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Jüdische Presse · 1927-09-02 · 35 (2.9.1927) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
35 (2.9.1927)
Date
1927-09-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 35 JÜDISCHE PRESSE Seite 217 mcflRiCBTEN. Bl Feierliche Eröffnung des dritten Fortbildungskurses für Bajs Jakob-Lehrerinnen. — Bestich Dr. Jilrigs in Krakau. Die Grundsteinlegung zur Lehrerinnenbildungsanstalt mußte auf den 16. Elul verschoben werden, da eine große Anzahl ausländischer Delegierter erst zu dieserh Termin in ׳Krakau eintreffen kann. 1 In Anwesenheit der bereits zahlreich eingetroffenen Gäste, unter denen die prominenten!Führer der Bajs Jakob-Bewegung, Dr. ■Deutschländer ׳(W6en), Rabbiner Dr. Jung (!New York), Rabbiner M. Ch. L a 1t (Suczawa), mit besonderer Freude begrüßt wurden, fand Dienstag den 2. Elu! die feierliche Sertiester-Schlußfeier in den Räumen des derzeitigen Bajs Jakob-Heimes statt. Die Schlußprüfungen wurden durch die Dozentinnen Fräulein Rosen bäum und Fräulein Landsiberg in Anwesenheit des Schulrates Dr. D e u t s c h 1 ä n d e r und des gesamten Kuratoriums mit außerordentlich befriedigenden Erfolgen vorgenommen. Einige Schülerinnen hielten meisterhafte Vorträge über biblische und Wleltanschauungsthemen. Die Feier beschlossen Ansprachen der Herren Rabbiner Dr. Jung, Schulrat, Dr. D!e u t s c h 1 ä n d e r, 0. Spira, die von dem nach mehreren hundert Köpfen zählenden Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurden. Mittwoch den 3. Elul .fand die Besichtigung des an den Ufern der Weichsel befindlichen Bauareals statt. Die schöne, gesunde Lage wurde einmütig als äußerst zweckentsprechend befunden. Am selben Tage wurde der dritte Fortbildungskurs für Bajs Jakob-Lehrerinnen in feierlicher Weise eröffnet. Sämtliche Teilnehmer gaben ihrer Anerkennung über die in so kurzer Zeit vermittelten /Kenntnisse und pädagogisehe Sicherheit der jungen Lehrerinnen Ausdruck, insbesondere äußerte sich Herr Rabbiner Dr. Jung in Worten höchsten Lobes über die Leistungen des Seminars und der angegliederten Uebungsschule. Abends vereinte ein Bankett im Hause des Senators Bauminger, das in überaus erhebender Weise verlief, die Gäste. In den Ansprachen der!Herren Dr. Deutschländer, Rabbiner Dr. Jung, ׳־Lau, Horowitz und anderer kam der feste Wille zum Ausdruck, das begonnene und ׳unter so viel Opfern und Schwierigkeiten fortgeführte Werk zur Vollendung zu bringen und unentwegt durch intensivste Arbeit im ׳In- ■und Ausland das Erfordernis sicherzustellen. Oie Grundsteinlegung selbst, für •d׳i!e■ sich in allen Kreisen der Judenheit das lebhafteste Interesse kundgab, ist. wie erwähnt, auf den 16. Elul festgelegt. Vom Baukomifcee werden zum Empfang der zahlreich angemeldeten Gäste umfassende Vorbereitungen getroffen, an denen sich die Bevölkerung von Krakau spontan beteiligt. Die pro- :minenten Gäste, besonders Herr Rabbiner Dr. Jung, der an der Zustandebringung der Gelder!für den Bau hervorragenden Anteil hat, waren Gegenstand herzlicher Ovationen. כשי Fleisch u. Geflügel unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschül). Selchwaren aus der Fabrik Gabriel Fischer wie sämtliche Weine . und Spezereiwaren כשף• M. BSckgrlini», Wien, IX., Liechtensteinstrasse Nr. 117 Telephon 11*6-82. — Jede Bestellung wird telephonisch ent*, gegengenommen und sofort ins Haus zugestellt. Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 Äie besten Fabrik: Wien, XV., Staglgässe Nr. 10. Telephon 384-19 Filiale: Vil., Burggasse Nr. 17. Telephon 32-3-80 ■——■■■■■«• .;■IM ו —«I Oberrabbiner S. Fürst ist!nach ׳mehrwöchigem Aufenthalt am Semmering diese Woche glänzend erholt nach Wien ׳zurückgekehrt.;: Einschreibungen an der ״Jessod-Hathora“. Sonntag den 14־. Elul bis Donnerstag den 18“. Elul .(11., 12., 13. und H. September a. c.) finden die ,Einschreibungen für den Kindergärten, für die •Knaben- und Mädchenreligionsschule an der Jessod-Hathora zwischen 10 ׳und 12 Uhr!vormittags im Schulgebäude, II., (Nestroygasse 11, statt. Die p. t. Eltern werden aufmerksam gemacht, daß spätere Anmeldungen nicht berücksichtigt werden!können. Die Ethroglm-Verteuerung. Von maßgebender Seite wird uns mitgeteilt, daß eine Anzahl Rabbiner beschlossen hat. nach Möglichkeit dem Unfug der Preistreiberei mit ד׳ סינים zu steuern. Sollten die schändlichen Vorgänge der letzten Jahre sich wiederholen und di׳e׳ Ausbeutung des Publikums bei der Preisstellung der Ethrogim versucht werden, beabsichtigen die!Rabbiner, einen Issur herauszugeben, der •verbieten wird, mehr als ׳einen Ethrog für eine größere Gesellschaft (Bethaus, Minjan, kleine GerHeinde) anzukaufen. Wir veröffentlichen diese Absicht, um erstens die geehrten Rabbiner, die noch keine Kenntnis von diesen Treibereien haben, darauf aufmerksam zu machen, zweitens die kleinen ,׳Händler zu warnen, daß sie nicht den Ausbeutern in die Hände fallen.'Sic könnten mit der riesig ■überzahlten W!are liegenbleiben und große Verluste erleiden. Lazar Nassan s. 1. ש״ ק פ׳ ראה!ist in Wien!Herr Lazar Nassan aus Grbß-Poppen im Alter von 71 Jahren!gestorben. Seine grenzenlose Frömmigkeit •zeigte •sich ׳darin, ■daß es ihm mit besonderem!Missiras-iHanefes gelungen, in einer!ganz unjüdisohen Gegend' ein ec׳ht!jüdisches Haus zu führen, seine Kinder für!Israels Ideal ,zu ertüchtigen. Sein ׳Haus war ein Hort von Jiras-lHaschem. Oft .mußte ■man seine tiefe Jiro ׳bewundern, denin •nur die ermöglichte ihm,!unter solchen Bedingungen eine!solch innige Liebe zu ח ה'ק zu bewahren. Fräulein Hermine Nassan, Leiterin ■des Kindergartens der ״Jess. Hathora“, und Fräulein Helene •Nassan,!Beamtin des ״Krankenvereines“ betrauern!in ihm ihren Vater,! Anfangs September Tagung des Halberstädter Verbandes in Berlin. (JTA.) Am' Sonntag den 4. •und!Montag den 5. September findet;im Russischen Hof zu Berlin eine außerordentliche Verbandsversammlung des Preußischen Landesverbandes gesetzestreuer Synagogengemeinden (Sitz •Halberstadt) mit folgender Tagesordnung statt: 1. Beratung und Beschlußfassung ■über den vom Ausschuß vorgelegten Entwurf eines Gesetzes betreffend die jüdischen Gemeinden in!Preußen. Referent: Rechtsanwalt Dr. Markus Birnbaum (Berlin). 2. Lehrer- und ,Unterrichtsfragen. Referenten: Studiendirektor Dr. Carlebach (Köln a. Rh.), Lyzealoberlehrer Karl Ochsemann (!Frankfurt a. M.). 3. Die gegenwärtige Lage der ׳Kleingemeinden. Referent: Rabbiner Dr. Wolf (Köln a. Rh.). Delegiertentag . der , Agutlas Jisroel-Jugendorganisation in der Slowakei. Sohntag* .den 14. Elul (11. September) findet in Nitra der Delegiertentag . der Agudas Jisroel-Jugendgruppen an der Slowakei statt. ׳Dem Delegier.tentag kommt in diesem Jahre eine besondere Bedeutung zu, weil er neben anderen wichtigen Fragen des Agudalebens vornehmlich über die Wiege entscheiden muß, die zur Reorganisierung der Gruppen und zur Erneuerung und Erstarkung der gesamten ,Agudaarbeit während des kommenden Winters beschritten werden sollen. Die Jugendgruppen erhielten bereits direkte!Einladungen zur Tagung und sie'werden auch auf diesem Wege aufgefordert, ihre Delegierten recht-, zeitig der!Bratislavaer Zentrale .anzumelden. Von der ״Jessode Hathora“־Schule in Bratislava. ,Unter Vorsitz der Herren Rabbiner D. Wessely und S. K a 1 ä s c h fand am ש׳ פ' עקב und darauffolgenden Sonntag die גמרא -!Prüfung an der rühmlichst bekannten ״Jessode Hathöra“-Schule in Bratislava statt. Die Schüler aller!Klassen beantworteten die׳ an sie gestellten Fragen auf das genaueste und erbrachten auf solche Weise abermals den Beweis für die!pädagogischen Fähigkeiten und eien rastlosen sachverständigen iBerufseifer der!Lehrer. Die Prüfungsleiter und die anwesenden!Gäste aus deij' Kreisen der Eltern und der Freunde der Anstalt gäben ihrer Zufriedenheit mit den Lehrerfolgen der Schule belobenden Ausdruck. H—n A—׳r. Mazewah-Errlchtung In Tornaha. Aus Tornala schreibt man uns: Eine ansehnliche Versammlung fand sich heute am יום כפור קטן am hiesigen ב׳ החיים ein, um beim —- Stellen auf das Grab der Witwe des längst verschiedenen ת״ח מפ׳ R. Nissan Leb Marmorstein זצ״ל teil zunehmen. •Die Verstorbene war eine würdige Tochter des bekannten גאול Rabbi Jizchok Glück זצ״ל Oberrabbiner in Sajo-Szt. Peter und hatte sich allezeit durch ihre beispielgebende מעשים ט׳ durch tiefe Frömmigkeit und wahrhafter צניעות ausgezeichnet. Die Grabsteinlegung war eine Gelegenheit, üm die großen Vorzüge der נפטרה in ergreifenden הספדים hervorzuheben. Es sprachen die Herren: S. T e i t e 1 b a u m, Präses der hiesigen ח״ת Schwiegersohn der נפטרה Rabbiner׳ J. M. Glück, ihr ׳Bruder, Oberrabbiner M. Ch. G r ii n f e 1 d aus Sajo-Szt. Peter, ,ihr Neffe, Oberrabbiner A. Sch. Atlas aus Revuca, Rabbiner, Rabbiner E. B a 1 a j t h y und Jeschiwa-Leiter Sch. B. R e i n i t z von hier. Gäste in SHac. Man berichtet uns aus Sliac: Unser Kurort erfreut sich in diesem Jahre eines guten Besuches. Gegenwärtig weilen hier auch die Herren Oberrabbiner Akiba Kornitzer aus Krakau, Polla-k aus Verpelöt, Deutsch aus Päszto, Großmann aus Sahy u. a., deren Gesellschaft dem orthodoxen אוהב תורה den Kuraufenthalt besonders angenehm macht. Gast-Droschoh in Piestany♦ Aus P i e s t a n y berichtet man uns: Auf!Einladung unseres Ehrw. Herrn Oberrabbiners und der Gemeinde hielt Herr Rabbiner Beck aus D 01 n y-A p s a am שבת נח מיו eine ausgezeichnete דרשה .die mit großem Beifall aufgenommen wurde. Die Stärke der einzelnen Parteien auf dem 15. Zionistenkorigreß. (JTA.) Auf dem 15. Zionistenkongreß werden 230 Delegierte •aus allen Ländern der Welt teilnehmen. Diese Zahl •verteilt sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: Allgemeine Zionisten und Linkes Zentrum 147; Misrachi 48; Hitachduth 34; Poale Zion und Z. S. 28; ׳Zionisten-Revisionisten 12׳; Radikale Zionisten 11. Das jüdische Kind in die jüdische Schule! Einschreibungen in die Volksand BOrgerscfiaie für Knaben und Mädchen Talmiijd-Thora, Wien, BB., MäRzgasse 13 vom 1. September täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags. werden zwei Schüler(innen) aus besserem Hause aufgenommen Auskunft in der Wr. Administration dieses Blattes '; Rabbi Jisroel Baal Shem זי ע in Ronsperg. Von Rabbiner Bernhard Glaser in ׳Mies (Westböhmen).!Oft •hören •und lesen wir in biographischen Werken darüber Klagen, daß unsere Vorfahren für geschichtliche Dinge wenig Sinn und Interesse bekundet haben ,sollen. Einen schlagenden Beweis gegen diese Behauptung!liefert uns ein!Gedenkstein, der vor kurzem ,in der alten!jüdischen ׳Gemeinde Ronsperg im ,Böihimerwald!zufällig ,aufge)־ funden wurde. Dieser Stein bedeutet vielleicht ein wichtiges!historisches Dokument. •In allen Kreisen der ׳jüdischen Gesellschaft erweckt er wegen seiner merkwürdigen ׳hebräischeu Inschrift .aufsehenerregendes Interesse. Alle vor •drei Jahren auf Wunsch des Schreibers dieser Zeilen — der damals das Rabibineramt ■in ■der ׳Gemeinde Ronsperg übernahm — die im Tempelgebäude stehende iMikwoh durch das freundliche Entgegenkommen ■der dortigen Kultus- und Tempelvorsteher /Herren S. Mandler und Heinrich!Lampei wieder ge-, ibrauohsfähig gemacht wurde, ahnte ׳niemand, daß ■an einer Stelle dieser Mikwoh eine Gedenktafel!verschüttet sei.!Erst ׳jetzt, während der Amtstätigkeit ■meines ׳Amtsnaohfalgers Herrn Rabbiner Gü.ns, da ׳man feststellte, daß ■die Pumpe ׳mit welcher ■das Wiasser ׳in ■den Heizkessel der Mikwoh befördert wurde, schadhaft sei und man den Boden ■unter ■der ׳Pumpe ׳aufgraben mußte, stellte es sich zur ׳Ueberrraschung ׳aller Beteiligten heraus, weich großartige Vergangenheit dieses rituelle ׳Badehaus hinter sich habe. Bei ihren Grabungen stießen nämlich!die!Arbeiter auf •einen ׳runden Stein, einem ׳Mühlstein ähnlich, der ׳herausgehoben werden mußte, weil er den ׳Grabungen hemmend ׳im Wege stand. Da man diesem Stein keinerlei Bedeutung ibeimaß, ׳legte ■man auch keinen Wert darauf, ihn!unbeschädigt ans Tageslicht zu bringen. So ■langte er denn in Stücken ,zerhauen ,an die ,Oberfläche. Nach Wochen aber, als ein!ausgiebiger Regen die ■mit Lehm ׳und Schmutz bedeckten Steinstücke reingewaschen hatte, sah man, ,daß •sie eine noch gut leserliche hebräische!Inschrift enthielten. Nach der ,mühevollen Zusammenstellung der Stücke ergab * sich eine •Inschrift von folgenden zwei Sätzen: "בבור מעיז זה טבל ד ישראל מרש שי״פ ביק״גבשנת ק״ד ואמר שהוא מעין ישועה כלילת בטבילה וגם לעקרות ובשנת תקע״ר נבנתה הבית למהוה". Die Abkürzungen שי״ם und ביק״ג werden ■allgemein in ׳ ש״י פעמים׳und ביום קרח נחל aufgelöst. Daraus ergibt sich, daß der berühmte!Rabbi und iNeubegründer des Ghassidismus.' 1R •a 1h b i Jisroel Baal Schern ״ל? der die סבלה מעשית praktisch ,ausgeübt hat, i׳m •Jahre 5504 (1744) in Ronsperg — wo in ,früheren Zeiten גאוני וגחלי ישראל umgeben von berühmten תלמידי חכמים Böhmens als Rabbiner gewirkt hatten — offenbar ■zu Gast geweilt und dort, an ׳der Stelle, wo sich ,jetzt die!Mikwoh!befindet, ■in einer Quelle ein Tauchbad genommen hat. Bei dieser Gelegenheit soll er die heute ׳als מלוה dienende ׳Quelle als מעין ישזען־ז gepriesen haben. Im Jahre 5574 (1814) wurde sodann an ׳derselben Stelle ■die ׳heute noch bestehende und vor einigen Jahren erst renovierte Synagoge ,im ׳alten Stil erbaut!und die ״Heilquelle“ ,zur öffentlichen ״Mikwoh“ eingerichtet. ,Die Erinnenung an den Besuch des Baal Schern- und ,an die Worte, die er ׳in Bezug auf die!Quelle gesprochen hatte, wurde!auch in einen runden Stein eingemeißelt!und dieser Stein wurde!unterhalb der Pumpe ׳als Grundstein der ySchiul“ ׳und der Mikwoh!angebracht. .I!m!Laufe der vielen, Jahre, die seitdem verstrichen sind, senkte sich der Stein zwei ׳bis drei!Meter tief ln die Erde. ׳Es wäre ׳nun wichtigzu wissen, auf wessen Veranlassung dieser Stein ׳damals im Jahre 5574 (1814) angefertigt wurde. Ein ׳D ok׳u!men t ,ist ׳hierüber!n icht zu finden. Nach eingehender Prüfung der Tatsachen bin ich gleichwohl zu dem!Resultate gelangt, daß dies!hervorragende Männer in :Israel veranlaßt haben werden. Der eine war der Kreisrahbiner des ehemaligen Pilsener und Klattauer Kreises R alb bi Elosor L ö w ז״ל nach seinem!Hauptwerk ״ש מן רוקח״ genannt, der dooh in •den Jahren 1812 bis 1816 wirkte ׳und seinen Amtssitz in Ronsperg hatte. In ׳Ronsperg veröffentlichte er auch sein Agada-Werk ״יבין שמועה״ zu den Wochenabschnitten ׳der T!110ra, ׳und zwar im selben Jahre 5574 (1814), da dort ׳die Synagoge und die Mikwoh gebaut wurden. Obgleich Rabbi Elosor ׳Löw ז״ל mit rabbalistischen und mystischen Auslegungen der Thora ׳nichts zu tun haben wollte, wie er es ׳merkwürdigerweise in ׳der Einleitung zu eben jenen ״Jow.inSchemuoh“ mit den Worten "אף כי ימצאון רבים המתאיים לשמוע על דרך סור ה׳ ליראיו ולזה הנה ולא אבוש שאין לי עסק בנסתרות" nachdrücklichst betont, scheint es dennoch, daß der חכמת הקבלה und wohl auch ihren Trägern hohe Verehrung zollte. Dies bekennt er in den Schlußworten des angeführten Satzes aus seiner EinieiungDVOT)״ולכן לא תמצא בחיבור הזה העומדים ברומו של עי Und dies wird auch durch die Tat- Sache bestätigt, die aus dem jetzt aufgefundenen Denkstein aus dem Jahre 1814 zu uns spricht, daß er die Erinnerung an den •Besuch des ׳Baal Schaom Tow und an seine ,Aeußerungen festhielt. ,Der zweite!ist Rabbi Joel Ra׳nschburg ל" der Vater des weltberühmten Gaon Rabb.i Bezalel Rainschiburg ז״ל zu Deutsch ״Rösenibaurn“ genannt. Die Inschrift auf seinem Grabsteine rühmt ihm nach בהשתדלותו נבנתה הבה״ב •daß :ihm die Erbauung der Ronsberger Synagoge zu danken sei. Er war Ronsberger von Geburt, bekleidete ׳jahrzehntelang das Amt eines Kultus- Vorstehers und wirkte zirka 15 Jahre bis zu seinem Tode im Jahre 5581 (1821) als Lokalrabbiner in Ronsberg. Nach׳ den dortigen• Sterbematrikeln erreichte er ein!Alter von, nicht weniger ׳als 106 Jahren. Er dürfte nach alldem auch der eigentliche Initiator zu ׳dem Gedenkstein gewesen־ sein. Denn ׳er wird das Ereignis 5504 (1744), auf das sich die Inshrift bezieht, miterlebt und wahrscheinlich auch mitangesehen halben. Das Fehlen der üblichen! Bezeichnung nach dem Namen von Verstorbenen זצו״ק״ל ,זצ״ל oder zumindest ז״ל nach dem Namen des בעל שם •in dieser ׳Inschrift, läßt der Vermutung Raum, ׳daß der erste Satz der Inschrift noch zu Lebzeiten des Baal Scheue in den Stein geeshrieben wurde, also vielleicht in den Jahren 1744—1759, und dem wurde dann bei der Erbauung der ■Synagoge׳ und der Mikwoh im Jahre 5574 (1814) der zweite Satz hinzugefügt. ■Zur Literatur über den ׳Baal Schern ז״ל gehört nebst den bekannten Werken, die über ihn schreiben שה״ג החרש שבהיבעש״ט usw., auch das weniger bekannte Werk תולר׳ בע״ש von Löwenstein. Interessan sind auch die Erzählungen in dem Werke מופת הדור von Jekutiel Kamelhar Seite 13—44 in bezug auf die Begegnungen des berühmten Oberrabibners von Prag, Rabbi Ezechiel Landau 1״ל mit dem בעש״ט in!Brody. Seit ■der Auffindung des ,Gedenksteines in der Mikwoh von Ronsberg treffen täglich viele chassidische und nichtchassidische Rabbonim aus den böhmischen ■Kurorten in Ronsberg ein, um das historische Dokument zu besichtigen und in jener Mikwoh Tewiloh zu nehmen. In der Ronsberger Synagoge liegt ein Buch auf, in welches die ׳Besucher ihre Namen eintragen.

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