Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 30 (29.7.1927)
- Date
- 1927-07-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2629891-2630197-2630226--2689-2634602- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Novinove v.vplatne povolene riadit post a telegrafov v Bratislave öis. 41572-111*20. Zeitungen vom Verleger versendet. . Journal expödie par Pediteur. f.fcft. DES ORTHODOXEN JUDENTUMS.: FÜR DIE Redaktion n. Administration» Wien, II.,Leopolds- 3&88C 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-494־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss:?fir Artikel Sonntag, tür Nachrichten» Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar, Zahlungen für Oesterreich: PoslsparkassennmtWien, Konto Nr. 13.45S; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 48.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117! für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 ®Sr. 30 Wien-B8*aftis!ava* 29. Juli 1927 «לט תמוז תי&יז ב״ה 13. Jahrg Sieg des religiösen Prinzips. — Die Aguda strebt noch weitere Verbesserungen an. — Der Gerer Rebbe für die Einheitsfront der nichtzionistischen Orthodoxie. 1. Das Gesetz über die jüdische Gemeinde in Palästina wurde im Namen Sr. Majestät des englischen Königs •verlautbart. In 30 Tagen wird dieses Gesetz, wie wir hoffen, mit einigen von der Aguda angestrebten Verbesserungen in 'Kraft treten. Mit diesem Gesetz »wird einstweilen der Schlußpunkt gesetzt ■nach einem Kampf, der fast alle Teile der jüdischen Welt, besonders aber die Zionisten ׳und die Agudisten, ■lange Jahre hindurch in heftigster!Erregung hielt. In Presse und in öffentlichen Versammlungen, in Konferenzsälen und in den verschwiegenen Kanzleien der englischen Instanzen sowie des Völkerbundes wurde seitens ■der Aguda der Kampf nm den G r;1111 d ch a r a k t e r dieses Gesetzes geführt, das fortab die Verfassung der!jüdischen!Gemeinde in Palästina bestimmt. Die Führer der Agudas Jisroel ׳haben diesen Kampf immer in dem Bewußtsein geführt, daß die Grundform der jüdischen Gemeinde in Palästina nicht nur für. Palästina selbst, sondern für die gesamte Diaspora von entscheidender Bedeutung ,ist. Ueberall in der jüdischen Welt wird derzeit um den Charakter der jüdischen Kehilla heiß gekämpft. Agudas Jisroel und alle jene, die auf dem Boden der historischen Ueberlieferung stehen, wollen die religiöse Gemeinde, die Kehilla Kdoscha, welche die Notwendigkeiten des jüdischen Menschen vom!Gesichts- Winkel der Thora aus befriedigt, auch für die Zukunft er-!halten. Bisher ist es Agudas Jisroel, wenn auch nach opferreichen Kämpfen, überall gelungen, den Charakter der religiösen Gemeinde zu sichern. Auch in Erez Israel wird die jüdische Gemeinde eine religiöse sein. Das gegenwärtig veröffentlichte Gesetz regelt die Verhältnisse der religiösen und nicht der nationalpolitischen ׳jüdischen Gemeinde i!1 Palästina, obwohl letzteres von zionistischer Seite angestreibt war.!Nachdem der religiöse ׳Grunddiarakter der ■jüdischen Gemeinden in Palästina derart sichergestellt war, mußten die Vertreter der Agudas Jisroel um einen anderen Punkt einen erbitterten Kampf führen: שומז TERrVO כשי ־ (תחת השגחת הרב ד ישעי פורסט שיפשוהט Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! » um die Sicherung der Gewissensfreiheit innerhalb der religiösen Gemeinden. Es ■verlohnt sich bei diesem Punkt, ein wenig ausführlieber zu werden. Wurde doch dieser Kampf der Aguda von manchen zionistischen Stellen mit einer Gehässigkeit sondergleichen, mit Beschimpfungen und Verdächtigungen mannigfachst er Art begleitet. Mehr aber als diese Haßorgien mußte es den!Führern der unabhängigen Orthodoxie wehtun, sich von a 11 :j e •n en r e 1 i g i ö s e 11 K r e!1' s e .11 verikan ■n t und verlasset! zu ' sehen, von denen ■m a n hoffen durfte, daß sie, ob w!0 bl zionistisch orientiert, i u diese ,m f ii r G e n c r a 11 o n e 11 e n tscheidendem' Kampfe an der Seite de r Aguda ihren Platz einnehnme .11 w!ii r d e 11. Vollends entbehrte es nicht einer gewissen Tragik, daß dieser Kampf um die!Gewissensfreiheit die Führer der Agudas Jisroel gezwungen hat, an die Seite jener zu treten, die die Schaffung eines Oberrabbiiiäies, also sicherlich einer religiösen Instanz, in Erez Israel für verfrüht, verfehlt und der Befestigung einer Erez Israel würdigen Frömmigkeit abträglich hielten. Die Verhältnisse im heiligen ׳Lande sind nämlich noch zu wenig konsolidiert, der Einfluß der!zionistischen Bureaukratie, die Angewiesenheit an die ausländischen Unterstützungsgelder und nicht zuletzt die Herrschaft der Straße haben eine Atmosphäre geschaffen, in welcher die Charakterfestigkeit schon einen besonders festen Grad erreichen mußte, um ׳nicht den öbengeschilderten Einflüssen haltlos zu erliegen. Nicht jedermanns ׳Sache ist’s, solche Proben der Tugend zu bestehen. Diese Befürchtung, die von der gesamten nichtzionistischen Orthodoxie der Welt gehegt wurde, hat sehr rasch ihre Bestätigung gefunden. Der erste Sachverwalter des Oberrabbineramtes, Oberrabbiner Kuk, ist sicher!keine alltägliche Erscheinung, seine Persönlichkeit, seine Gelehrsamkeit heben ihn weit •über ■den Durchschnitt empor. Bei all seinen Qualitäten konnte er es nicht ■verhüten, daß er als der Ge führte und ■nicht als. der Führer vor den Augen der gesamten Welt erscheinen mußte. Oberrabbiner Kuk muß sich vor der jüdischen Oef.fentlictokeit immer nur •dort und dann in den Vordergrund rücken lassen, wo die Zionisten es fiir nötig empfinden seinen Namen und hauptsächlich den Oberraibbiner des heiligen Landes für ihre Zwecke zu mißbrauchen. ׳Hier einige Beispiele: Die!hebräische Univexs i t ä t in Jerusalem, deren Errichtung von der gesamten nichtzionistischen Orthodoxie ohne Unterschied als ein Faustschlag empfunden wurde, wer spricht ein Schechejanu bei deren!Eröffnung? Oberrabbiner Kuk. Kolonien und Kolonisten in Erez Jisroel, 'die das Entsetzen aller religiösen Juden in der Welt hervorruien müssen, wer glaubt die ׳jüdische Oeffentlichkeit mit beschwichtigenden Aeußerungen, so war es bis zum Tage von En Charod, über ■diesen!Krebsschaden des religiösen Lebens hinwegtäuschen zu müssen? Oberrabbiner ׳Kuk. Jüdischer Nationalfonds und Kerc.11 H a j e s s 0 d, diese zwei Fiiianziiistrumerite der zionistischen Organisation, die kann! 10!Prozent ihrer Gelder in einem Sinne verwenden, der von einem tiioratreuen Juden gebilligt werden kann, erlangen desungeachtet die empfehlende ׳Unterschrift des Oberrabbiners des heiligen Landes, so oft sie es nur nötig haben. Und nicht zuletzt wird die Persönlichkeit ■von Oberrabbiner Kuk als letztes Argument in die Debatte geworfen, wenn Zionisten nichtziouistischeti gesetzestreuen Juden den Vorhalt machen, warum sie eigentlich die zionistische Sache nicht unterstützen. Als Folgewirkung dieser vorn orthodoxen Standpunkt aus überaus betrübenden Wahrnehmung mußte eine E i 11־ b u ß e a n Vertraue 11 zum Oberrabbinat auch dort ein treten, wo es früher vorhanden war. Diese Minderung der Autorität des Oberrabbiners mußte Infolge der oben geschilderten Situation ■kommen, obwohl,!mit Ausnähme heißblütiger Eiferer — und dies wollen wir mit aller Deutlichkeit hervorheben — jedermann annimmt, daß Oberrabbiner Kuk subjektiv von den besten Intentionen geleitet ist und übezeugt ist, das ׳Bestmögliche für die Stärkung der jüdischen Tradition in den!zum neuen Leben erwachenden Lande der Väter zu ■leisten. Dieses Oberrabbinat, g,egen welches seit seiner Existenz die ־Gegnerschaft ׳im Lande selbst eher größer als geringer geworden, sollte eines der wichtigsten Instanzen der neuen jüdischen Gemeinde in!Palästina werden. Agudas Jisroel mußte daher die wenig populäre Aufgabe auf sich nehmen, die religiöse Gewissensfreiheit vor einem fremden Einflüssen gegenüber nicht g e■ n ü g e n d geschützten Obevrabbinate zu sichern. Noch ׳mehr aber als beim Oberrabbinat war bei tür die Dame Modenpalais Julius Krupnik Wien, VII., Kaisersirafje 111-113.115 Telephone 32-4-62, 34-4-29 ' Anerkannt größtes SpezlalhoDs Oesterreichs Der Name des führenden Hauses in der Perückenfabrikation PERÜCKENERSATZ NUR WIEN, I. KXRMTNERRIHG 6 (vis-ä-vis Hofal Bristol) garantiert für die allermodernsten, in Qualität besten PERÜCKEN, SCHEITEL und TRANS׳ FORMATIONEN, die im Tragen vom eigenen Haar nicht zu unterscheiden sind. KEINE FILIALEN! TELEPHON Nr. 51-3-62 KEINE FILIALEN I mm OHNE HAUBE S 20.-