Er war ein מדקדק במצוות und betätigte sicli auch willig iin Interesse der ■Mizwoth. führte ein schönes jüdisches Haus und legte Gewicht darauf, seine Kinder im Geiste der תוה״ס zn erziehen. Er ließ seine Söhne an Thoralehranstalten und ישיבית lernen und hatte darin auch die schönsten ׳Erfolge!auf zu weisen;!seine Söhne und sein einziger Schwiegersohn sind בני תורה יראים ושלנדם An der Trauer der Familie!nahmen zahlreiche Freunde Anteil. Im Sterbehaus ■hielt zuerst sein Sohn!Herr Josef Braun aus Wien einen bewegten הספר, worin er von seinem Vater auch im!Namen seiner Geschwister dankerfüllten Herzens Abschied nahm. Sodann brachte der ׳Rabbiner •der Myjavacr Gemeinde, Se. Ehrw.!Herr Oberrabbiner Josef Broda, in würdigen, angemessenen Worten die Trauer •über ׳den Verlast dieses trefflichen Mannes zum Ausdruck. Möge ׳der ׳Allmächtige •den iHiriterbliebenen Trost spenden. Frau Oberrabbiner Atlas יע״ה Mit •einiger Verspätung erhielten wir die Trauerkünde vom :Hitischeidcnd er Frau Obcrrabbiucr Atlas iu Rcvuca, ׳der Gattin Sr׳ Ehrw. ׳Herrn Oberrabbiner Sch. A. Atlas. Nachk urzer ׳Krankheit ereilte sie der Tod und versetzte den Gatten und ihre Kinder!in liefe!'׳rauer, •die ein großer Kreis von Freunden ׳und Verehrern im ganzen Juden.1tum mit!ihnen teilt. Als Rabbiucrsgattin guter alter Art, war •sie eine wahre אשת חיל• die!ihr ganzes Leben der Föuderung der ת יה״ ק, dem tiefinnigen •G-ttesdienste und dem Wiohltun widmete. Die Ausübung der □הכנסת אורחי ‘D der Gastfreundschaft iu echt ׳jüdischem Sinne, war!ihr Herzensbedürfnis. Jeder Durchreisende, ob arm oder reich, war ihr willkommener Gast, den sie 'mit Freude bewirtete. Insbesondere war ׳sic den Frauen!des ausgedehnten Bezirkes eine gute Ratgeberin ,in allen Nöten und sie stand ihnen bei, wie eine fürsorgende :Mutter. Von •ihrer uticrschiitterliclieii, überzeugten Frömmigkeit zeugt, ׳daß sie .bcsondere Fasttage hielt ׳und ציקה im Verborgenen übte, Freuden waren ihr im ■Leben nur wenig und selten beschieden, aber sie war g-ltcrgebcn und fand •ihre Freude in der Erziehung ihrer Kinder und!Enkel zu guten strenggläubigen Juden und in der Sorge fiir das Wohlergehen ihres Galten. Den □תלמידי חכמי und allen Tliorabeflisscnen zollte!s׳ie grenzenlose Verehrung und tat in ihrem Interesse, was sie nur vermochte. Aus ihren kümmerlich, ihrem Munde abgerungenen Ersparnissen machte sic ׳im Geheimen eine י Jahrzoitst'iftmur?.w-suuston. der PI ".0 in Jerusalem. Gute Taten ■dieser Art geleiteten sic durchs Leben, bis ihre Seele nbberufen wurde zum Schmerze aller, die sie kannten. Aus allen Gemeinden, wo •die Trauerbotschaft hingelangt ist, strömten die Leute herbei, um dieser צדקת die letzte irdische Ehre zu erweisen. □הספרי hielten: der Gatte der Heimgegangenen Herr Oberrabbiner A 11 3 s, die Oberrabbiuer von R o z 11 o r 0, L u c c n c c, T ornaja . und R i in - S 0 b 0 t 0 und Herr S. D. R c i 11 i t z aus F i 1 a k o v 0.. Sie alle ׳schilderten die großen Vorzüge dieser seltenen Frau. Herr W. F r i e d m a 11 n hielt im Namen der Kultusgemeinde und ׳des Rabbinatsbezirkcs einen vom Herzen kommenden warnten Nachruf. Wegen vorgerückter Stunde mußte von weiteren Trauerreden Abstand genommen wer-, den. Die ■Heimgegangene war auch in der nichtjüdischen Bevölkerung sehr beliebt und geachtet. Alle staatlichen, städtischen und Bezirksämter erschienen korporativ bei der: הלוי׳ und sprachen der Familie entweder persönlich oder schriftlich ihr Beileid aus. Der Stadtrat von Gemeinde und Bezirk Rcvuca hielt eine Traucrsitzuiig ab •und übermittelte eine bewegte Trauet Kundgebung an״ den Oberrabbiner. Möge!ihre Seele im Himmel'eine לי צח יושר□ sein fiir ׳die trostbedtirftige Familie.und fiir ganz Israel תנ״צב״ה! Nahiim SokoIoAv ais Gast der Preßburger Zionisten. ׳Die Zionisten von!Preßburg und ihre misrachistischen Mitläufer hatten •letzten Sonntag einen;ihrer vielen ״großen Tage“. ׳Sie •begrüßten!ihren. Führer Nalium ׳Sokolow anV Bahnhof feierlich, begeistert, beseeligt, wie es sich von Juden gebührt, die •in!Nalium •Sokolow ihren Führer sehen. Das war ganz!in Ordnung. Sic veranstalteten zu seinen ■Ehren eine große Versammlung und ■ließen sich , von ihm; allerlei :Dinge erzählen, die jeder zionistische ״Sch'omer“'' schon längst :auswendig weiß. Das war gewiß in Ordnung. Ein iMisrachist setzte sogar für einige!Minuten den •Hut auf und verlas eine feierliche hebräische Begrüßung an den ״TalmTd Chochom“!Naliuni Sokolow.!Das ist schon Auffassungssache, mag aber immer noch seine Ordnung ׳haben: ׳denn •Sokolow besaß ׳Selbstbeherrschung •und Takt׳ genug, — nicht •laut anfzulachen, :Daß ׳der Präses der Preßburger neologen Religionsgemeinde ebenfalls am Bahnhof erschien und an Sokolow eine Ansprache richtete, wird ihn außerordentlich gefreut!haben; oft wird ihm im ׳־Leben so was noch •nicht zugestoßeti sein. Ob es!in Ordnung ׳war,!mögen die Neologen sagen. Dem Vertreter der ״Jüdischen: Partei“ dürfte sich •empfohlen, ׳seine Ansprache an Sokolow׳ vervielfältigen zu lassen und bei der Werbearbeit zur Gewiiinuug orthodoxer Stimmen als Propagandamittel und als Beweis für ׳die .politische ״Neutralität“ dieser •Partei zu verwenden. Das wird dann auch schon in •Ordnung sein׳. Daß aber der V i z e b ii r .g e r in e 1 s t e r D r. •K r a ai s sich wieder voll ׳den •Zionisten in ihren Karren spannen ließ und im Namen ,der Einwohner dieser Stadt einen ׳Mann begrüßte, der als Jude hieher!kam und als Künder von Lehren und Ideen, die das gesamte. Judentum von .Preßburg ßin wenig aügehen, das i s t •s c h 0 n w i e d e r e 1 n,m:a!׳ganz,, iu nd ׳gar nicht 1 n -0 r ׳d n ׳u n g. Dem Vizebürgermeister ׳sollte endlich bedeutet werden, ׳daß es vielleicht doch am Platze ׳gewesen wäre, sich zuvor an m a ß g e b elid e r Stelle zu vergewissern, ab •die jüdische Religionsgemeinschaft vö1{׳ Preßburg im Politiker, Journalisten oder ״Talmid Ghoohom“ Sokolow!j e •n e P e r s ö n Ti c h k e i t e r- ׳bl je k.t, d e׳m. ei me B ׳e g r •ü ß un ׳g v 0 n! ei neu •St ad t gebührt, in der eine' angesehene ׳j1ü׳dis che Gemeinde existiert, für die ׳immer noch die