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Jüdische Presse · 1927-05-20 · 20 (20.5.1927) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
20 (20.5.1927)
Date
1927-05-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Zeitungen vom Verleger versendet. Journal exp6die par l’editeur. V.fcfc JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUNIS. Reduktion 11. Administration! Wien, ».,Leopolds-!fasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss:?är Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise 1 Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das Übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: Postsparkassenamtwien, Konto Kr. 13.458; ffir Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko, N. 48.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Sir. 20 Wien-Bratislava, 20; Mai 1027 .ב״ה וינח־טחגסססדג י׳ח א״יר תדגדז 13. Jahr>fg. Ein ״Schomer“ der Kolonie Machaneh Jisroel ermordet. Jerusalem. (A. J. P. B.) Der Wächter auf der Agudakolonie Machaneh Jisroel, Jizchok Zindler, wurde erschossen aufgefunden, als er Wache gestanden hatte. Ein Araber, der früher auf der Kolonie Wächter war, wurde unter der Anschuldigung, den Mord begangen zu haben, verhaftet. Wenn nicht dringende Anzeichen hiefiir# vorliegen, ist es niemals berechtigt, der Tat eines einzelnen allgemeine Bedeutung beizulegen. Selbst das sollte man sich überlegen, ob man eine solche Tat auch nur als Symptom wertet. Es ist also nicht ohne weiteres anzunehmen, daß die furchtbare Tat in Machaneh Jisroel als Zeichen einer Verschlechterung des Verhältnisses zwischen. Arabern und Juden angesehen werden kann. Jedenfalls bestand in früheren Perioden in Machaneh Jisroel ein sehr freundschaftliches Verhältnis zwischen den Kolonisten und den Einwohnern der benachbarten Fellachensiedlungeu. Auch inder neuesten, durch die wirtschaftlichen Verhältnisse bedingte Gestaltung von Machaneh Jisroel liegt kein Grund für eine Minderung der guten Beziehungen zwischen Arabern und Juden. Falls also nicht anderweitige Aufklärung geschaffen werden sollte, bleibt die Untat die Tat eines einzelnen, hingegen ist eine andere Seite der Verallgemeinerung wohl möglich. Es hat also die Arbeit am Aufbau Palästinas von der Aguda ein Opfer gefordert und somit ist dieses Werk mit der Gloriole des Märtyriums umkleidet. Dies aber ist immer bei jedem menschlichen Tätigkeitsgebiet ein Zeichen für die Größe eines Werkes. Nicht der Erfolg allein spricht für die Bedeutung eines Unternehmens, vielmehr kann der Weg selbst, auch wenn der Erfolg sich versagt, alle Zeichen einer geschichtlichen Tat an sich tragen. Aus dem Grabe, das auf dem Wege zu Machaneh Jisroel sich nunmehr wölbt, tönt der Ruf an die Lebenden, ihre Liebe zu Machaneh Jisroel in erhöhtem Maße zu betätigen. qiU|2lE- ^י״יי״ו •jf^r ^ie ]3ame Modenpalais \ Julius Krupnik : Wien, VII., Kaiserstrafje 11!-113-115׳ Telephone 32-4-62, 34-4-29 Anerkannt [ größtes Spezialbaas Oesterreichs Diese Liebe ist das einzige Denkmal, das wir dem Wächter Jizchok Zindler errichten können. Wir sind überzeugt, daß diese dunkle Stunde auf Machaneh J.isroel keinen abschrecken wird, sich weiter in den Dienst der Sache zu stellen und weiter dort zu wachen. Diese volle Hingabe des Lebens ist die Vorbedingung des ernsten Werkes des Wiederaufbaues von Palästina. Als die Aguda sich entschloß, eigene Kolonien zu gründen, war man sich wohl bewußt, daß die nun einmal vorhandene Atmosphäre um die Kolonien manche schwere Stunde bringen könnte. Keiner, der sein schlichtes Zelt auf dem Boden der Kolonie aufschiug, war sich darüber im Unklaren. Tiefer Erlist lag auf dem Antlitz der Kolonisten und ihrer Familie in jeder Stunde. Heiliger Ernst ergreift nunmehr aufs neue alle diejenigen Kreise, die für das Werk der Kolonisten verantwortlich sind. Sie müssen und wollen diesem Märtyrer und seinem Andenken gerecht werden. Alle Kreise der Agudas Jisroel müssen sich zu der Ueberzeugung durchringen, daß jeder Spatenstich auf Machaneh Jisroel ein Werk für uns ist und daß das Auge des Wächters für uns wacht. Dann werden die, die unter Tränen säen, jubelnd ernten. P. K. # Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel veröffentlicfit aus dem Anlasse der Ermordung von Eisig Z y n d 1 e r folgende Kundgebung: Ein Schomer der agudistischcu Kolonie ״Machaneh Jisroel“ ermordet. Soeben erhalten wir von Palästina die erschütternde Kunde, daß unser treu bewährter Chaluz Eisig Zyndler in der Nacht vom 2. zum 3. Ijjar während Ausübung seines Wächteramtes von Mörderhamd gefallen ist.- Nach Eintreffen der Schreckenskundc haben sich zwei Vertreter der Agudas Jisroel nach ״Machaneh Jisroel“ begeben, konnten dort aber nur feststellen, daß ein Araber — von der Regierung bereits in Haft genommen — die grauenvolle Tat begangen hat. Eisig Zyndler ist auf dem Friedhof der Kolonie ״Sedjera“ (nordöstlich von ״Machaneh Jisroel“) beigesetzt worden. Wir betrauern in Eisig Zyndler einen unserer ersten Pioniere in Machaneh Jisroel, der sich durch seine Ausdauer und Hingebung, nicht zuletzt aber auch durch seine landwirtschaftliche Betätigung als vorbildlich erwies. Landesdelegiertentag der hollätidischen Agudas Jisroel. Amsterdam. (AJPB.) Sonntag, den 13. Ijar fand der jährliche Landestag der holländischen Agudas Jisroel in Amsterdam statt, unter Präsidium von Herrn Oberrabbiner Hirsch, Zwolle. Beinah aus allen Teilen des Landes, wo eine Abteilung der Agudas jisroel besteht, sind Delegierte erschienen, u. a. aus Haag,’ Rdtterdam, Utrecht, Groningen, ■Zwolle, Winterswyk und selbstverständlich auch Amsterdam mit seiner Jugend- ■und Mädchengruppe. Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung mit einer Begrüßung der Delegierten und der zahlreichen Mitglieder, die aus allerorten gekommen waren; insbesondere Herrn!Rabbiner S a r 1 0 u i s und Herrn Lissauer, den Landessekretär der holländischen ■Aguda, dom der Vorsitzende für seinen ausgezeichneten Jahresbericht, der bereits in der Presse veröffentlicht wurde, herzlich dankt. Der Vorsitzende möchte nur noch einige Tatsachen daraus hervorheben. Stehend hört die Versammlung an, als er das Fleimgehen der verschiedenen Thoragrößen schildert, die auch in der Aguda einen besonderen Platz einnahmen, sowie der Oberrabbiner der portugiesischen Gemeinde Amsterdam Chacham Palache, der Frankfurter Raw, Dr. S. Breuer, der Münchener Raw Dr. H. lEhrentrcu, und der Neutraer Raw R. Mosche Katz. Hiernach gibt der Vorsitzende einen kurzen Ueberblick über die Lage der Judenschaft in Holland und insbesondere der holländischen Aguda. Man kann hier sichtlich einen Fortschritt bemerken. Die Aguda zählte im vorigen Jahr 500 Mitglieder, ist dieses Jahr auf 800 gestiegen, in acht verschiedenen Städten sind Orts- und Jugendgruppen errichtet. Redner erinnert an die Kcre;1 Hathauro-Konferenz im Dezember unter Leitung des Oberrabbiners Vredenburg, wobei die Ausgabe der Pentateuchiibersetzung von Oberrabbiner Vredenburg und die Herausgabe eines Jugendblattes unter Leitung von Herrn Oberrabbiner T a 1 beschlossen wurde. Ferner möchte Redner auf die erfolgreiche Arbeit des Herrn Dr. J. Pollak, Wien, hinweisen, der, unterstützt vorn Landes- Sekretär Herrn Lissauer und Herrn I. Vredenburg, für Holland viel geleistet hat. Hervorgehoben sei ferner das Erscheinen des Aguda-Organs unter der vozüglichen Leitung des Herrn Slagter, Rotterdam, dem bei dieser Gelegenheit herzlichen Dank ausgesprochen wird. (Beifall.) (Herr Oberrabbiner Onderwyzer, Amsterdam, tritt ein und wird herzlich begrüßt.) Trotzdem die Aguda in Holland diese •und noch viele andere Leistungen aufzuweisen hat, darf mau doch nicht mit sich zufrieden sein. Die Arbeit wird immer größer, das Aguda-Leben pulsiert stärker, aber an Arbeitern, an Menschen, die sich dieser großen Aufgabe widmen, fehlt es auch hier, will man ein starkes, blühendes Vereinsleben, so muß jeder sich vornehmen, hieran mitzuarbeiten. Redner gibt zu, Agudist sein, ist keine leichte Aufgäbe. Obwohl die Aguda hier schon verschiedene Aktionen für das Ausland geleistet hat, muß noch mehr geschehen.. Agudist sein heißt: überall helfen, wo der Bruder in Not ist. Redner weist auf die Anforderungen, die jetzt der Aguda gestellt sind betreffs ■der Zustände im Osten, das Beis Jaakauw-Problem, Sowjetrußland, die Bekämpfung der Gefahr des Schechitoverbotes usw. Man sieht, die Agudas Jisroel ist nicht leicht entbehrlich. Assimilation und Bibelkritik, die z\Vci schlimmsten Feinde im Judentum, müssen durch die Agudas Jisroel bekämpft werden. Wohin diese geführt haben, ist ja sehr deutlich. Die Universität in Jerusalem, der durch •den 14. Zionistenkongreß Lehrfreiheit gestattet wurde, verherrlicht einen ■Spinoza, der selbst irrte und andere auf Irrwege führte, verherrlicht ihn als Juden, weil er von jiidisehen Eltern geboren. Die Agudas Jisroel will das Judentum ganz erhalten und die Assimilation .im Keim ersticken. Man will hier von mancher Seite uns in Holland durch das Wort ״Trennung“ Schreck einjagen. Wir brauchen hier jedoch keine Trennung zu fürchten. Wir wollen die Aguda hier, weil sie die T h a u r 0 als das alles beherrschende Prinzip a n e rkenn t, u nd ■d a f ii r ist im holländischen Jude ntum g 1 ii c kl ich noch Rau m. Mit den Worten: Laß darum jeder unsrer sich in den Dienst der Agudas Jisroel stellen, auf daß wir würdig FANGOHEILANSTALT Mittelstandssanatorium WIENER KURANSTALT Wien, IX., Lazarettgasse Nr. 20 Telephon 25-0-83 Klinisch-Diagnostisches Hellinstitut Kuren täglich von 8 bis 6 Uhr Auf Wunsch streng rituelle Kost zugestellt SPEZIALKUREN gegen Ischias, Rheumatismus u. Neuralgien. Italienische Ischiaskuren. Malarlafleberkuren. Verjtlngungskuren (Diathermie). Entfettungskuren Kaltwasserkuren, Fangoschlammpackungen, Koblensäure-TranscutanbSder, Heißluft, Höhensonne. Elektrische Kuren, Diathermie, Massage, Hellgymnastlk, Röntgeninstitut. Chemisches Laboratorium In der ganzen Welt berühmt r Perücbenschöpfungen der ■«EvMastmrsMrIzsdiSiäd;«» OTHM An. 8f!HTVT. 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