Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 33 (19.8.1927)
- Date
- 1927-08-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 206 JÜDISCHE PRESSE Nr. 33 Wir müssen das Lager räumen sehen Treubruch zu protestieren, der in der Errichtung einer jüdischen Religionsgemeinschaft in Erez isroel ohne vorbehaltlose Anerkennung der Thor a- Autorität für das gesamte Gemein Schaftsleben liegt. Sie wird ebensowenig aufhören zu protestieren gegen die Ungerechtigkeit, eine religiös-neutrale, geschichtslose Kehillo, die den Namen ״Kneßes Israel“ usurpiert, von staatswegenr öffentlich-rechtlich anzuerkennen, dem historisch e 11 .111 d e n 111 m aber, wie es allein die orthodoxen ״Edaus“ repräsentieren, diese Anerkennung zu versagen. Dennoch müssen wir sagen: Wenn den Edaus durch die Verwaltung keine Schwierigkeiten gemacht und die guten Absichten des Gesetzgebers verwirklicht werden, dann wird sich in dem ästhetisch' zwar unschön zusammengeflickten, aber immerhin geräumiger gewordenen Bau der palästinensischen Gemeinde-Legislatur einigermaßen leben lassen. Es ist zwar ein Golus-Nachtasyl, das man gezimmert hat, aber dennoch ein Asyl. Alles wird daraufkommen, was das Leben aus den Paragraphen machen wird, auf die innere Kraft der Gesetzestreuen in Erez Isroel, auf ihre Opferbereitschaft und sittliche Stärke im Kampfe mit den bösen Geistern der Zwietracht, des Grupper-Egoismus und der prinzipienlosen Gleichgültigkeit. Eine gewaltige Verantwortung liegt in dieser Stunde auf unseren Brüdern in Erez Isroel, die die Pioniere des geschichtlichen Judentums sind. Möchte der Lenker der Metisehengcschicke ihnen die rechte Einsicht und die höchste Stärke schenken.“ Der ״Doar Hajom“ bringt aus der Feder seines Herausgebers unter der Ucberschrift ״Das z i o n i s t isehe Ghetto“ einen scharfen, ablehnenden ■Artikel über das soeben veröffentlichte Geineindegestz. Das ganze Gesetz sei vom nationalen Standpunkt aus als ein Fetzen Papier zu bezeichnen, dem nicht der geringste Dauerwert innewohne. Trotz des volltönenden Namens ״Kenesses Israel“, sei das vom Gesetz geschaffene Gesamtgebilde nichts weiter als eine große ״Kultusgemeinde“ nach dem Muster von Hamburg oder Wien. Das Gesetz tue ganz recht daran, wenn es die oberste Spitze nicht als National Council, sondern als General Council bezeichne, denn die Kompetenz der Assefath Haniwcharim erstrecke sich ja auch nur auf mehr oder minder religiöse Angelegenheiten. ״Die Berge“, so schreibt Ithamar ben Awi. ״haben gekreißt und haben eine Maus geboren, die Maus einer Kultusgemeinde mit allem, was drum und dran hängt. Im zehnten Jahre' nach der Balfour-Erklä.ung und 30 Jahre nach der Geburt des politischen Zionismus schaffen uns die Zionisten, die sich mit ihren großen Führern zusammengeschlossen haben, um uns aus dem jüdischen Ghetto herauszuführen, in Erez Jisroel ein zionistisches!Ghetto.“ Zurückhaltender äußert sich natürlich das offiz i e 11 e zionistische Organ ,.H a a r e z“: Die Schlußfoigerungen, zu denen es kommt, zeigen jedoch, daß ohne das Dazwischentreten anderer Faktoren eine Verständigung zwischen der Zionistischen Organisation und der Agudas Jisroel über ein Gesetz gar nicht aussichtslos gewesen wäre, weil ja auch die Aguda ein lediglich die wirts c h a f 11 i c h e n und politischen!Dinge regelndes b ii r g e r J i c ׳h e s Gesetz bei voller religiöser Freiheit akzeptiert haben würde. Der ״Haarez“ schreibt: ״Hätte die Regierung dem Gesetz nicht einen religiösen Charakter aufgedrtickt, entsprechend den Religionsgemeindsn, die das türkische Recht allein kannte, so würde das Gesetz nicht zu so schweren Meinungsverschiedenheiten geführt haben. Die Einwohnerschaft hat zum größten Teil gar kein Interesse an einer Hierarchie mit einem offiziellen Chacham Baschi und mit bestätigten Rabbinen. Der Einfluß der Rabbinen hing von jeher von ihrer Persönlichkeit ab und von dem Vertrauen, das sie sich erwarben, und erfloß nierrtals aus der Furcht vor dem Gesetz und der dahinter stehenden Regierung. Man hätte die religiösen Streitigkeilen der Gemeinden und Rabbinen ruhig auf sich beruhen lassen können . . . Die i g e s e 11 s c h a f 11 i c h-p 0 1 i t isehe Organisation der jüdischen Bevölkerung Palästinas hätte dann von keiner Seite Gegnerschaft gefunden. Wie das Gesetz jetzt vorliegt, ist es das Ergebnis jahrelanger Wegen Umbau verkanten daher zn muh nie lagewesenen tietrednzlerten Preisen Seidenstoffe: Seidenfoulards, herrliche Dessins , , . S 7.80f 5.80 Seidenkleider, Alpaca gemust.. . . « . S 4.80! 3*80 Crepe de Chine, alle Farben . . . . S 8.90f 5.80 Seiden-Georgette, viele Farben . . . S 11.—, 7.80 Ia Shantung, 90 cm breit ..S 4.90 Seiden-Wasch-Marokain, glatt und dessiniert, 90 cm breit.S 4.50f 3.90 Japan Pongis, alle Farben .S 2.90 SchÖtten-Seidenstoffe.S 2.80 Wir müssen das Lager räumen Waschwarenlager wird zur Gänze wegen Auflassung total ausverkauft TieV unter dem eigenen Kostenpreis! Keine Kunde versäume die günstige Gelegenheit SEIDENHXUSER WiEfi, I JüdHauben 8 und S. Willheim ,1. Verhandlungen und des Einflusses der verschiedensten Faktoren.“ Der Völkerbund und Palästina. Der für den Völkerbundsrat bestimmte Bericht der •Ständigen!Mandatskommission des Völkerbundes über das Ergebnis!ihrer 11. Tagung ist soeben hier veröffentlicht worden. In Palästina gewidmeten Teile des Berichtes wird der Zufriedenheit mit der Verwaltung der 'Mandatarmacht Ausdruck gegeben. In der allgemeinen Einleitung zum Berieht wird!bemerkt, daß die Kommission auch von dem Bericht der Mandatarmacht betreffend die Fortschritte in •der lokalen Autonomie •befriedigt sei,!aber in dem kommenden Jahresbericht gern mehr ins Detail gehende Informafcionen!über die Entwciklung der ״sich selbst regierenden!Institutionen“, wie sie im Artikel 2 des Mandats vorgesehen sind, haben möchte. Zu •der Petition der Jerusalemer aschkenasischen Gemeinde und der Agudas Jisroel bemerkt die Mandatsikommission, sie verweise auf ihre im vorigen Jahre gefaßte Resolutfcion, nach welcher sie die!Memoranden der Agudas JisroePGatppe, sowie die. Bemerkungen der Mandabsmacht;hiezu •zur!Kenntnis nehme :und sie, sobald die geplanten Verordnungen ihr nach ihrem ׳Inkrafttreten vorliegen werden, in Erwägung!ziehen wird. Die Hilfsaktion für Erez Israel. Die Wiener Hilfsaktion. Die ersten Spenden für die Hilfsaktion für die Opfer der ״Erdbebenkatastrophe iti Erez Jisroel wurden in Beth Hamidrasch ״Thora Ez Chajim“, II., Große Schiffgasse 8, gewidmet. Der erste Sabbath brachte S 370 Dienstag den 18. Ab traf in Wien Rabbi Mosche Porusch Giiicksmann, ein hervorragender Mitarbeiter der Aguda in J'erusalem, in Wien ein.,Rabbi Mosche Porusch Gliicksmafm beabsichtigt das Hilfswerk für die notleidenden Schulen in Erez Jisroel, unter denen einige von der Erdbebenkatastrophe schwer betroffen wurden, fortzusetzen. כשר Fleisch u. Geflügel unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschul). Selchwaren aus der Fabrik Gabriel Fischer wie sämtliche Weine und Spezereiwaren כשר• RE. Belehrung־, Wien, IX., Liechtensteinstrasse Nr. 117 Telephon 11-6-82. — Jede Bestellung wird telephonisch ent־ gegengenommen und sofort ins Haus zugestellt. 5. Ausweis der Spenden zugunsten der durch das Erdbeben in E r e z J i s r o e 1 geschädigten Gl a ubetisgenosse n. Auf Grund der Aktion des 1K 0 1 e 1 Scliomre Hachomoth gingen bei m 1B r a t!i s 1 a v •a e r K u r a t o r i u m folgende Beträge ein: Bratislava (4. Sendung): Tempel Schloßstraßc durch Sternfeld und iKohlmann tschech. K 2000, Bethaus Bes Jisroel durch!Ignatz Singer tscliech. K 1170, Bethaus Refoel iNen.sch durch S. Taub und ׳R. ßerkov.its tsch. K 426, Bethans Jesode!Hathora durch Filip Benedikt tsch. K 137, Tischgesellschaft Josef ׳Lefkovits durch Löb tsch. K 60 (bisher zusammen aus Bratislava tsch. K 13.641). — Galantha durch Oberrabbiner Seidl (2. Sendung) tsch. 470 (bisher zusammen tsch. K 1530). — Lipt. sv. iMikulas •durch Salamon Haas tsch. K 1115. — Pezinok durch!Nathan Adler tsch.!K 753. Zusammen tschech. K 6131, bisher ausgewiesen tsch. K 86.470.23, zusammen tsch. K 92.601.23._ VOM TAGE Der Krisenkongreß. Am Ende dieses Monats tritt der Zionistenkongreß, seines Zeichens der Fünfzehnte, in Basel zusammen. Die Auspizien dieses Kongresses sind nicht sehr günstig. Die Zahl der Schekelzahler, also der Wähler zu diesem Kongreß, hat sich erstaunlicher weise verringert: nach vorsichtiger Schätzung sank sie auf ein Drittel des früheren Bestandes zusammen. Noch mehr aber, als dieser Schwund der Anhänger ist eine Verwirrung der Ideen um die Unklarheit der Programme innerhalb der Zionistischen Organisation zu konstatieren. Der große Apparat der zionistisehen Geldfonds, Keren Hajessod und Keren Kajemeth, funktionieren noch wohl, aber dem brennenden Problem der Wirtschaftskrise können sie nicht Herr werden. Also alles ist danach angetan, um das Herz eines unabhängigen Orthodoxen, sagen wir schlechthin eines Agudisten, höher schlagen zu lassen. So wird man es zumindest in weiten Kreisen hüben ׳und drüben annehmen. Wir beeilen uns, gegen diese Annahme schärfstens zu protestieren. Es ist wohl nicht zu leugnen, daß sehr viele Agudisten die einzige Gefahr, die heutzutage der Thoratreue droht, im Zionismus erblicken; es ist wohl nicht zu leugnen, daß sehr viele orthodoxe Juden eher negativ als Antizionisten, denn positiv als Agudisten zu bezeichnen sind. Es wäre aber ein verhängnisvoller Fehler, wenn man die Masse in diesem Irrtum, in dieser einseitigen Anschauung belassen würde: vielmehr müssen solche Erscheinungen, wie die genannte, an der Wurzel der an der Zionistischen Organisation fressenden Krise benützt werden, um offen zu erklären, daß die Kräfte der Aguda sich durchaus nicht aus der Schwäche des Zionismus nähren können. So ist es nicht, daß der Zusammenbruch des Zionismus die Hoffnung auf den Aufbau der Aguda berechtigen könnte. So denken die Gehässigen im anderen Lager und so sprechen die Lässigen im eigenen. Tatsache ist es, daß die Aguda, wie jede andere Idee, nur durch die opferbereite, hingebungsvolle, positive Arbeit ihrer Anhänger in die Höhe gebracht und. dauernd in der Höhe erhalten werden kann. Wenn schon aus dem Niedergang des Zionismus ein Vorteil für die Aguda erwachsen soll, so ,kann dies nur .die Lehre sein, welche die Agudisten zu eigenem Nutz und Frommen verwenden mögen. Diese Lehre besteht darin, daß alle propagandistischen, politischen und finanziellen Erfolge einer Idee nicht dauernd ihre Herrschaft sichern können. Frische Menschen, frische!Kräfte können allein eine Idee erhalten, das heißt, so lange eine Idee junge Menschen zu freudiger Mitarbeit erwecken kann, lebt sie stirbt aber in ׳den Amtszimmern wohlbestallter Bureaukraten. Es ist schon ein großer Gewinn, wenn die Aguda diese Lehren, ohne teures Schulgeld zahlen zu müssen, erwirbt itnd beherzigt. Bei der im nächsten Jahre fälligen Kenessio gedaulo der Aguda wird es sich zeigen. Der Keren Hajessod über Wien. In dem Hauptbericht des Keren Hajessod an den XV. Zionistenkongreß lesen wir unter Wien folgendes: Rabbi Jecheskel Landau. (1713 bis 1793.) IV. Die Kriegsfurie, die sieben Jahre die ׳Monarchie in Schrecken und Angst gehalten, war mit dem endlich am 15. Februar 1763 geschlossenen Hubertsburger Friedens- Schluß gebändigt worden. Sieger wie Besiegte waren längst beide, nach den ungeheueren Opfern, die ihre Völker an Geld ■und Menschenleben gebracht, von 1der Sehnsucht nach Ruhe erfüllt. Die Kaiserin Maria Theresia konnte nunmehr, ihrem Herzenswünsche folgend, wieder in dem friedlichen Aufbau und Ausbau ihrer Staaten das Wohl ihrer Völker suchen. Der König von Preußen hatte eines der Hauptziele seiner. kriegerischen Pläne, die Eroberung Prags, nicht erreicht, und die ׳Hauptstadt Böhmens konnte wieder zur friedlichen Arbeit zurückkehren, die allein die Heilung der furchtbaren wirtschaftlichen Wunden ermöglichte, die die lange Kriegszeit geschlagen. Und nun beganu auch für die jüdische Gemeinde wieder eine Zeit des Aufschwunges, der kräftigen Wiederbelebung des Thora- Studiums. Die längst anerkannte und im Laufe der Jahre noch gestiegene Autorität Rabbi Jecheskels zog immer größere Scharen wissensdurstiger Jünglinge an seine Jeschibah, darunter viele, die sich durch große Begabung auszeichneten und die dann später in hervorragenden Stel- Jungen die berufenen Vertreter der Lehrmethode des großen Meisters wurden, der Lehrmethode, die hohen Scharfsinn mit der unerbittlichen Forderung nach voller Klarheit und Wahrheit verband. Mit seinem bewunderungswürdigen Fleiße, bei einer Ausdauer, deren nur ein mach- 'vtiger Geist fähig ist, wenn er durch eine tadellose, gute ל körperliche Konstitution unterstützt .wird,, konnte Rabbi Jecheskel Landau den riesigen Anforderungen entsprechen, von denen sein berühmtes Responsenwerk und seine vielen anderen Werke — die aber nicht alle im Druck erschienen sind ,— Zeugnis ablegen. Wie er selbst in der Vorrede eines seiner Werke erwähnt, hat Rabbi Jecheskel Landau vor der Vollendung dieser Arbeit ainige Wochen sich fast ganz des Schlafes enthalten. So streng der Rabbi gegen sich war und so viel er sich im Bewußtsein seiner körperliehen Stärke zutraute, so voll Güte und verständnisvoller Schonung war er für das Wohl und die Gesundheit anderer. Als er einmal hörte, daß ein ihm befreundeter Gelehrter in frommem Eifer, trotzdem er ein schwächlicher, von manchen Leiden geplagter Mann war, sich freiwillig manchen .nicht gesetzlich gebotenen Fasttag einrichtete, ließ er ihn zu sich bitten, hielt ihm eine vorwurfsvolle Rede, die mit der dringenden Mahnung schloß, diese Lebensweise, die er geradezu als sündhaft bezeichnete, nicht fortzusetzen. Als •der so scharf Zurechtgewiesene die schüchterne Bemerkung nicht unterdrücken konnte, wie der Rebbe, von dem er doch — obgleich er es immer geheim zu halten bestrebt sei — wisse, daß er sich noch viel härtere asketische Entbehrungen auferlege, ihm wegen einiger Fasttage so zürne, rief Rabbi Jecheskel halb ergrimmt in der ihm eigenen witzigen Weise aus: ״Wenn Ihr werdet so essen können wie ich, werdet Ihr auch so fasten dürfen wie ich.“ So wie Rabbi Jecheskel Landau geistig die jüdischen Gelehrten in Prag überragte, so konnte man von ihm sagen, daß er körperlich der größte Mann von ganz Prag war. Er überragte durch seine Statur alle ausuahmslos. Dank der witzig pointierten ׳Redeweise Rabbi Jecheskel Landaus haben sich in den mündlichen Ueberlieferungen seiner Schüler und auch seiner Kollegen im Beth-din zahlreiche Anekdoten erhalten, die das talmudische Wort bestätigen,׳ •daß selbst in den Scherzen der . großen Gelehrten manche tiefe Weisheit enthalten sei. * Zwei Proben des Witzes, mit denen Rabbi Jecheskel seine Gespräche zu würzen verstand, mögen hier eine Stelle finden, weil sie zugleich einen charakteristischen Zug seiner Denkart offenbaren. Einmal wurde in seiner Gegenwart erzählt, daß in einer benachbarten Stadt ein sehr reicher Mann, von dem es bekannt war, daß er sich gelegentlich seinem häufigen Reisen im Auslande manche durch das Religionsgesetz verpönte Annehmlichkeiten gestatte, an seinen Ortsrabbiner mit einer seltsamen Bitte gewandt habe. Er wollte nämlich von ihm wissen, ob er nicht in der Lage wäre, ihm einen ״Heter“ für eine gewisse Uebertretuug anzugeben. Der Gefragte, der mit gutem Grund anzunehmen geneigt war, daß diese Bitte nicht in einem aufwallenden Gefühle der Reue, sondern bloß in einer Regung von Heuchelei ihren Ursprung habe, wies die Frage in entschiedener und nicht liebenswürdiger Form zurück. Rabbi Jecheskel meinte lächelnd: ״Ich weiß nicht, warum er den reichen Mann nicht darauf aufmerksam gemacht hat, daß er ja schon selbst das Gewünschte gesucht und gefunden hat. Es steht ja ausdrücklich im Talmud (Rabbi Jecheskel zitierte natürlich den talmudischen Wortlaut, der beiläuiig in der Uebersetzung folgendermaßen hieße): ״Wenn einer das Verbotene wiederholt begeht, so erscheint ihm die Wiederholung zuletzt wie ein — ,HeterV' Ein andermal erwähnte man vor Rabbi Jecheskel Landau, daß ein Zyniker — der sich auch durch eine den Talmud verhöhnende Schrift einen Namen gemacht — sich gerühmt hätte, alle erdenklichen Gesetzesübertretungen verübt zu haben, mit Ausnahme einer einzigen: des Selbstmordes. Rabbi Jecheskel sagte hierauf: ״Er irrt sich, er hat vielleicht gedacht, daß er dadurch möglicherweise die Mizvvoh zum Teil erfüllen würde: ,Du sollst das Böse aus deiner Mitte ausrotten‘.“ Das Ende, das dieser Zyniker gefunden haben soll, dürfte ihn übrigens zu spät darüber belehrt haben, daß man auch sündhafte Scherze v'ermeiden soll. .(Fortsetzung folgt.)