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Jüdische Presse · 1927-10-07 · 39 (7.10.1927) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
39 (7.10.1927)
Date
1927-10-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Novinovä vyplat06 povolend rladit post a telegrafov v Bratlslave öls. 41572-11120־. Zeitungen vom Verleger Vitsändet. Journal expödie par 1‘editeur. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Administration! Wien, 11.,Leopolds• »asse 26, 1. Stiege, 1. Stock. - Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei! Bratislava, Postfach 140, Erscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: ffir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53,38«; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko, N. 48.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Nr. 39 Wien-Bratislava, 7. Oktober 1927 ,iw ב״ה וינןד&חנסשמוג י׳א תשרי IS.Jahrg. ©$>(3]e) tarn h tarn h b» סוכות S^epR96»ss»s®!59s»ss«9e Erfüllung. Den wenigsten, vielleicht keinem Menschen ist es gegönnt, alle seine Wünsche mit •Erfolg gekrönt zu sehen. Dieses Verhältnis der Unzulänglichkeit zwischen Wollen und Werden ist der Grunäzug der Tragik!des Daseins. Umso beglückender ist es, es einmal miterleben zu dürfen, daß diese Tragik vollkommen ausgelöscht ist, daß es nicht nur einen Einzelnen, sondern eine ganze Gemeinschaft von Menschen gibt, •die einer solchen Erfüllung teilhaftig geworden sind. Das aber ist der geschichtliche Grundzug unseres Sukikothfestes und deshalb ergeht an uns der ׳Ruf, es zu einem Feste der Freude vor allen anderen zu gestalten. Allein wenn es nicht mehr wäre, als die geschichtliche Erinnerung, wenn es dem Augenblick, der Gegenwart seine Wirkung versagen würde, dann wäre die Freude nur eine ׳künstliche, und ■bald miißten die Schwingungen der ׳Seele versagen. Darum soll ׳und• kann diese Zeit uns •zeigen, aüf welchem Gebiete die Wünsche des Menschen auch heute noch ׳ihrer Erfüllung sicher sein!können. Füglich bedeutet das Fest ■des •Auszuges die Verheißung, .׳das Fest der Offenbarung, die Weisung des Weges und das Fest der Hütte die Erfüllung, denn schließlieh geht!ja alles Wünschen der Menschen dahin, ihrem Dasein einen Inhalt, einen Sinn zu geben. Gewiß, es gibt Menschen genug, die Inhalt und Sinn nur im Zusammenhang mit der Erde suchen •und dann freilich sich wundern, daß •die Unzulänglichkeit des Irdischen den gewaltigen Akkorden des Lebens einen Widerhall nicht ganz und nicht immer zu geben vermag. Dies gilt für die einzelnen Menschen ebenso, wie für die Menschengruppen und Völker. Darum hat die ,Verheißung, die ja doch zunächst nur das irdische Gut der Abschiittelung des Sklavenjoches ׳brachte, sofort eingesetzt mit dem klaren Hinweis darauf, daß es gelte, ■die Erde •mit dem Himmel zu vermahlen und ׳darum endlich zeigt die Erfüllung, daß alle Wünsche der Menschen, die sich dieser Verbindung, dieser unlöslichen Verbindung bewußt sind, die Gewißheit der Erfüllung in sich bergen. Die nach Namen ringende •Geschichtsforschung; nennt die äußeren Verhältnisse, unter denen sich die Glücksfülle über die Bewohner der Zelte, und ׳Hütten ergoß, eine Theokratie. Der Name und der Inhalt dieses Namens ist heutzutage nicht sehr beliebt; aber wenn der geschieht- שומז T£Mr«ro כשי (תחת השגחת הרב ד ישעי פורסט שיסשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberiabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! liehe Beweis erbracht worden ist, daß unter der Herrschaft dieses Namens Millionen von Menschen einmal restlos glücklich waren, wer hätte dann das Recht, dieses Gebilde als untunlich und veraltet zu bezeichnen? Wenn diese Millionen weiter ׳dann mit der Kraft begabt waren, auch ein nach irdischen Begriffen machtvolles und kulturförderndes Staatengebilde zu schaffen und wenn sie dann, als sie den vorgeschriebenen Weg verließen, alljährlich sogar aus der Erinnerung nur dieser Glückerfüllung neue Impulse zur inneren Verjüngung schöpfen, wer vermag dann zu behaupten, daß es nicht mehr wäre, als eine Erinnerung? So ist denn unser Sukkothfest durchaus der Mut des Bekenntnisses zu einer geschichtlichen Erscheinung. Unter dem Zeichen dieses Bekenntnisses fanden sich in den Zeiten Salomon und Joschijahu ׳König ׳und Volk,, sollten sich, nach dem Willen des Allmächtigen!in jedem 7. Jahr Volk und König Rechenschaft geben, vyas ihnen Verheißung und Erfüllung bedeutet. Aus diesem ׳Bestreben entstand das Versammlungsbuch Koheleth, das ebenso das Auf und Ab der Erde wie die Grenzmarke der ,Wünsche der Einzelnen und ihrer Erfüllung zeigt. ■Sukkoth lehrt •uns also, wie sich Einzelschicksal im Schicksal der Allgemeinheit wiederholt und wie anderseits das Glück der durch tausend Fäden miteinander verbundenen und verknüpften Menschheitsgruppen bestimmend auf den Einzelnen wirkt. P. K. Wolf Pappenheim ני zum Gruß. /Am Jom Kippur des Jahres 1S48, als unter dem Donner der Geschütze die Truppen Windischgrätz‘ in das niedergewoirfene revolutionäre Wien;einzogen, erblickte in •der ׳Preßbur.ger Judenstadt als Sohn ■einer Familie, die seit Generationen dazu!berufen' war, in der Leitung dieser Muttergemeinde des thoratreuen Judentums eine führende Rolle zu spielen, Wolf Pap!penih eim das!Licht der Welt. ׳Die Stürme zur Zeit seiner Geburt spiegeln sich!in dem Wesen dieses hochbegabten Menschen. Aufgewachsen und erzogen ln einer vornehmen Umgebung saß er als Jüngling zu den Füßen des iKsaw Sofer, •dessen belehrende Worte er mit dem glühenden Durste des lernbegierigen Schülers aufnahm und genoß, was damals eine besondere Seltenheit war, eine gründliche und umfassende allgemeine Bildung. Im (Hause seiner Familie trat er zu den zahlreichen Persönlichkeiten, die damals die großen Kämpfe für die Orthodoxie führten, in engere!Beziehungen. ׳In der Jeschiwah, die damals eine Glanzperiode feierte, befreimdete er sich mit vielen Bachurim, die in! der Folge führende. Stellungen zu übernehmen berufen waren. (Zum Beispiel: Ohaim Sonnenfcld, Salomon Breuer, M. ׳H. Fuchs, Jesaia Fürst u. a.) Der rege Geist des ■jungen Wolf Pappenheim schafften ihm in frühen Jahren Zutritt an den Beratungstisoh ׳der führenden Männer der ungarischen Orthodoxie, so daß er, kaum den /Knabenjahren entwachsen, •bald in den vordersten Reihen der eifrigsten Kämpfer gegen die Reform stand. Diesen Platz behielt er sein ganzes Leben hindurch. Er ist und bleibt immer die unbeugsame Kampfnatur. In Preßburg, in Paris, in Wien, wohin ihn ■immer sein W׳׳eg führte, immer, überall sehen wir ihn als führenden Rufer im Streite für die alte, unverfälschte Thora gegen die zerstörende Reform. Unbekümmert um äußerliche Sorgen •und Mißlichkeiten, ist er ein unnachgiebiger, unbeugsamer Ver- Minder und Herold, der selbständigen, unabhängigen Trennungsorthödoxle. Wo in der Welt dieser. Gedanke eines Verfechters bedarf, ist Pappenheim ■bereit, mitzukämpfen. Es ist selbstverständlich, daß er in Wien, wo er seit •mehr als 30 Jahren zu Hause ist, in sämtlichen!jüdischorthodoxen Körperschaften und Anstalten führend und leitend arbeitet. Unermüdlich, unverdrossen, ■alles, vom Kleinsten bis zum Größten, das Wichtigste und das Mindeste ist sein ,Ressort» seine ■Interessensphäre, die er ׳jedem gegenüber verteidigt. Er weiß es immer durchzusetzen. daß ,jeder die Dinge und Ereignisse ,mit ,der Brille betrachtet, die er aufsetzt. — Welche Aemter er bekleidet, das ist ,nicht gut auf zuzählen, ■denn es gibt wohl hier keine ,Stelle in der orthodoxen Judenschaft, in der Wolf Pappenheim ■nicht führend mittätig wäre. Den Mittelpunkt seiner Tätigkeit bildet seit drei Jahrzehnten die Vertretung ׳der Adas Jisroel und ihrer Institute, sowie die vielen orthodoxen Bethäuser, Talmud Tlhoras usw. Seitdem der Gedanke ■der Agudah in die Welt gesetzt wurde, ist Pappenheim ihr begeisterter Ver- Minder und all sein Sinnen ׳und Trachten gehört der großen Idee, die die Agudah verkörpert und ihr gilt seine unablässige Arbeit. Diese umfassende Arbeit im öffentlichen Dienste, die den ganzen Mann Tag und Nacht, vom ,frühen1 ׳Morgen bis •zum späten Abend, vollkommen in Anspruch nimmt, läßt Pappenheim noch ■Zeit und Muße, täglich ungezählte Hilfe- und Ratsuchende zu empfangen, die ihm von ■den zahlreichen Bekannten und Freunden aus aller, Welt empfohlen werden. Dem einen besorgt er die Spitafcaufriabme, dem anderen einen Freiplatz in einem :Kurort, ein anderer benötigt den Mietzins, der wieder die Für-' spräche bei ,jener oder dieser Behörde. Allen ist er zu Diensten, für jeden ■ist er liebenswürdig und entgegenkommend. Und wenn alle diese Empfänge und zahlreichen Konferenzen und Sitzungen zu ׳Ende sind,!muß er ׳für einen erkrankten Schiursager einen Vortrag über Pirke Abath, über den Wochenabschnitt oder ■dergl.!halten.!Dieser arbeitsfrohe, •nie müde Jüngling tritt ■nun in das Alter der abgeklärten Kraft. Jubiläen feiern will er nicht. Aber nicht Bescheidenheit ist die Zurückhaltung. Nein, Jubiläen sind die Einleitung zur Ruhe und Rast. Daran aber ■denkt $ nicht. Er fühlt in sich ■die ungebrochene Kraft und ■Lust zur unverminderten Arbeit, Awodas Hakodesch für alle. Und er hat recht. Wir erwarten und wünschen von seinem jugendlichen Geist noch viele ersprießliche Dienste zum Wohl von Klal Jisroel. IBRIRMD. Kauf einer Perücke ist eine Vertrauenssache! kaufen, wollen I!T'k־ Ofhmar Schiffs neu erschienene Modecfusgabe haus Jahrzehnten in Material die besten, in Mode die geschmackvollsten und im Preise der Qualität und Ausführung entsprechend billigsten Perücken. Die vornehmsten und elegantesten orthodoxen jüdischen Damen aller Weltteile gehören zu den anhänglichsten Kunden Othmar Schiffs. Im Palle Sie, gnädige Frau, die erwähnte Modeausgabe über Perücken der Firma Othmar Schiff noch nicht bestz^n. verlangen Sie deren kostenlose Zusendung von der (Gegenüber dem Hotel Bristol) Perücken-Kunstwerkstätte OTHMAR SCHIFFf Wien, I., Kärntnerring Nr. 6 KEINE FILIALEN! TELEPHON Nr. 51-3-62 KEINE FILIALEN I P. S. Um Irrtümern vorzubeugen. bitte gefl. den Vornamen ״Othmar* u! d die Adresse genau zu beachten!

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