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Jüdische Presse · 1927-08-19 · 33 (19.8.1927) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
33 (19.8.1927)
Date
1927-08-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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•Nr. 33 JÜDISCHE PRESSE Seite 207 ,311 Wien litt die Keren-Hajessod-Arbeit unter der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, aber auch unter der Unmöglichkeit, weitere Kreise des österreichischen Judentums für eine tatkräftige Mitarbeit zu gewinnen. Wien gehörte übrigens auch zu den Ländern, in denen es dem Keren-Hajessod- Bureau n i c h t g e 1 i n g e n wollte, die einheimischen führenden Zionisten für die persönliche Keren- Hajessod -W erbung zu mobilisieren. Während daher öffentliche Veranstaltungen, die der Propaganda dienten und immer mit sehr wirkungsvoller lnformation durch die Presse verbunden waren, zahlreich genug stattfanden, gelang die Ausnützung dieser Propaganda für die Vervielfachung der Keren-Hajessod- Leistungen nicht. Zu erwähnen ist die wiederholte Leistung der Wiener Kultusgemeinde, sowie der Beitrag von Baron Louis Rothschild in Wien, der in der Berichtsperiode dem Keren Hajessod 5000 engl. Pfund für die landwirtschaftliehe Versuchsanstalt zur Verfügung gestellt hat.“ Die Bruttoeingänge in den zwei Jahren, von 1. April 1925 bis 31. März 1927 haben 614.534 österr. Schilling ausgemacht. Die Einbringung dieses Betrages war mit Spesen in der Höhe von 212.842 österr. Schilling verbunden. Die Wahlen zum XV. Zionistenkongreß. Die in Oesterreich durchgeführten Wahlen von Delegierten zum 15. Zionstenkotigreß ergaben das folgende Resultat:!Für den Vorschlag der Radikalen (Listenführer Or. Leo Goldhammer) stimmten 663 Zionisten. Die Pro- Jcwish-Agency-Dr. WeizmariiHListc (Dr. Weizmann hatte die Kandidatur zurückgezogen, an seine Stelle trat Dr. Isidor Sehalit) erhielt insgesamt 551 Stimmen. ׳Gewählt erscheinen somit Herr Dr. Leo Goldhammer und Herr Dr. Isidor Schabt. 1Es erhielten ferner: Misruchi 114, Revisionisten 264, Hitachduth 146 und Poale Zion 43 Stimmen. Ein alter Freund •unseres Blattes schreibt •uns hiezu folgendes:!In der Sommerfrische erhielt .ich zufällig die ״!Morgenzeitutig" vom 13. August •und.finde darin viel ׳Erfrischendes. Die ׳״Morgenzeitung“ schreibt über die Wahlen zum Zionistenkongreß. ״Von ganz besonderem Interesse ist :in dieser ׳Aufstellung die ׳Ziffer, die die Poale ׳Zion für sich aufgebracht haben. Sie führen stets eine von ihrer Stärke so überzeugte Sprache, daß das .Resultat mehr als lächerlich ist. Das ist aber, wie gesagt werden soll, die Gruppe, die sich .arrogiert, im ׳Namen ״der arbeitenden ׳jüdischen ,Massen“ zu sprechen. Nun haben die!Poale Zion 2,5 Prozent der Abstimmung errungen.“ Die gesamte nationale Juden- Schaft, die sich urbis et orbi als die Vertretung der gesamten Judenschaft aufspielt, hat in Oesterreich!(von 250.000 Seelen 17S1 ׳Stimmen) 1,5 Prozent der Wahlberechtagten, in der :Bukowina (100.000 Seelen, 1859 Stimmen) 3 Prozent, in der Tschechoslowakei (380.000 Seelen, 6514 Stimmen) 3 Prozent, aufgebracht. Das sind wohl die drei Länder, in denen die Zionisten den größten Lärm machen, und mit einer so lächerlichen Ziffer will man die Welt erobern.“ Der außerordentliche Delegiertentag des Gruppenverbandes der Agudas Jisroel in Deutschland. Sonntag den 16. Ab fand in Berlin ein außerordentlicher Delegiertentag des Gruppenverbandes der Agudas Jisroel statt, mit der ausschließlichen Tagesordnung, den Vorort des Gruppenverbandes zu bestimmen, und eine neue Verbandsleitung zu wähten. Als Vorort wurde H a m b u r g bestimmt. Als Vorsitzender wurde Oberrabbiner Dr. Spitzer, Hambürg, zum Schriftführer Wolf S. Jacobson und als .'Kassier Eschwege gewählt. Die große Doliaranleihe. ( Der Vorstand der ׳Budapester israelitischen Kultus- ׳gemeinde hat!in einer feierlichen Sitzung die folgenden Be- Schlüsse über •die Verwendung der 1 Million Dollar-Anleihe gefaßt: Es werden drei große Synagogen, eine Anzahl ■jüdischer Schulen, ein Spital samt Polyiklinlk, ׳ein Gemeinde- und Repräsentantenhaus *sowie versheiedene Wohlfahrts- Institutionen erbaut werden. Es wurde beschlossen, eine Kopie des Sitzungsprotokolles jedem Gemeindemitglied zu überreichen, damit die kommenden Geschlechter daraus ersehen, wie die jüdische Gemeinde ׳auf die ihr zugefügten Lschweren ׳Leiden *und Bedrängnisse mit schöpferischer Arbeit und werktätigem Aufbau!zum Wohl •des Landes ge- .antwortet!hat. _ _ ata■■■■»■»—■—BgaawHMBBM—jgBBWB——■n Kaschruswesen io der Slowakei. Auf •dem Gebiete des Kaschruswesens in der Slowakei und im besonderen än bezug auf die rituell verlaßliehen Speisegelegenheiten für reisende Kaufleute ist seit den letzten Monaten ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Wie auch in der ״Jüdischen Presse“ schon oft hervorgehoben wurde, beklagten es die Reisenden, die auf כשל Speise Gewicht legen, bisher sehr, daß in der Sowakci, i m G e g en sa t z zu allen anderen Länder n, ein authentisches Verzeichnis der rituell verläßlichen orthodoxen ׳Restaurationen und Gasthäusern fehlte. Dadurch waren zahlreiche Reisenden genötigt, entweder überflüssigerweise sich Speise und Trank ׳zu versagen, auch wo solche vollständig vertrauenswürdig vorhanden waren, oder aber — und gerade dies kam oft genug vor — sich über die Kaschrusvorschriften hinwegzusetzen. Dem ist mm ■teilweise abgeholfen. •Auf ein Rundschreiben der orthodoxen L a n d e s ka n z 1 ei in Bratislava sandte der größte . Teil der orthodoxen Rabbiner des ׳Landes die Namen der verläßlichen orthodoxen Gasthäuser ihres Ortes ein. Diese Gasthäuser sind nunmehr •in das vom ״V er ein zur Förderung ritueller S p e 1 ■s e h äms e r“ iu Hamburg zweimonatlich herausgegebene ״Verzeichnis der rituellen Speiseliäuser“ aufgenommen. Alle Speisehäuser, die im Verzeichnis der orthodoxen iLandeskauzlei auf Grund der Angaben der betreffenden orthodoxen Rabbi träte enthalten sind, werden im Hamburger Verzeichnis mit dem Vermerk ״OLB“ (Orth. Laudeskanzlei Bratislava) versehen, so daß die Lande&kanzlei, beziehungsweise die orthodoxen Rabbinate ausschließlich für diese die Verantwortung tragen. Noch!ist aber dieses Verzeichnis nicht vollständig, nooh fehlen darin mehrere und recht atisehnliche Gemeinden, nicht etwa als ob es in diesen Orten an orthodoxen Speisegelegenheiten völlig mangelte, sondern weil d i e Rabbinate m i t i h reu Antworten a ׳u f d a s erwähnte R u n d ■s c 11 r e i b e n n och i •m R ii c kstände sind. Wir werden von mehreren Seiten gebeten, im .Interesse eines zeitgemäß geregelten כשרות und i׳m Interesse der Gesundheit zahlreicher, ohnedies genug geplagter Reisenden darauf hinzuweisen, daß die Ergänzung und Vervollständigung dieses Verzeichnisses dringend vonnöten wäre. Es!ist das gute Recht eines jeden ortsfremden orthodoxen Juden!zu erwarten, daß d׳i e orthodoxen Gemeinden die Mizwoh ואהבתם את הנר damit erfüllen, daß sie an!jedem Orte mindestens eine S t e 11׳ e bezeichnen, wo man u n t e r a 11׳ s d r ii c k 1 i c h e r Garantie o d e r ה ש נ ח ה eines orthodoxen R!a b b 1 11׳ a t e s mit ruhigem Gewissen ohne Bedenken Speise zu sich nehmen!kann. Was in einem Teil d€r Gemeinde möglich ist, sollte im anderen Teile nicht als unmöglich •betrachtet werden. Sijum-Feier in Guta. Die vor!kurzem gegründete חברה משניות veranstaltete die פ׳ דברים anläßlich!ihrer erstmaligen Beendigung der ששה □דרי משנה einen wohlgelungenen סיום. Bei der סעודת מצ׳ um deren Arrangement die Herren M. Herz •und i. ß!a׳u.m ■sich verdient machten, wurden gute דברי חורה gesagt.!Herr Oberrabbiner I. B a u •m trug einen geistreich ׳au!■gebauten הדרן vor: außer ihm sprachen noch die!Herren 1M.״ H e r z, H. W e 1 u garten, I. Kohn, I. Ga.ndl .und G. Pollaik. Das dauerte in bester Stimmung ׳bis in den späten Abend und trug viel zur •Hebung •des ׳Lerneifers bei. . M. K. Vom Verein ״Schomre Thora“ n Trnava. Am 24. Juli hielt ׳der Verein ״Schomre Thora“ in Trnava. seine halbjährige Mitgliederversammlung ■ab. Der Präses, Herr Bela B ec k eröffnete die Versammlung mit einem warmen׳ Nachruf auf den in der Berichtsperiode verschiedenen Gründer und jahrelangen Vortragenden des Vereines, Rabbi Gerschon Veit ז״ל , skizzierte das Arbeitsprogramm des Vereines und erstattete einen ausführlichen Tätigkeitsbericht. Er schlug auch vor, im nächsten Jahr den 40jährigen Bestand des Vereines feierlich zu begehen. Der Kassier, Herr ׳Herrn. W e i s z ■].un., erstattete den ׳Kassabericht und referierte eingehend über die Wirtschaftslage des Vereines und seines ׳Bethauses. Die Berichte wurden nach einer kurzen Debatte einstimmig zur (Kenntnis genommen. Zum Schluß sprach Vorstandsmitglied Herr Armin Herzog. Briefkasten. W. in V. und B. in U. Unserer Meinung nach kann ein politisch reifer Jude, auch wenn er dem orthodoxen Judentum fernsteht, unmöglich einem Programm zustimmen, das dieGesamtheit des Judentums in der Tschecho. Slowakei als politische ״Minderheitsnationalität“ betrachtet wissen will. Die ״Jüdische Partei“, die nur insoferne ״jüdisch“ ist, als die Zionisten (ihrer Abstammung nach) auch zum!jüdischen Volke zu zählen sind, bekennt sich aber ausdrücklich zu einem solchen nationalistischen Programm. Sie haben also vollständig recht, wenn sic dafür eintreten, daß die Juden bei illuien für keinen Fall bei den Kommunalwahlen auf die ״Jüdische Partei“ stimmen. Personalien. Rabbi J. T. Rubin. Am 29. Tarniz verstarb in Neu- Sandez, am Tage, an dem' er das biblische Alter erreichte, der Zanser Raw, Rabbi Jizchak Tobias Rubin. Ein Sohn des bekannten Dombrower Rebbe, Rabbi Meir Glogiwer, Schwiegersohn und Lieblihgsschiiler des großen Zanser Gaon!Rabbi Chajim!Halberstadf זצ״ר war auch der Verstorbene im Besitz immensen Thorawissens, großer Weltklugheit und der herrlichsten Eigenschaften, wie sie unsere Größten schmückten. Besondere Popularität genoß er iu der chassidischen Welt. Er war der Nachfolger und treue Sachwalter des großen Erbes des Zanser Gaon Rabbi Halberstadt in jedem Sinne und nach jeder Richtung hin. Er hatte dessen Wohnung inne und dessen historisches Bes Hamedrasch, das im Jahre von Tausenden von Chassidim aufgesucht wurde, war sein Lehrhaus. Die Beerdigung fand bei Einhaltung aller chassidischen Bräuche unter gewaltiger Massenbeteiligung statt. Es dürften 3000 bis 4000 Menschen im Trauerzuge gewesen sein. Hespedim durften mit Rücksicht auf die Zeitknappheit am Freitag nur die Söhne des Verstorbenen halten, die selbst große Rabbinerstellen bekleiden. Bestattet wurde der Rabbi an der Seite seines großen Schwiegervaters, Rabbi Chajim Halberstadt זצ״ל In der Trauerwoche waren viele angesehene Rabbiner und Chassidiinrebbes hier, um den Trauernden ihren Beileidsbesuch zu machen. Budapest. Am 14. d. ist in Budapest der langjährige Rabbiner des Beth-Din-Tempcls in der Römbachstraße, Präsident der Pester!israelitischen (neol.) Religionsgemeinde, Moses Eeldmami, in hohem Alter gestorben. Wien. Nach langer, schwerer Krankheit verschied Herr Lazar Löwy ז״ל , Freitag, den 14. Ob im Alter von 47 Jahren. Der Verblichene entstammte einer frommen Preßburger Familie. lEr kam noch als Jüngling nach Wien, wo er, die Traditionen seiner Familie stets hochhaltend, sich mit fleißiger, ehrlicher Arbeit fortbrachte. Lazar Löwy hinterläßt nebst seiner tiefgebeugten Witwe zwei unversorgte Kinder. Dem allgemeinen Schmerze und der Trauer der vielen Freunde und ׳Bekannten des Heimgegangenen gab bei der Bestattung, ׳die Sonntag, den 16. Ob, unter großer Teilnahme stattfand, Rabb. M. Fleischmann (Schiffschul) und Herrn E. Höaigsbeer in ergreifenden Worten Ausdruck. Die Mutter Morris Engelmanns gestorben. In Gelnica (Tschechoslowakei) erstarb im Alter von 80 •Jahren am Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Der Poltawaer Illuj. Rabbi Joel Schor.in זצ״ל , der allgemein unter dem Namen ״Poltawaer Illuj“ beikannt war, verschied Dienstag den 11. Ab im Alter von 65 Jahren tin Warschau. Rabbi Joel Schorin war anläßlich der Kenessio ׳Gedaulo in Wien. Einer .unserer Mitarbeiter;hat seinerzeit Gelegenheit gehabt, mit dem großen Rabbi ׳eingehend zu sprechen. Wir halten es für richtig, den Bericht über die Begegnung mit, dem Poltawaer Illuj, der in Nr. 38-39, Jahrgang 9 der ״J. P.“ erschien, anläßlich des Ab- •lebens des großen Gaon nochmal zu bringen. Die Red. Rabbi Josef S c h 0 r i 11, der derzeitige Rabbiner von Koretz, gehört zu den Persönlichkeiten, die nicht nur als Produkt einer großen Vergangenheit, ׳sondern als Schöpfer einer besseren Zukunft zu betrachten sind. Er ׳kam ׳infolge Verkehrsschwierigkeiten am letzten Tag der Kenessio nach. Wien, konnte bloß zum Schluß die Grüße der wolhynischen thoratreuen Judenheit ׳überbringen. Glücklicherweise blieb 1er noch einige Tage!in Wien, so daß man Gelegenheit hatte, ruhiger seinen Worten zu lauschen, ,als es während der Kenessio Gedaulo möglich gewesen wäre. Der große Mann, der schon ׳als 12jähr!iger Knabe an der berühmten Woloziener Jeschiwa als Illuj angestaunt wurde, ■erzählte seine Lebens- und Leidensgeschichte. Sein Ruf als Wunderknabe verschaffte ihm noch ■im ׳jungen Alter eine Rabbinersteile. In Wolhynien, in dem Gebiete Rußlands, wo die Thora nicht allzu sehr gepflegt und geachtet wude. ״Der gute Jid“ war •die geistige Autorität, das Vertrauen!zu ihm hielt die Geinelnde ■zusammen, die Verehrung des ״Zadik“ war die feste Grundlage der Jiidischkeit. Als Rabbiner Joel Schorin in seiner Gemeinde eine Jeschiwa gründete, wurde das •als eine revolutionäre Tat betrachtet, ׳als eine Auflehnung gegen die hergebrachte Sitte. Doch seine großen Fähigkeiten und seine hervorragenden menschlichen Eigenschäften haben den Groll der Chassidim alsbald ■in Verehrung umgestaltet. Das Lehrhaus wurde von vielen Schülern ׳besucht, die, vom Beispiel des Rabbis angeeife'rt, die Thora unter den ׳Unwissenden verbreiteten. Diese thorabeflissenen Jünger wurden dann die Träger der Tradition und des überlieferten Judentums. Als die Verehrung den Rebbeim gegenüber, von denen die Tschnobler die berühmtesten waren,!immer mehr nachließ und ,mit dem Schwinden des ׳Chassidismus ,auch■ •die ׳feste ׳Grundlage •des praktischen Judentums schwand, ׳als man den wolhynischen Juden, der tief unwissend war,!auch den •Gauben an den ״Guten Jid“ geraubt hatte, wurde dem religiösen •Nihilismus T!ür lind Tor geöffnet. Es ist geradezu!unglaublich, wie ■rasch dieser Teil der russischen Judenheit, besonders ׳aber ihre Jugend, der väterlichen Sitte und dem alten •jüdischen •Brauch den Rücken kehrte. Das bedrängte Schicksal ׳dieses Gebietes, das seit ungefähr ,neun Jahren kaum •zur Ruhe -kam, wo jeder Wechsel des!herrschenden Systems in Rußland blutige Opfer verlangte, wo seit vielen Jahren weder Hab und Leben der Juden sicher war, war!Ursache, daß auch vom alten Glauben der Väter wenig zuriickblieb. Es herrschen dort geradezu chaotische Zustände. Die Jugend wird in Schulen erzogen, die teils von der zionistischen Tarbut, teils von der bundistischen Kulturliga gegründet wurden. Beide Richtungen!haben!trotz der gewaltigen Unterschiede, •die sie trennen, das Gemeinsame, daß sie das ÜL IDSlICDf Seit vielen Jahren das anerkannt beste נשמה־ליבט Man achte auf die ges. gesch. Marke ״Hygien. Königslicht“ u. Name Schulz. Fabrik und Bureau: XIV., Braunhirschengasse 3 alte überlieferte Erziehungssystem und den alten jüdischen Lehrinhalt radikal ■ablehnen. Um die Schäden •dieser Schulen ,irgendwie wettzumachen, haben sich die Reste der!thoratreuen Judenheit noch iti den Zeiten •der Herrschaft von Kerenski unter dem Namen ״Aclidus“ organisiert. Doch konnte diese ,, Ach du s “ -O rga ni s a t i 0 n infolge der unsicheren politischen und sozialen Verhältnisse sich nicht entwickeln. Als die ׳Bolschewiken die!Herrschaft über diese Gebiete arigetreten haben, konnte überhaupt von einer religiösen Er- Ziehung der!Bevölkerung •keine Rede mehr sein. Auch Rabbiner Schoriu war gezwungen, die alte Stätte seiner Wirksamkeit in Zniwel zu verlassen. Er Meß sich in dem einige Kilometer von der Grenze entfernt liegenden Stadtchen Koretz nieder. Trotz schwerer Schicksalsschläge, trotz ■körperlicher Schwäche begann der nunmehrige Koretzer Raw eine Tätigkeit, deren Schilderung einem Heldengesang auf die Thora und ihre Träger gleichkommt. Er gründete vor allem ein!Lehrhaus. Diese ׳Gründung soll im primitivsten ■Sinne ■des Wortes verstanden werden. Es mußte ein verfallenes Haus zu diesem Zweck erst hergestellt werden. An den Arbeiten beteiligten sich sowohl der Rabbiner, wie auch die Schüler, die mit ihm aus dem bolschewikischen Rußland geflohen waren. Die reiferen Schüler bildeten gleichzeitig die!Lehrer ■für die jüngeren Klassen. ■Im Jahre 5697 gelang es dem Koretzer Raw, eine Jeschiwah mit 100 Bachurirn zu gründen •und Ghadorim für ungefähr 300 Zöglinge zu schaffen. Für die Flüchtlingskinder bestehen besondere Anstalten. Der ,Unterricht!beginnt von der primitivsten Stufe au, bis Mikra, MiscKna und Gemoro •erlernt wird. •Unter den erwachsenen Schülern der Jeschiwah gibt es viele ausgezeichnete Sofrini, die durch ihre Arbeit zur Erhaltung der Jeschiwah, die erst ׳in der letzten Zeit von Amerika unterstützt wird, beitragen. Die Arbeit des Koretzer Raw hat auf die latenten Kräfte der thoratreuen Judenheit in Wolhynien belebend und anspornend gewirkt. In Rowno, Luck, Kowel entstanden Thoralehr- ■anstalten, die ebenfalls Großes leisten. Aber der Mangel an Mitteln und geeigneten Lehrern erschwert die Arbeit dieser Helden, die!in einer Wüste für das ■alte, überlieferte Judentum!kämpfen. Von der Kenessio Gedaulo nahmen die ׳Abgesandten der wolhynischen thoratreuen Judenheit vielMut und Begeisterung mit. Falls sie die nötige ׳Unter,Stützung seitens ״der Zentrale'erhalten, werden sie für das thoratreue Judentum Bleibendes schaffen können. P.

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