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Jüdische Presse · 1927-06-03 · 22 (3.6.1927) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
22 (3.6.1927)
Date
1927-06-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Festnummer ׳׳ Preis: 1 S Zeitungen vom Verleger versendet. Journal expgdie par l’editeur. JBDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion u. Administration 1 Wien, 11., Leopoldsfasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-494־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. firicheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postiparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram.Ke.N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117( für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 HP. 22 Wi.R-Brati.lava, 3. Juni 1927 ,תר6׳ן p'D 'j .Y3 13. Jahrg. שבועות Ein Wort des Chofez Chajim zur Jugenderziehung. (Nach dem hebräischen, in ״Das Wort“, Wilna, veröffentlichten Original.) Es heißt in der Schrift bei Nimrod: הוא, לדרי גבול ציד לפני ה׳ על כן יאמר כנמרוד נבול ציד לפני ה׳ Das erklärt Raschi so: Auf!jeden!Menschen, der frech' frevelt, von Gott weiß und sich bewußt gegen ihu auflehnt, wird gesagt: כנמרוד גבול ציד; ferner heißt es dort: ״Aus jenem!Land ging Aschur fort und er erbaute Niniweh usw.“ Das bedeutet nach Raschi: Als Aschur sah, daß seine Söhne auf Nimrod hörten, sich gegen G־tt empörten, zog er von ihnen weg. Wir wissen,';die. -Buchstaben der תולה sind gezählt. Läßt der Schreiber nur einen weg, fügt er nur einen hinzu, verliert die Sefer Thora ihre!Heiligkeit ׳und■ wird i-nbrauchbar. Darum ist es auffallend,, daß die תולה so ausführlich erzählt, was Nimrod war, auffallend auch, daß sie erzählt, d^b Aschur hihwegzog. Wenn es auch gewiß-ist,־ daß in diesen Worten •tiefe Geheimnisse verborgen sind, so wollen wiilums doch (jetzt nicht .mit diesen Mysterien beschäftigen, .sondern den־!klaren Wortsinn' der Schrift: zu •verst.־hen suchen. Wir wissen: alle -Erzählungen der תללה :sind niedergeschieben, entweder, daß wir daraus irgend etwas Gutes lernen' sollen, ein Vorbild, dem wir nachzustreben -haben, oder, umgekehrt, daß wir daraus lernen, uns vom;Schlechten fernzuialten.!Auch aus diesen Worten sollen wir eine große Lehre. ziehen.; .:; Wir• wissen, daß sich in früheren Zeiten Geschlechter fanden, die sich gegen!G-tt empörtem in ihrem K r a f tgef üh'l empörten׳ sie sich gegen G-tt, -so die Riesengeschlechter, die vor der Siindflut waren, in ihrem Uebermut leugneten sie G־tt, wie es heißt: Die Söhne der Starken sahen die Töchter der Menschen, daß sie schön waren, sie nahmen sie -sich nach ihrer Wahl •zu Frauen. Aus ihrem Kraftg-efühl heraus taten sie -nach ihrer (Herzenslust, wie die תללה das ausdrücklich erzählt, — •bis ■G-tt die Sündfl-ut brachte!und sie von der Welt vernichtete. Dann kamen Geschlechter, die sich gegen G-tt empörten, aus dem Gefühl ihrer vermeintlichen Weisheit •und geistigen Ueb er-le gen hei t, das ist das ד, הפלנה An ihrer Spitze!stand Nimrod, -der die ganze ■Welt zur Empörung gegen G-tt durch seine עלמה bringen wollte, wie Raschi den Satzהלא היה נבלל ציד לפני ה deutet: und verleitete sic zur Empörung gegen G-tt, bestrebt, Ihn zu! erzürnen!“ Wir finden!jedoch, -daß schon damals Männer lebten, die die Anschauung Nimrods nicht gutheißen!konnten, und sich von ihm entfernten, wie es heißt: ״Von jenem Land ging Aschur fort, er baute Städte für .sich und hatte das Glück, -die große Stadt Niniweh!zu erbauen, die die Schrift .ausdrücklich rühmt als ״die große Stadt“. Dies deshalb, uns zu lehren, daß der Mensch sich nicht selbst betöre und sage, daß nur die Frevler Glück haben, daß nur ihnen ■die Erde gehöre. ■Nein, G-tt hat die Kraft, überall zu helfen, wenn die Menschen auf Ihn hören. ׳Nimrods Ende ist ■ja bekannt, sein Plan ward zunichte. Sie wurden über die ganze Erde zerstreut, er wurde von Esau erschlagen, wie unsere Weisen uns sagen. Und Niemand erwähnt "•Nimrods Namen zum Ruhm, nur die Empörer kennzeichnen die Schrift mit' dem •Namen-Nimrods. ־ Das Schicksal Nimrods spielte sich im zweiten Jahrtausend nach Erschaffung der Welt ab. Doch die תולה enthüllte uns die Zukunft: Im Laufe der ■Zeiten werden , sich immer ׳Frevler finden, deren Wille es sein wird, sich gegen G-tt au'fzulehnen, die Pläne schmieden werden, die Menschen zu verleiten, von G-tt abzuweichen. Schließlich wird iärr Planen aber offenbar werden, ,man wird auf sie ihinweisen: Eie sind Frechlinge wie Nimrod, der Frevler! Wenn wir es •nun gut überlegen, finden wir, ׳daß auch in unserer sündigen Zeit Schüler, gelehrige Schüler Nimrods ■leben, die von G-tt wissen und sich dennoch für die Dame gegen ihn empören, die alles, was uns heilig ist, ausreißen und entwurzeln wollen, sie.reißen d!ie תולה in Stücke, sie lernen nur ■ihre geschichtlichen Teile, und auch diese übersetzen sie ohne jedes ■jüdische Gefühl, ohne!jede G-ttesfurcht, mischen Gedanken ‘ der G-ttesleugnung •und des Abfalls hinein, und ׳das wichtigste der י תולה ihre Gesetze und Gebote, um die kümmern sie!sich überhaupt nicht. Da muß sich der!Mensch ganz besonders .hüten, nicht in ihre Netze zu .geraten,, nicht mit ihnen zu verkehren, vor allem sich davor hüten, ihnen seine Kinder zur!Erziehung anzuvertrauen,!denn diese Lehrer werden die Gedanken der G-ttesle.ugnung!in ihr Herz ,pflanzen. Und diese Kinder werden von G-tt abfallem, und sie werden ■tot sein fürs Judentum. ״Schlimmer ist's, den Menschen ,zur Sünde zu verleiten, ihn geistig und seelisch zu töten, als ihn körperlich zu erschlagen.“ Physisch töten, bedeutet, ihm diese Welt nehmen,!durch ,Verleitung zur Sünde nimmt man ihm beide Welten. Wer seine Kinder an diesen Stätten erziehen läßt, läßt sie gleichsam izum Götzendienst erziehen. Daß ernste, fromme ׳Eltern ihre Kinder in diesen׳!Anstalten erziehen lassen, ist eine Folge •ihrer Selbsttäuschung, indem!sie sprechen: Durch!solche ^Erziehung wird ׳unser .Kind wahrhaft weise werden. Es ist aber nicht so: solche Erziehung bringt leere Mensohen thenvor, Menschen, die von תללה: u:n׳d Jü'dischkeit nichts wissen wollen. Die Erfahrung hat ■!uns. das gezeigt': Die aus diesen Anstalten hervorgegaiigenen! Zöglinge sind völlig unwissend, leugnen ׳G-tt und Seine Lehre, füllen die Reihen der G-ttesleugner, der Gesetzesverächter! So wie es gefährliche, ansteckende ,körperliche Krankbeiten gibt, vor denen der Mensch sich wohl hüten muß, weil die Luft schon voller Ansteckungskeime ist, so ,muß sich der Mensch auch besonders •hüten• vor dem Verkehr, vor der ,Gemeinschaft mit diesen seelisch Kranken; die ganze Atmosphäre, in der sie leben, ist •gefährlich!' Und so wie wir bei Nimrod finden, daß Aschur wegzog, weil י; er die Gemeinschaft dieser Menschen!'!nicht teilen wollte, so gilt für ■uns die gleiche, heute die ■doppelte Pflicht, uns •stark zu machen mit ׳aller Kraft, uns fern zu■ halten von ihnen, der תולה uns ganz!zu widmen. Und •so w!ie sie alles an wenden, G-tt und Sein Gesetz aus den Herzen zu reißen, so haben wir ■nur den einen Gedanken zu haben: wie wir Gottes Ehre beben, können. Dann erfüllt sich an uns: ״Die Mich ehren, ehre!Ich!“ Dadurch wird der Keren Hatorah und die Ehre unseres Volkes gehoben und gefestigt. Israel Meier Häkchen (Radin). ״Er fing mit seinem Mund den Verstand der Menschen, FANGOHEILANSTALT Mittelstandssanatorium WIENER KURANSTALT Wien, IX., Lazarettgasse Nr. 20 Telephon 25-0-83 Klinisch-Diagnostisches Helllnst|tut Kuren täglich von 8 bis 6 Uhr Auf Wunsch streng rituelle Kost zugostell! SPEZIALKUREN gegen Ischias! Rheumatismus u. Neuralgien. Italienische Ischiaskuren■ Malarlafleberkuren» VerjUngungskuren (Diathermie). Entfettungskuren Kaltwasserkuren, Fangasohlammpackungen, Koblensäure-Transcutanbäder, Heißluft, Hühensonne. Elektrische Kuren, Diathermie, Massage, Hellgymnastlk, Röntgeninstitut. Chemisches Laboratorium Julius Krupnik1 Wien, VII., Kaiserstrafje 111-113-115 Telephone 32-4-62! 34-4-29 Anerkannt größtes Spezlalhaus Oesterreichs שומן כשר (תחת השגחת הלב ד ישעי פולסט שיפשוהר) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! ln der ganzen Welt berühmt ע Perttcbenschdpfnngen OTHMAR SCHIFF. 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