Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 31 (5.8.1927)
- Date
- 1927-08-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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X*.-Novinove vyplatne povolene riadit post a telegralov d:׳־ v Bratfslave öis. 41572-III-20. . Zeitungen vom Verleger. .vejr6e0det. Journal expädie par 1‘edlteur. t.h.k ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion u. Administration« Wien, II., Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. - Tel. 45-494־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 1*0. Erscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, iür Nachrichten Montag. Abonnementspretsei Ganzjährig! Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70,1 Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen Ihr Oesterreich! PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau. Konto Nr. 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; ffir Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117: für Deutschland! 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Entfettungskuren Kaltwasserkuren, Fangaschlammpackungen, Koblensäure-Transcutanbäder, Heißluft, Höhensonne. Elektrische Kuren, Diathermie, Massage, Hellgymnastik, Röntgeninstitut. Chemisches Laboratorium!Erschrecke der Leser nicht! Es liegt nicht!in unserer Absicht, über die allgemeine und kulturgeschichtliche Bed&ufcung des in der!Ucbersäirift genannten Wortes zu sprechen, auch nicht eine Jcremiadc anzustimmen über die Existenz des trotz Ablösungsverfahren und Einrechnungsmethode immer noch ungetrübt im Blute steckenden Wesens der wirklichen Trinkgelder. Vielmehr ist es ein Wort des Jesaia, das in seiner Projektion auf unsere Zeit uns einige Worte zu sagen •zwingt. Da ist ein erschütterndes Bild des Volkes gezeichnet. ,Korruption von oben, Komiption allüberall und überall ein!unwürdiges, •hastiges Streben nach ״schalma!11nim“. Dieses Wort hat den!Erklärern manches :Kopfzerbrechen gemacht; ־manche •haben darin den!Begriff ״Trinkgeld“ gefunden, als eine über den Anspruch auf Gegenleistung hinausgehende Erwartung von Entlohnung. Mag sein, daß diese Erklärung die Situation einer der Würde entratenden Periode gut kennnzeiclmcte. Tatsächlich jedoch gibt es •auch eine einfachere!Illustration. Wie den Grammatikern bekannt, bedeutet die Endsilbe ״aun“ die Verkleinerung des im Grundworte liegenden Begriffes, wie ja isshaun ״Männlein“ besagen will im Verhältnis zum Grundworte isch ״Mann“, ezbaun heißt der kleine Enger usw. So bezeichnet schalmaun rein lexikographisch •den ,kleinen Frieden, den inhaltslosen, iinvvahren Friedenszustand, ein nichtiges, leeres ״Friedlein“. Wenn nun gar dieses Wort in der Mehrzahl uns vor Augen geführt wird, so sehen wir das Bild einer Zeit, die sich nicht genugtun kann im Erstreben und Erwirken solch kleiner, kleinlicher Friedlein, und schalmaunim heißt schlchthin Kompromisse. Was muß das ■für eine Zeit gewesen sein, die zwischen Er- Wartung und!Hingabe von Trinkgeldern hin •und her pendelte, auch auf ideellem Gebiete. Ein kampfesmiides, feiges Geschlecht. Betrachtet man ganz ־unbefangen das Wollen unserer Tage, so ist man erschreckt darüber, wie haarscharf und klar ein Jesaia auch das Spiegelbild dieser ־inneren Korruption .gezeiich.net hat, wie fürchterlich unsterblich die Gc- £9®8saee98$e9a0Q98000e®eee99a»ff00»9e«oe8G8eeoo9091 der WS@n, aflzgasse 12a. Vermittlung aller Arten von Versicherungen für eine der größten und leistungsfähigsten Versicherungsanstalten der Welt. Aufwertung alter Lebensversicherung:*׳׳ Polizzen zu den günstigsten Bedingungen. Revision bestehender Versicherungen. Gesinnungsgenossen, wendet ££uclt in allen Versiptierungs- Angelegenheiten an obige Ver. siefcerungsstelle der Aguda! stalten eines Usia und Achas durch die jüdische Geschichte gehen. Der eine, ־mächtig und erfolgreich als König und doch in einem!Augenblick der ׳Ueberhcbung seiner starken Persönlichkeit auch nach der Krone des Priestertums greifend, der andere alle!Heiligtümer und!ihre Schätze in den Dienst einer verfehlten Politik stellend, lavierend zwischen׳ der schlimmsten Form entarteten Götzendienstes!und .manchem Augenblick inniger ■Frömmigkeit. Eine Trinkgelderwirtschaft sondergleichen. So etwa wie auch!heute mit!biedermeicrischem Augenaufschlag mit dem Worte scholaum hausiert wird als Deckmantel •für charakterlose, würdelose Kompromisse. Und dafür heimst!man dann das Trinkgeld des allgemeinen Anerkenntnisses ein. So wenige sind es der Aufrechten geworden; Not des Tages und Not der Seele, Mangel an Vertrauen zu sich selbst und an Glauben, an. die Güte •seiner Sache!haben der Sehnsucht nach einem!behaglichen!Leben auch im Kampfe ■der Geister Platz gemacht. Das sind er.nste Erwägungen, die wahrlich am 9. Aw als geschichtliche Perspektive •außerordentlich, am Platze sind. P. K. Ende Tammus.!Die Hauptsaison als ■Rechtstitel für hohe Zimmerpreise hat diesmal um 3 Wochenspäter eingesetzt. Seit etwa 8 Tagen sind die Wohnungen um zirka 60 bis 70 Prozent teuerer geworden. Sonst herrscht hier die alte Zufriedenheit. Brunnen und Bäder, vorzügliche rituelle Restaurants, imposante Wandelhallen, wundervolle Gebirgswälder und Ausflugsorte sorgen reichlich , für die Befriedigung der erholungsbedürftigen Kurgäste. Das!Gros der jüdischen Kurgäste gehört der gesetzestreuen Riehtung an. Rabbiner und Vorsteher führender orthodoxer Gemeinden sind hier in ansehnlicher Zahl vertreten. Im ■Hotel-Restaurant ״Goldenes Schloß“ von iGottliefo Leitner befinden sich zurzeit die bekannten Thoragrößen:!Rabbi,!Meir Don Plotzki, der Pinsker Raw Wolkin, Oiberrabbiner Silberstein aus Waitzen, die Jeschiwahleiter von Mir und Zans, der Bendiner Raw und der!Gerer!Rebbe, der heute aus Erez Israel hier eingetroffen ist. •Im!Hotel National wohnen zurzeit der Zsikover Rebbe, Rabbiner Halberstamm aus Zmigrod. Von deutschen!Rabbonim sind hier: Dr. Auerbach aus Halberstadt, Dr. Spitzer aus .Hamburg, lind andere. Die!bekannten Palästinenser, •der sephardische , Oberrabbiner von!Palästina, Jakob Meir, sowie Rabbiner Horovitz aus Jerusalem und Bankdirektör!Levontin aus Tel Aviw sieht man häufig beisammen. Der Vorsitzende׳ des Speisevereins, Herr Arnold Kohn aus Hamburg, benützt seinen Aufenthalt auch ,für Inspektionstätigkeit in!Angelegenheit seines Ressorts. Marienbad!bildet!nämlich in dieser Hinsicht eine Ausnahme, indem sämtl.iche jüdische Restaurants der Aufsicht des!Hamburger Speise- Vereins unterstellt sind..!Unterschiede, a!uch!bezüglich ritueller Vorzüglichkeit, machen die Kurgäste selbst. In den beiden Restaurants Leitner wird auch täglich früh und abends regelmäßiger Gottesdienst abgehalten. Sowohl der deutsche als auch der sephardische Ritus sind als gleichberechtigt anerkannt. Der persönliche Ritus des. jeweiligen Vorbeters ist maßgebend. An jüdischen Ver-. ans tal tun gen fehlt es!nicht in (Marienbad. Die!B’ne-ßerith־ Loge hat ihre wöchentlichen Zusammenkünfte bei ״Löwenthal“. Die Zionisten veranstalten Sammlungen, ,gelegentlieh auch bestimmte Festlichkeiten. Vergangene Woche hat auch eine große Herzl-Feier stattgefunden. Für. •gesetzestreue jüdische Veranstaltungen ist leider blutwenig: gesorgt; bloß der Pinsker Raw hat in der Synagoge von: Gottlieb Leitner jeden Samstag eine geistreiche Deraschah. gehalten. Eine umso angenehmere Ueberraschung bildete die imposante Versammlung gleichgesinnter thoratreuer Kurgäste, welche dieser Tage im großen Glassalön ,-,Goldener •Schlüssel“■ stattgefunden hat. Den Vorsitz führte Albert Mainz aus ■Frankfurt a. M., der in warmen Worten darauf hinwies, daß die ganze Zukunft des ־gesetzestreuen Judentums■!im!heiligen Lande MIT HAUBE S26. Der Name des führenden Hauses in der Perückenfabrikation PERÜCKENERSATZ HUR WIE■, I. KXRNTNERRIMG 6 (vis-a-vis Hotel Bristol) garantiert für die allermodernsten, in Qualität besten PERÜCKEN, SCHEITEL und TRAMS׳!■RATIONEN, die im Tragen vom eigenen Haar nicht zu unterscheiden sind. KiiNE FILIALEN S TgLGPHÜN Nt*. 51-3-62 KEINE FILIALEN I OHNE HAUBE S 20.-