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Jüdische Presse · 1927-04-29 · 17 (29.4.1927) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
17 (29.4.1927)
Date
1927-04-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 17 JÜDISCHE PRESSf ^e!te!27 Neudkirchen. Rabbiner Simon Zwi G 01 d s t e i n, ■der zwei Jahrzehnte hindurch aufopferungsvoll und mit nie erlahmender Energie und Begeisterung die religiöse Führung und Unterweisung der Neunkirchner jüdischen Gemeinde versah, ist in der Blüte seines Lebens, kaum •49 Jahre alt, am letzten Tage Pessach eines plötzlichen Todes gestorben. Die herbe Tragik dieses Trauerfalles wirkte auf alle Einwohner von Neunkirchen ohne Unterschied des Religionsbekenntnisses geradezu erschütternd. Kaum hat sich die traurige Kunde in den Nachbargemeinden verbreitet, als sich auch schon ־Abordnungen auf den Weg machten, um dem Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Bei der Tahara war bereits eine Vertretung der Wiener orthodoxen Jdenschaft (Rabb. Baumgarten [Adas Jisroel] und Rabb. Dr. Pollak), ferner Rabb. Friedmann Wiener-Neustadt, anwesend. Nach der Tahara hielt Rabb. Baumgarten eine kurze, aber um so eindringlichere Mussarrede an die Versammelten. Die!Bestattung selbst, die Dienstag stattfand, gestaltete sich zu einer imposanten, in Provinzgemeinden fast beispiellosen Kundgebung der Trauer und des Schmerzes der vielen tausend Menschen, •die gekommen waren, um dem treuen Führer dieser frommen jüdischen Gemeinde die letzte Ehre zu erweisen. Die ־Trauerfeier begann ■mit der Ueberführung des Verblichenen vom Sterbehause in die Synagoge der Gemeinde. Hier waren die Vertreter der Bezirkshauptmannschaft unter der Führung von Hofrat Lucas und Bezirkshauptmann Häntl, die Vertreter der Stadtgemeinde, der Schulbehörden, der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde und ihrer. Beamten (Amtsleiter F e r s t e r und Inspektor Oehler) und der benachbarten jüdischen Gemeinden, von denen besonders Baden, Wiener-Neustadt, Mattersburg, Mödling, ansehnliche Abordnungen entsandten, versammelt. In der Synagoge ergriff zbnächst der Vorsteher der Neunkirchner Israelitischen Kultusgemeinde!Herr!L. Neumann das Wort. ״Zum letzten Male‘‘, begann er unter dem Schluchzen der ganzen Gemelude seine Rede, ״weilt unser hochverdienter Rabbiner s. z. 1., der durch G-ttes Ratschluß so jäh entrissen wurde, an der ihm so lieb gewonnenen Stätte seines unermüdliehen Wirkens. Dies ist der Ort, wohin er täglich kam; jedes!Plätzchen erinnert uns hier an ihn und an sein Schaffen. Er war ׳uns allen in der Gemeinde ein Vorbild, ein Führer, ein treuer Berater und ein guter Freund. Fast zwei Jahrzehnte stand er hier auf seinem Posten und er •erfüllte mit!Liebe seine Pflicht. Seine seltene Herzensgüte, sein Bestreben, nur Frieden, in!der Gemeinde zu stiften, werden ein unauslöschliches Andenken, bei allen, die ihn kannten, bewahren.“ Oberrabbiner Ehrenfeld, ־Mattersburg,' und Oberr.abbiner Weiß, Wiener-Neustadt, haben hierauf im Namen der.benachbarten •Gemeinden und Rabbiner in erschütternden Worten ־vom Verblichenen Abschied genommen und in meisterhafter Rede . seine Lebensarbeit geschildert. Schließlich ermahnten sie die Gemeinde, der Familie des Verblichenen in würdiger Weise gemäß den humanitären Geboten unserer Thora sich anzunehmen. Hierauf setzte sich der Leichenzug in Bewegung. Viele Tausende Menschen, darunter ein Groß- ־;teil der christlichen Bevölkerung der Stadt, gaben dem ־verstorbenen Rabbiner das Geleite. Am Friedhof sprachen noch ein Bruder des Verblichenen, Rabbiner Go 1 d s t e i n, Bratislava, im Namen der Verwandten, Rabb. Fried; rn a n n, Wiener-Neustadt, im Namen der Freunde, ferner Herr Löwy im Namen der Badener, Herr Frankl im Namen der• Wiener-Neustädter und Herr Moritz Gerstl im Namen der Neunkirchner Chewra Kadischa. Am offenen Grabe richtete Herr Oberrabbiner Weiß, Wiener-Neu- .־stadt, nochmals tiefergreifende Worte an die Trauer- Versammlung. Die kantoralen Funktionen versah Kantor B 1 u m e n f e 1 d. Rabbiner Goldstein, der ein Preßburger Kind war und dortselbst an der Jeschiwah lernte, hinterläßt eine Witwe und drei unversorgte Kinder. Die ganze Bevölkerung von Neunkirchen umgibt sie mit liebender Teilnahme. Der Vorstand der Gemeinde, der sich seiner Pflicht gegenüber der Familie vollauf bewußt ist, tritt noch während der Trauerwoche zusammen, um zwecks Versorgung der Witwe und der Waisen formelle Beschlüsse zu fassen. Pessachvorträge in der Bratislavaer Aguda* .Jugendgruppe. In der Bratislavaer Jugendgruppe der Agudas Jisroel herrschte am Pessach ein recht reges. Leben. Die Gruppenleitung benützte die Gelegenheit, um den Mitgliedern eine Reihe von Vorträgen zu bieten, die ihnen die Bedeutung des Festes von den verschiedensten Gesichtspunkten erklären sollten. So war denn auch während des Pessachfestes an jedem Tage das Agudalokal im orthodoxen Gemeindehause sowohl von der eigentlichen Jugendgruppe als auch von ihrer Unter- Abteilung — der Zeire Emune Jisroel — stark besucht. Herr Rabbiner Simon Hirschler hielt an den beiden •ersten Tagen und am letzten Tage für die Zeire Emunim, die vollzählig erschienen waren, aufschlußreiche Lehrvorträge über die Hägodoh, beziehungsweise über, das Hallelgebet und fesselte seine Zuhörer durch die .geistreichen und zugleich Begeisterung weckenden ׳^rklärungen. Vor der Jugendgruppe sprach am ersten Tage Herr J, J. Braun über die Grundzüge der Geulas Mizrajjm, Sein inhaltlich abgerundeter י u1jd,.ty1( der ,Form fpin ge; «cbliffeper Vortrag, fand reichen Beifajl, Am: ,,zweiten: Tage hatte. eine: zahlreiche Zuhörerschaft•. die ״seltene und auserlesene Freude,! 4$1p! $llbeU(ebtqn Redner ־׳Herrn י Rabbiner r Sampel ,p on-at h zu lauschen. Die Fülle der •Y0r3$gU$hen ¬וב IT מ ג י in außerordentlich klarer und geschlossener Diktion vorgetragen und die herzgewinnenden ״jDID דברי die er der Aufnahmsfähigkeit der Jugend anpaßte, gestalteten diesen Vortrag zu einer Quelle reichen Wissens und zugelich zum wahren טוב DP עונג für sämtliche Anwesenden, die ihm freudig für diese genußreiche Stunde dankten. Am siebenten Tage יו״ט behandelte Herr Rabbiner Hirschler im Kreise der JugendgruppeD^M^rn^ und die tiefen Gedanken, die diesem Buche der כתבי חק zugrundeliegen. Mit hinreißender Beredsamkeit und scharfer Herausarbeitung des Wesentlichen führte der verehrte Vortragende sein Auditorium in jene erhabene Welt des ״Ailerheiligsten“ ein, die aus מגלת שיל השירים zu uns spricht. Am achten Tage erfreute das nunmehr infolge seiner bevorstehenden Heirat ausscheidende Vor- Standsmitglied der Aguda-Jugendorganisation Herr Desider Ungar die Mitglieder mit einem inhaltsreichen MVTJD“ Vortrag. Seine Ausführungen boten viele Deutungen zu den מאמרי חזל und lösten aufrichtige, anerkennende Bewunderung in der Zuhörerschaft aus. Außer diesen Vorträgen werden die mit dem Pessachfeste in der Zeire Emune Jisroel unter Leitung des Herrn Rabbiner Hirschler neu eingerichteten M u s s a r-S c h i u r i m mit großem Beifall begrüßt und von der Jugend gern besucht. Eine Mensa für בחורים in Topoicany. Aus T o p 0 1cany wird uns berichtet: Herr Simon Reif hat in hochherziger Weise geeignete Lokalitäten zur Erhaltung einer Mensa für בחורים gestiftet. Die Mensa wird zu Beginn des Sommer-JDT eröffnet werden. Damit wird strebsamen בחירים, die ohne von ailzugroßen matreiellen Sorgen gequält zu sein, fleißig lernen wollen, die Gelegenheit geboten, für einen verhältnismäßig geringen Betrag sich zu verköstigen (siehe Inseratenteil). Ein neues Heim für jüdische Waisen in Munkacs. Am 3. April wurde in Munkacs das neue Heim der jüdischen Vereinigung für. Waisenfürsorge feierlich eröffnet. Die Vereinigung übt mit' Unterstützung des ״Joint“ seit einigen Jahren eine recht fruchtbare Tätigkeit aus und würde sicherlich eine der wertvollsten humanitär-jüdischen Institutionen des Landes werden können, wenn die Leiter größeres Verständnis für die. Erfordernisse einer unverfälscht jüdischen Erziehung der ihnen anvertrauten Kinder jüdischer Eltern aufzubringen vermöchten oder die religiös orientierten Kreise, der podkarpatska-russischen jüdischen Gemeinden nicht verabsäumen würden, über die Tätigkeit der Vereinigung nach dieser Richtung eine strengere Kontrolle auszuüben. An dem Festakt nahmen die Behörden und alle sozialen Vereine durch ihre Vertreter Anteil. Im Namen der Vereinigung hielten die Herren Dr. Saphir, Dr. Sternbach und Dr. Haimos Begrüßungsansprachen. Großzupan Dr. Jech und. andere Gäste erwiderten darauf und beglückwünschten die Vereinigung zu ihrer erfolgreichen, .menschenfreundlichen Tätigkeit auf einem arg vernachlässigten Gebiete der sozialen Fürsorge. . .־• Aron Groß JÖlaii Schimmerling Kittsee, Burgenland Bratislava Verlobte Szomliathely Dunajska Sireda TI:■*• laden höflichst alle Verwandten und Bekannten zur Trauung ihrer Kinder Ilona und Adolf welche אי״ה פ דר״ח אייר הבע״ל (am 3• Mai 1, J.) um 1/,2 Uhr in Sauerbrunn, Hotel Weiß, stattfinden wird. Sarika Valier-Großmann, geb. Rosenbaum, Bratislava gratuliert herzlichst Fräulein Betty Rothschild, Zürich zu ihrer Verlobung mit Herrn Viktor Wreschner. ברכח מולא טבא וגדא יאה הנני מברך אח ידידי היפר איש חמודות ובעל מדות תרומיות כמר יצחק ו ו י מ מ ע ר לרגלי. בואו במסורת האירושין עב״ג מרת ניטל ש ט ע ר ן מדונאסערדאהעלי. יהא רעוא שיעלה על ראש פסגת ההצלחה ויזכה לבנות בלת נאמן לר׳ ולתורתו על נפי מרומי הרי יהודה וירושלים. ידידו הנאמן מענויל ש ט ערן, בעת בק״ק הנ״ל־ Der Vorstand des Malbisch Arumim-Vereines Dunajska Streda, gratuliert herzlichst seinen verdienstvollen Vorstandsmitgliedern Herrn Ignaz Wimmer jr. zu seiner Verlobung mit Fräulein GIzl Stern, Herrn Samu Soffer zu seiner Verlobung mit Fräulein Ella Wosner. Wir gratulieren herzlichst unserem verdienstvollen Vorstandsmitgliede Herrn Ignaz Wimmer anläßlich seiner Verlobung mit Frl. Gisela Stern. Vorstand der Chewra Machasike Hathora, Dunajska Streda. Gratulation. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Wien, II., gratu• liert herzlichst ihrem Frptipde und, Fördere^, Herrn i^ra״ ham Ehrenfeld zu seiner Verlobung mit Frl. Berthe Herschkovics.! •;■;;i •5! Mllllllllltlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll’ Perfekter tüchtiger Buchhalter flotter deutscher und tschechischer Korrespondent und erfahrener ,Organisator . per* ,,sofort gesucht Offerte . * unter Chiffre ״Weingroßhandlung“ an die Bratislavaer Admin. Verläßliche Köchin die' auch leichte;*Hausarbeit versehen: soH, zn-zwoULetiten per sofort gesucht. 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