Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 42 (18.11.1927)
- Date
- 1927-11-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 260 JÜDISCHE PRESSE Nr. 42 LebensversichernngS'GesellsGbaft ״Phönix״ Zentraldirektion: Wien, 1. Riemergasse 2 Gegründet 1882 Gegründet 18S2 HBI 55 Volleingezahltes Aktienkapital 4,000.000 Schilling ■=־ sa Versidierungsbesfand per Ende Juni 1927 Ober 1300 Millionen Schilling ss =5 Prämien• und Zinseneinnahme ES: im Jahre 1926 rund 54 Millionen Schilling j•—jj SS Vertragsanstalt zahlreicher gewerblicher Orga- EEj ES nisationen und Berufsgruppen im In- und Ausss rslande, empfiehlt sich zum Abschlüsse von 55 Lebens-, Renten*, Aussteuer-, Unfall-, S 52 Haftpficht-, Autoversicherungen es 55 Filialen in allen Bezirken Wiens, in allen 55 55 Landeshauptstädten und größeren Ortschaften j=: sa Oesterreichs es 55 Tätigkeitsgebiet außerhalb Oesterreichs: Es ES Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, ES •SS in der cechosiow. Republik,' Polen, Ungarn, Jugo- SS 25 slawien, Bulgaiien, Griechenland, Türkei, Ac ypCen SS —« und Paläsiina SS interessiert einstweilen Erez!Israel nicht als S t a a t, nicht einmal als ein Erlösiingsvcrsuch des galuthmtklcri Jaden, wie cs vielfach vom zionistischen Gesichtspunkte aus betrachtet wird, ja nicht einmal das muß für ihn die Hauptsachc sein, ob dort eine moderne Kolonisation rcligionsgesetzlich erlaubt oder wünschenswert ist. Das Problem Erez Israel ist für den orthodoxen Juden bedeutend einfacher. ln Erez Israel wohnen zurzeit etwa 150.000 Juden, die Hälfte davon!ist noch immer streng orthodox.!D i e s c große Zahl der T h 0 r a t r e u e 11 k o m in t aber im offen 11 i c 11 e 11 Leben des Landes kaum zur G e 11 u 11 g. Presse und Orgauisafion, diese modernen ׳Machtmittel, stehen den a n d c r e 11 zur Verfügung. Zwei große Tageszeitungen, 32 Wochenblättcr und zahllose periodische (Druckschriften vertreten und propagieren die Wünsche der anderen. Die Orthodoxie besitzt dort ein wohl mutiges und gutes Wochenblat't, ׳״Kol Jisroel“, das aber, ein einzelner schwacher Baum im großen palästinensischen Zeitungswald, als ipublizistische Vertretung wenig bedeutet. 'Da wirft sich die Frage auf: Was hast d tt, orthodoxer J11 de, in C h 11 z L 0 0 r c z dazu beigetragen, daß deine Glaube 11 s- 1t n d G e s i 1111 u 11 g s g c 11 o s s c u 1 n E r e z I s r 0 e 1 eine Waffe b c s i t z e n, die zur V e rt c i d i g u 11 g t a 11 glich ist, die i m harten K a m p f der M e i 111111 g e 11 j h r e r B c s t i in m u n g g e 11 ü g t. Ferner: Von 21.000 s c 11 u'1 b c s u c h c 11 d c 11 Kindern ׳i n 1P a last i n a werden b 0 1׳ ß 3000 i n orthodoxe n Schule 11, C h a d a r i in u n d T a 1 m u d ־ T h 0 r a s unterrichtet. Die übrigen 18.000 werden in ׳Schulen erzogen, die von den anderen errichtet und erhalten werden. ,Und wie ׳ist cs!bestellt um die Schulen der 3000? Sie schweben während des ganzen Jahres in der Gefahr, gesperrt zu werden, weil die Gebäude verwahrlost und die Lehrkräfte schlecht oder überhaupt nicht besoldet werden können, da kein Geld vorhanden •ist. Und wieder muß man fragen: Was hast d u d a z 11 b e 1׳' g e t r a g e :1, daß die jüdischen Kinder in Erez Israel, Kinder orthodoxer Elfern, in de 111 c rbitterten Kulturkampf der Orthodoxie erhalten •bleiben können? In Erez Israel mußte man in den letzten Jahren (für die primitivsten V 0 raussetziingc 11 eines orthodoxen Getneindelebens, eines orthodoxen Rabbinates, einer orthodoxen Schechita, känipfeu. ■Ein wichtiges Problem, auch dann, wenn es bloß für Erez ׳Israel!Bedeutueng hätte. Es wird aber zurzeit fast überall auf der Welt um die Regelung dieser Frage gestritten, und die Entscheidung, die in Jerusalem “׳*getroffen wird, ist 1keine!lokale Angelegenheit, sondern wird überall vernommen. Was hast du dazu b e i g e t r a g e 11, daß diese!Fragen in ׳deinem Sinne gelöst werden? Wir wollen die!Reihe dieser unkomplizierten einfachen Fragen in bezug auf Erez Israel nicht noch mehr häufen. Wir möchten nur darauf hinweisen, daß selbst dio älteste und verbreitetste Dokumentierung der!Verbundenheit der orthodoxen Juden mit Erez Israel, die Mc ir- B a a 1 ־ H a 11 e s s ->B ii c h s c, von eben diesen orthodoxen Juden alten Schlages, an die wir diese Fragen richten, vernachlässigt wird. Die Erträgnisse dieser Büchsen müßten das DoppeJte sein, um dieselbe Wirkung zu erzielen, die sie vor ׳dem Kriege hatten; die Erfahrung lehrt aber, •daß selbst in jenen Ländern, wo, wie in Ungarn, nichts für andere Palästinazwecke getaii wird, die Ertragnisse der 'Meir-ßaal-Haness-Büchse zumeist unter die Hälfte des Friedenser•träges gesunken sind. AH diese Fragen von. Grund aus zu verstehen suchen, , zu ihnen ernsthaft Stellung zu nehmen, ihre befried!- gende Lösung mit allen Kräften anzustreben — das ist unseres Erachtens das Erez-Israel-Problein des orthodoxen Juden. A g u d a s J i s r 0 e 111׳ a t i 11 den letzten sieben Jahren mit Einsetzung bedeutender Kräfte die Lösung dieser Fragen •gesucht. Ja, sie ging noch über diesen Rahmen hinaus und versuchte mit Zu- Stimmung ihrer großen rabbinischen Führer, vor allem Rabbi Chaim S o n 11 e n f e 1 d s, eine kolonisatorische Tätigkeit in Erez Israel!zu entfalten, die jedoch keineswegs als s t a a t s p o 1 i t i s c h e s Experiment gedacht war, sondern jene verbesserten ökonomischen Bedingungen schaffet! sollte, die zur Lösung all der brennenden Probleme, die wir hier kurz skizziert haben, u!1 u in g ä n g 1 i c 11 11 o t w e n d i g snd. Die Aguda hatte hei dieser Arbeit keinerlei parteipolitischen Ehrgeiz, sondern sich a u s s c h 1 i c ß 1 i c h a I s W 0 r t f ii h r e r der zur Aktivität erwachten O r 111 0 d 0 x i e betrachtet, die es als zehrendes Feuer in ihren Knochen empfand, tatenlos Zusehen zu müssen, wie die orthodoxe Majorität des Heiligen Lau d c s, das unser Land •ist, mag in der Welt was immer geschoben, immer geringer wird 11 n d a 11 i 11 r e 111 L e •b 0 11 s 11 e r v v c 1־ w 11 11 d c t wir d, w e 1111 die Jugend f a 1111 c 11 f 1 ii c 111 i g in das andere L a g e r ii b c 1־ g eben m 11 ß, weil sic sich von der Ortho-. doxie In Clmz Loorcz verlassen und vorr a teil f ii h'l t. Das ist׳ das orthodoxe Problem Erez Israels und cs möge sich nun jeder orthodoxe Jude in Ungarn fragen, was er 111 0 r a I i s c 11 u n d materiell f ii r d i e I b e f r i c d i g ende Lösu 11 g dieses Proble ,111 s g et a 11 hat. Tut er et w a s d a f ii r, will e r e t w a s d a f ii 1־ tun, so t u t und w ׳i 11 er d a s, w a s A g 11 d a s Jisroel tut u 11 d will, ganz gleichgültig darum, ob er offiziell der Aguda angchört oder nicht! Erez ׳Israel ist wohl das erste, aber nicht das einzige überstaatliche Problem, das c'incn orthodoxen Juden zu interessieren hat. Es gibt da so manche sch wierige Frage, ׳der man nur mit der organisierten Kraft der Gesamtheit be'ikommcn kann. Da ist zum Beispiel das tragische Schicksal des thoratrciieii Judentu ms in Rußland. Sicherlich gehört es nicht zur politischen Methode der Orthodoxie, sich in die Angelegenheiten anderer Staaten einzumengen, aber man muß sich vor Augen halten, daß eine ׳Hilfe für das thoratreuc Judentum in Rußland sehr wohl ׳itn vollen ׳Einverständnis mit den Sowjetbehörden ■vor sich gehen kann.!Die große Aufbaua r b e i t des Joint ist geradezu beispielgebend für solch eine Aktion. Man kann die großen amerikanischen Geldmagnateil sicherlich nicht der Sympathie für den Balschcwisnius zeihen lind doch stehen gerade sie an der Spitze einer in ihren!Dimensionen und in ihren geschichtlichen Auswirkungen geradezu grandiosen Hi'lfsarbeit für das russische Judentum. Sie halten cs für besser, diese Unglückliehen Menschen •in ihrer Heimat zu versorgen, als sie von Not getrieben in der Welt hcrumirren zu lassen. Leider konnten diese Kreise bis zum Tage nicht überzeugt werden, daß es bei einer Hilfsaktion für jüdische Menschen nicht genügt, einzig und allein für das leibliche Wohl, fiir die Stillung der leiblichen Bedürfnisse zu sorgen. •Die russische Regierung hätte sicherlich keine Einwendungen gemacht, wenn die •amerikanischen ׳,Geldgeber nicht nur •Sumpfboden urbar gemacht und sich mit den! nötigen Inventar den :Kolonisten für landwirtschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt, sondern noch überdies ein P 1 ä t z c 11 e n f ii r eine Syna •g 0 g c, e i 11 Häuschen für ei 11!B e •t h - Ham i d r a s c 11 1111 d eine geeignete S t e I 1׳ e für eine M i k w a h vor •gesorgt hätten. Den amerkanischen Millionären bedeuten solche Lebenszellen des Judentums freilieh wenig und sie haben vielleicht schon vergessen, daß noch ihre Väter und Großväter ohne all dies ein jüdisches Löben gar nicht für möglich hielten. So ist es die U nfähigkeit, wenn nicht die Schuld des thoratreuen Judentums, daß es Ibis zum heutigen Tage 11 i c )11 gelingen konnte, •diese Elemente des j ii d i s c h - r e 1 ig i ö s e ti Lebens in das große Aufbauwerk ■i 11 Rußland einzubc z׳i ehe n. Aber selbst wenn es zurzeit unmöglich wäre, unseren russischen ׳Brüdern unmittelbare Hilfe zu bringen, darf ein orthodoxer Jude irgendwo auf der Welt nur einen Tag lang vergessen, daß in Rußland Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons JULIUS HABER Kohlen- und Koksgroßhandlung Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Wien, II., TaborstraSe 9 § Fernsprechor Nr. 41-0-22 1 über zwei Millionen thoratreuc Juden, von einem Verhängnis sondergleichen getroffen, iti ihren! Seelenleben zu tiefst bedrückt, über die Erziehung ihrer Kinder verzweifelt, wirren Auges nach Hilfe Umschau halten?! Ein Midraschwort erzählt, daß G-tt jede Träne, die ein Jude in seiner Not vergießt, sammelt, bis einst der Tränenkrtig gefüllt ist. Mag sein, daß einst, wenn wir Thoratreuc Rechenschaft darüber werden ablegen müssen, warum wir jahrelang tatenlos der Tragödie unserer russisclicn Brüder zugcschaut haben, unsere Tränen für uns zeugen ׳werden, daß es uns nicht am Willen und an Mitgefühl gemangelt hat, sondern mir an der materiellen Möglichkeit und politischen Macht, unseren Brüdern •Hilfe zu •bringen. Was werden aber jene tun, die da werden gestehen müssen, daß sic nicht einmal Tränen für die Lebenstragödie ihrer östlichen Brüder übrig hatten, weil sie glaubten, •daß sie nur das a 11 g c 111, was sich u n m i 11 e 1 •b a r vor i 11 reu A u g e 11 a bspielt, weil für sie der Gedanke' d c r j ii d ischeu ׳Verbundenheit lind V e r a 111 w 0 r 11 i c 11k e i t, der Gedanke des •jüdischen Arcwiit!1, sich in der •Sorge lim K c h i 11 a 11 a 11 g c 1 c g e n- 11 c i t e 11 erschöpfte . . . Es müssen aber nicht gerade Katastrophen sein, die ein plan m ä ß i g c s Z u s a m in c ti a r ■b e i t e 11 •des gesamten thoratreuen Judentums verlangen. In unserem Zeitalter der internationalen Organisationen, im Zeitalter des Völkerbundes müßte das thoratreuc Judentum von 'vornherein auf jede Einflußnahme verzichten, wenn es nicht selber eine internationale O rg a n i s a׳t׳i 0 11 zur Vertretung seiner!Interessen hätte. Wir wollen bloß einige von diesen internationalen Problemen nennen. •Das Problem der Sabbatvuhe, die Frage dev Wänderung, •die Minoritätenfragc, die Kalendcrreform — das alles sind Angelegenheiten, die überstaatlich geregelt werden. H i e •b e i d a r f aber a ׳u c!11 •d i e Stimme des t h 0 r atreuen J u d e 11111 m s nie 11 •t fehle n. Agiidas Jisroel hat auf all diesen Gebieten s e!11 r wertvolle Arbeit geleistet: sie hat 4*die H i 1 f s a k t i 0 11 fiir das noMeidende thoratreuc Judentum in Rußland organisiert; sie hat koschere Lebensmittel in vielen zchntausenden Paketen nach Rußland geschickt und zur Wiedererrichtung dar zerstörten Mikwoa 11' s große Summen zur Verfügung gestellt; sie maeiht ununterbrochen Anstrengungen, um die •j ii d ■i s c h e A׳u f b a u a r •b e i t in Rußland im t h 0 r atreuen!Sinne zu beeinflussen; sie steht ständig mit dem Völker b u 11 d in Verb i ndun g, um bei der Regelung •überstaatlicher Belange auf die Interessen des thoratreuen J u d e n 111 m s aufmerksam zu madhen. Diese ׳Fragen muß •man vor Augen haben, wenn man sachlich fiir oder gegen die Aguda Stellung nehmen will. Wir haben diesmal nur die über staatlichen Probleme berührt. Vom innerstaatlichen!Fragenkomplex soll ein anderes Mal die Rede sein. P. Zum Wochenabsotmitt■ Aus dem Midrasch. 1״Die 'Lebensjahre ׳der S a r a 11 waren h u 11 d e r t s i e b e 11 u nd z w a n z i g.“ •Rabbi A'kiba hielt einst einen Vortrag und die ׳Versammlung war eingeschlafen. Er woJIte sie!aufwedken, da sprach er: Wie •kommt es, daß Ester über hundertsiebenundzwanzüg Provinzen regierte? Weil sie als eine Enkelin der Sarah, welche hundertsiebemmdzwanzig Jahre alt wurde, über ebensoviele Provinzen regieren sali. ,Abraham war a 11.“ Rabbi Meier ging nach Manila, wo er sah, ׳daß alle ׳Bewohner schwarzes Haar batten. Da fragte er sie; Ihr stammt sicher ׳von!der Familie des!Hauses Elis, von dem es I Sam. II, 33 heißt: ״Aller Zuwachs deines Hauses soll jung sterben■.“ Sie antwerteten: ,;Rabbi, bete für uns!“ Er sprach zu ihnen: ׳״Gehet und übet Gerichtigkeit und ihr werdet alt. werden.“ Warum? Weil es heißt: ״Eine Ehrenkrone ist graues Haar.“ Und wo wird sie gefunden? ״Auf dem Wege ׳der Gerechtigke.it.“ •(Mfschle XVI, 31.) Von wem kannst du •das lernen? Von Abraham, von dem es heißt: ״Seine Nachkommen beobachten den Weg des Ewigen, Gerechtigkeit ׳und •Recht zu üben.“ ׳Darum erreichte er ein so hohes Alter. * ,;Konim, Gesegneter des Ewigen.“ Rabbi Jose bar Dosa sagte: Elieser war ein Kanaaniter, weil er aber einem Frommen mit Treue gedient hatte, entging er dem Fluche und wurde ■gesegnet. * ״S ie entließen •und segneten si e.“ Rabbi Eibu sagte: Der Bruder und die Mutter waren mit dieser Heirat nicht einverstanden. Sie mußten sie zwar ziehen lassen, aber als Mitgift bekam Rebbeka —, bloß gute Wünsche mit. * * ה ״Jizchak führte sie in das ׳Zelt der Sarah, s e i n e r M u 11 e r.“ Solange Sarah lebte, schwebte eine Wo׳l׳ke über dem Eingang ■ihres Zeltes, mit ihrem Tode aber war diese gewichen, ,bei der Ankunft Rebekkas kehrte sie wieder zurück. Solange Sarah leibte, waren die Türen nach allen Seiten geöffnet, mit ihrem Tode aber schlossen sich dieselben, bei der Ankunft Rebekkas taten sie sich wieder auf. Solange Sarah lebte, war der Segen im Teige sichtbar, mit ihrem Tode aber ׳verschwand er, bei der Ankunft Rebekkas stellte er sich wieder ein. Solange Sarah lebte, brannte das Licht von einer Sa'b'batnacht bis zur anderen, mit ׳ihrem Tode aber erlosch es, bei der Ankimft Rebbe'kas entzündete es sich wieder. Als nun Jizchak sah, daß Rebbekas Tun dem Tun seiner Mutter gleich war, führte er sie in das Zelt seiner Mutter. * ״Abraham nahm wieder ein W e i b.“ R׳abbi Judan sagte: Das Gesetz will dir hier eine Verhaltungsmaßregel geben, wenn nämlich ein Vater erwachsene ,Kinder hat, so soll er nicht eher wieder zu einer Heirat schreiten, als bis jene verheiratet sind. Von wem kannst du das lernen? Von Abraham. Erst ließ er den Jizchak seine Neuvermählte •in das Zelt seiner Mutter Sarah führen, dann erst vermählte er sich, indem er die •Ketura nahm. ׳״Abraham g a b!a 11 e s, was ihm gehörte, dem Jizchak.“ Nach der .!Meinung des Rabbi Chama gab er ihm nicht Segnungen, sondern Geschenke. Gleich einem Könige, welcher einen!Lustgarten hatte, den er einem Gärtner übergab. In •dem Garten befanden sich zwei aneinandergebundene Bäume, einer!trug Früchte, •die Leben spendeten, der' andere trug Früchte, die den Tod brachten. Da sprach der Gärtner:!Benetze •ich den Lebensbaum, so trinkt auch der Todesbaum mit .ihm, benetze •ich diesen aber nicht, wie kann!jener dann bestehen? Dann aber sagte er sich: Ich als Gärtner muß meine Pflicht erfüllen; was dann dem Herrn des Gartens beliebt, das mag er tun. Ebenso dachte auch Abraham: Gebe ich erst Jfzchak den Segen, so werden auch die Kinder Ismaels und der Ketura Anteil daran haben, segne ich!letztere aber nicht, wie kann ich Jizchak segnen? Dann aber sagte er sich: Ich bin ein Mensch, heute bin ich hier und morgen ,kann ich •im Grabe sein; ich habe das Meine getan, von jetzt ab und weiter mag G-tt tun ni seiner Welt was ihm beliebt. ׳״Dies sind die Lebensjahre Ismaels.“ Warum zählt •die Schrift die Lebensjahre dieses Frevlers auf? Weil er so weit aus ■der Wüste gekommen war, um seinem Vater den letzten Liebesdienst zu erweisen.