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Jüdische Presse · 1927-05-20 · 20 (20.5.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
20 (20.5.1927)
Date
1927-05-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 144 JÜDISCHE PRESSE Nr. 20 ׳und Institutionen anwesend waren, die mit der Adath Jisroel Burial Society in Verbindung stehen, wurde die Bildung eines ״Verbandes orthodoxer Gemeinden“ einstimmig beschlossen. Herr Rabbiner Dr. Schönfeld führte aus, daß in London unzweifelhaft die Notwendigkeit gegeben sei, eine unabhängige Körperschaft orthodoxer Synagogen zu bilden, die sich bemüht, die besonderen Probleme der religiösen Judenheit in Großbritannien zu lösen. Er legte dar, daß die Orthodoxie in den großen Institutionen nicht!genügend vertreten sei ׳und daß diese infolgedessen den Wünschen der thoratreuen jüdischen Bevölkerung nicht die geeignete Beachtung schenkten. Durch organisatorische Arbeit hoffe er, daß die Mitgliederschaft, die bisher nur 500 Gesinnungsgenossen umfaßt, sich vermehren werde. Die drei ersten Anliegen des Verbandes sind: Geeignete jüdische Erziehung, Wahrung der Familienreinheit und ׳Kaschruth. Eine Resolution wurde angenommen, welche die Unterstützung der Synagogen und Institutionen des neuen Verbandes empfahl. 101 Nachrichten. [0| Die erste Beth Jakob-Schule in Wien eröffnet. Wien. (AJPB.) Gleich nach Pessach wurde die erste Beth Jakob- Schule in Wien mit vier Klassen und zwei Lehrkräften eröffnet. Die Schule wird von zirka 80 Schülerinnen besucht. Vortrag. Im Rahmen der Sephirovorträge der Jugendgruppe spricht Sonntag den 20. Jjjar, abends um 1U9 Uhr, Herr D. Ochs über das Thema: ״Jüdisches Leid aus der Zeit Chmelnicki.“ Protest gegen die ״Hakoah“-SpieIe am Sabbat. Philadelphia. (AJPB.) Der Zweig Philadelphia der United Synagoguc hielt eine Versammlung ab, in der dagegen protestiert wurde, daß die Wiener Fußballmannschaft ״Hakoah“ am 23. April, obwohl der Tag an einen Sabbat fiel, ein Match gegeben hat. Es wurde als taktlos bezeichnet, daß ein Klub, der sich schon in seinem Namen als jüdische Einheit gibt, entgegen der jüdischen Tradition an Sabbattagen spielt. Jugendgruppe Wien XVII. Dienstag den 17. d. fand die erste Mitgliederversammlung der neugegründeten Jugendgruppe im XVII. Wiener Gemeindebezirke, in der Thclemanngasse statt. Der Vorsitzende, Herr Dawid Reißmann, begrüßte die zahlreich Erschienenen und beleuchtete in beredten Worten die Not- Wendigkeit einer orthodoxen Jugendgruppe im Bezirke. Er ermahnte die Anwesenden, den Weg unserer Eltern zu gehen, um die Ideale unserer heiligen Thora zu befolgen, tagtäglich zu lernen und das Gelernte in die Tat umzusetzen. Er schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung: Jeder möge im Kreise seiner Freunde für unsere neugegründete Jugendgruppe Propaganda machen und die täglich stattfindenden Schümm besuchen. Nach ihm ergriff Herr L e w i n t c r das Wort, um namens des Vor- Standes das Lehrprogramm bekannt zu geben. Für die Anfänger wird während des Sommers als Talmudschiur der Traktat B'kamo, ferner Tjnach und Kizur-Schulchan- Aruch vorgetragen. Für die Größeren findet der Dafjomi Schiur statt. Ein besonderes Augenmerk wird auf gesellige Zusammenkünfte und auf die Schaffung einer Bibliothek gerichtet. In später Stunde schloß der Vorsitzende die sehr gelungene Mitgliederversammlung, deren Verlauf es hoffen läßt, daß es mit G. H. gelingen wird, in Ottakring und Hernals ׳eine starke orthodoxe Jugendgruppe zu schaffen. B. L. Wien. Am 14. Ijar, einige Wochen nachdem er seine goldene Hochzeit feierte, starb hier hochbetagt Herr Julius Fischer, Sohn des einst bekannten Mohcl Jakob Zwi Fischer. Der Siftar war lange Jahre Präses der orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde in Raab und kämpfte an der Seite seines rtihmlichst bekannten Schwiegervaters H. König für die Stärkung der Orthodoxie. Er lebte in den letzten Jahren im engsten Familienkreise, zurückgezogen in Wien. Er feierte vor kurzem das Fest der goldenen Hochzeit. Rabbiner Maier Fleisch mann widmete dem Niftar einen warmen Hesped. Wärmste Teilnähme umgibt die gramgebeugte Witwe, die erst vor kurzem eine Tochter verlor. Sijum in der Stumperschul. Sonntag, den 6. Ijar fand in der Stumperschul ein Sijumfest auf den Traktat Sabosz statt. Herr Rabbiner M. F1 e s c h würdigte in meisterhaften Worten die Bedeutung des Festes und hob die Verdienste vom Präsidenten der Schul des Herrn M. Felsenburg um die Aufrechterhaltung des Schiurs dankerfüllt hervor. Tagung des Halberstädter Bundes. Halb er stadt. (AJPB.) Am Sonntag, den 3. April, fand in Halberstadt eine Vorstands- und Ausschußsitzung des preußischen Landes- Verbundes gesetzestreuer Synagogengetneinden statt. Der Tätigkeitsbericht, der sich’auf die Zeit der Fuldaer Verbandsversammlung am 29. August vorigen Jahres vollzog, gab ein anschauliches Bild von der vielseitigen Arbeit, mit welcher der Verband beschäftigt ist, und vor allem von dem erfreulichen Wachsen eines Einflusses innerhalb und außerhalb der preussischen Judenheit. Mit besonderer Genugtuung konnte auf das immer bezeigte freundliche Verständnis hingewiesen werden, welches die Staatsbehörden allen Wünschen des Verbandes entgegenbringen. Der Versammlung lag ein Entwurf zur Abänderung des preußischen Judengesetzes von 1847, über den Herr Rechtsanwalt Dr. Birnbaum-Berlin ausführlich berichtete, vor. Eine lebhafte Aussprache, welche besonders die Austrittsfrage berührte, fand ihr Ende in der Bildung einer Korninission zur Weiterbehandlung des Entwurfes. Der umgearbeitete Entwurf soll einer Vorstands- und Ausschuß- Sitzung vorgelegt werden. Zum Punkt der Tagesordnung pädagogische Akademien referierte der Vertreter des Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer, Herr Lehrer Ochsenmaim, Frankfurt a. M. Unter Zustimmung der Ver- Sammlung betonte er die großen Bedenken, welche gegen den Besuch der nunmehr endgültig vom preußischen Staat beschlossenen pädagogischen Akademien in Frankfurt a. M. durch orthodoxe Lehrerstudenten zu erheben sind. Es wird beschlossen, beim Ministerium wegen der Befriedigung der Wünsche in gesetzestreuem Sinn vorstellig zu werden. Nach Beendigung verschiedener vorläufig noch intern zu behandelnden Fragen gibt Herr Strauß, Halberstadt, einen Finanzbericht des Verbandes. Es sei aus diesem hervorgehoben, daß im Rechnungsjahr 1926-27 Gemeinden Beihilfen zur Erhaltung ihrer Institutionen und 28 Beamten wirtschaftliche Beihilfen erhalten haben. Verbot des ״Israelit“ in Rumänien. F r a 11 k f u 1־ t. (AJPB.) Die rumänische Regierung hat die Verbreitung des ״Israelit“ in Rumänien wegen ihres scharfen Heraustrittes gegen die Judenverfolgungen verboten. Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien, XV., Staglgasse Nr. 10. Telephon 384-19 Filiale: V1I., Burggasse Nr. 17. Telephon 32-3-80 Landeskomitee-Tagung der schweizerischen Agudas Jisroel. Zürich. (AJPB.) Am 1. Mai hat das Landeskomitee der Agudas Jisroel nebst den Keren Hathora- und Keren Hajischuw-Kommissionen im Gemeindesaal der J. R. G. Z. eine Volltagung abgehalen, zu. der Vertreter von Basel, Luzern, St. Gallen und Montreux erschienen sind. Auf der Traktantenliste stand als erster Punkt die Jeschiwohfrage in der Schweiz zur Verhandlung, worüber sich eine lebhafte Debatte entspann, an der sich sämtliche Anwesenden beteiligten. Bekanntlich regt sich überall in der Schweiz, wo orthodoxe Juden leben, der Gedanke, die Thora, welche so wenig hierzulande gepflegt wird, obwohl sie den ganzen Inhalt des Judentums ausmacht, immer mehr zu verbreiten und speziell unsere heranwachsende Jugend mehr mit ihr vertraut zu machen. Zu diesem Zwecke müssen Jeschiwaus (Talmudschulen) errichtet werden, in denen sich unsere Kinder nach Absolvierung der Schulen ein oder zwei Jahre ausschließlich dem Studium der Thora widmen•. Eine solche Thoralehr- Stätte hat Herr E. Botschko in Montreux errichtet und bereits in den letzten Tagen eröffnet. Auch in Zürich sind alle Vorkehrungen zur Errichtung einer solchen Anstalt getroffen worden und es wird auch diese, sobald die geeigneten Dozenten gefunden sind, ihre Tore öffnen. Einige Herren äußerten ihre Bedenken, ob die Schwierigkeiten, die sich entgegentürmen (besonders um das geeignete Material zu verschaffen) zu überwinden und die großen materiellen Mittel, welche ein solches Institut erfordert, zu beschaffen wären. Dennoch waren schließlich alle von der Meinung durchdrungen, daß ein solcher Versuch unbedingt in der Schweiz gemacht und diese Anstalten von allen Gemeinden, Vereinen und auch von Privaten aufs kräftigste unterstützt werden müßten. Zum Schluß wurde die folgende Resolution mit!großer Begeisterung und einstimmig angenommen: ״Die heutige Tagung, in der alle Organe des schweizerischen Landesverbandes der Agudas Jisroel vertreten sind, begrüßt und beglückwünscht Herrn Botschko zu seinen Unternehmen, eine Jeschiwoh in Montreux errichtet zu haben und erklärt sich bereit, sein Institut sowohl vom schweizerischen Keren Hathora als , auch von privater Seite nach Möglichkeit zu unterstützen“. Die Tagung, in welcher die Verhandlungen in sachlicher, ernster und harmonischer Weise durchgeführt wurden, hat dazu beigetragen, daß alle Mitglieder die praktische Arbeit energisch fortsetzen werden. Die Aufgäbe der Agudas Jisroel, die sie sich gestellt hat, den Thoragedanken mit allen Mitteln und Kräften in der Schweiz zu verbreiten und zu vertiefen, wird mit G-ttes Hilfe gelingen! Die Wirksamkeit der Adath-Jisroel-Gemeinde in London. London. (AJPB.) In der gestern stattgehabten Jahresversammlung der Adath-Jisroel-Gemeinde (North London Beth Hamidrasch) wurde der Jahresbericht erstattet, der ein eindrucksvolles Bild von der Bedeutung und der Entwicklung dieser die unverfälschte Orthodoxie repräsentierenden englischen Gemeinde gewährt. Die Gemeinde hat ein Budget von etwa 3000 Pfund, obgleich die Mitgliederzahl einige hundert nicht übersteigt. Ihre Tätigkeit erstreckt sich über alle Gebiete des jüdischen Gemeindelebens: Unterricht für Knaben und Mädchen, Fortbildung der erwachsenen jungen Leue durch Schiurim, die, wie man hofft, sich allmählich zu einer kleinen Jeschiwa entwickeln werden, G-ttesdienst, Kaschrus und Wohlfahrtsinstitutionen. Der Verwaltung der Gemeinde gehören der langjährige Präsident Xestenbaum, der Vize- Präsident J. Weill und eine Anzahl auch im allgemeinen jüdischen Leben wohlbekannter Persönlichkeiten der Londoner Orthodoxie an. Der führende Geist ist der Rabbincr der Gemeinde, Dr. Schönfeld, der früher durch die Rolle, die er im Misrachi auf dem Gebiete des palästinensischen Erziehungswesens spielte, bekannt wurde, und von orthodoxen Kreisen vielfach bekämpft worden ist. Herr Dr. ׳Schönfeld ist inzwischen auf Grund der Erfahrungen, die er insbesondere im heiligen Lande selbst sammelte, aus den Reihen des Misrachi ausgeschieden und vertritt wie kein anderer im Londoner Gemeindeleben den Gedanken der absoluten Souveränität der Thora •und der selbständigen Organisation der orthodoxen Gemeinden. Seiner Anregung entspringt die jetzt von den Kreisen der Adass Jisroel stark propagierte Idee der Bildung einer Union orthodoxer Synagogen Londons. Bereits sieben Gemeinden, bezw. Synagogen haben sich zu diesem Verbande zusammengeschlossen und es ist zu hoffen, daß er den Kern einer ideell und materiell lebensfähigen Organisation bilden wird. Reorganisation der Londoner Aguda. London. (AJPB.) Die Tätigkeit der Londoner Agudas Jisroel wurde im Laufe des Winters völlig reorganisiert. Ein neues Bureau wurde iri London, Wingo House, errichtet. H. Newmann, der wohlbekannte Publizist, wurde zum Sekretär bestellt, während H. A. Goodmann so wie bisher als Ehren- Sekretär fungiert. Das Londoner Aguda-Komitee hat unter W. Schiff als Obmann energische Schritte unternommen,!um verschiedene Zweigstellen in den mannigfachen bedeutenden Londoner Vorstädten zu bilden. Neue Stellen wurden bereits gebildet in High-bury — Obmann Lunter — und in Dalston — Obmann Weißvogel — und weitere Gruppen sind in Bildung begriffen, so in Stoke Newington, Westlondon und in Whitechapel. Als Ergebnis eines Aufrufes zur Unterstützung der Aguda-Schulen in Palästina wurden von einigen Freunden 100 Pfund Sterling gesammelt und Oberrabbiner Sonnenfeld in Jerusalem überwiesen. Die Sammlung wird weiter fortgesetzt. In kurzer Zeit wird auch eine Jugendgruppe gebildet und mehrere junge Damen haben sich an der Bildung einer Damengruppe in Nordlondon beteiligt, ln Uebereinstimmung mit dem Beschluß des Komitees ‘wird das ״London Jewish Bulletin“ (LJB.) periodisch herausgegeben, um die Mitglieder und die allgemeine jüdische Öffentlichkeit mit der Tätigkeit der organisierten Orthodoxie in der ganzen Welt bekanntzumachen. Die Gefahr eines Schächtverbotes in Schweden sehr akut. (JTÄ.) Die zweite schwedische Kammer hat sich nach längerer Debatte mit großer Mehrheit für ein gesetzliches Verbot des Schächtens ausgesprochen bei gleichzeitiger Ablehnung des von der Ersten Kammer bereits angenommenen Entwurfes, der der Regierung in der Schächtfrage freie Hand gewährt. Es ist sehr zu befürchten, daß bei den bevorstehenden Verhandlungen zwischen den beiden Kammern die Schächtgegner überwiegen, so daß ein gesetzliches Schächtverbot erfolgen würde. Für ein Schächtverbot tritt besonders die sozialdemokratische Partei ein, und zwar unter dem Eindruck der Stellungnahme der Schlachthausarbeiter, die mit einer Niederlegung der Arbeit in denjenigen Schächtbetrieben drohen, in denen nach jüdischem Ritus geschächtet wird. Der Gerer Rebbe fährt abermals nach Erez Jisroel. Jerusalem. (AJPB.) Hier wird der Gerer Rebbe und seine Familie auf das Schwuoth-Fest erwartet. Der Gerer war schon zweimal in Erez Jisroel. Seine Reise stand damals immer im Zusammenhang mit den politischen und wirtschaftlichen Arbeiten der Agudas Jisroel. Diesmal fährt der Gerer Rebbe aus einem familiären Anlaß, zur Hochzeit seines Neffen. Jedoch erhofft man auch diesmal, als Folgewirkung der Reise von Gerer Rebben eine Belebung der Arbeit in Erez Jisroel. Bau einer Lehrerinnenbildungsanstalt in Krakau. Krakau. (AJPB.) Es hat sich hier ein Komitee gegründet, um den Bau der Lehrerinnenbildungsanstalt zu fördern. Das Komitee wendet sich mit einem Aufruf an alle Juden, um dieses große Kulturwerk zu fördern. Das Elend unter den Juden Polens. (JTA.) Kurz vor den! Passahfest hatten sich viele hunderte verarmte Juden Warschaus vor den Bureaus der Jüdischen Gemeinde versammelt und gegen die mangelhafte Passahhilfe protestiert. Die Gemeinde tat alles, um der dringendsten Not abzuhelfen. Am ersten. Tag des Zwischenfestes stürmten wiederum hunderte verarmte Bürger die Bureaus der Gemeinde und protestierten dagegen, daß man es zuließ, daß jüdische Familien an den Passahtagen hungern. Die Gemeinde mußte sich trotz ihrer schlechten finanziellen Lage zur weiteren Hilfeleistung entschließen. Es hat sich gezeigt, daß seit dem vergangenen Jahre die Verarmung unter den Juden Warschaus noch weiter fortgeschritten ist. Der Leiter der Passahaktion der Gemeinde, Herr Moses Feldstein, gab der Presse einen Ueberblick über den Umfang dieser besonderen Hilfstätigkeit. Danach hat die Gemeinde rund 9000 Gesuche jüdischer Familien erledigt. Ungefähr 70.000 Zloty hat die Gemeinde selbst im Verlauf dieser Aktion ausgegeben. Darin ist die Unterstützungstätigkeit verschiedener philanthropischer, religiöser und Berufsvereinigungen nicht eingerechnet. Die Gemeinderatswahlen in Warschau. W a rs c 11 a u. (AJPB.) Die Gemeinderatswahlen finden Sonntag, den 22. Mai statt. Nebst dem vereinten jüdischen Block, der die Aguda, Zionisten, Klein- und Großkaufleute und Handwerker umfaßt, bewerben sich noch elf jüdische Listen um Mandate. Diese große Zersplitterung gefährdet selbstverständlich den Erfolg des jüdischen Blocks. Un- Zufriedenheit herrscht auch gegen die Zionisten, die wohl offiziell in den Block eingetreten sind, aber es nicht verhindern konnten, daß die zionistische Intelligenz, die ״Hithachdut“ Gefolgschaft leistet, wie die Zionisten in Praga (eine Vorstadt Warschaus) gemeinsam mit den Assimilanten־ selbständig Vorgehen. Sitzung der Exekutive des polnischen Rabbinerverbandes. Warschau. (AJPB.) Dienstag und Mittwoch, den 8. und 9. Ijar fand in Warschau eine wichtige Sitzung der Exekutive des Rabbinerverbandes statt. An der Sitzung haben fast alle Mitglieder der Exekutive teilgenommen. Hauptgegenstand der Tagung bildete das Problem der Agunoth, das noch immer einer befriedigenden Lösung harrt. Auch Schmiroth Schabbos und Erziehungsfragen standen zur Beratung. Es wurde beschlossen, ein ständiges Agunaamt einzusetzen. Kreiskonferenz der Zeire Agudas Jisroel in Lodz. Lodz. (AJPB.) Die diesjährige Kreiskonferenz der Organisation der Zeire Agudas Jisroel von Lodz und Umgebung findet am 12. Siwan in Lodz statt. Die orthodoxe Frauenbewegung in Polen. Lodz. (AJPB.) Die Zentrale der Bnoth Agudas Jisroel-Organisation hat vorige Woche die Instruktionen für den Sommerarbeitsplan in den einzelnen Gruppen übermittelt. Nach diesem Arbeitsplan muß jede Gruppe zumindestens allmonatlich eine Vollversammlung abhalten, in welcher die Probleme der Selbsterziehung der jüdischen Frau zu erörtern sind. Vom Sekretariat wird auch eine Broschüre für Propagandazwecke herausgegeben. Neue Ortsgruppen wurden in Zgierz, Zichlien, Wischegrod und Krokowa gegründet. Warschau. (AJPB.) Das Beth Jakob-Komitee in Warschau hat beschlossen, eine zweite Beth Jakob-Schule in Warschau zu eröffnen. Zur Beschaffung der nötigen Lokalitäten wurde eine Haussammlung in ganz Warschau veranstaltet. Die Arbeitslosigkeit in Palästina. Im Monat April ist die Arbeitslosigkeit in Palästina ein wenig zurückgegangen, da infolge der Feiertage gewisse Arbeiten vorgenommen wurden. Im April zählte man laut ״Mischar Wetaasiah“ in Tel Awiw 3500, in Haifa 2000 und in Jerusalem 1200, also insgesamt in diesen drei Städten 6700 Arbeitslose gegen 7000 im Monat März. Das Arbeitsdepartement der Palästina-Exekutive hat von Oktober 1926 bis März 1926 Pfd. Sterl. 44.400 für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ausgegeben. Davon waren Pfd. Sterl. 29.360 Unterstützungsgelder. Außerdem beteiligt sich das Arbeitsdepartement der Palästina-Exekutive an einer Reihe von öffentlichen Arbeiten in Tel Awiw, Haifa, Jerusalem, Ir Jesreel und Tiberias mit einem Betrage von Pfund Sterl. 43.400. (Ziko.) Rußlandreise Felix M. Warburgs und Dr. Bernhard Kahns. 5. Mai. (JTA.) Am 5. Mai abends ist Herr Dr. Bernhard Kahn, der Leiter des Europawerkes des American Joint Distribution Committees zu Berlin, nach Moskau abgereist. In Moskau wird er mit dem Präsidenten des Joint, Herrn Felix M. Warburg aus New York, und dem Direktor des Agro-Joint, Herrn Dr. Joseph Rosen, Zusammentreffen. Die drei Herren werden gemeinsam das gesamte Hilfs- und Aufbauwerk in Rußland inspizieren und eine auf etwa drei Wochen berechnete Reise durch die jüdischen Kolonien unternehmen. Von Rußland aus werden sich die Herren Dr. Bernhard Kahn und Felix M. Warburg nach Berlin begeben. Die jüdische Einwanderung in Kanada. Toronto, 28. November. (JTA.) Den Mitteilungen des Einwanderungsamtes ist zu entnehmen, daß in den ersten sechs Monaten des Jahres 1926 1792 Juden einwanderten. Die allgemeine Einwanderung in der gleichen Periode betrug 77.900. Die Mehrheit der Einwanderer siedelte sich in den West- Provinzen Kanadas an. Eine Million Dollar für das New Yorker jüdische Seminar. Der vor kurzem im Alter von 77 Jahren verstorbene!Herr Louis Brosch ׳hinterließ fast sein ganzes Vermögen, mehr als eine Million Dollar, dem New Yorker jüdischen theologischen• Seminar; 112.000 Dollar vermachte er anderen jüdischen Institutionen.

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