Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 32 (12.8.1927)
- Date
- 1927-08-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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* Novinove vyplatne povolene riadit post a telegrafov ״; v Bratislava üis. 41572*11120־. . . Zeitungen vom Verleger versendet. Journal expgdie par 1‘editeirr. t k. fc ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion u. Administration: Wien, H.,Leopolds■ lasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. - Tel. 45-4-84. fschechoslowakei: Bratislava,־ Postfach 140. erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: ״fir Artikel Sonntag, lür Nachrichten Montag. Abonnementspreise! Ganzjährig: .f.ö1:9־!;Oesfe1:1;e|ci1 Jp! 14 , , Tschechoslowakei tschech. K. 70» (§׳,40} י־: das übrige AusItfnfl^Ä^IJÖflltfl 8! V iahlungeh für Oesterreich: Postsparkassenamtwien, KonJo Br'. 13.458; für Polen : Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409׳; für ,Ungarn» Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr.53,386;fürjugöslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko. N. <0.217; für die Schweiz:'Postacheckkonto Zürich VIII. 4117; ,י , , für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Np. 32 Wien-Bratislava, 12. August 1927 ,t'SMi ב*<,וינה״«חגשםב§ג י׳!־ אב/ 13. Jahrg. if™.י׳״״״׳״״״״״׳״11.״״״״׳r.״iririnn״״.״11״״״״״iiiiiii'ii Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons JULIUS HABE Kohlen- und Koksgroßhandlung Nordbahnrutschen Wien, I!., Taborstraße 9 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Fernsprecher Nr. 41-0-22 שומז $ כשי (תחת השגחת הרב ח ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien, XV., Staglgasse Nr. 10 Telephon 38-4-19 Filiale: V!I., Burggasse Nr. 17. Telephon 32-3-80 Das jüdische Kind in die jüdische Schule! Volks־ und Bürgerschule für Knaben und Mädchen Talmud-Thora, Wien, II., Malzgasse 16 agllSÖ 11^י für die Dame Modenpalais Julius Krupnik Wien, VII., Kaiserstra^e 111-113-115 Telephone 32-4-62, 34-4-29 Anerkannt größtes SpezialhoQS Oesterreichs Tröstet, tröstet mein Volk! Viele Propheten bemühen sich, das!jüdische Volk zu trösten. Die ^eale!Grundlage all dieser Trostversuche ist das Trost<b ed ü rfji I s .des jüdischen Volkes, das heute mehr denn je in all seinen Schichten sehnsuchtsvoll und leidenschaftlich nach Linderung lechzt. 1Es wohnt unter den Völkern und findet nirgends Ruhe. Diese Klage Jirmijahus hat nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Alle Hoffnungen, welche auf Emanzipation, auf die •bürgerliche!und politische Gleichberechtigung der Juden oder des jüdischen Volkes in den verschiedenen europäischen Staaten gesetzt wurden, izerflattern unter den schmerzlichsten Erschütterungen, die im politischen, wirtschaftlichen, akademischen und völkischen!Antisemitismus in solch erschreckender Weise zutage treten. Unter der Wucht dieser Tatsachen verstummt allmählich •das Trostwort!jener Propheten, die auf dem Wiege der Assimilation, der äußeren und inneren Gleichstellung der Juden zu seiner Umgebung, Trost ihrem Volke bringen wollten. Andere Propheten versuchen durch das Allheilmittel der Selbsthilfe den langersehnten Trost zu bringen. Das Volk ׳muß selbst sein Schicksal in die Hand nehmen. Friede, Friede wird erst sein, so sprechen diese Propheten, sobald das!Rankwerk, das ׳während der Jahrtausende um das jüdische Volk wuchert, ausgejätet sc. 1 wird. Die religiösen!und konfessionellen Verstellungen hemmen bloß die Entfaltung all •jener!Kräfte, deren d!as Volk zur Selbsthilfe bedarf. Ein gewaltiger Widerhall folgte dieser ״Offenbarung“. Besonders die Jugend fühlte sich mächtig von der Vorstellung angezogen, daß bloß die eigene!Kraft Heilung und Trost bringen!könne. Mit revolutionärer Wucht wurde alles, was ׳mit dieser Lehre nicht in Einklang gebracht werden konnte, vernichtet. Güter von Jahrtausenden, Schätze, in deren Besitz!Generationen sich reich gefühlt hatten, wurden mit einer diabolischen Lust vernichtet — nur ׳u׳m die eigene Kraft dokumentieren zu können. Der Aufbau, geführt von solchen jugendlichen Händen, vollzieht sich gleichzeitig, da die alten fundamentalen Bauten unseres Volkes der Zerstörung überantwortet werden. Noch sehen die Propheten unserer Tage nicht ein, daß kein Friede aus ihrem Trostwort erblüht. Berauscht von den eigenen tönenden Phrasen haben sie kein Ohr für die Stimme, die selbst im eigenen Lager so mächtig weht. Inmitten des scheinbaren Aufstieges, ,inmitten des so hoch gepriesenen Erfolges regt sich!mächtig die Opposition, erhebt sich gewaltig der Schrei nach Revision, nach Umbau, nach!Umgestaltung und keiner der dem Schlagwort der Selbst- ׳hilie Folge geleistet, fühlt sich getröstet, glaubt die!jüdische Hoffnung verwirklichen ׳zu!können; nicht fange kann die Zeit währen, bis die Falschheit auch dieser Prophetie sich den Anhängern von heute kund tun wird. Auch eine dritte Gruppe von Propheten kündet im Aufträge G-ttes Trost dem unglücklichen Volke. Sie sprechen: ״!Nicht die alten Heiligtümer haben uns betrogen, sondern wir haben die Treue gebrochen. Nicht die alten Kräfte des jüdischen Volkes haben ihre Gewalt eingebüßt, sondern wir •haben geglaubt, auch ohne diese Kräfte stark genug zu sein, um unser Lebensbild ׳zu gestalten. Nicht neue Wege haben wir zu wandeln und nicht neuen Idealen nachzuhängen, sondern unsere alte Erbschaft haben wir neu zu erwerben. Unser altes Gut muß durch frische, frohe Arbeit der künftigen Generation erhalten bleiben. Wie ein Ruf in •der/Wüste ׳klang diese Forderung in den Ohren der heutigen Generation. Vor einigen Jahren schien es mindestens so. Der!Ruf dieser Propheten findet aber immer mehr den Weg zum Herzen des Volkes. Weite Kreise des Volkes fühlen im Innersten, daß das!jüdische Volk nur rasch welkendes Gras wäre, wenn der Geist G־ttes nicht in ihm wehen, wenn das Wort G-ttes es nicht aufrichten ׳würde. Diesen Propheten gehört die Zukunft, ihnen, die den Mut und die Kraft haben, in Zion und in Jerusalem und überall in der Welt dem jüdischen Volke zu künden, daß seine Eigenart, seine Kraft, seine Zukunft —הנה אלקיכם — in seinem G־tt, in seiner Thora, in seiner Tradition be- -gründet ist. P. Der Gerer Rebbe für die selbständige orthodoxe Gemeinde in Erez Israel. Vor seiner Abreise aus Jerusalem richtete der Gerer Rebbe. wie wir bereits mltgeteilt haben, in Angelegenheit des neuen Gerneindegesetzes an seinen Bruder einen bedeutsamen Brief, den!Rabbi Necl1em,ia, der Bruder des Gerer Rebbe, nun veröffentlicht. Wir bringen diesen Brief im Urtext mit einer deutschen Uebersetzung: ב״ה. קבלתי מכתב מכ״ס אחי מרן שליט״א בדבר חוקת ה ק ה ל ו ח, והיות שהעמן יעמוד בקרוב על הפרק׳ לזאת הנני מפרסמו. נחמי׳ א ל ט ר. ב״ה. יום ה׳ מטות, תרפ״ו. ' אהובי אחי היקר הרב ד נחמג׳ שליט״א. נין החרשות אשר נתחיה שביכולת ההררים להקהל ולעמוד על נפשם לצאת מי הוועד הלאומי, אשר כפי שפסקו הרבנים הוא איסור.ע״פ .דין להיות בתוך הוועד הג״ל;-שאינו ע״ם חוקי התורה לזאת ■ הנני שתודיע בשמי אשר כל ירא וחרד יעשה כן, ויוצא א״ע בפועל מוועד הניל כאשר ניחן לנו הרשות מאת הממשלה. א״ד אחיך הדו״ש י אביהם מרדכי אלמי מגורי Mein lieber Bruder Rabbi Nechemia! Eine neue Situation ist entstanden. Die Orthodoxen haben die Mög- Iichkeit erhalten, zum Schutz ihres Seelenheils eigene Gemeinden zu gründen und sich abzusondern vom Waad Leumi (Nationalrat), dem anzugehören auf Grund des Thoragesetzes verboten ist. Ich bitte Dich daher, veröffentliche es in meinem Namen, daß jeder G-ttesfürchtige sich — nachdem das Gesetz ihm hiezu die Möglichkeit gibt — vom Waad Leumi iossage. Die jüdische Gemeindeordnung in Palästina. Das vom britischen!Kolonialarnt bereits genehmigte Gesetz über die Organisation der jüdischen Gemeinden in Palästina lautet in den Hauptstücken: Die jüdische Gemeindeordnung; ihr Sinn; Die Gemeinde -umfaßt alle Juden, die gemäß untenstehenden Vor- Schriften als Mitglieder •der Gemeinde eingetragen sind. Als ״erwachsen“ gelten Personen beiderlei Geschlechtes, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. ״Jüdische Stadtgemeinde, Dorf oder Viertel“ bedeutet ein Gebiet, in welchem mindestens drei Viertel der Gesamtbevölkeriiing Juden sind. ״K o 11׳ g r e g a t i 0 n“ ׳bedeutet eine V e reinigung von Juden, die an eine besondere Synagoge g e b .11 11 den s i 11 d. ״Wiohlfahrtszwecke“ und ״Wohlfahrtsstiftungen“ bedeuten Anstalten 'für Armen- Unterstützung, für Förderung von Erziehung und Wissenschaft, Verbreitung der Kenntnis religiöser Sitten und Bräuche u. a. m. Ln Palästina besteht eine anerkannte jüdische Gerne i n s c h a f t, die sich a u s •d e n 1 0 k •a 1 e n Gerne! n d e 11 ׳z u s am m e n setz t. Organe der Gemeinschaft sind: Ein rabbinischer Rat, ein rabbinischcs Amt, eine gewählte Körperschaft (Elected Assembly), ein Generalrat, Ausschüsse der lokalen Gemeinden.!Ueber die lokale Gemeinde enthält die Gemeindeordnung folgende Bestimmung: In jedem Orte mit mindestens 30 Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft soll eine lokale Gemeinde gebildet werden. Jn Orten mit weniger als 30 jüdischen Gemein- MIT HüUB£ S 28.- Der Name des führenden Hauses in der Perückenfabrikation PERÜCKENERSATZ j 8■ KÄ'R83TI3Eßßl^iG 6 (vi8׳ä*vls Ho toi Bristol^ garantiert I für die allermodernsten, in Qualität besten PERÜCKEN, SCHEI'f EL und TRANS׳ , die im Tragen vom eigenen Haar nicht zu unterscheiden sind. KEIMS FILIALEN! TELEPHON Nr. 51-3*62 KEINE FILIALEN! OHNE HAUSE S20,