Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 43 (25.11.1927)
- Date
- 1927-11-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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*ד Novinove vyplatoe povolene riadit post a teiegrafov V j v Bratfslave öis. 41572-11120־. Frag’ mich wasl (Seite 3) l ' ZeitMngen vom Verleger versendet, il; Journal expßdie par 1‘editeur. JÜDISCHE PRESSE DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Administration! Wien, II.,Leopoldscasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 4594־4־. Tichechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Iracheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: ■ra. a •411,01 Q nun lat» ffir Nachrichten Montaer. Abonnementspreisei Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.45S; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei! Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.־Amt Agram, Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117: für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 IS.Jahrg. Wien-Bratislava. 25. November 1927 .ביה דנדד«חס0נודג א' כסלו תרנו״ח Nr. 43 Riesenauswahl Crepe Satin.s 15.50 Gaze Voile Velourchiffon.S 28.— Metallbrokat.s 22.— Täglich Einlauf von Neuheiten im Seidenspezialhaus Duldner & Deutsch Wien, VII., Neubaugasse Nr. 10 שומז כשר (תחת השנחת הרב ד ישעי פורסט שיפשוהר) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! Zuck erkranke Wie Sie Ihren Zucker los und wieder arbeitsfähig werden, teile ich jedem Kranken unentgeltlich mit. Fr. Löw, Walldorf S 40 (Hessen). ' iür die Dame Modenpalais Julius Krupnik Wien, VII., Kaisersfrage 111-113-115 Telephone 3234-4-29 ,62־4־ Anerkannt größtes Spezlalhffus Oesterreichs Die Diskassion Ober die Aguda in Ungarn. n. Der innerstaatliche Fragenkomplex. W!ir haben jüngst jene überstaatlichen;Prob'leine bichandelt, zu denen der orthodoxe Jude!Stellung nehmen muß. Was die inncrstaatlidicniProbleme anbclangt, so liegt es in ihrer!Natur, daß sie un in i 11 e 1 b a r e r, daher w i r!ks a m e r und e i n d r i n g 1 i c h c r an den Menschen herantreten. ׳Hiebei ist nun zu prüfen, ׳ob für die innere K o n s o 1 i d i e r u n g, f ii r d i!e B e f e s t i- .g uns der Orthodoxie i n U!11 g a ׳r 11 י d i e A g 11 d is i e r 11 n g des thoratreue 11 J u d c n t n m s v 0 11 Vo r tei 1 wäre.!Bei der Beantwortung dieser ׳Frage muß man ■sich vor!Augen halten, daß •in Ungarn eine gut a u s g e;b a 01׳ t e orthodoxe O ׳r g a n i s a t i 0 n, der Verband der orthodoxen Gemeinden Ungarns mit einer staatlich anerkannten Autonomie existiert. Ist es beim Vorhandensein dieser Organisation nicht überflüssig, an die Gründung von Ortsgruppen und die Schaffung einer Landesorganisation der Agudas Jisroel zu denken? Darauf ist folgendes zu antworten. Die Organisation der orthodoxen! Gemeinden wurde vor fünfzig Jahren in mühevoller Arbeit der überragend großen rabbinischen Führer des damaligen Ungarns geschaffen. ,Die Schaffung dieser Organisation war die einzig mögliche Antwort auf die Bestrebungen •der Neologie, welche die!jüdische Gemeinde auf anderen Grundlagen, als es der Schulchan Aruch verlangt, aufbauen wollte. •Nun, seit fünfzig Jahren ist das Gesicht der Welt anders geworden. ׳Auch die i n n e r j ii d i s c 11׳ e •11 Probleme i 11 Ungarn haben sich gründlich gelinder t, so daß die seinerzeit geschaffene orthodoxe Organisation der Gemeinden heute nicht mehr dasselbe bedeuten kann, wie vor fünf Jahrzehnten. Gewiß, die autonome orthodoxe Gemeinde ist heute immer noch eine!Notwendigkeit, und sie wird es solange •bleiben, als cs Gemeinden! gibt, die in ihrem Aufbau •die gesetzlichen Bestimmungen des Schulchan Aruch ׳beiseite schieben. Aber die orthodoxe Gemeinde ist letzten Endes doch bloß d i e Or g a n i s ationsform der Gemeinschaft, ist bloß der ׳Rahmen, der •die •jüdischen!Menschen zusammenhält. Und dieser jüdische Mensch ist Wand- 1 u ■n gen unterwürfe n, e 1־ gibt •u 11 s 1 in m c r w i eder n eile Frage n a u f, die w i r n i c h t. b c i•־ seite schieben dürfe n, w en 11 wir i h n 11 i c 11t verlieren wollen. Und so sehen wir, daß auch in Ungarn innerhalb der Orthodoxie seit jeher die ׳Not- Wendigkeit empfunden wird, neben der Erhaltung der •jüdischem Gemeinde auch die Erhaltung des Charakterfesten jüdischen Individuums im Geist der Thoratreue in den Mittelpunkt des Aufgabenkreises zu stellen. Da ist zunächst das Problem der Jeschiwoth. Vor fünfzig Jahren konnte!man in Ungarn nur von Jeschiwoth schlechthin ■sprechen; ein Problem der Jeschiwoth gab es nicht. Heute aber ׳ist •die Jeschiwoth ein ׳Problem geworden, dessen materielle und geistige •Seite sehr eifrig diskutiert wird. Man sieht ׳bereits heute ein, daß man für die materiellen Bedürfnisse des Jeschiwah-Bachurs, für Verköstigung und U n t e r k u n 1f t sowie für sein F 0 r t k 0 ׳in m ׳e 11 nach den׳ Jescbiwoh-Jahren in ausreichenderen! Maße Sorge tragen muß, als es .bisher ׳zumeist •der Fall war. Noch verwickelter ist die geistige Seite dieses!Problems. Was und wie soll der Jeschiwoh-iBachur lernen, daß die Kenntnisse, die er-au der Jeschiwoh sammclt, in Geist und Gemüt •so fest verankern, daß sie den ganzen inneren Habitus seiner Persönlichkeit so tiefgreifend umformen, daß er gegen alle Stürme des späteren Lebens gefeit ist? Vor einigen Jahrzehnten noch war dieser •ganze Fragenkomplex eine Angelegenheit der Gemeinden und •ihrer Rabbiner. Bei dem 11 e 1! t׳i g e n Stand dieses so überaus komplizierten •Problems erheischt eine gedeihliche Lösung das Zusammenwirken aller. Die Jeschiwah wird so aus einer Angelegenheit der Kelvilloh eine Aufgabe der Judeniieit des ganzen Landes. Und so sehen׳ wir, daß in Ungarn unter mannigfachen Schwierigkeiten ein Landesverein ״Tomche Jeschiwoth“ entstanden ist, dessen Ent- Wicklung •freilich durch •das Unverständnis auch jener gehemmt wird, denen die Wirksamkeit dieses Vereines zu ׳ Nutzen ׳kommen sollte, aber dessen bloße ׳Existenz mit eindringlicher!Klarheit beweist, daß das Problem der Jeschiwoth auch in Ungarn erkannt und wichtige Kräfte zu seiner glücklichen Lösung mobilisiert werden.!Ein solcher ־L.aa.jj•• des verein •unterscheidet sich aber von ׳einer allweitliehen Organisation, ■wie sie der Keren iHathora da1־r stellt, dadurch, daß ihn! weder die moralischen noch die ■materielle n K r ä;f t!e!zur Verfügung stehen, wie sie eine die ganze Welt umspannende Zentrale besitzt. Agudas Jisroel ■hat nämlich erkannt, daß die Existenz der Jeschiwoth wie die der Thoralehranstalten überhaupt nicht mehr eine Angelegenheit der Ortsgameiuden, ׳ja nicht einmal eines ganzen ׳Landes, sondern ein Weltproblem ist. J e der Jude ׳in der •ganzen Welt ist daran interessiert, daß man Thora •lernt. Wo es um das ״Lernen“ geht, hat niemand das Recht, sich •h i 11 s i c h 11 i c h irgend e i 11 es •Landes für desinteressiert zu erklären. Ueberall dort, wo ■die Lage der Thoralehranstalten es verlangt, muß Hilfe geschafft werden. Eine Umschau in der Welt nach Gleichstrebenden ist aber nicht nur für die Aufbringung materieller Mittel, sondern auch ■für di!e׳ Lösung der geistigen und pädagogischen Probleme von immenser Wichtigkeit. Es zweifelt z. 1B. auch in Ungarn■ niemand!mehr daran, daß auf dem Gebiete der M ä d c h e 11erziehung fast alles vernachlässigt wurde, was die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zur ■im! ab weisliehen Notwendigkeit, macht. Gewiß, vor fünfzig Jahren gab es in Ungarn ebensowenig ein Problem der jüdischen ׳Mädchenerziehung, wie sonstwo auf der Welt. Ist es n o c h h eu t e so? •Niemand wird mit einem klaren, entschiedenen Ja auf diese Frage antworten können. Tragen aber unsere orthodoxen Eltern diesen grundlegenden ja geradezu umwälzenden Veränderungen, die auch dem Oberflächlichsten erkennbar sind, Rechnung?!Mit nichteu. Mit verschränkten Armen schauen die Eltern zu, wie ihre Töchter den altjüdischen Idealen ■verloren gehen, weil die Erziehung, welche das Mädchen im Elternhaus empfängt, Geist und Gemüt •der heran wachsenden Jugend nicht befriedigen kann. Es sind nur ganz wenige, die bereits einsehen, daß hier Wandlung nottut, und auch in Ungarn sind bereits die ersten schüchternen Versuche ׳in dieser Richtung zu merken. Hält man aber bereits da, dann gehört man nicht mehr zur Orthodoxie des resignierten Schew w’al taase, Der Kauf einer Perücke ist eine Vertrauenssache! KZ,®״“1״״״ s־״r“cke Othmar Schifft neu erschienene Modeausgabe d rzehnten m Material dm besten, m Mode die geschmackvollsten und 1m Preise der Qualität und Ausführung entsprechend billigsten Perücken. 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