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Jüdische Presse · 1927-09-16 · 37 (16.9.1927) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
37 (16.9.1927)
Date
1927-09-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 37 JÜDISCHE PRESSE Seite 229 würdigen Sohne und Nachfolger im Amte, als einzig richtig erkannt und gelehrt wurde. Hierauf wurden die Herren Heinr. W e i s z - Nitra, Sam. B e r n f e 1 d - Topolcany, Wilhelm Donnebaum- Bratislava, W. Goldfinger - Presov in das Tagcspräsidimn und die Herren Emil Herczl - Bratislava und J. Quitt- Nove Zamky zu Schriftführern gewählt. Sodann verliest Herr Wilhelm D o!1 n e b a!1 ni einen ausführlichen, auf alle Zweige des Agudahlebens sich erstreckenden Tätigkeitsbericht der Verbandsleitung, der auch alle Schwierigkeiten erwähnt, die der Entfaltung einer ungestörten Agudä-Arbeit imitier noch im Wege stehen. Der Bericht schließt mit einem warmen Appell an die Delegierten, dafür zu sorgen, daß diese Arbeit endlich in normale!Bahnen gelangen könne. Der Kassabericht wird von Herrn Max Weis z- Bratislava präzis und sachgemäß erstattet. Im Rahmen der Generaldebatte, die jetzt begarin, kamen Anklagen und Beschwerden gegen die Vcrbaudslcitung, die Latidesorganisation, den Generalsekretär offen und bewundernswert sachlich/ zur Sprache. Da zeigte es sich, wie groß die Sehnsucht nach Agudas Jisroel ist in allen Orten, wo die jüdische Jugend noch Lebenskraft in sich fühlt und den Abfallsströmungen Widerstand zu leisten entschlossen ist. Eine große Anzahl der Dolegierten brachte Anregungen und Gedanken zur Ausgestaltung der Aguda vor. Sehr eindrucksvoll waren die Wünsche zur Ausdehnung des Organisationsnetzes auf die Gemeinden der 0 s t s 1 0 w a k e i und des Podkarpatska- Rus. Die Schilderung der dortigen Zustände, die von der Jugend dem Mangel an Aguda-Arbeit zugeschr-ieben werden, übten auf alle. Delegierten und Gäste eine tiefe Wirkung aus, die in den später angenommenen Resolutionen zum Ausdruck kam. Sämtliche Gruppenvcrtreter gaben die feierliche Versicherung ab, daß sie nach dieser Tagung mit gesteigertem Arbeitseifer um die Ausgestaltung der Aguda bemüht sein werden. An dem Gedankenaustausch nahmen bist alle Anwesenden teil, im besonderen die Herren Goldfinger aus Presov, Julius Bock, M. B 1 u m e n f c 1 d, Willi. Stark und 1F. B r a n n aus Nitra, Sam. B e r n f e I d. E. S c h 1 e s i 11 g er, A. W e i n r e b und A. Löwy aus Topolcany, D. Krojnik aus Nove Zamky, Bela Beck und!H. Weisz aus Trnava, Max Löwy. Ch. J. Weisz und J. J. Braun aus Bratislava. Als die Generaldebatte zum Abschluß gelangte, erschien unter lebhaften Jechi-Rufen der ganzen Versammlung Sne. Ehrw. Herr Oberrabbiner Aron Katz, der gerade ■von einer Reise ,heimgekehrt war, im Saale. Herr Ch. J. W e i s z-Bratislava begrüßte ihn herzlieh als den ersten Künder der Aguda in der Slowakei und als Präses der Aguda-Landesorganisation. Herr O b e r t־ a b b ׳i n e •r Katz antwortet tief bewegt und eifert die Aguda-Jugend zur mutigen und unaiisgesetzten Arbeit an. Die Alten werden dem heiligen Eifer der orthodoxen Jugend nicht bloß mit beschaulicher Be- Wanderung Zusehen, sondern am Ende sich auch selber zu Taten aufraffen, wie sie die Zeit dringend gebietet. Es sei seine tiefste Ueberzeugung, daß ohne Agudas Jisroel das orthodoxe Judentum in den großen Kämpfe n d e r G e g e 11 w a r t nicht wir ks a m zur Geltung gelangen könne. Rauschender Beifall zeigte dem ehrw. Oberrabbiner, daß seine Worte im* Herzen der Jugend Widerhall gefunden haben. כשי Fleisch u. Geflügel unter Aufsicht der עדח ישראל (Schiffschul). Se'chwaren aus der Fabrik Gabriel Fischer wie sämtliche Weine und Spezereiwaren כשף• M. Wien, IX., Liechtensteinstrasse Nr. 117 Telephon 11*682־. — Jede Bestellung wird telephonisch ent־ gegengenommen und sofort ins Haus zugestellt. Bollinger״ Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien, XV., Staglgasse Nr. 10. Telephon 38-4-19 Filiale: V!I., Burggasse Nr. 17. Telephon 32-3-80 *«■aEErMMHHneBNHBBtfBiaaBaMHaMMaMBHMHMiaiMBMnMaannaaaHnnaMMWMmwBaasaraaaRnHRnt■■ Landesorganisation die dringende Bitte, mit einem der Sache würdigen Nachdruck die endgültige Konstituierung eines Rabbinischen Rates der A. J. in der Slowakei zu fordern. Die Schaffung eines rabbinischen Forums ist eine Lebensnotwendigkeit für gedeihliche Agudas Jisroel-Arbeit. 2. Der Delegiertentag der Agudas Jisroel-Jugend- Organisation wendet sich an alle Rabbiner der Gemeinden, in denen Aguda-Jugendgruppen noch nicht existieren, mit der Bitte, im Interesse, der Erhaltung der Jugend fiir die Ideale des thoratreuen Judentums, die Gründung von Aguda-Jugendgruppen anzuregen und mit allen Kräften zu fördern. 3. Der Delcgiertentag beauftragt die Verbandsleitung und ersucht die Landesorganisation der Ortsgruppen, an die agudistisch gosinnten!Rabbiner mit der Bitte heranztttreten, sich zur Abhaltung von Propagandavorträgen zur Verfügung zu stellen. 4. Der Delegiertentag stellt fest, daß. die aus den Joschivos hervorgehende Jugend das in erster Reihe für die Aguda in Betracht kommende Element ist. Demgemäß werden die zukünftige Leitung und die Gruppen aufgefordert, ihre Organisierung in den Reihen der Agudoh durchzuführen. 5. Die Gruppen verpflichten sich, zur Ermöglichung der Organisationsarbeiten, •ehestens ihre pflichtmäßigen und rückständigen Beiträge an die Leitung des Landesverbandes abzuliefern und, soferne Gruppen Reservefonds besitzen und dadurch in der Lage sind, der Leitung die Organisationsabgaben vorzustrecken, werden sie diese auf drei Monate voraus erlegen. 6. Der Delegiertentag beschließt, daß die Zugehörigkeit zur Agudas Jisroel die Verpflichtung in sich ׳begreift, die allgemeinen Fonds der Agudas Jisroel und ihre finanziellen Instrumente in weitestem Maße zu fördern. Die Jugendgruppen haben deshalb ihre ganze Tatkraft dafür einzusetzen, daß in ihren Orten fiir die Fonds der Agudas Jisroel unausgesetzt eine rege Sammeltätigkeit entfaltet wird. — Jede Jugendgruppe ,hat zu diesem Zwecke eine besondere Sektion einzusetzen, deren!Leiter dem Vorstande und in weiterer Folge dem Landesverband für ihre Tätigkeit verantwortlich ,ist. In den Sman-Tfillo-Zetteln, die von den Gruppen möglichst überall herausgegeben werden sollen, ׳ist das Interesse der breitesten Kreise fiir diese Sammelaktionen und deren Bedeutung wachzuhalten. Hierauf erstattete der als ,Gast anwesende Herr .Mosche Glückmann-Porusch aus Jerusalem, Generalsekretär der Agudas JisroeLOrganisation im Heiligen Lande, ein äußerst .wirkungsvolles Referat über den Stand der Orthodoxie in Erez Jisroel. ,Seine Berichte 'hinterließen einen mächtigen Eindruck. Auf Vorschlag der Kommissionen und einzelner Delegierten wurden sodann die folgenden Beschlüsse m׳it großer Begeisterung einstimmig angenommen: 1. Die am 14. Elul in Nitra versammelten Vertreter der slowakischen Jugendgruppen erklären: Die Aguda- Jugend des Landes ist!von dem ehrlichen Bestreben beseelt,!im Dienste der Agudas Jisroel intensive Arbeit für die Stärkung und ,Erhaltung des wahren Thorageistes zu leisten. Sie ,benötigt jedoch hiezu moralische ,Stütze von seiten der orth. Baale-batim wie auch der berufenen rabbinischen Autoritäten. Der Delegierteniag richtet daher an den G. A. wie auch an die Leitung der slowakischen Türen es lim!Hause des Maharil gab. Es \v;ir־d nämlich iberichtet, daß sich zu seiner Zeit der Irrtum eingesohlichen hatte, als!brauche man nur für die Haustür eine Mesusa, es sei 1besonderes Chassidus und sähe deshalb w!ie Lieberhebung aus, Wenn man für jede Tür eine Mesusa ׳habe. Mit aller Schärfe wendet sich Mäharil dagegen, und weist alle ,Gründe zur Verteidigung dieses Fehlers als absurd zurück. Unser Gebrauch, die Mesusa ,in schiefer Lage anzubringen,!geht auf Maharil zurück, der damit' zwischen der Ansicht Raschis ■und Rabbenu Tams einen Ausgleich schaffen wollte. ׳Maharil!hatte 50 Bachurim. Das hören wir bei der Erzählung von dem einzigen Bann, den Maharil über jernanden verhängt hatte. Der Sohn des Gemeindedieners ■hatte gegen einen seiner Bachurim ein sehr häßliches Schimpfwort öffentlich gebraucht, )Maharil verwies sehr streng den Schimpfenden und legte ihn in den!Bann. Als einige Tage nach dem Vorfall Maharil einmal mit 50 Bachurim aus.dem Lehrhause •kam• und der Gebannte sowie dessen Vater jeder für sich den Beleidigten ,um ׳Verzeihung bat, •hob Mabaril den Bann wieder auf. Wiederholt wird die ״Gesera“ erwähnt, und daß durch dieselbe die geistigen Kräfte abgenommen hätten. Es!ist dieses die in ihrer Furchtbarkeit gar nicht auszudenkende מרת ק״ט, die gräßlichste Verheerungen der jüdischen Gemeinden in der ,Schweiz, dem Elsaß, den Rheinlanden und dem heutigen Bayern in den Jahren 1348!und 1349 ,mit sich brachte. Die Autorität des Verfassers des Sefer Aguda, dem Maharil ■vielfach folgt, wird damit begründet, daß er vor der Gesera lebte. ׳Durch diese Verfolgungen zur Zeit des schwarzen Todes wurden die altberühmten und (bis ■dahin in hoher Blüte stehenden Sitze des Thorawissens in Deutschland zerstört. Das Furchtbare und Umfassende dieser Gesera ersehen wir aus den!zahllosen Namen der ,,Heiligen“, die im Martyrologium des alten Mainzer Memorbuchs genannt werden. Unsere großen Lehrer, die berühmten Schüler des Rabbi Meir von Rothenbürg, •Rabbi Mordechai ,ben Hillel, der Verfasser des Mordechai, in Nürnberg, Rabbi Meier Häkchen, der Verfasser des Hagahoth Maimuni, Rabbi Moses Parnaß, Autor des Sefer Haparnas, beide in Rothenburg, fielen als Opfer der tlurch die Schrecken der Seuche wahnsinnig gewordenen nichtjüdischen Bevölkerung. Rabbi’ Ascher ben Jechiel wurde durch seine Auswanderung nach Spaniaaf;gerettet. Auch der Schüler, welcher die Gefangenschaft 7. Der Kojfer ׳Nefesch bildet eine der wichtigsten Institutionen der Aguda. Es ist die Sache der Jugendgruppen, den Koifer Nefesch alljährlich einzuheben und die gesammelten Beträge •an die Leitung abzuführen. Der Delegiertentag betont ausdrücklich, daß keine Jugendgruppe von dieser Verpflichtung für den Kojfer Nefesch enthoben ist. Herr J. J. B r a u n - Bratislava richtet an die Versammelten eine Ansprache über die Jugendarbeit und ihre organisatorischen Prinzipien. Unter dem Eindruck seiner Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, (I., Nestroygasse 11 des R. Meier von Rothenburg geteilt hatte, und der uns in dem &590 ספר השב׳״ Gebräuche ■und (Entscheidungen des Rabbi Meier von Rothenburg überliefert hat, scheint verschont worden zu se׳in. Die ■genannten fünf Sahüler des R. Meier ben ׳Boruch und, deren großer Lehrer selbst, Dימה ר״ Sind die Autoritäten, auf die sich Maharil hauptsächlich stützt. Dazu kommen noch die Turim des ׳R. Jakob, Sohnes des Rabbi Asdher ׳ben Jechiel. Die Turim werden in ähnlicher Weise!genannt, wie man später den Sahulohan Aruch anführt. Maharil nahm die Turim mit in die Synagoge, auch am Sabbat der sieben Trauertage, \$,e Rabbi Salman St. Goar bemerkt, sicher um darin ׳die" Tr au er- Vorschriften ■zu lesen. Maharil lebte in der Stadt der Erfindung!,des Buchdrucks, kurz vor dieser segensreichen Erfindung. Es ist für uns ein erbebender Gedanke, daß unsere alten ■Lehrer die Schwierigkeiten der Herstellung und Beschaffung der Handschriften überwanden, daß Maharil ׳beispielsweise außer den oben genannten eine ,ganze Reihe Werke der Rischonim kennt und benützt. ■Bei Erwähnung des בשר *D ע״ג גחלים freilich (bemerkte er bedauernd מפני המתת נעלם ממנו. •Daß man vor der Erfindung des Buchdrucks lebte, zeigt sich uns fast nur darin, daß damals die Talmudkommentare sich nicht mit der Gemara in einem Buch zusammenbefanden, sondern besondere Codices bildeten. An ■der Stelle beispielsweise, wo!Maharil mahnt, \die Piutim mitzusagen, tadelt er ,die Schüler, welche die Tossaphot mit ■in die Synagoge nehmen und daraus während des Vortrages der!Piutim lernen. (Schluß folgt.) JÜDISCHE GARTENBAU-UNTERNEHMUNG M. Friedhaber & G. Schlank Staatlich geprüfte Gärtner Telephon 83-8-03 Wien XIII. 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Weisz für die vorzügliche Leitung der Verhandlungen und an die Nitraer Jugendgruppc für die mühevolle Arrangierung in feierlicher Stimmung geschlossen. Nach Schluß der Versammlung veranstaltete die Nitraer Jugendgruppc zu Ehren der Gäste ein kleines Bankett, das sämtliche Erschienenen bis zum Abgang des Zuges in freundschaftlicher Unterhaltung bcisamrnenhiclt, Achtung, Mütter! Anhaltende Appetitlosigkeit, ׳Blutarmui; Altersschwäche erfordern rechtzeitiges Eingreifen. Nicht zögern! ״L e c i f e r ch i u a t Kola r“ Maltosechinaeisenwcit! mit Lecithin, nach zahlreichen, ärztlichen Gutachten rasch wrksain. wohlschmeckend, appetitanregend und blutbildend. Erhältlich in allen ,.Apotheken. Dienstfreiheit fiir die jüdisches! Soldaten in den historischen Ländern und in Podkarpatska-Rus. Ueber Ersuchen der orthodoxen ,Landeskanzlei in Bratislava, hat das Ministerium für Landesverteidigung in ׳Prag an die Militärkommando׳!! in Prag. :Brünn und Uzhorod am 12. Juli ■unter Zahl 27—22.840—bk. 1/3 oddel, beziehungsweise unter ZI. 33.293-27 einen Erlaß ׳gerichtet, im gleichen ׳Sinne wie der in dieser Zeitung veröffentlichte Erlaß des Landeskommandos ■fiir die Slowakei. Beachten Sie unsere Beilage der Firma Salomo 1! L i c 111 e n f e I d. B r a t i s 1 a v a, Kapuzinergassc 2. ב״ה Jöka Dunajska Stredä Verlobte אלול תרס״ז Grete Pollok ״ הFerdinand Mondschein Wien, II. Wien, XX. Verlobte Wien, im September 1927, Hugo Bergstein Sopherl Drechsler Wiener-Neustadt Neunkirchen Verlobte Renee Kohn Velky Meder Israel Duschinsky Bratislava Verlobte Religiöser Engroskaufmann, Witwer wünscht sich mit Fräulein oder mit einer in entsprechenden Verhältnissen sich befindenden Witwe unter 40 Jahren zu verheiraten, die auch seinen Kindern die Mutter ersetzen könnte. Gefl. detaillierte Zuschriften unter ״Schiffschul“ an die Wiener Administration dieses Blattes erbeten. Fiir Männer und Frauen! Röcke, halbwollene, Stück tsch. K 10, 12, 15. 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