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Jüdische Presse · 1927-08-26 · 34 (26.8.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
34 (26.8.1927)
Date
1927-08-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 210 JÜDISCHE PRESSE Nr. 34 Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons K JULIUS HABER Kohlen- und Koksgroßhandlung Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372376־ Wien, II., TaborstraBe 9 | Fernsprecher Nr. 41*0-22 | Bollinger-Eiskasten sind seit 7870 die besten Fabrik: Wien, XV., Staglgasse Nr. 10. Telephon 3819־4־ Filiale: Vtl., Burggasse Nr. 17. Telephon 3280־3־ כשי Fleisch 11. Geflügel unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschul). Selchwaren aus der Fabrik Gabriel Fischer wie sämtliche Weine und Spezereiwaren כשר• ' M. Bcfc£rllng:, Wien, IX., Liechtensteinstrasse Nr. 117 Telephon 1182־6־. — Jede Bestellung wird telephonisch ent־ gegengenommen und sofort ins Haus zugestellt. Warschau, an welcher rabbinische Größen des Ostens und erfahrene Pädagogen des Westens teilnahmen, legte die Richtlinien für die gemeinsame Arbeit fest, die im wesentliehen die Heranbildung guter pädagogischer ׳Kräfte und Schaffung von Lehr- und Lern'büchern ins Auge faßte. In der Tat sind bisher durch den gründlichen Ausbau des Seminars, an welchem ständig Dozentinnen aus dem Auslande wirken, und durch die alljährlich stattfindenden *־ mehrmonatigen Sommerkurse bisher mehr als 120 junge Lehrerinnen ausgebildet worden, die äugenblicklich an 87 Schulen tätig sind. Die Zahl der Schulerinnen hatte zu Os,tern dieses Jahres die stattliche Ziffer von 10.200 erreicht.!Angesichts eines solchen Netzes von Schulen mußte die Leitung daran denken, das Zentralinstitut in Krakau großzügig auszubauen. ׳Dieses Institut umfaßt nicht nur die Lehrerinnenbildungsanstalt, wo zurzeit 45 Kandidatinnen studieren, sondern sie hat auch das Inspektorat für sämtliche im Lande ibefindlichen Schulen inne und soll Lehrenden und Lernenden ständige pädagogische Förderitng angedeihen lassen. Erst wenn die bereits im Amte befindlichen Lehrerinnen durch ständige Fortbildung am Seminar das volle Maß von pädagogischer und weltlicher Ausbildung erhalten haben, kann ״,Bajs Jako'b“, auf Staatliehe Anerkennung aller seiner Gründungen seitens der polnischen Regierung rechnen. Allerdings haben die Inspektoren vieler Bezirke einer Reihe von Schulen in An- ' erkennung des •mustergültigen Betriebes und der außerordentlichen Unterrichtserfolge schon jetzt Oeffentlich- 1keitsrecht verliehen. Die Räume des derzeitigen Seminars sind vollkommen unzulänglich und bilden hygienisch eine Gefahr; die Errichtung eines eigenen, allen hygienischen und pädagogischen Anforderungen entsprechenden Heimes war deshalb unbedingte Notwendigkeit. Durch die Mithilfe prominenter Freunde in allen Ländern konnte in Krakau an den Ufern der Weichsel in schöner, gesunder Lage ein Bauplatz erworben werden, auf dem sich nun das neue Heim erheben soll.!Mit ׳Recht wird in den weitesten Kreisen der Judenheit das Gedeihen von Bajs Jakob als Schicksalsfrage für das gesamte Judentum empfunden, und es ist zu hoffen, daß zu dem Grundstein, der am 4. Elul gelegt wind, sich bald Stein auf Stein türmen wird, damit dann ״Bajs Jakob“ sich als Schutzwall in einer von Stürmen um'brandeten Zeit zum Segen des jüdischen Volkes bewähren möge. Religiöse Verfallserscheinungen. Strafrede aus Podkarpatska Rtis. Die ״Jüdische Presse“ widmet von Zeit zu Zeit einige — wenn auch nicht genügende — Aufmerksamkeit dem Leben, das sich in den Gemeinden der Ostslowakei und in Podkarpatska Rus abspielt. Zum tiefsten Schmerze aller wahren ,,יראי ר merkt man immer noch nicht die längst ersehnten Zeichen der Besserung und des Aufschwungs. Unsere Streitigkeiten füllen unser ganzes jüdisches Interesse aus, als ob es sich dabei um wirklich wichtige Angelegenheiten handeln würde. Darum geht alles zugrunde und niemand ergreift die Zügel, um die gelockerten Bande des Judentums zu befestigen. Die Gemeinden werden verwüstet. Die orthodoxe Organisation hat in Podkarpatska Rus keine Zentrale und jeder tut, was ihm gerade cinfällt, ohne von einer Autorität daran gehindert zu werden. Die J u g c n d, unsere ganze Hoffnung, steht moralisch und religiös am Ra ti d e des Ve rderbens und keinem u n s e r e r F ti 11 r e r ist das wichtig genug, um sich darum zu k ii miner n. Der Broterwerb wird täglich schwerer und das führt dazu, daß außer , den wenigen jungen בחורים die auf den slowakischen ישיבות mehr oder minder fleißig תורה lernen, viele Hundert junge arme Kinder sich in allen Gegenden der Tschechoslowakei ohne Zweck und ohne Ziel, ohne regelmäßige Beschäftig 1! 11׳ g u n d0 ־ h n e jede A u f s i c h t vagabundierend herumtreibe n. Niemand fühlt sich veranlaßt, gegen diese himmelschreienden Zustände etwas zu unternehmen. Sind denn all die nebensächlichen מחלוקות wegen einer Rosohha׳koholschaft oder wegen der Besetzung einer anderen Kowcdstelle oder eines Rabbinerpostens das Einzige, was uns als מאמינים בני מאמינים auf den! עולם התחתון angeht? Warum läßt man bei uns alles verkommen und widmet sich fast vollkommen den חבלי חבלים VOM מחלוקות und anderen Sachen, die vom Standpunkt der orthodoxen בעלי בתים. die auch andere Sorgen haben, eigentlich ganz gleichgültig sein könnten, wenn man die w i c h t i g e r e n Fragen der wahren J ü dis c h k e i t in den Vordergrund stellen würde?! Die ״Jüdische Presse“ hat darüber schon manchmal geschrieben. Aber leider ohne merkliche Wirkung. Vielleicht weil die בדולי הרבנים נ״י nicht m i t ihrem Namen of f en'hervorgetreten und die balebatischen מנהינים wiederum glauben, auch vor השי״ת die Schuld auf die רבנים wälzen zu können. Es ist ein gewattiges Unrecht, noch länger mit verschränkten Armen da zu sitzen und zuzuschauen, wie das Gebäude der Orthodoxie über uns zusammenstürzt, nur weil aller ehrliehen □יהודי sich aus Unmut und Verdrossenheit über unangenehme Erscheinungen eine gefährliche Apathie bemächtigt •hat, und weiß immer mehr Juden •schon zu erkennen oder zu ahnen anfangen, daß man unter solchen Verhältnissen ohne Opfer, ohne e n t s c h 10 s e ri:e n Willen und ohne große Taten nicht mehr helfen kann. Aber eben deshalb müßte endlich etwas geschehen, was die inneren moralischen und religiösen Verhältnisse in den Gemeinden auf den Weg der Besserung zu leiten vermöchte. Vor allem bei uns in Podkarpatska Rus! In der ״Jüdischen Presse“ steht oft zu lesen, daß mau vorschlägt, sich mit mehr Ernst der jüdischen M ädchenerziehung anzunehmen. Was gibt es da noch zu verbergen? Es sieht in dieser Be- Ziehung geradezu traurig aus bei uns. Tretet hinaus auf die Gasse und schaut euch an, wie jüdische Frauen und Mädchen, eure balebatischen j ü d isehen Töchter, in Ungvär, Munkacs, Szöllös, Beregsasz usw. ohne Schamgefühl herumlaufen. Und ihr schweigt oder — was nicht im geringsten besser ist — ihr begnügt euch mit Fluchen und Schimpfen zu ungeeigneter Zeit und an ungeeignetem Ort? Glaubt ihr, daß aus solchen Mädchen, die gewöhnt sind, mit einem פריצות ohne gleichen sich halbnackt auf der Gasse zu zeigen, je einmal jüdische נשים צנועות und jüdische Mütter werden können? Glaubt ihr, es bleibt auf die jüdische נשמח eurer Töchter — junge jüdische Kinder von braven aber furchtbar dummen jüdischen Vätern und jüdischen Müttern — ohne verderblichen Einfluß, wenn sie sich infolge der schlechten Erziehung, die ihr ׳ihnen gebt — wie vor kurzem in Michalovce — fiir die ״S c 11 ö n h e i t s p r e i s e“ begeistern, die von einer ״jiidisehen“ (gemeint ist: ״zionistischen“) Frauenorganisation denjenigen jüdischen Mädchen verliehen werden, die sich zugunsten des Nationalfonds mit dem besten Erfolg befleißigen, פריצות zu zeigen? Oder meint ihr etwa, es wird den Respekt eurer Söhne und Töchter vor unserem heiligsten Tag, vor קדושות יום הכפורים heben, wenn sie mit protzenhaftem ״musikalischem“ Verständnis werden feststcilen, daß die russische Sängerin Eleonore Borodina im Ungvarer Theater כל נדרי besser singen kann als der jm im ביהכ״ג oder der ב״ת im ביהמ״דר? Mit Flüchen und Schimpfreden, die keine Mühe bereiten aind ׳nichts kosten und ׳auch nichts ändern, seid, ihr solchen Erscheinungen gegenüber nicht פטור und nicht Da gehört Erziehung, gute jüdische sorgfältige Erziehung und planmäßige andau־ e r n d c, unaufhörliche religiöse B e e i n f 1 u ss u n g dazu, wie sie die Aguda in Preßburg begonnen hat laut den Berichten in der ״Jüdischen Presse“. Solange wir nicht versucht haben, die guten Erfahrungen an anderen Orten und in anderen Ländern uns zu Nutze zu machen, haben wir durchaus nicht das Recht,• uns zu beklagen und zu jammern und zu weinen. Am besten wäre es, wenn die בעלי בתים denen an dem Gedeihen der Jiidischkeit und an der Konsolidierung der Ortlvdoxie bei ׳uns in Podkarpatska Rus etwas liegt, ohne;Rücksicht auf ׳Nebenumstände und Nebeninteressen . — wie vor zwei Jahren in Kaschatt gegen die Zionisten — i n einer großen Vers a m m 1 u •n ׳g über alle diese ׳und noch viele andere wichtige ׳Fragen beraten würden. Wer soll aber eine solche große Landesversammlung der orthodoxen Balabatim einberufen? Darüber sollte man sich in dieser Zeitung äußern. Aslo G e r e s c h. Illllfllllllllllllllllllllllllllllillll!lllllllllllllll!lllllllllllllll||||||||!|1 Das jüdische Kind in die jüdische Schule! Volksand Bürgsrschult für Knaben und Mädchen Talmud-Thora, Wien, II., Malzgasse 16!iiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiimiiiiimiiiiiimiiiiimiiiimiiimiiiim Rabbi Jecheskel Landau. (1713—1793.) V. Rabbi jecheskel Landaus Stellung als Prager Oberrabbincr, die durch seine, wie schon bemerkt, auch überaus imponierende persönliche Erscheinung erhöht wurde, brachte es in zahlreichen Fällen mit sich, daß er von den staatlichen Behörden um Gutachten über die. die Juden berührenden Angelegenheiten ersucht wurde! U11gemein beachtenswert ist das Gutachten, das Rabbi Jecheskel Landau auf die Anfrage der Regierung erstattete, ob nach jüdischer Salzung einem gläubigen Juden erlaubt sei, falsch zu schwören, wenn er.bei der Eidesablegung eine unbrauchbar gewordene Thorarolle in der Hand hält. Wir wollen nicht bei dem, weniger das Judentum als den wissenschaftlichen Tiefstand der Staatliehen ׳Faktoren beschämenden Umstand verharren, der die Aufwerfung einer Frage ermöglichte, die bei der oberflächlichsten Kenntnis der jüdischen Satzungen ausgeschlossen gewesen wäre. ,Die Antwort, die Rabbi Jecheskel erteilte, war bei aller gebotenen Ehrerbietung gegen die staatlichen Autoritäten so von stolzer Würde und der Verehrung für das jede Zweideutigkeit verbietende jüdische Religionsgesetz erfüllt, daß man' versucht . wäre, anzunehmen, daß das ׳Dokument,. welches die Röte der Empörung des Gutachters durchschimmern ließ, bei der Lektüre auch die Röte der Beschämung auf die Wangen der Anfrager getrieben hat. Rabbi Jecheskel gab zunächst mit aller Bestimmtheit und scharfer Betonung der Ueberzeugung Ausdruck, er könne nach bestem Wissen und Gewissen vor allem erklären, daß jedem Juden der Schwur heilig sein müsse, auch wenn er bei der ■Ablegung des Eides überhaupt gar keine Thorarolle in der Hand halte. Das Wesen des Eide9 sei von dem Halten der Thorarollc ganz unabhängig und die Frage, ob die Thorarolle brauchbar zu rituellen Zwecken sei oder nicht, komme daher gar nicht in Betracht. Im weiteren setzt Rabbi Jecheskel gründlich auseinander, daß die Richtigkeit seiner Behauptung sich aus der Bibel und dem Talmud, aus den Werken des Maimonides und der späteren Gesetzeslehrer sich erweisen lasse. Dem Israeliten sei (was doch auch aus der jedem Nichtisraeliten zugänglichen Bibel bekannt sei) im dritten Gebote gelehrt: ״Du sollst den Namen des Ewigen deines G-ttes nicht zum Falschen aussprechen“, ferner sei mit dem Gebote (3. ׳B. M. XIX, 12) jeder falsche!Eid verboten. In keinem dieser Verse sei auch die geringste Andeutung darüber enthalten, daß der Schwörende eine .Thorarolle in der Hand halten müsse. Mit der gleichen Klarheit und Schärfe führt Rabbi Jecheskel aber auch im weiteren aus, wie nach den jüdischen Satzungen überhaupt der •Eid, auch in seiner einfachsten Form, heilig sein muß, der sich unter keinen Umständen durch eine Zweideutigkeit oder eine Reservation den Verpflichtungen entziehen könne, die der Eid involviert. Viele Jahre mußten verfließen und unermeßlich langer Kämpfe bedurfte es, bis in den europäischen Staaten, die sich ihrer Kultur rühmten, die Wahrheit über das Wesen des jüdischen Eides siegreich anerkannt wurde. ׳Die Bekenner der jüdischen Religion wissen, daß diese die ׳Heiligkeit des Eides unendlich hoch wertet, und daher kam es, daß viele Fromme zu allen Zeiten in zahllosen Fällen lieber großen materiellen Schaden erlitten, bevor sie selbst zur Bekräftigung ihrer gerechten Sache den Eid leisteten, den sie mit dem besten Gewissen hätten schwören dürfen. Aber gerade die Bekenner dieser Religion mußten durch Jahrhunderte die Schmach erleiden, daß Unwissenheit, zumeist allerdings gepaart mit Böswilligkeit, an der Verleumdung festhielt, die Juden nähmen es mit dem Eide leicht und man müsse daher die unsinnigsten Vorkehrungen treffen, um ihnen die unverbrüchliche Heiligkeit des Eides sowie die Sträflich-, keit des Meineides zu Gemiite zu führen. Wenn Rabbi Jecheskel Landau in den Jahrzehnten, in denen er in Prag wirkte, zumeist keinen Grund hatte, besonders erfreut über die politische Lage der in ihren menschlichen und bürgerlichen Rechten stiefmütterlich behandelten Juden in den österreichischen Ländern zu sein, so fehlte es ihm oft auch nicht an Aufregungen und Kiimmernissen, die aus den inneren Verhältnissen der Judenheit erwuchsen. Und seltsam genug, war es gerade wieder die •Stellung Rabbi Jecheskels gegenüber Rabbi Jonathan Eybenschiitz, die einst seine Berufung, nach Prag zur Folge hatte, die ihn wieder in dieser Gemeinde in ein peinliches Zerwürfnis zu verwickeln drohte. Der Sturm gegen Rabbi 'Jonathan hatte sich gelegt, die Anfeindungen und Verdächtigungen gegen ihn waren fast ganz verstummt, denn fast alle, die von dem Zweifel an ihn erfaßt worden waren, hatten im Laufe der Jahre sich bekehrt und bereuten ihre Uebereilung. Unglücklicherweise traf aber dann den greisen Rabbi Jonathan ein schweres Mißgeschick, an dem er zwar selbst unschuldig war, für das er jedoch auch ׳,büßen, mußte. Der jüngste seiner Söhne, Wolf, der durch seine geistigen Fähigkeiten sich besonders auszeichnete, war in jugendlichem Alter in der Fremde, wo ihn die mahnende Stimme des Vaters nicht erreichte, in eine Gesellschaft geraten, die ihn allmählig auf Abwege drängte und schließlich in Schulden stürzte, die die bösesten Folgen für ihn gehabt hätten, wenn sein Vater ihn nicht mit dem Aufgebote der größten materiellen Opfer gerettet hätte. Viele verübelten dem zärtlichen Vater diese Schwäche für den verirrten Sohn, denn sie hatten erwartet, daß er sich öffentlich von ihm abwenden, ihn gänzlich verstoßen werde. Dies tat Rabbi Jonathan allerdings nicht. Er sah den Sohn bei Lebzeiten •nicht mehr, aber es scheint, als ob ihm eine innere Stimme gesagt hätte, daß der für jetzt verlorene Sohn es. nicht für immer sei, daß er bußfertig wieder zu den Satzungen seines Glaubens zurückfinden werde. Was Rabbi Jonathan nicht zu erleben das Glück hatte, geschah aber doch nach seinem Tode nach vielen Jahren. Wolf Eybenschiitz war eines Tages, nachdem er es längst wieder zu hohem Ansehen und großen Reichtiimern gebracht hatte, aus seinen traurigen Verirrungen mannigfachster Art erwacht und kehrte zu einem Leben voll Frömmiglreir, Wohltun und — Reue zurück. Der letzte Anstoß zu dieser Umkehr war nach Wolf Eybenschiitz’ Bekenntnis die Mahnung seines Vaters, der ihm im Traume immer wieder erschienen sei und ihn beschworen habe, seinem sündigen Treiben ein Ende zu setzen. Rabbi Jecheskel Landau, der einst sich! so erfolgreich für Rabbi Jonathan eingesetzt hatte, gehörte aber auch' zu jenen, die in ihrer tiefen Verstimmung über den irregegangenen Wolf es auch dem Rabbi Jonathan nachtrugen, daß er sich von diesem Sohne nicht losgesagt habe. Es' wird erzählt, daß■ er die Absicht hatte, ein Schreiben — dessen Konzept man in seinem Nachlaß fand — an Rabbi Jonathan zu richten, in welchem er diesen zu einer öffentlichen Erklärung gegen seinen Sohn auffordern wollte. Aber es scheint, daß es zu der Absendung dieses Schreibens nicht kam, denn inzwischen war die Nachricht von dem Ableben Rabbi Jonathans in Prag eingetroffen. (Fortsetzung folgt.)

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