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Jüdische Presse · 1927-12-23 · 47-48 (23.12.1927) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
47-48 (23.12.1927)
Date
1927-12-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Novinovfe vyplatnfe povolcnc riadit post a telegrafov v Bratislave dis. 41572-111*20. Frag’ mich was! (Serie 4) Zeitungen vom Verleger versendet. Journal expddie par l'editeur. V.lLl. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopolds- Ciaae 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 4594־4־. Tschechoslowakei 1 Bratislava, Postfach 140. Bncheint Jeden Freitag. —■ Redaktionsschluss: Ffir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PostspnrkassenamtWien, Konto Nr. 13.45S; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53,386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko, N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII• 41171 für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Nr■ 47-48 Wien-Bratislava. 23. Dezember 1927 ,ב״ף! וינה־מי*סס.כורג כ׳ט בסלו תמו״ח 13. Jahrg. Die nächste Nummer der ״Jüdischen Presse‘ erscheint Freitag den 6. Jänner 1928. Crepe Satin ..S 15.50 Gaze Voile Velourchiffon ..S 28.— Metallbrokat .. S 22.— Täglich Einlauf von Neuheiten im Seidenspezialhaus Wien, VII., Neubaugasse Nr. 10 שרמז כשי (תחת השגחת הרב ר, ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrvvürden Herrn Oberrabbiner JesaiaFürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! Modenpalais Julius Krupnik Wien, VIL, Kaisersirafje 111~!13״t15 Telephone 32-4-62, 34-4-29 Anerkannt Eine Cliaiinkabetrachtiing vor den Agudatagungeii in Deutschland. Dieser uns allen wohlbekannte Ausspruch beginnt allmählich, der letzte Schluß der politischen Weisheit aller Parteien, auch der Aguda, zu werden. Wir wollen mm kurz untersuchen, wieweit diese politische Maxime Daseinsberechtigung hat. Hat man sich noch vor einiger Zeit seiner Armut geschämt, .so beginnt mau heute, von einem eigenartigen Bettlcrstolz geleitet, offenherzig, wir möchten fast sagen übermütig, auf diesen Umstand hinzuweisen. ״W i r ha b c n k ein Gel d.“ Die Uniformität dieses Sprüchleins paßt ebenso für Zionistenfiihrer, die über die katastrophalen Folgen der Arbeitslosigkeit in Palästina sprechen, wie für Agudafiihrer, die ihre erlahmende Tätigkeit in Erez!Israel rechtfertigen. So wird die heißersehnte Einheitsfront aller ׳jüdischen Parteien auf den Ruinen der in einer beispiellosen Wirtschaftskrise verarmten Welt errichtet. ״W i r 11׳ a b e 11 k e i n G e Id.“ Wir bedauern außerordentlich, daß dieser Ausspruch nicht nur eine traurige Tatsache ist, sondern gleichsam die Rolle einer politischen Maxime auch-in den Reihen der Agudas Jisroel zu spielen beginnt. , Vorn Chanukalichtlein sch eibt .,die Halacha vor, daß man in seinem Schein keine Münzen zählen.,darf.-Diesc I־Ialaclia Will uns bolchren, daß wir das Ghamilcalicht ganz 1(11abhängig von den materiellen Umständen betrachten sollen. Wir finden es begreiflich, daß!jene, die nicht mehr C h annka, sondern bloß M a k k b ä e r feste feiern, materiell eingestellt sind. ' Sie schreiben den Sieg Juda Makkapis seinen straffen Muskeln und waffengeübten Annen zu. Wir aber sagen, daß in jenen wunderbaren Tagen die Wenigen über die Vielen, die Schwachen über die Starken siegten, weil sie die Reinen gegenüber den Unreinen waren, weil ihr Ziel das ׳Heiligtum war, dessen Hallen sie wieder zur Stätte des reinen G-ttesdienstes machen wollten. Jene, die Chanuka in diesem Geiste feiern, denen geziemt es nicht, von ■ihrem ׳ideellen Programm irgend etwas aufzugeben oder in ihrer Arbeit etwas zu vernachlässigen, weil die materiellen Mittel versagen, weil die Wiirtschaftsverhältnisse traurig sind. ■Man muß eben etwas von dem Geist der Hasmonäer besitzen. ״Wir haben kein Geld‘ . . . . Also ruht die Erez-Jisroel-Arbeit der Aguda fast vollkommen. Haben wir wirklich kein Geld? Wir sehen, daß :in derselben Periode der Wirtschaftskrise der Bau der Zentraljeschiwah in Lublin der Vollendüng entgegengeht und gar ■in der letzten Zeit unter sehr aussichtsreichen Auspizien der Bau einer Lehrcrinnenbildungsanstalt in Krakau begonnen wurde. I Kann vielleicht speziell für!Erez Jisroel kein Geld •in unseren Reihen aufgebracht werden? Mit pichten. Die Orthodoxie ist seelisch zu eng mit Erez Jisroel verknüpft, daß wir dieser Erwägung Raum geben könnten. Oder ist vielleicht bloß auf dem Gebiet der Erez-Jisroel-Arbeit der Geldmangel so fühlbar? Leiden nicht auch sonstige überaus wichtige Arbeiten der Aguda unter dem katastrophalen Geldmangel? Wir glauben kaum, daß die unleugbar vorhandeuen Tatsachen der Verarmung der Welt an all diesen Dingen Schuld trüge. Wir •glauben vielmehr, daß die Führer der Aguda nicht -f a c 11׳ g e m ä ß den Apparate eherrschen, der für eine systematische Gelda u f b r i n g u n g t a u g 1 i c h w ä r e. Man findet in der obersten Instanz der Aguda Politiker, Diplomaten, auch Referenten für Erez Israel und Keren Hathora, man hat aber noch nie von einem F׳i nanzreferenten gehört, von einem Finanzminister, ■der für die Entfernung des stereotypen Satzes, ״Wir haben kein Geld“, zu sorgen hätte. Man hat Agudas Jisroel schon öfters vorgeworfen, daß sie allzu äffisch zionistische Methoden nachahme. Wir können uns auf die Richtigkeit dieser Beschuldigung derzeit nicht einlassen. Auf dem Gebiet der Geldauibringung ahmen wir die zionistischen Methoden sicherlich nicht nach. Wer von unseren Führern verbringt sechs bis acht Monate mit Geldsanimlungen wie der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Dr. W e i z 111 a n 11? Wer von unseren Führern würde den ״Tachlis“ so unbeirrbar vor Augen halten wie der Präsident der Zionistischen Exekutive S 0 k 0 1 0 w, der vorige Woche ■Donnerstag in Prag, einige Schiiellzugsstunden von Wien entfernt, einem zionistischen F e s t b a n k e 11 präsidierte, zu einer Zeit, wo einer der größten Führer der Zionisten, Oberrabbincr Chajcs, in Wien tot lag. Sicherlich-wird man Sokolow nicht Gefühlsroheit und Mangel an Respekt vor der Majestät des Todes vorwerfen. Aber der Erfolg, die Zeichnung von 173.000.tsch. Kronen, rechtfertigt alles. Diese europäische Winterarbeit der Zionistenführer ist aber auch noch von einem anderen Gesichtspunkt'aus überaus interessant. Man ist bei iins überzeugt, daß der Schlüssel zu dem großen jüdischen Reichtum in Amerika liegt, und leider, Amerika gehört nicht zu uns, pflegt man in den Reihen der Orthodoxie wehmütig zu konstatieren. Alle Versuche — der letzte unter der Führung von Jakob Rosenheini und I,)r. Ehrmann vor zwei Jahren — brachten nicht jenen Erfolg, der die Finanzen der Aguda auf gesicherte Basis hätte stellen können. Wohl ist es nicht zu bestreiten, der Schlüssel zum Dollar liegt in Amerika, aber der Weg zu diesem Schlüsse! muß in Europa gesucht werden. Nach Amerika kann man nur mit Erfolgen — mit den in Europa erzielten Erfolgen — kommen. Amerika gibt nur daun, wenn es weiß, daß bereits eine ernste und erfolgversprechende Arbeit in Europa geleistet wurde. Weizmaun l «אגרות סיפיים« I Das Buch enthält viele hundert bisher 1111gedruckte Briefe aus der Korrespondenz des C h a ssam S 0f e r und ■R. Akib a Eg e r sowie ihrer weltberühmten Nachkommen. Reich illustriert! ' Preis nur S 10.—. Zu!beziehen beim Verlag Jos. S c h 1 e s i ng e r, I., Seitenstettengasse 5. Zur Beachtung! Jeder neue Abonnent, der die ״Jüdische Presse“ ein Jahr abonniert und die Abonnementsgebühr 1. Jänner 1928 bezahlt, erhält dieses Werk durch unsere Adrninstration gratis. Jahresabonnement S 14. Vertrauenssache ka«Z.swout “ Othrnar Schiffs neu erschienene hfoefeausgske Jahrzehnten m Mateiial die besten, in Mode d:e geschmackvollsten und im Preise der Qualität und Ausführung entsprechend billigsten Paiüeken. Die vornehmsten und elegantesten orthodoxen jüdischen Damen aller Weltteile gehören zu den anhänglichsten Kunden Othmar Schiffs. 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